-
Vorrichtung zum bevorzugt flüssigkeitsdichten Verpacken von sperrigen
Kleingütern Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum bevorzugt flüssigkeitsdichten
Verpacken von sperrigen kleinen Gütern in einer Verpackungshülle, die aus zwei miteinander
zu verschweißenden Teilen aus Kunststoffolie hergestellt ist, bestehend aus einem
die Folienrolle tragenden Verpackungstisch mit einer im Tisch eingelassenen Ausnehmung,
in welche die Folienbahn zur Übernahme des zu verpackenden Gutes beutelartig hineindrückbar
ist, wobei um die Ausnehmung herum am Verpackungstisch Schweißwiderstände für die
Ringsumverschweißung und zur Durchführung einer umfanggeschlossenen Trennschweißung
angeordnet sind und ferner einer Einrichtung, die den zweiten als Verschlußplatte
dienenden Teil dem in der Ausnehmung befindlichen Teil der Verpackungshülle zuführt,
wobei die Verschlußplatten einem Plattenmagazin einzeln entnommen werden.
-
In Pflanzenzüchtungsbetrieben, insbesondere in solchen, bei denen
mehr oder weniger langstämmiges Pflanzgut, wie z. B. Rosen, zum Versand gebracht
werden muß, bringt das Verpacken in großen Mengen wegen der Art des zu verpackenden
Gutes, insbesondere auch wegen seiner schwankenden Größe und seiner unterschiedlichen
Gestaltung erhebliche Schwierigkeiten mit sich. Da es sich um lebende Pflanzen handelt,
die zumindest an den Wurzelballen noch mit Erdkrumen behaftet sind, und die zum
anderen mit einer ausreichenden Menge Feuchtigkeit versorgt sein müssen, um die
Pflanzen nach dem Verpacken noch über eine längere Zeit lebensfähig zu erhalten
(was meistens durch Einpacken des Wurzelballens in beispielsweise wassergetränkte
Papierwolle od. dgl. geschieht), konnte bisher auf herkömmliche Art keine zufriedenstellende
Lösung des Problems gefunden werden, zumal jeder verpackten Pflanze noch ein hochwertiges,
z. B. die zu erwartende Pflanzenblüte wiedergebendes Kunstdruckerzeugnis beigegeben
werden muß, das meist auch Angaben über den Verpackungsinhalt sowie Pflanzanweisungen
usw. enthält.
-
Das Verpacken von lebenden Pflanzen erfolgte wegen der vielzähligen
Schwierigkeiten bisher immer noch von Hand, indem man die entsprechend versorgte
Pflanze z. B. in einen Plastikbeutel aus Kunststoffolie einbrachte und diesen Beutel
dann unter Befestigung des den Beutelinhalt angebenden Druckerzeugnisses mittels
Heftklammern oder durch Verschweißen der Öffnung des Kunststoffbeutels verschloß.
Bei einem derartig unrationellen Verpakkungsverfahren muß, um auf ausreichende Stückzahlen
zu kommen, eine große Zahl von Arbeitskräften eingesetzt werden, was jedoch teuer
und unwirtschaftlich ist. Außerdem haftet der Verpackungshülle selbst noch der Nachteil
an, daß das mit erheblichem Aufwand hergestellte teure Kunstdruckerzeugnis durch
die nicht immer vorsichtige Behandlung während des Transportes und der Lagerung
beschädigt, abgegriffen oder durch Feuchtigkeit infolge undichter Stellen aufgeweicht
wird.
-
Auf die Verwendung bekannter Verpackungsmaschinen mußte bisher verzichtet
werden, da diese dem robusten Betrieb, wie er in Großgärtnereien und Samenzuchtanstalten
üblich ist, nicht gewachsen sind.
-
Außerdem sind diese bekannten Maschinen in ihrem Aufbau sehr kompliziert
und durch die fließbandartige Hintereinanderschaltung der einzelnen Arbeitsstationen
in bezug auf Raumbedarf und Bedienung auch sehr aufwendig, so daß sie den auf diesem
Berufssektor zur Verfügung stehenden ungeschulten Hilfskräften mit geringem technischem
Verständnis nicht in die Hand gegeben werden können.
-
Die Erfindung hat nun eine Verpackungsvorrichtung der eingangs beschriebenen
Art zum Gegenstand, deren wesentliches Kennzeichen darin gesehen wird, daß die die
Verschlußplatte vom Plattenmagazin dem beutelartigen Teil zuführende Einrichtung
aus einem pneumatisch wirkenden Saugstempel besteht, der die Verschlußplatte auf
den über der Ausnehmung befindlichen Teil der Folienbahn preßt, und daß am Verpackungstisch
ein Kontaktgeber für das Einschalten der Schweißwiderstände angeordnet ist, der
von dem Saugstempel betätigt wird, wenn dieser über der Ausnehmung liegt.
-
Mit der vorgeschlagenen Maßnahme kann nunmehr auch das Versandfertigmachen
von lebenden Pflanzen rationell und billig durch weitgehend selbsttätigen Ablauf
des Verpackungsvorganges durchgeführt werden. Die erfindungsgemäße Verpackungs-
vorrichtung
ist dem robusten Gärtnereibetrieb gewachsen, kann infolge ihrer Einfachheit von
technisch ungeschultem Personal bedient werden, hat geringen Raumbedarf und ermöglicht
durch zentrales Zusammenfassen der einzelnen Arbeitsvorgänge die Beschickung und
Entnahme von der gleichen Bedienungsstelle aus. Die erfindungsgemäß ausgebildete
Vorrichtung gestattet es, gegenüber den bisher bekanntgewordenen Vorrichtungen auf
diesem Sektor mit einer einzigen Person die acht- bis zehnfache Verpackungsleistung
zu erzielen. So ist es z. B. möglich, neben der Verpackungsvorrichtung die bereits
entsprechend vorbereiteten Pflanzen zu stapeln und sie der Vorrichtung von Hand
oder durch einen Elevator zuzuführen und sie nach Abschluß des Verpackungsvorganges
der gleichen Stelle zu entnehmen oder durch eine absperrbare Bodenöffnung nach unten,
beispielsweise in ein bereitstehendes Transportfahrzeug, fallen zu lassen.
-
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. 1 einen Querschnitt durch die Vorrichtung nach der Linie A-B der F
i g. 2, F i g. 2 eine Draufsicht auf F i g. 1 ohne Zuführvorrichtung für die Verschlußplatten
entsprechend der Schnittlinie C-D der F i g. 1, F i g. 3 das Verschlußplattenmagazin
in Draufsicht, F i g. 4 die Tischausnehmung mit den Schweißrändern, F i g. 5 einen
Schnitt unter dem Schweißrand nach der Linie E-F der Fig. 4, F i g. 6 das fertige
Verpackungserzeugnis und Fig. 7 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Verpackungsvorrichtung.
-
Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht aus einem Arbeitstisch 1
mit einer der Form und Größe der Verpackungshülle entsprechend ausgebildeten Ausnehmung2,
die durch eine trogartige Wanne 3 nach der Tischunterseite abgedeckt ist. Die Wanne
3 dient der versenkten Aufnahme des Verpackungsgutes und der Beutelbildung an dem
einen durch die über den Tisch gezogene Kunststoffolie gebildeten Teil der Verpackungshülle.
Am Rand der Ausnehmung 2 sind Schweißwiderstände 4 und 5 vorgesehen, die vorzugsweise
über einen Druckschalter 6 einschaltbar sind. Während der innenliegende Schweißwiderstand
4 der Zusammenschweißung des Folienmaterials dient, hat der äußere Schweißwiderstand
5 die Aufgabe, die fertigverschweißte Verpackungshülle von der Folienbahn 7 abzutrennen.
Die Schweißwiderstände 4 und 5 sind zweckmäßig gemeinsam in einem auswechselbaren
Rahmen 8 untergebracht, um so Verpackungshüllen unterschiedlicher Größe verschweißen
zu können.
-
Die Folienbahn 7 ist als Rolle 9 am Arbeitstisch 1 abspulbar angebracht
und kann vorzugsweise unter der Arbeitsfläche des Tisches drehbar gelagert sein,
wobei die Folienbahn durch einen Schlitz 10 des Arbeitstisches hindurch nach oben
geführt wird, so daß sie über die Ausnehmung 2 hinwegziehbar ist.
-
Die Folienbahn 7 dient zur Herstellung der einen Hüllenhälfte 11,
während die zweite Hüllenhälfte durch erst an die Folienbahn heranzuführende, vorzugsweise
bereits genau zugeschnittene Folien 12 gebildet wird. Die Folien 12, die zweckmäßig
aus dem gleichen verschweißbaren Material, z. B. Polyäthylen od. dgl., bestehen
wie die Folienbahn 7, sind bevor-
zugt mit einem die Inhaltsangabe aufweisenden Druckerzeugnis,
z. B. einem bedruckten Karton, beschichtet, so daß sie aufschweißbare Verschlußplatten
bilden. Selbstverständlich können die Verschlußplatten auch ohne Druckerzeugnis
mit der anderen Hüllenhälfte verschweißt werden.
-
Oberhalb der Tischplattenebene befindet sich die Zuführvorrichtung
für die Verschlußplatte 12. Die Zuführvorrichtung besteht aus zwei Hauptteilen,
und zwar aus dem einen Verschlußplattenstapel aufnehmenden Magazin 13 und dem die
Platten einzeln der Folienbahn im Bereich der Ausnehmung 2 zuführenden Saugstempel
14. Das Plattenmagazin ist vorteilhaft über auf ortsfest angeordneten Führungsschäften
15 gleitenden Hülsen 16 in Richtung zum Saugstempel 14 hin verschiebbar gelagert.
Diese Führungsmittel garantieren eine unbedingte Parallelführung des Magazins und
sind zu diesem Zweck durch eine Quertraverse 17 miteinander verbunden.
-
Zentral greift am Magazin 13 und der Traverse 17 ein vorzugsweise
pneumatisches Stellglied 18 an, das in bekannter Weise aus einem Druckzylinder 19
mit im Inneren liegenden Druckkolben und herausragender Hubstange 20 besteht. Der
Druckzylinder ist hierbei genauso wie die Führungsschäfte 15 fest am Arbeitstisch
befestigt.
-
Dem Magazin gegenüber ist der Saugstempel 14 vorgesehen, der beidseitig
in zwei mit je einem Schlitz 21 sich senkrecht über die Tischplattenebene erstrekkenden
Führungsschienen 22 derart geführt wird, daß er in seiner Tischfernstellung eine
parallele Lage zum Verschlußplattenstapel 12 einnimmt, während er nach dem Ansaugen
einer Verschlußplatte durch den Schlitz 21, wenn sich der Saugstempel auf die Tischausnehmung
2 zu bewegt, um seine Längsachse verschwenkt wird und sich parallel zur Tischebene
einstellt. Die Saugplatte ist zu diesem Zweck in den Schlitzen 21 mittels eines
längeren Gleitsteines 23 lagesicher geführt. Die Betätigung des Saugstempels 14
erfolgt hier ebenfalls pneumatisch durch den Druckzylinder 24 über die Hubstange
25. Der Druckzylinder 24 ist bei 26 schwenkbar gelagert, damit er den Seitenbewegungen
des Saugstempels ungehindert nachgeben kann.
-
Mit 27 und 28 sind die Druckleitungen bezeichnet, während die Saugleitung
für den Saugstempel 14 mit 29 bezeichnet ist. Diese Leitungen sind, entsprechend
ihrer Aufgabe, beispielsweise mit einem Kompressoraggregat 30 druck- bzw. saugseitig
verbunden.
-
Das Magazin 13 und der Saugstempel 14 können, genauso wie der Schweißrahmen
8, auswechselbar gestaltet sein, um die Vorrichtung den jeweiligen Größenverhältnissen
des zu verpackenden Gutes anpassen zu können.
-
Die Druck- und Saugleitungen 27, 28 und 29 sind zweckmäßig mit elektrisch
steuerbaren Absperrorganen 31 a bis 31c versehen, um den Druckmittelfluß dem Arbeitsrhythmus
entsprechend steuern zu können. Der Impuls zur Betätigung dieser Absperrorgane kann
z. B. über einen die Vorrichtung in Tätigkeit setzenden Fußschalter od. dgl. erfolgen,
wobei für die Einhaltung der Impulsreihenfolge entsprechende Steuermittel zwischengeschaltet
sein können.
-
Das sperrige Verpackungsgut, z. B. eine Rosenpflanze, ist mit 32
bezeichnet.
-
Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel ist, wie in Fig.7 gezeigt,
der Saugstempell4 beidseitig an parallelogrammartig angeordneten Schwinghebeln 33
befestigt,
die durch einen Elektromotor 34, vorzugsweise einen Getriebebremsmotor, über eine
Kurbelscheibe 35 ihren hin- und hergehenden Antrieb erhalten. An den bei 36 am Tischgestell
schwenkbar gelagerten Schwinghebeln 33 ist bei 37 der Saugstempel 14 angelenkt.
Die Kraft des Elektromotors kann von der Kurbelwelle 35 beispielsweise über eine
Schubstange 38 auf die Schwinghebel 33 übertragen werden.
-
Die Erfindung ist an die vorgenannten Ausführungsbeispiele nicht
gebunden. So kann es in besonderen Fällen vorteilhaft sein, für die Betätigung der
beweglichen Teile nicht nur elektromotorische, hydraulische oder pneumatische Antriebe
zu verwenden, sondern auch Antriebskombinationen durchzuführen, z. B. elektro-pneumatisch
oder elektrohydraulisch.
-
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nun folgende. Das Magazin 13
und der Saugstempel 14 befinden sich in der in F i g. 1 gezeigten Ausgangslage,
während von der Folienrolle 9 ein entsprechend langes Stück der Folienbahn 7 abgerollt
und über die Ausnehmung 2 hinweggezogen ist. Das Kompressoraggregat30 ist in Betrieb
und sorgt für einen ausreichenden Luftdruck, der den Stellmotoren 18 und 25 über
die Leitungen27 und 28 zugeführt wird, während die Saugluft für den Saugstempel
14 mit der Saugseite des Kompressors oder mit einer hierfür gesondert angeordneten
Saugpumpe über die Leitung 29 Verbindung hat.
-
Die Bedienungsperson legt den zu verpackenden Gegenstand, beispielsweise
eine entsprechend zugerichtete Rosenpflanze, auf denjenigen Teil der Folienbahn,
welcher gerade die Ausnehmung 2 abdeckt. Der hiernachfolgende Verpackungsvorgang
läuft nun vollautomatisch ab, sobald ein bekanntes, in der Zeichnung nicht näher
dargestelltes Schaltorgan, z. B. ein Druckknopf, Fußschalter od. dgl., betätigt
wird. Die Betätigung des Schaltorgans löst den ersten Arbeitsvorgang aus, indem
z. B. über nicht näher dargestellte Steuerrelais bekannter Art über das Absperrorgan
31 a die Druckluftleitung 27 freigegeben wird, so daß das Stellglied 18 das Magazin
gegen den in Ruhelage befindlichen Saugstempel 14 bewegt. In dieser Lage bzw. kurz
vorher gibt das Absperrorgan 31 c die Saugleitung frei, so daß die oberste Verschlußplatte
12 bei dem nun folgenden Rücklauf des Magazins in die Ruhelage am Saugstempel 14
haftenbleibt.
-
Nach erfolgtem Rücklauf des Magazins sperrt das Absperrorgan 31 b
die Zufuhr der Druckluft zum Stellglied 24 ab, so daß der Saugstempel 14 durch Eigengewicht
und/oder Federkraft mit der Verschlußplatte 12, in den Schlitzen 21 der Führungsschiene
22 geführt, auf die Folienbahn 7 zu bewegt wird und so die Verschlußplatte zusammen
mit der Folienbahn 7 im Bereich der Randzone der Ausnehmung 2 fest auf den Schweißrahmen
8 aufdrückt.
-
Selbstverständlich kann der Antrieb der Verschlußplatte auch in umgekehrter
Art erfolgen, indem der Saugstempel 14 mittels Druckluft auf den Schweißrahmen 8
gepreßt wird. Der Saugstempel 14 betätigt in seiner unteren Endlage, in welcher
der Saugluftstrom bereits wieder abgeschaltet ist, einen Schalter 6, mit welchem
die Schweißwiderstände 4 und 5 eingeschaltet werden, wobei der Widerstand 4 die
Zusammenschweißung der beiden aufeinanderliegenden Folienteile 7, 12 und der Widerstand
5 die Abtren-
nung der fertig verschweißten Verpackungshülle von der Folienbahn bewirkt.
-
Über einen nicht näher dargestellten Zeitschalter od. dgl. wird der
Schweißvorgang unterbrochen und gleichzeitig der Saugstempel 14 in seine Ausgangslage
zurückbewegt. Die fertige Verpackungshülle mit dem eingeschlossenen Verpackungsgut
kann nun aus der Wanne entnommen werden. Bevor das Schaltorgan für den nächsten
Verpackungsvorgang betätigt wird, ist die Folienbahn 7 wieder so weit vorzuziehen,
bis sie die Ausnehmung 2 vollkommen überdeckt.
-
In ähnlicher Weise erfolgt auch das Verpacken mit der Vorrichtung
nach F i g. 7. Der Saugstempel 14 bewegt sich hier jeweils zwischen dem Plattenstapel
12 und der Ausnehmung 2 hin und her. Diese Ausführung verspricht infolge ihres einfacheren
Aufbaues eine billige Herstellung und auch eine größere Betriebssicherheit. Um die
Platten 12 im Magazin 13 immer in der gleichen Abgriffhöhe halten zu können, werden
kurz bevor der Saugstempel 14 die erste Platte 12 berührt. das Magazin gegen den
Saugstempel drückende Federkräfte freigegeben, die kurz vor dem Abheben des Saugstempels
wieder blockiert werden, wodurch sich die Stapelhöhe der Platten 12 selbsttätig
auf die Abgriffhöhe einstellen kann.
-
Die Stellglieder 18 und 24 können selbstverständlich auch solcher
Art sein, bei denen der Druckkolben im Druckzylinder beidseitig beaufschlagt wird,
d. h., daß das Druckmittel der einen Kolbenseite für den Vorwärtshub und der anderen
Kolbenseite für den Rückhub zugeführt wird, so daß Rückholfedern od. dgl. nicht
benötigt werden.