DE1565C - Weckeruhr - Google Patents
WeckeruhrInfo
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G04—HOROLOGY
- G04B—MECHANICALLY-DRIVEN CLOCKS OR WATCHES; MECHANICAL PARTS OF CLOCKS OR WATCHES IN GENERAL; TIME PIECES USING THE POSITION OF THE SUN, MOON OR STARS
- G04B23/00—Arrangements producing acoustic signals at preselected times
- G04B23/02—Alarm clocks
- G04B23/06—Alarm clocks adjustable for several preselected times with automatic stopping of the signal
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- Electromechanical Clocks (AREA)
Description
1877.
Klasse 83.
ADOLF HUMMEL in FURTWANGEN. Weckeruhr.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 4. Juli 1877 ab. Längste Dauer: 15. März 1892.
Auch bei dieser Uhr ist für den Wecker ein besonderes Laufwerk angenommen. Auf der
Ankerwelle dieses Laufwerkes, bestehend aus Bodenrad α (mit Kettenrad oder Federhaus und
Sperrrad), Mittelrad b und Steigrad c, sitzt ein Hammerarm D, welcher nach seiner Auslösung
in schwingende Bewegung versetzt wird, auf eine oder zwei Glocken schlägt und so ein
sehr lautes Signal abgiebt.
Da im Räderwerk dieses Weckers eine mehrfache Uebersetzung stattfindet, so könnte das
Läuten unter Umständen sehr lange währen; bei der vorliegenden Construction etwa 3 Stunden.
Die Auslösung des Weckerhammers geschieht auf folgende Weise:
Auf der Axe des Stundenrades e, das in 12 Stunden eine Umdrehung macht, sitzt lose
die Weckerscheibe F; durch eine einfache Uebersetzung ist die Einrichtung derart getroffen,
dafs dieses in 24 Stunden eine Umdrehung macht.
Üeber und hinter der Weckerscheibe befindet sich der Auslösungshebel G, welcher um die
Axe 5 vertical drehbar ist.· An seinem linken, freien Ende trägt derselbe den Auslösungsstift g.
In die Hammerwelle D ist der Stift d eingenietet; dieser ragt mit seinem rechtwinklig gebogenen
freien Ende durch ein kleine Oeffnung ii der vorderen Uhrgestellplatine und macht, sobald-der
Hammer in Thätigkeit kommt, da er mit diesem auf gleicher Welle befestigt ist, dessen schwingende Bewegung mit. In seiner
Ruhelage legt sich der Auslösungshebel G mit dem Auslösungshebel g vor das Ende des
Stiftes d und hält diesen dadurch fest und verhindert so dessen schwingende Bewegung. Selbstverständlich
ist jetzt auch der Hammer d1 arretirt. Der Wecker ist aufser Thätigkeit.
Wird nun der Auslösungsstift um seine Axe aufwärts gedreht, so hebt sich sein freies Ende
und mit diesem der Auslösungsstift g bis über die Oeffnung ii in der Platine. Jetzt ist der
Stift d frei und der Wecker tritt in Thätigkeit.
Die Hebung und Senkung des Auslösungshebels wird nun auf folgende Weise bewerkstelligt:
In den Radkranz der Weckerscheibe F sind parallel zur Axe 96 Löcher eingebohrt, welche
den 24 Tagesstunden und den dazwischen liegenden Viertelstunden entsprechen. In diese
Löcher sind Stifte (Auslösungsnägel) η eingeschliffen,
welche sich nur bis zu einer gewissen, genau bestimmten Länge einstecken lassen. Auf dem Auslösungshebel G ist das
Stahlplättchen (der Auslösungszahn) Z aufgeschraubt, welcher sich in der Ruhelage des
Auslösungshebels G so weit herabgesenkt hat, dafs er von den Enden der Auslösungsnägel
getroffen werden mufs.
An die linke untere Seite dieses Auslösungszahnes Z ist die Hebelfläche h I angeschliffen.
Trifft nun das Ende eines Auslösungsnagels diese Hebelfiäche, Fig. 1, so beginnt er den
Auslösungszahn Z und mit diesem den Auslösungshebel G zu heben, und zwar so lange, bis
der Punkt / erreicht ist; von jetzt ab gleitet der Auslösungsnagel auf der polirten Fläche /;//
des Zahnes Z fort, Fig. 7. Sobald aber der Auslösungsnagel den Endpunkt / der Hebelfläche // /
erreicht hat, hat sich auch der Auslösungszahn Z und mit ihm der Auslösungshebel G
mit dem Abstellstift g so weit gehoben, dafs der Stift d nunmehr befreit ist und der Wecker
in Thätigkeit treten kann (Fig.'2).
Hat dagegen ein Auslösungsnagel das Ende 111
der Fläche/ m erreicht, so fällt der Auslösungshebel G durch seine eigene Schwere in seine
Ruhelage zurück. Der Wecker ist wieder arretirt (Fig. 4).
Das Läuten dauert nach obigem so lange, als der Auslösungszahn Z auf einem Auslösungsnagel aufsitzt. Von der Länge des Bogens Im
hängt somit auch die Dauer der Thätigkeit des Weckers ab. Macht man deshalb den Auslösungszahn
schmäler oder breiter, so währt auch das Wecken kürzere oder längere Zeit. Nach der vorliegenden Construction (Fig. 3)
würde der Wecker etwa eine halbe Stunde functioniren. In den meisten Fällen dürfte jedoch eine
Zeit von 10 Minuten mehr als genügen.
Es geht aus dieser Beschreibung hervor und ist auch aus der beiliegenden Zeichnung sofort
ersichtlich, dafs der nächstfolgende Auslösungsnagel dieselbe Wirkung hervorbringen
mufs, dafs also das »Wecken« auf jede beliebige Viertelstunde eingestellt werden kann, je nachdem
ein Auslösungsnagel in das betreffende Loch eingesteckt wird.
Der Reihe nach kommen die den Zeitstunden i, 2, 3, 4 ... entsprechenden Oeffnungen
der Weckerscheibe (mit den jeweil dazwischen liegenden Vierteln) unter den Zahn Z des Auslösungshebels
und könnten somit durch Einstecken von Auslösungsnägeln wirksam gemacht werden.
Um das Auffinden der den einzelnen Zeitstunden entsprechenden Löcher zu erleichtern,
ist auf der Weckerscheibe ein kleines Zifferblatt P befestigt, welches sich mit jener umdrehen
mufs. Dieses Zifferblatt ist ebenso wie die Scheibe durchbohrt und zwar so, dafs die
Oeffnungen genau aufeinander passen. Da sich nun aber die Weckerscheibe, wie der kleine
Zeiger, von rechts nach links umdreht, so müssen die Ziffern auf diesem kleinen (inneren)
Zifferblatt in umgekehrter. Reihe folgen, wie jene auf dem Hauptblatt. Die den Nachtstunden
entsprechenden Ziffern sind in der ausgeführten Uhr mit einem leichten Ton überzogen.
Die Auslösungsnägel, deren mehrere (?i η η)
eingezeichnet sind, werden, wie bereits erwähnt, in die Oeffnungen der Weckerscheibe genau
eingeschliffen und erhalten durch die Stärke des Radkranzes eine sichere Führung. Zugleich
wird hierdurch einem zufalligen Herausfallen der Nägel vorgebeugt. Zu jeder Uhr
werden 24 Nägel gegeben; diejenigen, welche keine Verwendung finden, werden an der Peripherie
des grofsen Zifferblattes bei α α eingesteckt und auf diese Weise aufbewahrt.
Der Zahn Z ist auf dem Auslösungshebel derart befestigt, dafs er sich um den Punkt r
drehen kann. Durch den Stift ρ auf dem Auslösungshebel ist einer weiteren Rechtsbewegimg
des Zahnes Z über die verticale Stellung hinaus vorgebeugt. Die Feder q hält zugleich den
Zahn in seiner Stellung.
Streift nun ein Auslösungsnagel während seiner normalen Umdrehung (von rechts nach links)
die Hebelfläche, so kann jener wegen des Stiftes p nicht ausweichen; er mufs sich also
heben. Wird dagegen das Zeigerwerk und mit ihm die Weckerscheibe mit den Auslösungsnägeln einmal links herum bewegt, so trifft ein
Nagel die Fläche t des Zahnes Z, dreht diesen nach links und kann so selbst seine Umdrehung
ungehindert fortsetzen, ohne dafs irgend welche Beschädigung verursacht wird.
Es wurde oben schon erwähnt, dafs das Linksdrehen der Zeiger bei den gewöhnlichen Weckervorrichtungen
diese nothwendigerweise unbrauchbar machen mufs, zugleich aber dann auch den richtigen Gang des eigentlichen Uhrwerkes stört,
wo nicht ganz aufhält.
Durch das Federchen q wird der Zahn sofort wieder in seine richtige Lage zurückgeführt.
Als ein wesentlicher Vorzug dieser Weckeruhr dürfte die Vorrichtung zum Unterbrechen
des Läutens (Weckens) angesehen werden.
Diese besteht zunächst aus dem Winkelhebel (Abstellhebel) H. Am linken Ende desselben
befindet sich der um ν drehbare Stellkegel K. Durch die Feder ti wird derselbe in seiner
Lage gehalten, während der Stift w eine Weiterdrehung nach dieser Richtung unmöglich
macht.
Auf der hinteren Seite des Auslösungshebels G ist der Stift ^1 eingesteckt. Dieser beschreibt
bei der Hebung des Auslösungshebels den Bogen α β und hebt sich bis g%, Fig. 8. Wird nun
der Winkelhebel bei N angezogen, so hebt sich der rechte Arm desselben und das Ende des
Sperrkegels K beschreibt den Bogen δ γ. Auf diesem Wege trifft es den Stift g~, klappt an
diesem vorbei und legt sich, sobald man mit dem Anziehen der Schnur N (Fig. 3) nachläfst,
um den Sperrkegel mit seiner unteren Fläche auf diesen Stift. Dadurch wird zugleich der
Winkelhebel H in die Höhe gehalten und zwar so lange, als der Auslösungshebel G selbst in
der Höhe bleibt, d. h. so lange, als das Wecken andauern würde.
Senkt sich der Auslösungshebel G in seine Ruhelage zurück, so gleitet der Sperrkegel von
dem Stift g~ ab und fällt nun auch seinerseits in seine frühere Lage zurück.
Auf die linke Seite des Abstellhebels H ist zugleich der Arm s aufgesteckt, vermittelst dessen
jener in seiner Ruhelage auf dem Stift χ aufliegt.
Dieser Arm macht selbstverständlich die vorhin beschriebene Auf- und Abwärtsbewegung
des Abstellhebels H mit. In der Ruhelage des letzteren befindet er sich seitlich des Stiftes d
und hemmt somit nicht dessen Bewegungen. Wird dagegen der Abstellhebel H bei N angezogen,
so senkt sich der Arm s (Fig. 3), stellt sich vor den Stift d bezw. d3 und hemmt somit
dessen Bewegung und damit auch das Läuten (Wecken). Dieses ist »abgestellt«.
Fällt der Abstellhebel H in seine Ruhelage zurück, so hebt sich auch der Arm ί über den
Schlitz i i und somit wird durch ihn der Stift d in seinen Bewegungen nicht mehr gehemmt.
Mit der Hebung des Abstellhebels H kann also der Wecker wieder functioniren.
Hängt man an die Schnur N ein kleines Gewichtchen oder befestigt dieselbe nach dem
Anziehen an einen in die Wand eingeschlagenen Nagel, so bleibt der Arm s gesenkt, der Wecker
ist, so lange dieses Hindernifs andauert, arretirt und die Uhr functionirt von jetzt ab als einfacher
Zeitmesser.
Während bei den seither üblichen Weckern, um das Läuten zu unterbrechen, entweder das
eigentliche Weckergewicht beseitigt, oder ein Stift eingesteckt (Reisewecker), oder das den
Auslösungshebel niederziehende Gewichtchen (Sauer'scher Wecker) aufgehängt werden mufs,
braucht man hier blos an einer Schnur JV,
welche event, weit fortgeleitet werden könnte,
zu ziehen und die Abstellung ist sofort bewerkstelligt. Während aber bei all den seitherigen
Weckeruhren der Wecker erst dann wieder functioniren kann, wenn die Abstellung beseitigt ist, so wird diese bei der hier
vorliegenden Construction durch das Uhrwerk . selbst wieder aufgehoben; die Uhr wird also
zu einer etwa späteren Zeit wieder wecken und ist somit von jeder Nachlässigkeit oder Vergefslichkeit
des Betreffenden unabhängig.
Statt der kleinen beweglichen Weckerscheibe mit dem kleinen Zifferblatt könnte auch aufserhalb
des Hauptzifferblattes eine grofse feststehende Weckerscheibe, deren einzelne Theilungen
den 24 Tagesstunden entsprechend bezeichnet sind, angeordnet werden. In diesem Falle müfste sich auf der Axe des Stundenrades /
statt der kleinen Weckerscheibe ein Hebel (in 24 Stunden) umdrehen. Dieser würde bei
seiner Umdrehung die auf der feststehenden Weckerscheibe eingesteckten Auslösungsnägel
treffen und so den Wecker in Thätigkeit setzen.
Die Vorzüge dieser Weckeruhr bestehen im folgenden:
ι. Leichtes Ablesen der Ziffern auf dem Weckerzifferblatt.
2. Rechtzeitiges, sicheres Functioniren des Weckers.
3. Lang anhaltendes »Wecken«.
4. Leichte und sichere Abstellung des Weckers.
5. WiederholtesWecken zu verschiedenen
Zeiten bei nur einmaligem »Richten«.
6. Selbsttätige Aufhebung der Abstellung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1565T | 1877-07-03 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1565C true DE1565C (de) |
Family
ID=70861112
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1565DA Expired - Lifetime DE1565C (de) | 1877-07-03 | 1877-07-03 | Weckeruhr |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1565C (de) |
-
1877
- 1877-07-03 DE DE1565DA patent/DE1565C/de not_active Expired - Lifetime
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