DE128124C - Verfahren zur Gewinnung entfärbten Eiweisses - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung entfärbten Eiweisses

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DE128124C
DE128124C DE1900128124D DE128124DA DE128124C DE 128124 C DE128124 C DE 128124C DE 1900128124 D DE1900128124 D DE 1900128124D DE 128124D A DE128124D A DE 128124DA DE 128124 C DE128124 C DE 128124C
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Application number
DE1900128124D
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Inventor
Wilhelm Holtschmidt
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23JPROTEIN COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS; WORKING-UP PROTEINS FOR FOODSTUFFS; PHOSPHATIDE COMPOSITIONS FOR FOODSTUFFS
    • A23J1/00Obtaining protein compositions for foodstuffs; Bulk opening of eggs and separation of yolks from whites

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  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Meat, Egg Or Seafood Products (AREA)
  • Medicines Containing Material From Animals Or Micro-Organisms (AREA)

Description

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KAISERLICHES
^ PATENTAMT.
■,;": Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur: möglichst nutzbringenden Gewinnung von farblosem Eiweifs, sowohl für Nährzwecke als auch für den technischen Grofsb'elricb. ':
Das ältesle bekannte Verfahren war das von Cosineru (Patentschrift63353, KI. 12), wo durch eine mühsame und .kostspielige. Extraction zunächst der gröfste Th ei Γ der färbenden, schmeckenden und. riechenden Unreinigkciten der Ausgangsstoffe beseitigt und dann das er- . haltene heller gcfa'fble Zwischenprodu.ct durch oxydirende .Mittel .weiter entfärbt wurde. Das Verfahren !latte, abgesehen von seiner Kostspieligkeit, den Mangel, dais- trotz des Verbrauchs grofser Mengen von Extractionsmitteln sowie oxydirenden Agentien eine vollständige Entfärbung der Producte nicht erzielt, werden konnte. Es war dann F i η k 1 e r (Patentschriften 93042, Kl. 12, und. .10353S, ■ Kl. 53) vorbehalten, das Verfahren von Cpsine.ru zu vereinfachen und zu verbessern; nach diesem Verfahren, werden die unliebsamen Nebenbestand- ■ (heile der eiweifshaltigen Ausgangsstoffe durch.. Oxydationsmittel unter Anwendung höherer Temperatur bezw.. Siedehitze zerstört. Bei ' niederer Temperatur konnte nach diesen Verfahren jedoch eine zur. vollkommenen Entfärbung des Ausgangsmalerials hinreichende. Einwirkung nicht erzielt werden. ; ... , '■■:.'..."-_ ·■ Gemäfs vorliegender .Erfindung hingegen Avird die Anwendung. von Wärme ganz ver-:
. micden,: indem es nach derselben gelingt, ohne. \Värme. durch. Säuren oder Laugen yon ge-.
eigneter Stärke das Ausgangsmatcrial, ohne dasselbe erst zu lösen,'so tiefgehend zu verändern und für die nun folgende Oxydation, welche dann, wie bekannt, entweder in.kaltem . .oder lauwarmem Zustande erfolgt/ so willfährig, zu machen, dafs selbst oxydirende Mittel, welche ohne Anwendung von Wärme bisher nur bis zu einem gewissen Grade einzuwirkend vermochten,: nunmehr in ausgiebigste Reaction treten. Ein Aufweichen mit Säuren führt nach gemachten Beobachtungen jedoch bei vielen, namentlich scharf getrockneten Ausgangsmate-. rialien noch nicht zur vollständigen Entfärbung bezw. zur vollkommenen Beseitigung unlieb-, samer Nebenbestahdtheile; dies ist nach dem Aufweichen mit Laugen mit Leichtigkeit; zu erreichen. Während z. B. getrocknetes Blut-V mehl bezw. dessen rothbraune Farbe so widerstandsfähig ist, dafs es ohne die vorgeschlagene Vorbehandlung durch oxydirende. Mittel erst bei. andauerndem Kochen vollständig entfärbt, werden kann, wird nach vorhergegangenem ■Aufweichen mit einer etwa 10 proc. Natron- ' lauge selbst hier eine vollkommene Entfärbung, unter Ausschlüfs jeder künstlichen Erwärmung bereits erreicht. Die Stärke der zur Aufweichung dienenden Säuren und Basen richtet, sich naturgemäfs nach der Beschaffenheit des Aüsgangsmaterials und- ist am besten jedesmal, durch einen Voryersuch erst festzustellen. ; :: Die vorliegende Erfindung erspart .somit die; Anwendung von Wärme,1 des-, (heuersten Jl.e- ·.'■ agens, welches' die.Technik überhaupt ./'kennt.' ':-
;■/■■/ · ;·:::: V.'■·.,■■.■■ ■ ■' ιζ% Die besondere Ausführung des Verfahrens mag an einigen Beispielen naher gezeigt werden:
i. ioo g Fischmehl oder dergl. werden mit einer etwa 2oproc. Schwefelsäure übergössen und einige Zeit unter öfterem.'Durchkneten stehen gelassen, bis das Rohmaterial mit der Säure vollständig durchtränkt ist. Alsdann fügt man eine zur Oxydation erforderliche Menge Kaliumpermanganat in etwa 6proc. wässeriger Lösung unter stetem Umrühren hinzu. Der Ver-/ brauch des Oxydationsmittels richtet sich .natürlich nach dem Grade der Verunreinigung des· Ausgangsmaterials. Für jedes Gramm des zu verbrauchenden Permangänais mufs etwa ι g cone.! //,SO1 in der Reactionsflüssigkeit enthalten sein, doch erscheint ein gröfserer Ueberschufs" von Säure rathsam, zumal sich etwaige Verluste, weiche durch einen zu grofsen Ueberschufs Säure entstehen können, durch Abstumpfen der Reactionsflüssigkeit nach der Reaction mittelst Alkali riiit Leichtigkeit verhindern lassen. Nach Zusatz 'des· Permanganate'" wird das . Reactionsprdduct unter öfterem Umrühren einige Zeit stehen gelassen und sodann durch Reductionsmittel in bekannter. Weise
, entfärbt. ·.''.·';■ ■ " " ' ■' '' ■' ·.·■
2..ViOOg' Blutmehl (oder coagulirtes Blut, Fleischmehl, Fleisch oder dergl.) werden mit etwa ioproc. Natronlauge (i 5° Be.) übergössen (statt der Natronlauge könnte natürlich ebenso-, gut auch Kalilauge, etwa 5 ρ roe. Ammoniak oder als Laugen wirkende Salzlösungen, ebenfalls unter. Ausschlufs von Wärme, Verwendung finden) und bei öfterem Umrühren längere ■ Zeit/stehen gelassen. Das Material wird alsdann von den verschiedensten Oxydations-. mitteln bereits in der Kälte angegriffen, vväh-
, rend es ohne, solche Vorbehandlung unter Ausschlufs künstlicher Wärme wohl nie vollständig würde entfärbt werden können. Bei Anwendung von Kaliumpermanganat in Verbindung mit Schwefelsäure als Oxydationsmittel würde man für 100 g Blutmehl zur Erzielung eines für Genufszwecke geeigneten P.roductes bis ,15 g des oxydirenden Agens gebrauchen, doch kann man sich, wie bereits erwähnt, auch anderer Oxydationsmittel bedienen, so z. B. des Kaliumchlorats in Verbindung mit Salzsäure,
'■. von welchem Agens man für den'. gleichen Fall etwa 10 g brauchen würde und welches ebenso wie das Kaliumpermanganat sich als höchst geeignet erweist. Man kann nach vorhergegangenem Aufweichen mit Lauge alle Mittel benutzen, deren Anwendung in kaltem oder . lauwarmem Zustande nichts im Wege steht; ohne diese Vorbehandlung hingegen ist eine vollständige Entfärbung unter Ausschlufs 'der Siedetemperatur nahezu unmöglich. So ist nach der Patentschrift. 103538,/Kl. 53, eine vollständige Entfärbung von Blutpulver·.., nur durch andauerndes Sieden vermittelst Clilorat und Salzsäure zu ■ erreichen, während, nach'· vorliegender Erfindung dieses unter Ausschlufs jedweder künstlichen Erwärmung durch Vor- " behandeln mit Natronlauge glatt erreicht wird.
Ueber Einwirkung von Lösungen von Säuren. und Alkalien auf eiweifshaltiges Material finden sich auch in der englischen Pateritschrift 5749 vom-Jahre 1896 Angaben. ' Das in dieser Pa-/ tentschrift beschriebene' Verfahren steht jedoch zu dem vorliegenden, in. keinerlei Beziehung. Erstens dienen die daselbst angewendeten Lösungen von Säuren oder Alkalien nicht wie bei vorliegendem Verfahren zum Aufweichen,, sondern, blos zum Extrahiren des Ausgangs-: materials von Leim, leimgebenden Substanzen": und Fett. Ferner werden die daselbst ange- : wendeten Säuren oder Alkalien im Gegensatz, zu vorliegendem Verfahren nur in so geringer Verdünnung angewendet, dafs eine Einwirkung auf.das Eiweifs selbst überhaupt nicht erfolgt. Daher mufs denn ,auch die dieser Extraction folgende Oxydation bezw. Reduction immer bei einer höheren Temperatur, meist sogar bei Siedehitze vorgenommen werden, während vorliegendes Verfahren ganz . unter Ausschlufs künstlicher Erwärmung ausgeführt werden kann.',
Die Reaction endlich vollzieht 'sich, nach dem aus der englischen Patentschrift bekannten Verfahren innerhalb kurzer Zeit (bei Siedehitze), während diese nach dem vorliegenden Ver-. fahren im Gegentheil recht lange Zeit in Anspruch nimmt. Selbst nach mehrstündigem Einwirken ist eine Reaction noch'kaum zu bemerken, doch tritt dieselbe, entgegen allem Anschein, dennoch zuletzt^ zumeist erst nach Tagen,: sicher und in vollkommenster Weise ein. Ein Rührwerk ist zur Abkürzung der. 'Reactionsdauer nützlich. Die längere Dauer der Reaction bei vorliegendem Verfahren ist weiter kein Nachtheil, weil man die Reaction-\ bei Ausschlufs künstlicher Erwärmung in einem . hermetisch verschlossenen Gefafse vornehmen kann, so dafs flüchtige Stoffe, wie z. B. frei-., gemachtes Chlor, für die Reaction nicht verloren gehen. .: , . '-.:
Es sei noch bemerkt, dafs sich in der englischen Patentschrift 5749 vom Jahre 1896 auch Angaben finden, wonach der Zusatz von; Säuren oder Alkalien ζ ir Blut gewisse Re-. actiohen ausübt. Jedoch sind, diese Reaclionen,; wie dort gleichfalls erwähnt wird, von keinem praktischen Werth und ■.'.ungeeignet, ohne weitere Anwendung von Oxydationsmitteln zu . technisch brauchbaren Producten zu führen. Auch kann man sich selbst leicht überzeugen,: dafs der erwähnte Zusatz von Phosphorsäure, .. phpsphoriger Säure und schwefliger. Säure zu Blut ohne. Anwendung von Hitze so gut wie >■ gar keine Wirkung ausübt; bei. allen '"Alkalien/;·.
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sowie allen übrigen Säuren ist nach jener englischen Patentschrift längeres Sieden ga
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Gegensatz zur vorliegenden Erfindung erforderlich. Alle jene Reactionen beziehen sich dort lediglich auf Blut,", also auf ein flüssiges Aus-, gangsmaterial, ■ bei welchem naturgema'fs von einem Aufweichen nicht die Rede sein kann, und können dieselben schon aus diesem Grunde mit dem- vorliegenden Aufweichverfahren - ei-. ·': weifshaltiger Ausgangsstoffe in keinen Vergleich gestellt werden. ..-■.: :--i -V:^:; ■■■■.;:■:■

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch-:
    Verfahren zur Gewinnung
    entfärbten Ei-
    weifses, dadurch. gekennzeichnet, dafs die eiweifshaltigen Materialien zunächst mittels Säuren oder Alkalien bezw. als solche wirkenden Salzen von* geeigneter Stärke, am besten unter Ausschlufs künstlicher Erwärmung, aufgeweicht und erst dann in: bekannter Weise mit Oxydations- und Reductionsmitteln in kaltem oder lauwarmem. Zustande, behandelt werden. ■ .; ■-:.
    i fs n. :h
    ist in
DE1900128124D 1900-02-07 1900-02-07 Verfahren zur Gewinnung entfärbten Eiweisses Expired DE128124C (de)

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