DE1290129B - 3, 5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat und seine Verwendung als Insektizid - Google Patents

3, 5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat und seine Verwendung als Insektizid

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DE1290129B
DE1290129B DEB75125A DEB0075125A DE1290129B DE 1290129 B DE1290129 B DE 1290129B DE B75125 A DEB75125 A DE B75125A DE B0075125 A DEB0075125 A DE B0075125A DE 1290129 B DE1290129 B DE 1290129B
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methylcarbamate
butylphenyl
insecticide
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Fraser James
Harrison Ian Robert
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Boots Pure Drug Co Ltd
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Boots Pure Drug Co Ltd
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    • A01AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
    • A01NPRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
    • A01N47/00Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid
    • A01N47/08Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing organic compounds containing a carbon atom not being member of a ring and having no bond to a carbon or hydrogen atom, e.g. derivatives of carbonic acid the carbon atom having one or more single bonds to nitrogen atoms
    • A01N47/10Carbamic acid derivatives, i.e. containing the group —O—CO—N<; Thio analogues thereof
    • A01N47/22O-Aryl or S-Aryl esters thereof
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C271/00Derivatives of carbamic acids, i.e. compounds containing any of the groups, the nitrogen atom not being part of nitro or nitroso groups
    • C07C271/06Esters of carbamic acids

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Description

Diese Erfindung betrifft 3,5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat und dessen Verwendung als Insektizid.
Es ist nunmehr allgemein üblich, Schafe äußerlich in regelmäßigen Abständen mit Insektiziden zu behandeln, um Schafschmeißfliegenbefall zu verhindern, d. h. zu verhindern, daß die Schmeißfliegenlarve sich über die Haut der Schafe ernährt und diese beschädigt. Für diesen Zweck werden chlorierte Kohlenwasserstoffe, z. B. Dieldrin und Aldrin, und Organophosphorverbindungen, z. B. Diazinon, mit Erfolg verwendet. Nichtsdestoweniger ist es wünschenswert, ein Insektizid eines unterschiedlichen chemischen Typs, das Schmeißfliegenbefall verhindern kann, verfügbar zu haben, sofern eine Resistenz gegenüber den gemeinhin verwendeten Verbindungen entwickelt wird.
Eine gegen Schmeißfliegenbefall geeignete Verbindung muß wenigstens die nachfolgenden drei Eigenschaften besitzen:
1. Sie muß gegen Schafschmeißfliegenlarven hoch wirksam sein.
2. Wenn sie in einer geeigneten Zubereitung auf der Wolle der Schafe verwendet wird, muß sie wenigstens 12 Wochen vorhanden sein und während dieser ganzen Zeit ihre hohe Wirksamkeit gegenüber Schmeißfliegenlarven beibehalten.
3. Sie muß anwendungstechnisch sicher sein, d. h., sie darf keine übermäßig hohe Toxizität gegenüber Schafen oder Menschen besitzen.
Es wurde nun gefunden, daß 3,5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat, welches bisher nicht beschrieben wurde, die erwünschten Eigenschaften aufweist. Diese neue Verbindung ist in hoher Weise gegen Dipteralarven, z. B. Schafschmeißfliegen-(Lucilia - sericata-)Larven wirksam, behält ihre hohe Wirksamkeit bei Applikation auf der Schafwolle für eine Zeitdauer von über 12 Wochen bei und hat eine sehr niedrige Toxizität. (Die akute orale LDso bei Mäusen liegt höher als 1000 mg/kg.)
Die Insektizide der Erfindung können die Form dispergierbarer Pulver oder mischfähiger Flüssigkeiten haben, die durch Vermischen mit Wasser wäßrige Dispersionen bilden.
Dispergierfähige Pulver
Diese enthalten den Wirkstoff zusammen mit einem oder mehreren Dispergiermitteln, so daß eine stabile wäßrige Dispersion des Wirkstoffs bei der Zugabe des Pulvers zu Wasser gebildet wird. Als Dispergiermittel werden vorzugsweise anionische oder nichtionische Mittel verwendet, denen gegebenenfalls noch eine kleine Menge eines Netzmittels beigemischt ist. Selbstverständlich sind nicht toxische und nicht störende Dispergier- und Netzmittel erforderlich. Solche für Schafbäder geeignete Mittel sind dem Fachmann wohlbekannt, z. B. Sulfitlauge als Dispergiermittel und ein Polyäthylenoxydkondensat eines Alkylphenols, insbesondere Polyäthylenoxydkondensat von Octylphenol, als Netzmittel.
Mischbare Flüssigkeit
Diese enthält den Insektizidwirkstoff zusammen mit einem oder mehreren Emulgiermitteln und einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmittel. Für die Verwendung in Schafbäderzubereitungen geeignete Emulgiermittel sind dem Fachmann bekannt. Es ist häufig vorteilhaft, zwei Emulgiermittel zu verwenden, wobei eines die ölschicht und das andere die wäßrige Schicht begünstigt, wie dies zur Vermeidung einer Trennung der öl- von der wäßrigen Schicht bei Verdünnung mit Wasser erforderlich ist. Bevorzugt sind anionische und nichtionische Emulgiermittel, z. B. ein Gemisch aus einem Salz einer Alkylbenzolsulfonsäure, wie Calciumdodecylbenzolsulfonat, mit einem Äthylenoxydalkylphenolkondensat oder ein Salz eines Alkylphenyläthersulfats, wie Ammoniumalkylphenoläthersulfat, sulfatiertes Rizinusöl und Triäthanolamin. Selbstverständlich sind nicht toxische und die Wirkung nicht beeinträchtigende Mittel erforderlich. Die Lösungsmittel dürfen nicht toxisch ■ sein und die Wirkung nicht beeinträchtigen, z. B. nicht flüchtige, aromatische Kohlenwasserstofffraktionen mit hohem Siedepunkt, z. B. schweres aromatisches Lösungsmittel, und gemischte Methylnaphthalinfraktionen auf Kohlebasis. Ebenso können den vorerwähnten Kohlenwasserstoffen beispielsweise Isophoron oder Cyclohexanon in kleineren Anteilen zugemischt werden.
Schafbäderzubereitungen, wie sie oben beschrieben wurden, enthalten ebenso einen Bakteriostaten, um die Infektion der Schafe durch Bakterien, besonders Erysipelothrix rhusiopathiae, zu verhindern.
Für dispergierbare Pulver wird Kupfersulfat häufig verwendet. Für mischbare Flüssigkeiten sind öllösliche Kupfer- oder Zinksalze geeignet, z. B. Kupferoder Zinknaphthenat.
Bevorzugte Zubereitungen der Erfindung sind die voranstehend beschriebenen mischbaren Flüssigkeiten, in welchen die Lösungsmittel gänzlich oder teilweise aus hochsiedenden Teersäuren bestehen. Es wurde gefunden, daß es bei Verwendung hochsiedender Teersäuren (nämlich Gemische hochsiedender Phenole, hauptsächlich erhalten aus der mittleren oder den Carbolölfraktionen der Kohlenteerdestillation) möglich ist, mischbare Flüssigkeiten, welche 3,5 - Di - tert. - butylphenyl - N - methylcarbamat mit einer Konzentration von 20% Gew./Vol. enthalten, herzustellen, welche bei der Lagerung bei niederen Temperaturen stabil sind. Ein besonderes geeignetes Gemisch hochsiedender Teersäuren ist eine leicht bernsteingefärbte Flüssigkeit mit einer Dichte von 1,021 g/ml bei 150C und einem Siedebereich von 230 bis 2800C.
Die bevorzugten mischbaren Flüssigkeiten enthalten vorzugsweise neben hochsiedenden Teersäuren noch mit Wasser nicht mischbare organische, flüssige Verdünnungsmittel, insbesondere mit einem spezifischen Gewicht von nahe bei 1,0 und einem Siedepunkt von über 2000C, beispielsweise Paraffinöle mit einer Dichte von etwa 1,0 g/ml und einem Siedepunkt über 2000C, z. B. Spindelöl der Dichte 0,86 bis 0,92 g/ml mit einem Siedebereich von etwa 315 bis 3800C, insbesondere in einer Konzentration bis zu 50 Volumprozent.
Besonders bevorzugt ist die Verwendung eines Lösungsmittelsystems, welches ungefähr 83 Volumprozent hochsiedende Teersäuren und ungefähr 17 Volumprozent Spindelöl enthält (diese Prozentsätze stellen den Konzentratiohsprozentsatz jedes Bestandteils, bezogen auf das Lösungsmittelsystem, dar und nicht den Konzentrationsprozentsatz, be-
zogen auf das Gesamtvolumen der mischbaren Flüssigkeit).
Die hochsiedenden Teersäuren haben zusätzlich zu ihrer Funktion als Lösungsmittel noch eine Funktion als Bakteriostatika in den verdünnten Bädern, und die Schafbäderzubereitungen dieses Typs benötigen daher keine Beimischung anderer Bakteriostatika.
Die Schafbäderzubereitungen der vorliegenden Erfindung können zusätzlich noch Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten. So kann beispielsweise Benzolhexachlorid zur Kontrolle von Schafräude (Psorptes communis ovis) enthalten sein.
Die Konzentration von 3,5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat in dem verdünnten Bad oder Sprühmittel hängt von einer Anzahl von Faktoren ab, einschließlich der Größe des Bades, der Zahl der badenden Schafe, der ausgewählten Technik des Vollfüllens usw., wird aber normalerweise 0,005 bis 0,5%, vorzugsweise ungefähr 0,01 bis 0,1%, sein.
Die neue Verbindung 3,5-Di-tert.-butylpheriyl-N-carbamat (Schmelzpunkt 100 bis 1020C nach Umkristallisation aus wäßrigem Alkohol und nachfolgend aus Petroläther [Siedepunkt 60 bis 8O0C]; Elementaranalyse: gefunden: C 73,1, H 9,7%; berechnet: C 73,0, H 9,5%) kann nach bekannten Verfahren zur Herstellung von Estern der N-Methylcarbamidsäure und Phenol oder substituierten Phenolen gewonnen werden.
Typische Verfahren sind folgende:
1. Die Umsetzung von 3,5-Di-tert.-butylphenylhalogenformiat, z. B. den Chloroformiat mit Methylamin. Halogenformiat wird herkömmlicherweise in situ durch Reaktion in einem inerten Lösungsmittel von dem Phenol und Phosgen in Gegenwart eines Säurebindemittels, wie einer tertiären Base, z. B. N,N-Dimethylanilin, Pyridin, hergestellt.
2. Umsetzung von 3,5-Di-tert.-butylphenol mit Methylisocyanat.
3. Umsetzung eines Kohlensäureesters der allgemeinen Formel I
t-Butyl
t-Butyl
35
40
45
CO — OR (I)
in der R einen Kohlenwasserstoffrest, vorzugsweise niedrigmolekulares Alkyl, darstellt, mit Methylamin.
4. Umsetzung von 3,5-Di-tert.-butylphenol mit einem N-Methylcarbamoyl-halogenid, z. B. dem Chlorid.
5. Umsetzung von 3,5-Di-tert.-butylphenol mit einem anderen Ester, vorzugsweise einem niederen Alkylester, der N-Methylcarbamidsäure.
6. Methylierung von 3,5-Di-tert-butylphenylcarbamat.
Bevorzugte Verfahren sind 1, 2 und 4.
Wirksamkeit
3,5 - Di - tert. - buty lphenyl - N - methylcarbamat tötet Schafschmeißfliegenlarven bei geringerer Konzentration als die vergleichbaren Insektizide 3,5-Dimethylphenyl-N-methylcarbamat, a-Naphthyl-N-methylcarbarriat und Dieldrin; 3,5-Diisopropylphenyl-N-methylcarbamat tötet zwar Schafschmeißfliegenlarven bei einer ähnlichen Konzentration wie 3,5-Ditert. - butylphenyl - N - methylcarbamat, doch kann ersteres wegen seiner um ein Vielfaches größeren Toxizität gegenüber Säugetieren nicht für eine Schafbadezubereitung verwendet werden. Hierzu kommt, daß der Wirkstoff der Erfindung im Schafvlies 12 Wochen seine hohe Wirksamkeit beibehält, wohingegen die N-Methylcarbamidsäureester der Phenole mit den Substituenten 2-Äthyl-, 2-Allyl-, 2-Isopropyl-, 2-sek.-Butyl-, 2-Isobutyl-, 3-tert.-Butyl-, 2-(Cyclopent-2-emyl)-, 2-Cyclohexyl-, 2-Cyclohexyl-4-methyl-, 2,3 - Dimethyl-, 2-Isopropyl-5-methyl-, 5-Isopropyl-2-methyl-, 2,3,5-Trimethyl-, 2-Methoxy-, 2-Äthoxy-, 3,5-Dimethoxy-, 2-Methylthio- und 2-Isopropylthio- wesentlich kürzer und höchstens 6 Wochen wirksam sind.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. 3,5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat der Formel
(CH3);
2. Verwendung von 3,5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat als Insektizid.
DEB75125A 1963-01-29 1964-01-23 3, 5-Di-tert.-butylphenyl-N-methylcarbamat und seine Verwendung als Insektizid Pending DE1290129B (de)

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