-
Das Hauptpatent 1143 294 betrifft einen Garnzubringer für mehrsystemige
Rundstrickmaschinen, mit dem Garne den verschiedenen Systemen mit gleichbleibender,
dem Garnverbrauch entsprechender Geschwindigkeit schlupflos zuführbar sind, bei
dem für alle Systeme mit gleichem Garnverbrauch ein einziges, angetriebenes Zuführband
vorgesehen ist, das durch Rollen auf einer um die Achse des Nadelzylinders umlaufenden
Bahn geführt ist, bei dem jedem System Garnführungen zugeordnet sind, die das für
das jeweilige System vorgesehene Garn im wesentlichen in Längsrichtung des Bandes
zwischen den aneinanderliegenden Flächen des Bandes und einer Rolle führen, und
beidem das Zuführband in Form einer Schleife um eine von der Maschine angetriebene
Scheibe geführt ist.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine vorteilhafte Verbesserung
und Weiterbildung des Gegenstandes des Hauptpatentes dahingehend zu erreichen, daß
die Einstellung verschiedener Geschwindigkeiten des Zuführbandes auf einfache und
billige Weise möglich ist.
-
Es ist bereits ein Garnzubringer der obengenannten Art bekannt, bei
dem die Fördergeschwindigkeit des Garnes durch ein der Antriebsscheibe für das Zuführband
vorgeschaltetes, stufenloses Getriebe verändert werden kann. Die Anwendung eines
solchen stufenlosen Getriebes für den Garnzubringer ist sehr unzweckmäßig, da einerseits
die bekannten stufenlosen Getriebe sehr kostspielig sind und verhältnismäßig viel
Raum einnehmen und andererseits alle bisher bekannten stufenlosen Getriebe nicht
die Einstellung eines vollständig konstanten Übersetzungsverhältnisses ermöglichen.
Das eingestellte übersetzungsverhältnis, dem eine bestimmte Maschengröße entspricht,
ändert sich somit bei den bekannten stufenlosen Getrieben immer um einen geringen
Betrag, wodurch sich die Garnförderung während des Strickens unkontrollierbar verändert,
was zu einer Ware mit verschieden großen Maschen, also verschiedener Qualität führt.
-
Die zuvor genannte Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
daß die Antriebsscheibe in an sich bekannter Weise aus radial verstellbaren Teilkörpern
zusammengesetzt ist, die zwischen zwei gegeneinander drehbaren und mit der Antriebswelle
fest verbindbaren Scheiben angeordnet sind, die zur Bildung von über den gemeinsamen
Umfang der Teilkörper vorstehenden Rändern größere Durchmesser haben als der größte
von den Teilkörpern gebildete, gemeinsame Umfang und von denen die eine radiale
und die andere spiralförmige Führungen für die Teilkörper aufweist.
-
Durch diese Maßnahme wird eine sehr billige, einfache und raumsparende
Möglichkeit geschaffen, eine ganz bestimmte, während des ganzen Strickens immer
konstant bleibende Bandgeschwindigkeit einzustellen, was für die gleichbleibende
Qualität der gestrickten Ware von großer Wichtigkeit ist.
-
Es ist zwar bekannt, zur stufenlosen Steuerung der Geschwindigkeit
eines umlaufenden Transmissionsriemens eine im Durchmesser verstellbare Riemenscheibe
vorzusehen, bei der radial verstellbare Teilkörper, die den Transmissionsriemen
tragen, in zwei gegeneinander verdrehbaren Scheiben geführt sind, von denen die
eine radiale, die andere spiralförmige Führungsnuten aufweist. Dem Fachmann lag
damit jedoch in keiner Weise nahe, eine solche Riemen-Scheibe als Antriebsscheibe
für das im Vergleich zu einem Transmissionsriemen schmäle ' Zuführband eines Garnzubringers
für mehrsystemige Strickmaschinen zu verwenden, zumal die die Lauffläche der Riemenscheibe
bildenden Teilkörper eine ballige Oberfläche aufweisen, die eine seitliche Führung
des schmalen Zuführbandes unmöglich macht. Würde man diesen Nachteil der Riemenscheibe
dadurch zu umgehen versuchen, daß man seitliche Führungen an den einzelnen Teilkörpern
vorsieht, dann hätte das weitere Nachteile zur Folge. Die seitliche Führung des
Zuführbandes wäre nämlich nur in der Stellung der Teilkörper ununterbrochen gewährleistet,
in der ihre bogenförmigen Oberflächen eine geschlossene Lauffläche bildeten. Mit
zunehmender, radialer Verschiebung nach außen würden außer der wachsenden Neigung
der Teilkörper zum Kippen infolge der geringer werdenden Führung durch die seitlichen
Scheiben die Zwischenräume zwischen den Teilkörpern immer größer, was vor allem
den Nachteil hätte, daß ihre seitlichen Führungen nicht mehr geschlossen ineinander
übergingen. Durch eine solche Unterbrechung der-sehlichen Führungen könnten aber
für das Zuführband schädliche Vibrationen nicht mehr ausgeschlossen werden. Durch
die stetige Berührung mit den Außenkanten der vibrierenden Teilkörper würden die
Kanten des Zuführbandes stark in Mitleidenschaft gezogen und schnell verschleißen.
-
Da die beiden Führungen der Antriebsscheibe gemäß der Erfindung zur
radialen Verstellung der Teilkörper im wesentlichen nahezu senkrecht zueinander
stehen, sind besondere Arretiernngsmittel nicht erforderlich. Bei einem besonders
vorteilhaften Ausführungsbeispiel genügt es bereits, daß die beiden Scheiben durch
eine auf der Radwelle angeordnete Mutter zusammengehalten werden.
-
Um den durch die gegenseitige Winkelstellung der beiden Scheiben zueinander
eingestellten wirksamen Raddurchmesser leicht ablesen zu können, kann ein weiteres,
vorteilhaftes Ausführungsbeispiel so ausgebildet sein, daß am Umfang der einen Scheibe
eine dem Durchmesser des durch die Teilkörper gebildeten, wirksamen Radumfanges
entsprechende Teilung und an der anderen Scheibe eine Markierung zum Ablesen des
eingestellten Durchmessers vorgesehen sind.
-
Eine andere Möglichkeit des Ablesens besteht bei einem weiteren, vorteilhaften
Ausführungsbeispiel darin, daß zum Anzeigen des Durchmessers des durch die Teilkörper
gebildeten, wirksamen Radumfanges in einer Scheibe ein radialer Schlitz mit .einer
Teilung vorgesehen ist. Durch diesen Schlitz kann man unmittelbar den Radumfang
beobachten und den Durchmesser an der Teilung ablesen.
-
Die Erfindung ist, in der folgenden Beschreibung eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels im einzelnen erläutert. Es zeigen F i g. 1 und
2 eine schematisch vereinfachte Seitenansicht bzw. Draufsicht des oberen Teiles
einer Strickmaschine mit einem Garnzubringer gemäß der Erfindung, F i g. 3 eine
Draufsicht des Antriebsrades des Garnzubringers der Maschine nach F i g. 1 und 2
in größerer Darstellung, bei der die dem Beschauer zugekehrte Scheibe abgebrochen
dargestellt ist, F i g. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in F i g. 3.
Die
auf der Zeichnung in F i g. 1 und 2 dargestellte Rundstrickmaschine weist zwölf
Systeme auf. Ein Maschinengestell 1 mit einem Nadelzylinder 2 trägt einen aus zwölf
Armen 3 bestehenden Halter für Garnspulen 4. Zentral dazu ist auf dem Maschinengestell
1 ein Ständer 5 angebracht, der mittels Stäben 6 eine mit radialen Armen
7' versehene Platte 7
trägt, die ihrerseits auf Stäben 8 einen Ring
9 trägt. Auf von den Armen der Platte 7 lotrecht nach unten gerichteten Achsen 10
sind mit Seitenführungen versehene Rollen 11 drehbar gelagert, deren Anzahl mit
der Anzahl der Garnspulen 4 übereinstimmt. Diese Rollen 11 führen zwischen ihren
Seitenführungen ein endloses Zuführband 12 auf einer um die Achse 2' des Nadelzylinders
2 umlaufenden Bahn. Zum Antrieb des Zuführbandes 12 ist ein zur Zylinderachse 2'
koaxiales Antriebsrad 13 vorgesehen, um das das Zuführband 12 in Form einer Schleife
13' herumgeführt ist. Das Antriebsrad 13 ist an dem oberen Ende einer in dem Ständer
5 drehbar gelagerten Welle 14 befestigt, die mittels Kettenrädern 15 und 16 über
eine Kette 17 von der Strickmaschine angetrieben wird, so daß das Band in der mit
den Pfeilen 18 angedeuteten Richtung umläuft.
-
Innerhalb des vom Band 12 umschlossenen Raumes sind beidseits
jeder Rolle 11 Drahtösen 19, 20 oder ähnliche Führungsorgane angebracht, was in
den F i g. 1 und 2 bei einer Rolle veranschaulicht ist. Durch die Drahtösen 19,
20 wird das Garn 21 bei jeder Spule 4 so geführt, daß es zwischen dem Band
und der Mantelfläche der Rolle 11 in Umfangsrichtung der Rolle läuft. Nachdem das
Garn 21 von dem Garnzubringer gefördert worden ist, wird es über den Ring 9 oder
über an diesem befestigte Haken abwärts dem Nadelzylinder 2 zugeführt.
-
Das in F i g. 3 und 4 dargestellte Antriebsrad 13
weist zwei
gegeneinander drehbare und feststellbare koaxial auf der Antriebswelle 14 angeordnete
Scheiben 22 und 23 auf, die auf den einander zugekehrten Innenflächen radiale Führungen
24 bzw. eine spiralenförmige Führung 25 aufweisen. Hierbei ist die die radialen
Führungen 24 aufweisende Scheibe 22 fest mit der Welle 14 verbunden, während die
Scheibe 23 drehbar auf einem verjüngten Zapfen 14' der Welle 14 angeordnet ist.
Zwischen den beiden Scheiben 22 und 23 sind kreissektorartige Teilkörper 26 angeordnet.
Jeder Teilkörper 26 weist auf seiner der Scheibe 22 mit den radialen Führungen
24 zugekehrten Seite einen radial gerichteten Steg 27 und auf seiner der
mit der spiralförmigen Führung 25 versehenen Scheibe 23 zugekehrten Seite einen
Zapfen 28 auf. Der Steg 27 und der Zapfen 28 sind für den Eingriff in eine radiale
24 bzw. die spiralförmige Führung 25 vorgesehen. Die Teilkörper 26 sind alle vollständig
gleich ausgebildet. Lediglich die Zapfen 28 sind bei den verschiedenen Teilkörpern
26 in verschiedenem Abstand von der der Radmitte zugekehrten Spitze eines jeden
Teilkörpers 26 angeordnet, und zwar so, daß, wenn die Teilkörper 26 in einer richtigen
Reihenfolge zur Bildung einer kreisförmigen Scheibe nebeneinander angordnet werden,
die Zapfen längs einer spiralförmigen Linie angeordnet sind, die der spiralförmigen
Führung 25 genau entspricht. Bei entsprechender Ausbildung der spiralförmigen Führung
25 und bei richtiger Anordnung der Teilkörper 26 können daher diese mit in
die spiralförmige Führung 25 eingreifenden Zapfen 28 so angeordnet werden,
daß ihre den Spitzen abgekehrten, vorzugsweise zylindrischen Außenflächen 26' im
wesentlichen längs einer Kreislinie verlaufen. Wenn nun gleichzeitig die Stege 27
in die radialen Führungen 24 eingreifen, dann werden die Teilkörper 26 durch diesen
Eingriff immer in der in F i g. 3 dargestellten Winkellage gehalten und können sich
lediglich radial längs der Scheibe 22
verschieben, wenn die Scheibe 23 gegenüber
der Scheibe 22 gedreht wird, so daß die Zapfen 28 in andere Bereiche der spiralförmigen
Führung 25 gelangen. Zum Zusammenhalten des ganzen Antriebsrades 13 ist das Ende
des Zapfens 14' mit einem Gewinde 29 versehen, auf das eine Mutter in Form einer
Rändelschraubenmutter 31 aufgeschraubt ist.
-
Damit das Zuführband 12 sich über einen möglichst großen Bereich des
durch die Außenfläche 26' der Teilkörper 26 gebildeten wirksamen Außenumfanges 13'
legt, sind zwei Rollen 32 und 33 vorgesehen (F i g. 2) durch die die beiden Trums
des Zuführbandes 12 in unmittelbarer Nähe von Antriebsrad 13 nahe aneinandergeführt
werden. Um die Fördergeschwindigkeit des Garnzubringers bei der Umlenkung des Zuführbandes
12 zum Antriebsrad 13 nicht an den beiden letzten Antriebsrollen 11' und 11" dadurch
zu verändern, daß das Zuführband 12 über einen größeren Bereich am Umfang der Rollen
11' und 11" anliegt, sind noch zwei weitere Umlenkrollen 34 und 35 vorgesehen, um
die das Zuführband 12 zu den Rollen 32 bzw. 33 umgelenkt wird.
-
Um für alle Durchmesser des durch die Außenflächen 26' gebildeten
wirksamen Umfanges 13' des Antriebsrades 13 eine im wesentlichen gleichbleibende
Spannung für das Zuführband 12 zu gewährleisten, ist an einem um eine Achse
36 schwenkbaren Arm 37 eine Spannrolle 38 vorgesehen (F i g. 2), der das Zuführband
um den Rollen 34 und 35 entsprechende Umlenkrollen 34' und 35' zugeführt wird. Durch
die Kraft einer Feder 39, die am Arm 37 angreift und bestrebt ist,
diesen gegen den Uhrzeigersinn zu schwenken, wird das Zuführband 12 unter einer
Spannung gehalten. Beim Vergrößern des Durchmessers des wirksamen Umfanges 13' kann
die Rolle 38 sich in F i g. 1 nach oben bewegen, so daß dadurch die Spannung des
Zuführbandes 12 im wesentlichen konstant gehalten wird. Die Umfangsflächen aller
erwähnten Rollen sind durch dicht nebeneinanderliegende fensterartige Aussparungen
unterbrochen, durch die Flaum, klebrige Fasern und Wachs entweichen können.
-
Beim Zusammenbau des Antriebsrades 13 werden zunächst die Teilkörper
26 auf die waagerecht gestellte Scheibe 22 so aufgesetzt, daß die Stege 27 in die
radialen Führungen 24 eingreifen. Hierbei wird die Reihenfolge der Teilkörper 26
so gewählt, daß die Zapfen 28 längs einer Spirallinie angeordnet sind. Vorzugsweise
ordnet man die Teilkörper 26 hierbei so an, daß sie sich mit ihren seitlichen Flächen
berühren. Dann wird die Scheibe 23 so auf den Zapfen 14' aufgesetzt, daß die Zapfen
28 in die spiralförmige Führung 25 eingreifen. Dreht man nun die Scheibe 23 in F
i g. 2 im Gegenzeigersinn, dann werden dadurch die Teilkörper 26 radial nach außen
verschoben. Man kann auf diese Weise den wirksamen durch die Außenkante 26' definierten
Umfang des Antriebsrades 13 in den durch die spiralförmige Führung 25 gegebenen
Grenzen beliebig einstellen. Ist der gewünschte wirksame Radumfang eingestellt,
dann wird die Rändelschraubenmutter 31 auf das Gewinde 29
aufgeschraubt,
so daß dadurch die Teilkörper 26
zwischen den Scheiben
22 und 23 festgeklemmt werden. Hierbei genügt ein nur leichter Druck,
da durch die selbsthemmende Wirkung der spiralförmigen Führung ein selbsttätiges
Verstellen der Teilkörper 26 nicht zu befürchten ist.
-
Um möglichst leicht den wirksamen Durchmesser des eingestellten Antriebsrades
13 ablesen zu können, ist auf dem Umfang 23' der Scheibe 23 eine in der Zeichnung
nicht dargestellte Teilung vorgesehen. Auf dem Umfang 22' der Scheibe 22 ist eine
dieser Teilung gegenüberliegende, in der Zeichnung ebenfalls nicht dargestellte
Markierung angeordnet. Liest man nun die der Markierung auf dem Umfang 22' gegenüberliegende
Teilung auf dem Umfang 23' ab, dann kann man sofort den eingestellten wirksamen
Durchmesser des Antriebsrades 13 ablesen.
-
Da bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel für die ganze Verstellung
der Teilkörper 26 eine Umdrehung von mehr als 360° erforderlich ist, kann die Scheibe
23 aus einem durchsichtigen Werkstoff bestehen, so daß die Lage der Teilkörper 26
immer an einer radialen Teilung abgelesen werden kann, die den Durchmesser des wirksamen
Umfanges größenordnungsmäßig angibt. Man kann aber auch in der Scheibe 23 einen
radialen Schlitz mit einer Teilung vorsehen, durch den man die Stellung der Teilkörper
26 ablesen kann.
-
Um das Zuführband 12 zu entspannen, um dadurch die zwangläufige Garnzuführung
abzuschalten, wenn dieses erwünscht ist, muß man nur den Arm 37 gegen die Kraft
der Feder 39 im Uhrzeigersinn schwenken. Um nun das Band in diesem entspannten Zustand
zu halten, kann an dem dem Arm 37 benachbarten Arm 7' eine Feststellvorrichtung
vorgesehen sein, durch die der Arm 37 in dieser Stellung gehalten werden kann.
-
Bei einem abgeänderten Ausführungsbeispiel können an Stelle eines
Zuführbandes zwei oder mehrere Zuführbänder vorgesehen sein. Dieses ermöglicht es,
für verschiedene Garne verschiedene Zuführbänder mit verschiedenen Fördergeschwindigkeiten
vorzusehen, so daß dadurch besondere Strickarten gestrickt werden können. So kann
z. B. mit zwei Zuführbändern die unter der Bezeichnung »Wewenit« bekannte Strickart
gestrickt werden, bei der zwei verschiedene Garne ihren Systemen mit verschiedenen
Geschwindigkeiten zugeführt werden müssen.