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Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Stoß-an-Stoß-Verbinden
von Bahnen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Stoß-an-Stoß-Verbinden
von Bahnen, bei dem die ablaufende Bahn zur Verbindung stillgesetzt wird und die
Stoßverbindungskanten der ablaufenden und der neuen Bahn geschnitten und ausgerichtet
und die Bahnenden durch Klebestreifen miteinander verbunden werden. Sie betrifft
weiterhin eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
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Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, bei denen das Ende der ablaufenden
Bahn und der Anfang der neuen Bahn übereinandergelegt und dann gemeinsam durchschnitten
werden, woraufhin das abgeschnittene Ende der ablaufenden Bahn sowie das abgeschnittene
Ende der neuen Bahn weggezogen und dann die beiden Bahnenden durch Andrücken von
Klebestreifen miteinander verbunden werden. Nachteilig ist hierbei insbesondere,
daß durch das Wegziehen der abgeschnittenen Bahnenden ein Verschieben der miteinander
zu verbindenden, aneinanderstoßenden Bahnenden möglich ist, wodurch sich beim Durchgehen
der Verbindungsstelle durch eine Auftragsmaschine erhebliche Schwierigkeiten ergeben.
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Zum Beispiel würde, wenn die Stoßkanten nicht eng anschließen, sondern
in Bezug aufeinander verschoben sind, beim Auftragen einer Barytschicht ein Lufteintritt
in die Flüssigkeit stattfinden, wodurch eine Schaumbildung eintreten kann, welches
zu einem Materialverlust führen kann.
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Außerdem sind diese bekannten Vorrichtungen verhältnismäßig kompliziert,
und die Herstellung schräger Stoßverbindungen ist mit Schwierigkeiten verbunden.
Da bei diesen Vorrichtungen die neue Bahn über die alte Bahn gezogen wird, ist eine
beträchtliche Unfallgefahr bei laufendem Band gegeben.
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Falls zum Einführen des Bandes die Maschine abgestellt werden muß,
stellt dieses einen erheblichen Zeitverlust dar.
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Bei einer weiteren bekannten Art einer Klebeverbindung zweier Bahnen
werden die ablaufende Bahn und die neue Bahn getrennt voneinander zugeschnitten.
Die Klebeverbindung beider Bahnenden wird jedoch durch eine Anzahl voneinander getrennter,
in Bahnrichtung verlaufender Klebestreifen vorgenommen. Da bei dieser Klebeverbindung
die Stoßstelle der Bahnen den nur teilweise von den Klebestreifen bedeckt ist, ist
der Anwendungsbereich dieser Verbindung beschränkt, da insbesondere bei zu beschichtenden
Bahnen ein derartiges Vorgehen nicht möglich ist. Weiterhin ist bei dieser bekannten
Klebeverbindung eine genaue Stoß-an-Stoß-Lage der Bahnenden nicht gewährleistet,
da die neue Bahn der ablaufenden Bahn unabhängig nachgeführt wird,
während die Klebestreifen
aufgebracht werden, so daß Zwischenräume zwischen den Bahnenden entstehen können
und ein glatter und stoßfreier Übergang nicht gegeben ist.
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Außerdem ist auch bereits eine Maschine zum Verbinden von Bahnenden
bekannt, bei der das Bahnende der neuen Bahn festgehalten und auf dieses Ende ein
Klebestreifen derart in Querrichtung aufgebracht wird, daß der Streifen über der
vorderen Kante des Bahnendes vorsteht. Dieses Bahnende mit dem Klebestreifen wird
auf die ablaufende Bahn in einer überlappten Verbindung aufgebracht, bevor das Ende
der ablaufenden Bahn die Stelle passiert, wo die Verbindung hergestellt werden soll.
Hierdurch wird kein glatter Übergang erzielt, und es besteht die Gefahr, daß das
Ende der neuen Bahn während des Aufbringens auf die ablaufende Bahn verschoben wird
und der Klebestreifen eine Dehnung erfährt bzw. beschädigt wird, da dieser auf die
sich bewegende ablaufende Bahn aufgebracht wird. Eine genaue Stoß-an-Stoß-Verbindung
der Bahnenden mit glattem Übergang ist bei dieser bekannten Maschine nicht möglich.
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Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, ein Verfahren der eingangs
genannten Gattung zu schaffen, bei dem die erwähnten Nachteile vermieden werden
und mit dem in einfacher Weise eine genaue und sichere Stoßverbindung mit glattem
Übergang einschließlich schräger Verbindungen sicher durchgeführt werden kann, wobei
durch Fortfall des Einführens des Endes der neuen Bahn über das Ende
der
ablaufenden Bahn eine hierauf beruhende Unfallgefahr vermieden wird.
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Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor, daß die ablaufende
Bahn durch einen bewegbaren Träger aus ihrer Ebene herausgeschwenkt und in dieser
Lage gehaltert wird, worauf ihre Stoßverbindungskante abgeschnitten wird, daß der
Anfang der neuen Bahn auf einen weiteren bewegbaren Träger, der auf der entgegengesetzten
Flächenseite der ablaufenden Bahn bezüglich des ersten Trägers im Abstand von dieser
angeordnet ist, aufgebracht und gehaltert wird, worauf die Stoßverbindungskante
der neuen Bahn auf diesem Träger abgeschnitten wird, daß an einer der Bahnenden
ein Klebestreifen derart angebracht wird, daß dieser über die Verbindungskante hinaus
vorsteht, und daß das andere Bahnende an dieses überstehende Klebestreifenstück
so angedrückt wird, daß die Stoßverbindungskanten ausgerichtet sind.
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Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist stets eine einwandfreie
und sichere Stoßverbindung mit glattem Übergang bei genau zueinander ausgerichteten
Bahnen gewährleistet.
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Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens kennzeichnet sich
erfindungsgemäß dadurch, daß der bewegbare Träger zum Schwenken und Haltern der
ablaufenden Bahn um eine parallel zur Bahnquerflächenrichtung angeordnete Achse
schwenkbar gelagert ist, daß ein feststehender Anschlagträger auf der entgegengesetzten
Bahnflächenseite bezüglich des schwenkbaren Trägers in dessen Schwenkebene so angeordnet
ist, daß die Bahn beim Schwenken des Trägers zwischen diesem und dem Anschlagträger
fest gehaltert ist, daß eine mit einem Messer versehene, an sich bekannte Schneideinrich
tung auf der dem schwenkbaren Träger entgegengesetzten Bahnflächenseite zum Träger
hin schwenkbar gelagert ist, daß der den Anfang der neuen Bahn halternde schwenkbare
Träger eine Halteeinrichtung für den Klebestreifen aufweist und diesem Träger eine
mit ihm in Eingriff bringbare Einrichtung zum Aufbringen des Bahnendes auf den Klebestreifen
zugeordnet ist, und daß Antriebsgestänge zum zwangläufigen Steuern der relativen
Bewegungen des Trägers, der Schneideinrichtung und des Trägers vorgesehen sind.
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Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Anschlagträger
an der dem Träger für die ablaufende Bahn zugekehrten Seite eine Einrichtung aufweist,
die bei Anlage des Trägers das Bahnende derart haltert, daß die Bahn bis zu ihrem
Ende unterstützt ist, jedoch auf der gegenüberliegenden Seite der Bahn am Ende ein
freier Streifen verbleibt. Die Einrichtung kann eine federbelastete Klemmleiste
aufweisen.
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Eine weitere Ausführungsform ist so ausgebildet, daß der Träger für
die ablaufende Bahn so ausgebildet und angeordnet ist, daß das Bahnende während
der Vereinigung mit der neuen Bahn feststeht, und daß der Träger für die neue Bahn
so gelagert ist, daß er zur Herstellung der Verbindung auf den anderen Träger zu
und von diesem weg schwenkbar ist. Dabei kann vorgesehen sein, daß der Träger für
die neue Bahn, nachdem er über einen Teil des Weges auf den Träger für die ablaufende
Bahn zugeschwenkt ist, solange diese Bahn noch abläuft, an eine Einrichtung kuppelbar
ist, die den Träger in der gleichen Richtung weiterbewegt, um die Verbindung der
Bahnenden herbeizuführen.
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Bei einer weiteren Ausführungsform sind die Träger mit einer an sich
bekannten Vakuumhalterung für die Bahnenden versehen.
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Außerdem können ein lösbares Druckwalzenpaar, durch das die Bahn
nach der Verbindung der Bahnenden hindurchläuft, eine Speichereinrichtung und eine
Einrichtung zum An- und Festhalten der ablaufenden Bahn vorgesehen sein.
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Die Erfindung wird im folgenden beispielsweise an Hand der Zeichnung
beschrieben; in dieser zeigt Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt einer Vorrichtung,
F i g. 2 eine mit der Vorrichtung nach F i g. 1 zusammenwirkende Speichereinrichtung,
F i g. 3 eine Schnittansicht im vergrößerten Maßstab eines Teils des Trägers für
die neue Bahn mit Halteeinrichtung, F i g. 4 eine Schnittansicht ähnlich der F i
g. 3, in der die Halteeinrichtung eine andere Stellung einnimmt, F i g. 5 einen
Längsschnitt im vergrößerten Maßstab der Vakuumeinrichtung des Vorbereitungszylinders
und F i g. 6 eine Schnittansicht der Linie 6-6 der F i g. 5.
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In der nachfolgenden Beschreibung sind gleiche Teile an der linken
und rechten Seite der Ebene des Längsschnittes der Vorrichtung mit denselben Bezugszeichen
versehen.
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Nach Fig. 1 weist die Vorrichtung für die Verbindung von Bahnen zwei
aufrecht stehende Seitenwände 11 auf, zwischen denen und an denen die verschiedenen
Teile der Vorrichtung angeordnet sind.
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Die Vorrichtung umfaßt eine Anhalteeinrichtung 47 für ein zeitweiliges
Anhalten der ablaufenden Bahn 34. Die Anhalteeinrichtung besteht aus einer mit einem
Gummistreifen 49 versehenen unteren Stange 48 und einer mit einem Streifen 51 bedeckten
oberen Stange 50, welche durch die schwenkbaren Arme 52 senkrecht bewegbar ist.
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Die Vorrichtung enthält weiterhin eine Schneideinrichtung 13 für
die ablaufende Bahn sowie einen ersten Träger 12 für die ablaufende Bahn 34 und
einen Anschlagträger 14.
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Der Träger 12 besteht aus zwei Armen 15, die an den Enden einer drehbaren
Welle 16 befestigt und durch eine Querstange 17, auf der ein Messerbrett 18 angeordnet
ist, miteinander verbunden sind.
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Die Schneideinrichtung 13 besteht aus zwei Armen 19, die an dem Ende
einer um die Welle 16 drehbaren Hohlwelle 20 befestigt und die durch eine ein Messer
21 tragende Querstange miteinander verbunden sind.
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Der Anschlagträger 14 besteht aus einer festgelagerten U-förmigen
Querstange 23, an der eine Leiste 24 mittels in der Stange 23 befindlicher Federn
befestigt ist.
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Weiterhin ist ein Träger 26 für die neue Bahn 36 vorgesehen, der
zwei Arme 27, die an dem Ende einer Schwingwelle 28 befestigt sind, aufweist. In
seiner unteren Stellung ist der Träger 26 mit einer festen Stange 39 ausgerichtet.
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Der Rollenträger für die Bahnen 34 und 36 besteht aus zwei Armen
31, die um die Wellen 32 schwenkbar gelagert sind. Die Rolle 33 trägt die ablaufende
Bahn 34 und die Rolle35 für die neue zu verbindende Bahn 36.
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Die ablaufende Bahn 34 wird über die frei drehenden Walzen 37, 38,
39, 40 und 41 durch die Vorrichtung
geleitet. Die Walze 38 bildet
mit der schwenkbaren Walze 42 ein zusammenwirkendes Druckwalzenpaar. Die Walze 42
ist frei drehend an den Armen 43 gelagert, die an der rotierenden Welle 44 befestigt
sind.
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Die neue Bahn 36 wird über die frei drehenden, an den Armen 27 befestigten
Walzen 45 und 46 zu dem Träger 26 geleitet.
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Die Bewegungen der Druckwalze 42 werden durch eine Betätigungseinrichtung
53 gesteuert, während die Bewegungen des Messerbrettes 18, des Messers 22 und des
Trägers 26 durch eine Betätigungseinrichtung 54 gesteuert werden. Die Betätigungseinrichtungen
53 und 54 sind auf Stützen auf einer dei Seitenwände der Vorrichtung befestigt.
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Die Einrichtung 53 weist einen elektrischen Motor 55 und einen Getriebekasten
56 mit einem Nocken auf, der die Bewegung des Gestänges 57 steuert.
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Die Einrichtung 54 weist einen elektrischen Motor 58 und einen Getriebekasten
59 mit drei Nocken auf, die die Bewegung der Gestänge 60, 61 bzw. 62 steuern.
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Weiterhin ist eine Einrichtung 63 zum Aufbringen des Bahnendes 98
auf den Klebestreifen 87 vorgesehen.
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Die Einrichtung 63 weist zwei an den Enden einer drehbaren Welle
65 befestigte Arme 64 auf, die mittels einer mit einem Gummistreifen 67 versehenen
U-förmigen Querstange 66 miteinander verbunden sind. Um die Befestigung des Klebestreifens
auf die neue Bahn zu erleichtern, ist zwischen den Armen 64 ein Hohlzylinder 68
angeordnet.
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Nach den F i g. 3 und 4 ist der Zylinder 68 über die ganze Länge
seines äußeren Umfanges mit einem rechtwinkligen Vorsprung 80 versehen und weist
zwei Reihen von Öffnungen 81 und 82 auf. Die Bahn36, die zur deutlicheren Darstellung
im Abstand von dem Zylinder 68 und dem Träger 26 gezeigt ist, kann mittels eines
in dem inneren Raum 83 des Zylinders 68 erzeugten Vakuums gegen den Zylinder gehalten
werden. An dem einen Ende ist der Zylinder 68 mit einem Hebel 88 versehen, mit dem
der Zylinder um 900 drehbar ist. Zusammen mit der rotierenden Bewegung des Zylinders
ergibt es eine Umsetzbewegung, die parallel zu der Ebene des Trägers 26 liegt. Diese
Bewegung wird von den beiden Zahnrädern 90 gesteuert, die jeweils an einer Seite
des Zylinders 68 angeordnet sind. Jedes dieser Zahnräder 90 (Fig. 5) greift in eine
Zahnstange 91 ein, die in einer Aussparung eines unteren Leitelementes 92 angebracht
ist. Ein oberes Leitelement 93, welches parallel zu dem unteren Leitelement 92 angeordnet
ist, hat eine Aussparung 94, die die freie Bewegung der Zahnräder 90 gestattet.
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Der Zylinder 68 wird von einem aus Bronze gefertigten Leitstück 95
geführt, in dem das schmalere Endteil 96 des Zylinders rotierend angeordnet ist.
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Dieses Leitstück ist genau passend zwischen den Leitelementen 92 und
93 verschiebbar. Der Hebel 88 ist an einem vergrößerten Teil 97 auf einem der Enden
des Zylinders 68 befestigt.
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Über seine ganze Breite ist der Träger 26 mit einer Rille 84 für
die Führung eines Messers zum Abschneiden des Bahnendes 98 versehen. Der Träger
26 weist außerdem zwei Reihen von Öffnungen 85 und 86 auf, durch die der Klebestreifen
87 mittels eines in dem Raum 89 erzeugten Vakuums in im wesent-
lichen flacher Lage
gegen den Träger 26 gehalten werden kann.
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Nach Fig. 2 ist der Vorrichtung, die durch den Block 70 veranschaulicht
ist, eine Speichereinrichtung 71 nachgeschaltet, die eine obere Reihe von frei drehbaren
Walzen 72, deren Wellen fest gelagert sind, und eine untere Reihe von frei drehbaren
Walzen 73 aufweist, deren Wellen in einem bewegbaren Rahmen 74 befestigt sind. Der
Rahmen 74 ist zwischen den Leitschienen 75 und 76 senkrecht verschiebbar. In der
F i g. 2 ist der Rahmen in seiner unteren Lage dargestellt.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist wie folgt: Eine Papierbahn
34 mit einer Breite von 1,20 m und einem spezifischen Gewicht von 90g/m2 wird von
der Rolle 33 mit einer Geschwindigkeit von 150 m/Min. abgewickelt und zu Einrichtungen
befördert, wo die Bahn barytiert und die barytierte Schicht getrocknet wird. Während
der Abwicklung von der Rolle 33 wird eine neue Papierbahn 36 der Rolle 35 zur Befestigung
an der alten Papierbahn 34 wie folgt vorbereitet.
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Die an der linken Seite der Einrichtung 63 (s.
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F i g. 1) stehende Bedienungsperson zieht die Papierbahn 36 von der
Rolle 35 über die Walzen 45 und 46 und den Träger 26 in eine Lage über der festen
Stange 29. Dann wird die Einrichtung 63 über den Weg a nach unten bis auf den Träger
26 bewegt. Dadurch wird die Papierbahn 36 mit Hilfe des Gummistreifens 67 und des
Zylinders 68 fest gegen die Oberfläche des Trägers gedrückt, wobei der Zylinder
68 die in der F i g. 3 veranschaulichte Lage einnimmt. Dann reißt die Bedienungsperson
entlang der Rille 84 ein scharfes Messer durch die Papierbahn, wobei sie die senkrechte
Fläche des rechtwinkligen Vorsprunges 80 des Zylinders als Führung für das Messer
verwendet. Das abgeschnittene Ende der Bahn fällt nach unten von der Stange 29 ab
und wird entfernt. Die Achse des Zylinders 68 und die Rille 84 liegen nicht senkrecht
zu der Längsachse der Papierbahn, sondern bilden einen Winkel von 850 in bezug auf
diese Längsachse.
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Durch Öffnen eines nicht dargestellten Ventils wird eine Vakuumleitung
an den Raum 83 des Zylinders 68 angeschlossen, so daß der Anfang der Papierbahn
36 gegen den horizontalen Teil des Vorsprunges 80 gesaugt wird. Daraufhin wird der
Hebel 88 in die senkrechte Lage geschwenkt, so daß der Zylinder 68 um 900 (F i g.
4) rückwärts gedreht wird. Das Ende 98 der Papierbahn 36 wird folglich von dem Träger
26 abgehoben. Die Bedienungsperson zieht nun eine Länge des selbstklebenden Streifens
87 von einer nicht gezeigten Rolle ab, die neben dem Träger aufgestellt ist, und
legt diesen Streifen mit seiner Rückseite nach unten so auf den Träger, daß die
Mittellinie ungefähr oberhalb der Rille 84 liegt. Dann öffnet sie ein zweites Ventil,
wodurch ein Vakuum in dem Raum 89 erzeugt wird, so daß der Klebestreifen fest gegen
die obere Fläche des Trägers 26 gehalten wird.
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Dann wird der Hebel 88 in seine horizontale Lage zurückgeschwenkt,
so daß das Ende 98 der Papierbahn 36 auf die Hälfte der Breite des Klebestreifens
87 gedrückt wird. Das Vakuum in dem Zylinder 68 wird nun abgeschaltet und die Vorbereitungseinrichtung
63 in ihre senkrechte Lage (F i g. 1) zurückgeschwenkt. Daraufhin wird der Träger
26 im Uhrzeigersinn entlang dem Weg b um ungefähr 900 (ge.
sehen
in Fig. 1) geschwenkt, bis der Träger die durch die punktierten Linien veranschaulichte
Stellung99 erreicht. Nun wird das Gestänge 62 durch das Einschalten einer nicht
gezeigten Kupplung, die an dem Ende der Welle 28 befestigt ist, an den Träger 26
gekuppelt. Die weitere Bewegung des Trägers wird nun durch die Einrichtung 54 automatisch
ausgeführt. Der Klebestreifen 87 und das Ende 98 der Papierbahn 36 werden noch immer
von dem Vakuum in der erforderlichen Lage auf der Tafelfläche gehalten. Die Vorbereitung
ist nun beendet.
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Während dieser vorbereitenden Arbeiten wird die Papierbahn 34 mit
einer gleichmäßigen Geschwindigkeit weiter abgewickelt.
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Wenn die Bahn 34 von der Rolle 33 fast ganz abgewickelt ist, wird
eine Bremse betätigt, die feste Bremsbacken aufweist, welche an einer mit der Welle
der Rolle 33 zusammen rotierenden Stahlscheibe angreifen, so daß die Rolle 33 angehalten
wird. Daraufhin wird die Betätigungseinrichtung eingeschaltet, so daß von diesem
Augenblick an alle Vorgänge automatisch ausgeführt werden.
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Zuerst wird die Anhalteeinrichtung 47 betätigt, wodurch die Unbeweglichkeit
der Papierbahn 34 sogar nach dem Freigeben der Bremse sichergestellt wird. Für die
Betätigung der Arme 52 können übliche Einrichtungen, wie z. B. Solenoide, Vakuum-
oder Überdruckeinrichtungen, verwendet werden.
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Nach dem Einschalten des Motors betätigen die Nocken in dem Getriebekasten
59 die verschiedenen Gestänge, eines nach dem anderen. Das Gestänge 60 wird nach
oben bewegt, wodurch der Träger 12 über den Weg nach links geschwenkt wird. Dabei
bewegt das Messerbrett 18 die Bahn 34 so, daß die letztere zwischen der Klemmleiste
24 und der linken flachen Seite des Brettes 18 ergriffen und gehalten wird. Die
Klemmleiste 24 gewährleistet ein gleichmäßiges Andrücken der Bahn. Dann wird das
Gestänge 61 nach unten bewegt und unmittelbar darauf wieder nach oben bewegt. Während
der Bewegung des Gestänges 60 nach unten wird das Messer 21 gleichfalls nach unten
geschwenkt, so daß es dem Weg e folgt und an der Kante des Brettes 18 ganz nahe
vorbeigeht und dabei das Restteil der Bahn 34 abschneidet. Die Kanten der beiden
Messer bilden mit der Normalen zur Längsachse der Bahn einen Winkel, der gleich
dem Winkel des Einschnittes der Bahn 36 ist.
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Schließlich bewegt sich das Gestänge 62 nach oben, so daß der Träger
26 im Uhrzeigersinn aus der Stellung99 entlang dem Wegc geschwenkt wird. Am Ende
des Weges c drückt das Teil des Trägers 26, auf dem die frei liegende, vorstehende
Hälfte des Klebestreifens 87 liegt, diese Hälfte auf das Endteil der alten Bahn,
das an dem Brettl8 anliegt und unter der Klemmleiste 24 vorsteht. Damit ist die
Verbindung der Bahnen beendet.
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Dann kehrt der Träger 26 in die Stellung 99 zurück, die Einrichtung
53 zieht die Walze 42 gegen die Gegenrolle 38, der Träger 12 schwenkt nach rechts,
und die Anhalteeinrichtung 47 wird gelöst. Die Adhäsion der Bahnverbindung ist so
stark, daß die Verbindung von dem Träger 26 freikommt, wenn er in die Stellung 99
zurückkehrt, selbst wenn das Vakuum in dem Raum 89 des Trägers 26 nicht entfernt
wird.
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Die Papierbahn 36 beginnt nun, sich langsam zu bewegen, und die Verbindungsstelle
der Bahnen 34 und 36 geht zwischen den Druckwalzen 38 und 42 hindurch, so daß die
Verbindung nochmals kräftig
angedrückt wird. Die Walze 42 wird dann von der Einrichtung
53 in ihre freie Lage wieder eingestellt.
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Die Gesamtzeit des Anhaltens der Papierbahn be trägt beispielsweise
5 Sekunden. Während dieser kurzen Periode wird die Papierbahn mit einer konstanten
Geschwindigkeit von 150 m/Min. vom Punkt100 (s. F i g. 2) weiterbefördert. Die während
der Anhalteperiode abgezogene Länge der Papierbahn, d. h.
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12,5 m, wird von der Speichereinrichtung 71 zugegeben. Dadurch hat
der Rahmen die durch die gestrichelten Linien gezeigte Lage 101 eingenommen.
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Wenn die Anhalteeinrichtung 47 die Papierbahn freigegeben hat und
die Walze 35 langsam zu rotieren anfängt, bewegt sich der Rahmen 74 der Speichereinrichtung
noch immer nach oben, bis die Geschwindigkeit der Papierbahn vor der Speichereinrichtung
150 m/Min. beträgt. Dann wird der Rahmen 74 durch sein eigenes Gewicht oder durch
hydraulische oder andere Mittel langsam nach unten bewegt, wobei die Geschwindigkeit
der Papierbahn vor dem Speicher erhöht wird, bis schließlich der Rahmen seine untere
Lage wieder erreicht hat.
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Daraufhin wird der Träger 26 von dem Gestänge 62 entkuppelt und wird
aus der Stellung 99 zur festen Stange 29 geschwenkt, so daß der Träger seine m F
i g. 1 veranschaulichte ursprüngliche Lage wieder einnimmt.
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Der Rollenbehälter 31 wird nun um 1800 gedreht, so daß die Rolle
35 die von der leeren Rolle früher eingenommene Lage einnimmt. Der Kern der Rolle
33 wird entfernt und eine neue Rolle 102 wird zwischen den Armen 31 angebracht.
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Während der Abwicklung der neuen Papierbahn 36 von der Rolle 35 kann
die Bedienungsperson die Gelegenheit benutzen, um die vorbereitenden Arbeiten auf
der Papierbahn der neuen Rolle 102 auszuführen, damit später diese neue Bahn mit
dem Ende der Papierbahn 36 verbunden werden kann.
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Durch die Vorrichtung wird eine sehr kräftige Verbindung erhalten,
bei der keine Gefahr einer Lösung besteht. Sie kann bei Geschwindigkeiten bis 200
m/Min. ohne Gefahr angewendet werden.
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Der Klebestreifen soll eine kräftige Adhäsion aufweisen und darf
nicht abgleiten, wenn die neue Bahn auf Grund der Verbindung mit der ablaufenden
Bahn in Bewegung gesetzt wird. Weiter soll der Klebestreifen der Feuchtigkeit, die
während der Barytierung auftritt, widerstehen. Die Richtung der Verbindung, d. h.
schräg in bezug auf die Bahnbreite, trägt dazu bei, die Belastung, der die Verbindung
während der Leitung der Bahn über die Leitwalzen ausgesetzt wird, zu vermindern.
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Selbstverständlich hängen die für den Klebestreifen erforderlichen
Eigenschaften von dem Anwendungsgebiet ab; zu beachten sind dabei unter anderem
die Temperatur, der die Verbindung unterworfen wird, die Geschwindigkeit der Bahn,
die Art des Bahnmaterials, die Oberfläche der Bahn, das spezifische Gewicht der
Bahn, die Befeuchtung und die chemische Wirkung zwischen dem Klebemittel des Streifens
und der Bahn.
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In dem beschriebenen Beispiel wurden Bahnen behandelt, die barytiert
werden sollen. Selbstverständlich ist die Vorrichtung auch geeignet, Bahnen miteinander
zu verbinden, ehe diese mit anderen Arten von Beschichtungen, wie z. B. lichtempfindlichen
Schichten, Lichthofschutzschichten, »Antistress«-Schichten usw. überzogen werden.
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Die Vorrichtung ist auch geeignet zum Verbinden von Papierbahnen,
Textilbahnen, Kunststoffbahnen, Metallbahnen usw., die auf kontinuierliche Weise
bedruckt, gefärbt, getrocknet, geformt, profiliert usw. werden, z. B. Papier zum
Tapezieren, Bodenbedekkungen, Verpackungsmaterialien usw.
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In dem beschriebenen Beispiel wurde das Bremsen der Geschwindigkeit
der ablaufenden Bahn mechanisch ausgeführt. Es können natürlich auch andere Vorrichtungen,
wie magnetische oder elektronische Bremsvorrichtungen angewendet werden. Bei niedrigen
Geschwindigkeiten, z. B. von 10 bis 20 m/Min., ist ein Abbremsen der Bahn nicht
erforderlich.
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Anstatt der Betätigungseinrichtungen 53, 54 können auch andere bekannte
Einrichtungen, wie z. B. hydraulische Systeme mit elektromagnetischen Ventilen oder
elektrische Systeme mit je einem Elektromotor für jeden beweglichen Teil, verwendet
werden, wobei die Motoren durch Relais und Mikroschalter gesteuert werden und die
Mikroschalter durch Nokken betätigt werden, die auf einer gemeinsamen Welle sitzen.
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Außerdem kann der Anschlagträger 14 mit einer Vakuumeinrichtung,
welche die Bahn festhält, und einem Schneidrand versehen sein, entlang dem die Bahn
durch ein schwenkbares Messer, das von der anderen Seite der Bahn bewegbar ist,
abgeschnitten wird.
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Weiterhin könnten die Stange 17 und das Brett 12 durch einen Vakuumhalter
für den Klebestreifen ersetzt werden. Durch eine geeignete Ausbildung eines derartigen
Halters, der in der Zeit, während der der Verbindungsmechanismus nicht arbeitet,
mit Klebestreifen geladen werden kann, könnte der Streifen auf der alten Bahn so
befestigt werden, daß der Streifen um die Hälfte seiner Breite von dem Bahnende
vorsteht. In diesem Fall müßte der Streifen nicht auf dem Träger 26 angebracht werden,
sondern es würde nur das Endteil der neuen Bahn auf den Träger aufgebracht und mit
diesem geschwenkt, um die Verbindung der Bahnen durchzuführen.
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Die Speichereinrichtung 71 und die Anhalteeinrichtung 47 sind nicht
wesentlich für die Vorrichtung.
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Das Anhalten der Bahn 34 kann z. B. durch einfache Bremsung der Bahnvorratsrolle
ausgeführt werden, und in einigen Fällen kann diese Rolle an der Außenseite der
Verbindungsvorrichtung selbst aufgestellt werden.
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Wegen der Stärke der mit der Vorrichtung erhaltenen Verbindung ist
diese Vorrichtung sehr geeignet zur Verwendung bei Kalandriervorrichtungen.
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Bekanntlich werden in einer Kalandriervorrichtung die Bahnen zwischen
Druckwalzen geleitet, die unter hohem Druck mittels eines hydraulischen Mechanismus
gegeneinandergedrückt werden. Dadurch erhält man eine sehr glatte Bahnoberfläche.
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Bisher mußte in der Praxis die Kalandriervorrichtung für jede zu
behandelnde neue Rolle stillgelegt werden, weil das Ende der neuen Bahn von der
Bedienungsperson zwischen den Kalandrierwalzen eingeführt werden mußte.
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Durch die Vorrichtung zusammen mit einer Speichereinrichtung ist
es jedoch möglich, unter Anwendung eines geeigneten Klebestreifens kontinuierlich
zu kalandrieren.
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In der Praxis ist in erster Linie die Zugfestigkeit des Klebestreifens
zu beachten. Es hat sich herausgestellt, daß das Durchbrechen des Klebestreifens
mehr
als das Abgleiten auftritt. Sehr geeignete Klebestreifen für das Aneinanderverbinden
von zwei Bahnen, die durch Kalandriervorrichtungen geleitet werden, sind z. B. dünne
selbstklebende Polyesterstreifen.