DE15073C - Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins - Google Patents

Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins

Info

Publication number
DE15073C
DE15073C DENDAT15073D DE15073DA DE15073C DE 15073 C DE15073 C DE 15073C DE NDAT15073 D DENDAT15073 D DE NDAT15073D DE 15073D A DE15073D A DE 15073DA DE 15073 C DE15073 C DE 15073C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cotton
nitroglycerin
dextrin
gelatinous
produce
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT15073D
Other languages
English (en)
Original Assignee
J. M. LEWIN in Paris
Publication of DE15073C publication Critical patent/DE15073C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/10Compositions containing a nitrated organic compound the compound being nitroglycerine

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Emergency Medicine (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Materials For Medical Uses (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Januar 1881 ab.
Bei der Fabrikation von Sprengstoffen, bei denen diese Erfindung in Anwendung kommen soll, ist vor allem Gewicht auf die Reinheit der Rohmaterialien zu legen, da die Qualität des erhaltenen Productes wesentlich von dem Grad der Reinheit der angewendeten Baumwolle und des Dextrins abhängt.
Die Reinigung der Baumwolle vor ihrer Verwendung besteht darin, dafs man sie zur Entfernung des Fettes mit warmer, verdünnter Natronlösung behandelt und dann sorgfältig mit Wasser auswäscht. Noch vollständiger wird die Reinigung, wenn man nach dieser Operation die Baumwolle nochmals mit verdünnter Essigsäure behandelt und dann wieder vollständig mit Wasser auswäscht.
Hierauf wird die Baumwolle in einer dem Holländer der Papierfabriken ähnlichen Maschine zerkleinert und dadurch fein vertheilt, was für die nachherige Umwandlung nothwendig ist. Nunmehr schleudert man die Baumwolle in Centrifugen aus und trocknet sie sorgfältig.
Nachdem dies geschehen, mischt man die zerkleinerte und getrocknete Baumwolle mit Dextrin, und zwar in folgenden Proportionen:
Baumwolle
Dextrin . .
ι Theil,
5 Theile.
Diese Masse wird unter Zusatz von ein wenig Ammoniumacetat in einem geschlossenen Kessel gekocht, in den während dieser Zeit Dampf von 5 Atmosphären Spannung einzulassen ist, wodurch die gleichmäfsige Mischung des Ganzen wesentlich begünstigt wird. Auf diese Weise erhält man innerhalb zwei Stunden eine wasserhelle Gallerte, die man zum Zweck des Erkaltens abfliefsen läfst.
Diese Gallerte, bis 7 pCt. in Nitroglycerin gelöst, ist im Stande, das flüssige und in diesem Zustand gefährliche Nitroglycerin in eine gallertartige Masse überzuführen, welche kein Nitroglycerin losläfst.
Der »Forcit« genannte Sprengstoff wird zusammengesetzt wie folgt:
Auf 100 Theile
76 Theile dieses gallertartigen Nitroglycerins,
15 Theile Salpeter,
9 Theile Sägemehl.
Diese nur mit den Händen durchgeknetete Masse ist zur Füllung in Patronen fertiges Forcit.
Als Patronen benutzt man kleine Cylinder, die man mit geprefstem und mit paraffinirtem Papier umwickelten Forcit füllt.
Diese gummiartige Masse, aus der kein Nitroglycerin entweichen kann, bleibt im Wasser unverändert und entwickelt in der Anwendung nahezu die Kraft des Nitroglycerins selbst.
Die Entzündung des Forcits erfolgt am besten durch ein starkes Zündhütchen, jedoch ist bei festem Besatz auch eine Zündschnur schon genügend. Durch Berührung mit Feuer oder glühenden Körpern verbrennt Forcit selbst in Mengen von mehreren Kilogrammen ohne Explosion, wenn es nicht in sehr festen Hüllen eingeschlossen ist.
Die Vorzüge, welche Forcit vor allen anderen Sprengmitteln besitzt, bestehen:
i. in der weit sicheren und ungefährlichen Fabrikation und Anwendung;
2. in der Kraft und dadurch in der grofsen Zeit-, Kosten- und Arbeitsersparnifs und in der gröfseren Verwendbarkeit des Forcits;
3. in der Unempfindlichkeit gegen Wasser;
4. in der ungefährlichen Ladung, da das Forcit bei festem Besatz schon durch eine brennende Zündschnur (ohne Zündhütchen) zur Explosion gebracht wird.

Claims (2)

PATENT-Ansprüche:
1. Die Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins.
2. Die Anwendung dieses gallertartigen Nitroglycerins im Forcit und anderen Sprengstoffen.
DENDAT15073D Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins Active DE15073C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE15073C true DE15073C (de)

Family

ID=292121

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT15073D Active DE15073C (de) Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE15073C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE15073C (de) Anwendung von Baumwolle und Dextrin zur Herstellung eines gallertartigen Nitroglycerins
DE1154025B (de) Verfahren zur Herstellung von Globularpulver aus Nitrocellulose
DE555461C (de) Verzuckerung von pentosanehaltigen Pflanzenstoffen
DE2808670C3 (de) Verfahren zur Kohleverflüssigung
DE713129C (de) Verfahren zur Herstellung rauchschwacher Treibmittel
DE99577C (de)
DE267436C (de)
DE934139C (de) Verfahren zur Herstellung von Kaese
DE337461C (de) Verfahren zur Herstellung von Sprengstoffen fuer Bergwerkszwecke unter Verwendung von Nitroglyzerinpulver
DE134443C (de)
DE405749C (de) Brandmasse fuer Druckgaserzeugung
DE344017C (de) Verfahren zur Umwandlung von rauchschwachem Pulver und Abfaellen der Pulverfabrikation in Lackwolle und aehnliche Produkte
DE11501C (de) Neuerungen in der Behandlung des Maises und anderer Cerealien, behufs Trennung der öligen oder fetten Keimtheile und der Stärke für Brennerei und Stärkebereitungszwecke
DE42893C (de) Verfahren zur Herstellung eines nitroglycerin- und dinitrocellulosehaltigen Sprengstoffes
DE12115C (de) Neuerungen in der Bereitung von Cellulosepapier
DE81805C (de)
DE169081C (de)
AT16814B (de) Verfahren zur Herstellung von Chloratsprengstoffen.
EP0012827A2 (de) Sprenggelatine und Herstellung von diese enthaltenden Sprengstoffen
DE505672C (de) Verfahren zum Brikettieren nicht backender Brennstoffe mit Hilfe von anorganischen und organischen Bindemitteln
DE513567C (de) Verfahren zur Herstellung von Nitropulvern bzw. Zellhorn
DE253426C (de)
DE700229C (de) Verfahren zur Herstellung einer Masse zum Spannen der Gesichtshaut
DE107574C (de)
DE56786C (de)