DE124676C - - Google Patents
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- DE124676C DE124676C DE1900124676D DE124676DA DE124676C DE 124676 C DE124676 C DE 124676C DE 1900124676 D DE1900124676 D DE 1900124676D DE 124676D A DE124676D A DE 124676DA DE 124676 C DE124676 C DE 124676C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- piston
- disinfection
- pressure medium
- cylinder
- carbolic acid
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired - Lifetime
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
- A61L2/18—Liquid substances
Landscapes
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Epidemiology (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Animal Behavior & Ethology (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Public Health (AREA)
- Veterinary Medicine (AREA)
- Apparatus For Disinfection Or Sterilisation (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Bedürfnifs, eine Einrichtung zu besitzen, mittels welcher die Desinfizirung von Flächen
z. B. von Eisenbahnwagen durch Besprengen mittels Carbolsäure oder einer anderen Flüssigkeit
schnell und sicher ausgeführt werden kann,, liegt vor. Ueber die Reinigung dieser Wagen
bestehen strenge amtliche Vorschriften, gemäfs welchen die Flächen der Wagen mit der Carbolsäurelösung
bisher mittels eines grofsen Handpinsels bestrichen werden. Hierbei ist es unvermeidlich, dafs der das Verfahren ausübende
Arbeiter die Carbolsäure auf die Flächen unregelmäfsig vertheilt und dafs er in dem Bestreben, die Wagen auch wirklich vollständig
zu desinfiziren, viel mehr Carbolsäure verbraucht, als nöthig ist. Dies vertheuert nicht
allein die Desinfection, sondern kann auch schädlich für die Güter werden, welche in die
so gereinigten Wagen eingeladen werden. Ferner kommt es im Winter vor, dafs die
Carbolsäurelösung, wenn sie in gröfseren Mengen gegen die Wagenflächen gesprengt ist,
theilweise vor ihrem Verdunsten gefriert, und man dann die Wagen in der Annahme, die
Carbolsäure sei verdunstet, mit empfindlichen Gütern beladet. Thaut alsdann die gefrorene
Carbolsäure wieder auf, so wirken ihre Ausdünstungen nachtheilig auf die Güter ein und
können letztere, falls sie empfindlich sind, wie Malz, Kaffee u. s. w., ganz verderben. Für den
Schaden ist dann die Eisenbahnverwaltung haftbar.
Auch wird bei dem erwähnten Verfahren der Zweck selbst nicht erreicht. Es ist unmöglich,
dafs der Arbeiter mit dem Pinsel alle Fugen, Ecken und Winkelchen, welche besonders an
den Viehwagen und Gittern vorhanden sind, so trifft, dafs aller Ansteckungsstoff vernichtet
wird. Ferner würde eine nur annähernd sichere Bepinselung aller Wagenflächen so viel
Zeit in Anspruch nehmen, dafs die Desinfection sich durch die Arbeitsleistung unverhältnifsmäfsig
theuer stellen würde, ohne jedoch den Zweck einer wirklichen Desinfection erreicht zu
haben.
Nur wenn alle diese Schwierigkeiten mühe-' los überwunden werden können, so dafs der
Arbeiter bei gutem Willen gar nicht anders kann, als die infizirten Flächen überall zu
treffen, ist eine sichere Wirkung der Desinfection vorauszusehen. Dies kann gegenwärtig wohl
nicht der Fall sein und müssen daher grofse Verluste an Nationalvermögen durch die Viehseuchen
entstehen. Die heutige Durchführung der Desinfection wird durch die immer wieder
ausbrechenden Seuchen geradezu verurtheilt. Die jetzige Desinfection kann daher als Schutzmittel
nicht bezeichnet werden.
Der nachbeschriebene Apparat soll zur Beseitigung dieser Mifsstände dienen. Mit Hülfe
dieses Apparates wird die Carbolsäurelösung im richtigen Mengenverhältnifs und in zweckmäfsiger
Vertheilung in die WTagen eingespritzt. Natürlich kann der Apparat auch zum Desinfiziren
von Rampen, Ladebrücken, Schlachthöfen, Stallungen u. s. w. benutzt werden.
Der Apparat zeichnet sich gegenüber anderen Zerstäubungsapparaten durch besondere, am
Schlufs der Beschreibung erläuterte Vorzüge aus.
Der Apparat besteht aus einem gröfseren, zweckmäfsig fahrbaren Behälter a, welcher bis
auf einen am Boden befindlichen verschliefs-
baren Einlafs b, einen in der Decke befindlichen
Auslafs c und eine gleichfalls verschliefsbare Einfüllöffnung d geschlossen ist. Der Behälter
ist cylinderförmig und enthält einen Kolben e. Für diesen kann eine mittlere, feste
Führungsstange f im Behälter α angeordnet
sein. Der Auslafs c ist mit einem Schlauch g
versehen, welcher in ein Strahlmundstück endigt. Am Einlafs b sitzt ein Anschlufsstück h,
welches durch einen stärkeren Schlauch i mit einenrWasserpfosten k verbunden werden kann.
Beim Gebrauch wird durch die Oeffnung d eine Carbolsäurelösung oder eine andere desinfizirende
Flüssigkeit in den Behälter oberhalb des Kolbens e eingefüllt und damit der Kolben
hinabgedrückt. Ist alsdann die Druckwasserleitung k i h hergestellt und geöffnet, so drängt
das Druckwasser unter den Kolben, drückt diesen allmählich hoch und treibt die Lösung
strahlen- bezw. staubförmig aus dem geöffneten Mundstück des Schlauches g heraus. Der Arbeiter
richtet das Mundstück auf die zu desinfizirenden Flächen. Diese werden somit nur
von einem Strahl der Flüssigkeit getroffen, der zur Desinfection vollkommen genügt. Der Arbeiter
kann die nöthigen Mengen der Flüssigkeit leicht abmessen.
Ein Verlust an Flüssigkeit, wie er durch das jedesmalige Herausheben und Abtropfen eines
Pinsels aus einem Eimer vorkommt, ist hier ganz vermieden.
Der Behälter läfst sich auch tragbar einrichten. In diesem Falle wird ein längerer
Schlauch zwischen dem Wasserpfosten k und dem Hahn h eingeschaltet, so dafs der Arbeiter
mit dem Behälter auf. dem Rücken die Wagen besteigen und durch den Schlauch g besprengen
kann.
Zum Betriebe des Apparates kann anstatt des Druckwassers wohl auch Dampf oder Druckluft
benutzt werden.
Mit diesem Apparat lassen sich die anfangs erwähnten amtlichen Vorschriften genau durchführen.
Er ist nicht etwa wie der aus der Patentschrift 79506 bekannte Apparat ein Mischapparat
in dem Sinne, dafs die in den Apparat eingebrachte Lösung sich auf der einen Kolbenseite
mit dem Druckwasser mischt. Die Desinfectionsflüssigkeit kommt vielmehr mit dem Druckwasser gar nicht in Berührung und wird
genau in demjenigen Concentrationsgrade ausgespritzt, in welchem sie vor ihrer Eingabe in
den Apparat hergestellt worden ist. Dagegen ist es nicht möglich, einen beständigen Concentrationsgrad
zu erhalten, wenn das Druckwasser sich mit der Lösung vermischt, wie es bei dem erwähnten bekannten Apparate der
Fall ist. Auch kann aus diesem Apparat, ohne dafs es bemerkt wird, nur noch Wasser gespritzt
werden, wenn das Desinfectionsmittel verbraucht ist oder wenn etwa der Auslafs aus
der die Desinfectionsflüssigkeit enthaltenden Röhre in den Cylinder hinein verstopft sein
sollte.
Von dieser Unzuverlässigkeit ist der vorliegende Apparat infolge der beschriebenen
Einrichtung gänzlich befreit.
Claims (1)
- Patent-Anspruch :Ein Apparat, um desinfizirende Flüssigkeiten mittels eines Druckmittels gegen Flächen z. B. von Eisenbahnwagen in Strahl- und Staubform zu spritzen, dadurch gekennzeichnet, dafs ein Cylinder (α) auf der einen Seite eines inneren Kolbens (e) mit einem AnschlufsstUck (h) für die Druckmittelleitung und auf der anderen Kolbenseite mit einer Schlauchspritzleitung (cg) und einer verschliefsbaren Einfüllöffnung (d) für die Desinfectionsflüssigkeit versehen ist, wobei diese durch den Kolben von dem Druckmittel stets getrennt bleibt und daher in unveränderter Stärke durch den Kolbenvorschub aus dem Cylinder ausgetrieben wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT9891D AT9891B (de) | 1900-07-25 | 1901-05-28 | Zerstäuber für Desinfectionszwecke. |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE124676C true DE124676C (de) |
Family
ID=393448
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1900124676D Expired - Lifetime DE124676C (de) | 1900-07-25 | 1900-07-25 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE124676C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2015150371A1 (de) | 2014-04-03 | 2015-10-08 | BSH Hausgeräte GmbH | Haushaltsgerät mit einem volumenstromsensor |
-
1900
- 1900-07-25 DE DE1900124676D patent/DE124676C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2015150371A1 (de) | 2014-04-03 | 2015-10-08 | BSH Hausgeräte GmbH | Haushaltsgerät mit einem volumenstromsensor |
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