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Zwischengeschirr für den Förderkorb oder das Fördergefäß einer Mehrseil-Schachtförderanlage
Gegenstand der Erfindung ist ein Zwischengeschirr für den Förderkorb oder das Fördergefäß
einer Mehrseil-Schachtförderanlage mit einem Seilkraftausgleich ausschließlich durch
einen oder mehrere gleichschenklige Winkelhebel mit stumpfem Hebelwinkel.
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Zum Ausgleich der Seillängungen bei Mehrseilförderungen hat man bereits
jedes Seilpaar über einen Doppelhebel mit dem Förderkorb verbunden, wobei die Seile
jedes Paares an den Hebelenden angeschlagen sind und der Hebeldrehpunkt mit dem
Fördergefäß verbunden ist. Dadurch konnten sich verschiedene Seillängen durch eine
entsprechende Schrägstellung der Traverse ausgleichen. Da aber vielfach das angetriebene
Seil unter der zu fördernden Last die Traverse von vornherein in eine während des
Betriebes nicht selbsttätig ausgleichbare Schräglage zog, hat man bereits den Doppelhebel
als Winkelhebel ausgestaltet. So ist für diesen Zweck ein zweiarmiger Winkelhebel
bekannt, dessen Hebelwinkel im Bereich zwischen 130 und 170° liegt. Dabei sollte
aber der Hebel nicht allein den Längenausgleich bewerkstelligen, sondern zusammen
mit einem weiteren Hebel bei einer Vierseilanlage ausgleichend wirken. Der Hebel
mit stumpfem Hebelwinkel war nur deshalb so breit ausgelegt, um die Unterbringung
des weiteren, spitzen Winkelhebels innerhalb seiner Arme auf der gleichen Drehachse
zu ermöglichen.
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Bekannt ist ferner ein Zwischengeschirr mit Seilkraftausgleich durch
dreifache Winkelhebel, bei welchem der Hebelwinkel eines am Förderkorb angelenkten
Winkelhebels von den unter sich gleichen Winkeln des zweiten und dritten Winkelhebels
verschieden ist. Es war in diesem Zusammenhang auch schon bekanpt, daß sich der
Seilkraftausgleich mit wachsendem Verhältnis der Höhe zur Breite der Winkelhebel
verschlechterte, daß also der Seilkraftausgleich umso besser wurde, je stumpfer
der Hebelwinkel gewählt wurde. Dabei ging von von der Aufgabe aus, unterschiedliche
Seilkräfte in den einzelnen Seilen einer Mehrseilförderung infolge der unvermeidlichen
kleinen Unterschiede zwischen den Seillauf-Durchmessern und im Elastizitätsmodul
des Seilwerkstoffs auszugleichen. Zur Lösung dieser Aufgabe wurde aber kein bestimmter
Winkelbereich als besonders vorteilhaft beschrieben. Vielmehr wurde ausgeführt,
daß bei einem theoretisch vollkommenen Seilkraftausgleich durch die Seilaufhängung
an drei zentrisch aufgehängten Stangenhebeln, die als Winkelhebel mit einem Hebelwinkel
von 180° aufgefaßt werden können, die Stangenhebel .wegen ihres indifferenten Gleichgewichts
nach und nach durch Seilverschiebung in eine unwirksame, nicht selbsttätig zu korrigierende
Endlage geraten.
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Eine genauere Betrachtung zeigt nun, daß bei den bekannten Vorrichtungen,
die von der Behandlung der Treibscheibe als starrem Körper ausgehen, eine wesentliche
Ursache immer noch auftretender Seilüberlastungen und Kräfteungleichheiten unberücksichtigt
geblieben ist, nämlich eine als Dehnungsschlupf zu bezeichnende Erscheinung. Das
Seil übt unter der Nutz- und Totlast auf den Umfang der Koepescheibe einen ungleichmäßigen
Druck aus.
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Der dabei entstehende Dehnungsschlupf der Scheibe soll möglichst konstant
sein. Das kann überraschenderweise, aber auch rechnerisch nachprüfbar, nur durch
einen sehr großen wirksamen Hebelwinkel erreicht werden, der andererseits deutlich
unter der theoretisch bisher als vollkommen angenommenen Größe von 180° liegt. Als
wirksamer Hebelwinkel ist dabei in der Ausführung mit einem Hebelwinkel, dessen
Drehpunkt mit dem Förderkorb verbunden ist und an dessen Armen die Seile der Zwei-
oder Mehrseil-Förderanlage befestigt sind, der Winkel zwischen den beiden Armen
zu verstehen. Ist bei einer Vier-, Sechs-, Acht- oder Mehrseil-Förderanlage in bekannter
Weise an einem Arm des mit dem Fördergefäß od. dgl. verbundenen ersten Winkelhebels
ein zweiter und am anderen Arm ein dritter Winkelhebel vorgesehen, so wird nach
der Erkenntnis, die der Erfindung zugrunde liegt, ein gewisser Dehnungsschlupfausgleich
erreicht, wenn nur der Winkel des ersten Hebels in dem als vorteilhaft erkannten
Winkelbereich liegt. Besser ist es aber, wenn alle drei Winkel zu dem Bereich gehören,
weil dann mit Sicherheit die übersetzung des Hebelsystems zwischen dem Anlenkpunkt
am Förderkorb oder -gefäß zu den Anschlagpunkten der Seile dem Dehnungsschlupf entgegenwirkt.
Erfindungsgemäß
kennzeichnet sich ein Zwischengeschirr der eingangs gekennzeichneten Art dadurch,
daß der Hebelwinkel größer als anderhalb rechte Winkel ist. Besonders vorteilhaft
ist es, wenn der Hebelwinkel im Bereich zwischen 140 und 160° liegt.
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Bei einer solchen Förderanlage mit mehr als vier Seilen, bei der an
dem einen Arm des mit dem Förderkorb verbundenen ersten Winkelhebels ein zweiter
und an dem anderen Arm des ersteren ein dritter Winkelhebel angelenkt ist, sind
erfindungsgemäß die Seile des dritten und jedes weiteren Seilpaares symmetrisch
am zweiten und dritten Winkelhebel angeschlagen.
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Ist die Seilzahl ungerade, so wird der Dehnungsschlupf wie auch der
Längenausgleich naturgemäß am besten dadurch erzielt, daß das unpaarige Seil über
dem Drehpunkt des Hebelsystems am ersten Winkelhebel befestigt ist.
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In der Zeichnung ist die Erfindung an Beispielen von Zwischengeschirren
mit je drei Winkelhebeln für Förderanlagen nach F i g. 1 mit vier Seilen, nach F
i g. 2 mit sechs Seilen und nach F i g. 3 mit acht Seilen erläutert.
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An dem Förderkorb 1 ist in dem Hebelbock 2 ein erster Winkelhebel
3 mit einem Winkel a von 160° (F i g. 1) gelagert, an dessen Armen ein zweiter Winkelhebel
4 mit einem Winkel ä von 145° (F i g. 1) und ein dritter Winkelhebel 5 mit einem
Winkel ä' gleicher Größe angelenkt sind. An den Armen der Hebel 4, 5 sind die Seile
G angeschlagen. Die Winkel der Hebel 3, 4, 5 liegen bei den Ausführungen nach F
i g. 2, 3 innerhalb des gleichen Bereichs über 135°.