DE56786C - - Google Patents

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DE56786C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B25/00Compositions containing a nitrated organic compound
    • C06B25/18Compositions containing a nitrated organic compound the compound being nitrocellulose present as 10% or more by weight of the total composition

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
HUBERT KOLF in BONN.
Schierspulvers.
Vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung eines rauchlosen bezw. rauchschwachen Schiefspulvers, welche dadurch besonders gefahrlos wird, dafs dieselbe der Anwendung von Pikrinsäure, Pikraten, Chloraten entbehrt.
Die Anwendung derartiger Körper machte bisher nicht nur die Herstellung, sondern auch die Handhabung des sogen, rauchschwachen bezw. rauchlosen Schiefspulvers gefahrvoll.
Diesem Uebelstande wird durch vorliegende Erfindung in wirksamer Weise abgeholfen, für welchen Zweck man folgende Kohlenhydratmaterialien in nitrirtem Zustande anwendet: Malzkörner, Malzschrot, Malzmehl und Abfälle aus der Maische, Waldmoos, Schilf, Flechtenarten , isländisches Moos, Rübenschnitzel, Johannisbrot, Altheawurzel, deren Strauchwerk und Blätter, Erdnufs-, Palmkern-, Baumwollensamen- und Cocosnufsmehl, Poloieho, Farinha de Mandioka, Abfälle aller Art aus der Stärkefabrikation, Brauerei, Brennerei.
Das den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Verfahren wird nun folgendermafsen ausgeführt:
Das oben gekennzeichnete Kohlenhydratmaterial wird in bekannter Weise mit Salpetersäure und Schwefelsäure (zweckmäfsig bei einer Temperatur von 20 bis 300 C. in Kesseln oder Bottichen, gewünschtenfalls unter einem Druck von 2 bis 5 Atmosphären) nitrirt. Die nitrirte, durch Ablaufenlassen und gründliches Waschen in kaltem Wasser von anhängender Säure befreite Masse wird zweckmäfsig bei etwa 40 bis 500 C. getrocknet und durch Mahlen oder Stampfen zerkleinert. Letzteres kann auch gröfserer Sicherheit wegen in halbtrockenem Zustande geschehen.
In die zerkleinerte nitrirte Masse führt man, um eine möglichst gleichmäfsige Verbrennung zu erzeugen bezw. die Verbrennungsdauer zu regeln, Schwefel ein (was kurzweg »schwefeln« oder »vulcanisiren« genannt werden mag), und zwar mittelst Schwefelalkalien. Diese Schwefelungsstoffe läfst man auf die zerkleinerte nitrirte Masse zweckmäfsig unter einem Druck von etwa 5 Atmosphären einwirken. Dafs bei einer derartigen Schwefelung nicht Denitrirung eintritt und dafs trotzdem Schwefel gebunden wird, zeigte sich bei wiederholten Versuchen, bei welchen u. A. die Analyse zweier Proben folgende Zahlen ergaben:
Probe I: 13,23 pCt. N; 26,49 pCt. C;
3,18 pCt. H\ 2,48 pCt. S.
Probe II: 13,53 pCt. N; 26,80 pCt. C;
3,07 pCt. H\ 2,56 pCt. 5.
Nach etwa 2 Stunden kann man die nitrirte und geschwefelte Masse von den Schwefelungssubstanzen durch sorgfältiges Auswaschen befreien und mit Alkalinitrat beladen, indem dieselbe vortheilhaft nach einem bei 60 bis 8o° C. erfolgten Trocknen in einer etwa 5 bis 20 procentigen Lösung von Kalium-, Natrium- oder Ammoniumnitrat bei gewöhnlicher Temperatur wohl 12 Stunden lang einem zweckmäfsig durch Luft- oder Flüssigkeitspressung erzeugten Druck von etwa 4 bis 5 Atmosphären unterworfen wird. Hiernach wird die Masse zur
Entfernung der nicht genügend innig aufgenommenen, einen lästigen, die Gleichmäfsigkeit des Productes beeinträchtigenden Ueberschufs der Nitratmengen einmal flott mit kaltem Wasser ausgewaschen und etwa bei 8o° C. getrocknet.
Um nun das so erzeugte Product in eine körnige oder primatische, haltbare compacte Form zu bringen, wird dasselbe mit einer zweckmäfsig 20 procentigen, selbst noch stärkeren Lösung der Dinitroverbindung eines der angegebenen Kohlenhydratmaterialien oder von Cellulose behandelt bezw. getränkt oder durchfeuchtet, alsdann vermittelst Pressung zu Körnern, Platten, Prismen in gewünschter Weise geformt und getrocknet, wonach es zur Verpackung bezw. zum Gebrauch fertig ist.
Dieses nach vorliegender Erfindung hergestellte rauchschwache bezw. rauchlose Schiefspulver unterscheidet sich dementsprechend von den bisher bekannten sogenannten rauchlosen Pulvern in vortheilhafter Weise dadurch, dafs erstens keine Pikrinsäure, keine Pikrate, keine Chlorate oder andere Sprengstoffkörper verwendet sind, zweitens durch die dadurch mitbedingte Gefahrlosigkeit bei der Fabrikation und Handhabung, drittens durch die Billigkeit und Einfachheit der Herstellung und viertens durch die Einheitlichkeit, Beständigkeit und gleichmäfsig zu bewirkende Verbrennungsdauer des Fabrikats.

Claims (1)

  1. "Patent-Anspruch:
    Verfahren zur gefahrlosen Herstellung eines gefahrlos zu handhabenden rauchschwachen bezw. rauchlosen Schiefspulvers, gekennzeichnet durch die Anwendung von nitrirten Kohlenhydratmaterialien, als Malzkörner, Malzschrot, Malzmehl, Maischeabfälle, Waldmoos, Schilf, Flechten, isländisches Moos, Johannisbrot, Altheawurzel, Strauchwerk und Blätter derselben, Rübenschnitzel, Erdnufs-, Palmkern-, Baumwollensamen- und Cocosnufsmehl, Poloieho, Farinha de Mandioka, Abfälle der Stärkefabrikation, Brauerei, Brennerei, welche Nitroproducte
    a) durch Behandlung mit Schwefelalkalien unter Druck geschwefelt,
    b) mit Alkalinitrat durch Behandlung mit Lösung derselben unter Druck beladen werden, und
    c) worauf das erhaltene Product durch Pressen mit einem Dinitrokohlenhydrat bezw. mit Dinitrocellulose geformt werden kann.
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