DE12285C - Geräuschlos gehende Uhr, welche durch die Abnahme einer Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und regulirt wird - Google Patents
Geräuschlos gehende Uhr, welche durch die Abnahme einer Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und regulirt wirdInfo
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- DE12285C DE12285C DENDAT12285D DE12285DA DE12285C DE 12285 C DE12285 C DE 12285C DE NDAT12285 D DENDAT12285 D DE NDAT12285D DE 12285D A DE12285D A DE 12285DA DE 12285 C DE12285 C DE 12285C
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Description
1880.
Klasse 83.
MARCIEN ANTHOINE in PARIS.
Geräuschlos gehende Uhr, welche durch die Abnahme einer Flüssigkeit in Bewegung gesetzt
und regulirt wird.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Mai 1880 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft eine neue Art Uhren, die Stunden und Minuten angeben und
durch die gleichmäfsige Niveauabnahme einer Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und regulirt
werden.
. Das Aufziehen und Stellen dieser Uhren geschieht auf eine eigenthümliche Art und Weise.
Auf beiliegender Zeichnung stellt Fig. 1 eine Totalansicht der neuen Uhr dar, Fig. 2 dagegen
zeigt im Detail die Stellungsvorrichtung fur die Zeiger.
Das Princip meines neuen Systems ist folgendes.
Das Räderwerk bezw. die Zeiger werden durch das Abrollen einer Kette in Bewegung
gesetzt, die mit einem Ende an einer Rolle, mit dem anderen Ende aber an einem Schwimmer
befestigt ist, welcher auf dem Niveau einer in einem Gefäfse enthaltenen und aus demselben
gleichmäfsig abfliefsenden Flüssigkeit schwimmt.
Die in dem Gefäfse enthaltene Flüssigkeit kann auf irgend eine beliebige, aber regelmäfsige
und gleichförmige Art und Weise aus demselben abgelassen werden. Die Niveauabnahme kann
daher sowohl, wie vorliegend gezeichnet, durch die Speisung eines Lampenbrenners, als auch
durch das Functioniren eines Tropfenzählers oder durch irgend ein anderes passendes Mittel
veranlafst werden.
Nachfolgende Beschreibung bezieht sich auf die Anwendung meiner Erfindung auf eine Uhr
mit beleuchtetem Zifferblatt, d. h. also auf eine solche, die zu gleicher Zeit das zur Erleuchtung
ihres Zifferblattes nöthige Licht producirt.
Zu diesem Zwecke besteht mein Apparat aus einem Räderwerk mit dem Zifferblatt, ferner
aus einem Gefäfs, in welches man die Flüssigkeit giefst, durch deren Verbrennung das Licht
producirt werden soll, und aus einem mit dem Gefäfse communicirenden und einen Docht enthaltenden
Rohre von kleinem Durchmesser. Dasselbe ist oben mit einem Brenner nebst
Glocke, Cylinder und einer Regulirungsschraube zum Einstellen der Flamme versehen. Dieser
ganze Mechanismus kann, mit Ausnahme des Zifferblattes und des Brenners, durch eine
Statuette oder irgend ein anderes Mittel passend verkleidet werden.
Der Apparat functionirt, wie folgt:
Man giefst die zur Erleuchtung dienende Flüssigkeit b in das Gefäfs α und läfst den Schwimmer e auf ihr schwimmen. Dieser ist mit dem Räderwerk der Uhr durch eine Kette in Verbindung gesetzt, die auf einer Trommel, auf welcher das Boden- oder Walzenrad sitzt, befestigt ist. Da das Gefäfs a mit einem Rohre d communicirt, welches mit einem Dochte und einem Brenner versehen ist, so ist es klar, dafs, sobald der Docht angezündet worden ist, das Niveau der Flüssigkeit in dem Gefäfse a und mit ihm der Schwimmer e sich senken wird. Hierdurch bewegt letzterer vermittelst der Kette oder Schnur / die Trommel g, die endlich das ganze Räderwerk der Uhr in Rotation versetzt.
Man giefst die zur Erleuchtung dienende Flüssigkeit b in das Gefäfs α und läfst den Schwimmer e auf ihr schwimmen. Dieser ist mit dem Räderwerk der Uhr durch eine Kette in Verbindung gesetzt, die auf einer Trommel, auf welcher das Boden- oder Walzenrad sitzt, befestigt ist. Da das Gefäfs a mit einem Rohre d communicirt, welches mit einem Dochte und einem Brenner versehen ist, so ist es klar, dafs, sobald der Docht angezündet worden ist, das Niveau der Flüssigkeit in dem Gefäfse a und mit ihm der Schwimmer e sich senken wird. Hierdurch bewegt letzterer vermittelst der Kette oder Schnur / die Trommel g, die endlich das ganze Räderwerk der Uhr in Rotation versetzt.
Das mit 60 Zähnen versehene Boden- oder Walzenrad greift in den mit zehn Zähnen versehenen
Trieb der Centralaxe h; diese letztere vollendet also sechs Umdrehungen, wenn die
Trommel g eine Umdrehung macht.
Durch die Centralaxe wird die Stange i des grofsen Zeigers in Umdrehung versetzt, und
durch diese endlich- auch das Zeigerwerk j, welches dem kleinen Zeiger einen zwölfmal
langsameren Gang ertheilt.
Da die bezüglichen Dimensionen des Gefäfses, der Trommel, der Räder und Getriebe
vorher so berechnet worden sind, dafs die vollständige Entleerung des Gefäfses einer gewissen
Anzahl von Umdrehungen der Zeiger entspricht, so ist klar, dafs, je schneller die Verbrennung
von statten geht, desto schneller sich auch die Zeiger drehen werden; infolge dessen wird die
Uhr die Neigung haben, vorzugehen. Hieraus ergiebt sich ein sehr leichtes Mittel, um die
Uhr zu reguliren, welches darin besteht, die Höhe der Flamme constant zu erhalten.
Dies wird leicht dadurch erreicht, dafs man einen Cylinder anwendet, der mit einem in
passender Stellung angebrachten Merkzeichen versehen ist; die Flammenspitze wird mm genau
in der Höhe dieses Merkzeichens eingestellt. Dieser Regulator vertritt die Stelle des
Pendels bei den Wanduhren und der Spiralfeder bei den Taschenuhren.
Die sehr einfache Vorrichtung zum Aufziehen und Stellen meiner Uhr ist folgende:
Vermittelst des Knopfes in wird der Stellstift
r so auf die Sperrklinke η niedergedrückt, dafs diese in die Zähne des Bodenrades eingreift;
man kann ferner die Axe h durch den Knopf o, und die Trommel g durch den
Knopf / von der Rückseite der Uhr aus drehen.
Der Apparat functionirt, wie folgt:
Ist die Flüssigkeit in dem Gefäfse α vollständig erschöpft und ist infolge dessen der
Schwimmer bis auf den Boden desselben niedergegangen und hat die Bewegung also vollständig
aufgehört, so füllt man, um die Uhr wieder in Gang zu bringen, dafs Gefäfs α wieder mit
der Flüssigkeit an und dreht den Knopf ο von links nach rechts, um den Schwimmer e mittelst
der Trommel g und der Kette / wieder aufzuwinden. Während dieser Operation drehen
sich die Zeiger in entgegengesetzter Richtung. Hört man auf, den Knopf weiter zu drehen,
so geht der Schwimmer wieder so weit hinab, bis er auf dem Niveau der Flüssigkeit schwimmt,
in welchem Augenblick die Zeiger wieder stehen bleiben. Durch die brennende, sich hierbei
aufzehrende und aus dem Gefäfse hierdurch allmälig abfliefsende Flüssigkeit wird die Uhr
also im Gang erhalten.
Nachdem so die Uhr aufgezogen worden, müssen die Zeiger auf die entsprechende Zeit
eingestellt werden. Der Docht wird angezündet und man drückt auf den Knopf in, wodurch
die Feder η in die Zähne des Walzen- oder Bodenrades eingreift, und letzteres dadurch anhält.
Hierauf dreht man den Knopf ο in entsprechender Richtung herum, um die Zeiger,
entsprechend der Zeit, an ihre bestimmte Stelle zu bringen. Läfst man alsdann den Knopf m
wieder los, so treibt die Feder η denselben wieder in die Höhe, und da alsdann das
Walzenrad nicht mehr arretirt ist, so dreht es sich wieder mit der Walze g,' wobei alle Räder
und Getriebe wieder in Bewegung kommen.
Die Uhr ist nunmehr im Gange, und da die bezüglichen Dimensionen des Gefäfses, der
Walze und der Räder, ebenso wie die Schnelligkeit des Verbrauches der Flüssigkeit vorher genau
ausgerechnet worden sind, damit die Zeiger auch genaue chronometrische Angaben machen,
so wird die Uhr nunmehr in der That die Zeit so lange genau angeben, bis das Gefäfs geleert
ist.
Da die. Uhr durch den Verbrauch der Flüssigkeit functionirt, so ist klar, dafs sie immer
regelmäfsig gehen wird, welches auch die Mittel sein mögen, die dazu angewendet werden, diesen
Verbrauch zu bewirken. So kann man z. B. in dem Gefäfse, wie bereits oben erwähnt, einen
Tropfenzähler anbringen, der gleichfalls eine gleichmäfsige Niveauabnahme der Flüssigkeit
herbeiführt, und der die Uhr in Gang bringt und erhält, ohne dafs man den Docht anzuzünden
braucht. Will man die Niveauabnahme durch Verbrennung veranlassen, so hat man
nur das Gefäfs zu füllen und seine Communication mit dem Tropfenzähler aufzuheben, den
Docht anzuzünden und die Zeiger zu stellen, wie oben erörtert worden. Auf diese Weise
kann die Uhr Tag und Nacht, mit oder ohne Licht gehen.
Das Zifferblatt kann undurchsichtig oder durchsichtig sein, im ersteren Falle wird dar Brenner
vor, in letzterem Falle hinter dem Zifferblatt angebracht.
Claims (2)
1. Eine Uhr zur Zeitbestimmung, bei welcher die Bewegung durch den Ausfmfs oder die
Verbrennung einer Flüssigkeit hervorgerufen wird, deren Niveauveränderung mittelst eines
Schwimmers und einer Kette auf die Windetrommel der Uhr wirkt.
2. Bei dergleichen Uhren die Regulirung mittelst Einstellung der Flamme auf eine gewisse
Höhe, die an dem Cylinder der Lampe oder durch einen sonstigen Fixpunkt markirt ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE12285C true DE12285C (de) |
Family
ID=289508
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT12285D Active DE12285C (de) | Geräuschlos gehende Uhr, welche durch die Abnahme einer Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und regulirt wird |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE12285C (de) |
-
0
- DE DENDAT12285D patent/DE12285C/de active Active
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