DE1189986B - Verfahren zur kontinuierlichen Spaltung von Rueckstaenden, die bei der katalytischenHerstellung von Acrylsaeure bzw. ihren Estern aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasserbzw. Alkoholen entstehen - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Spaltung von Rueckstaenden, die bei der katalytischenHerstellung von Acrylsaeure bzw. ihren Estern aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasserbzw. Alkoholen entstehen

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DE1189986B
DE1189986B DEB66463A DEB0066463A DE1189986B DE 1189986 B DE1189986 B DE 1189986B DE B66463 A DEB66463 A DE B66463A DE B0066463 A DEB0066463 A DE B0066463A DE 1189986 B DE1189986 B DE 1189986B
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Description

  • Verfahren zur kontinuierlichen Spaltung von Rückständen, die bei der katalytischen Herstellung von Acrylsäure bzw. ihren Estern aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasser bzw. Alkoholen entstehen Bei der Herstellung von Acrylsäure bzw. der Acrylsäureester aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasser bzw. Alkoholen in Gegenwart von Katalysatoren bei erhöhter Temperatur und erhöhtem Druck entstehen neben der Acrylsäure bzw. den Acrylsäureestern eine Reihe von höhersiedenden Nebenprodukten, die bei der Destillation als Rückstand verbleiben.
  • Dieser Rückstand enthält etwa 90°/o spaltbare Verbindungen, wie Acrylsäure-ß-carboxyäthylester (Diacrylsäure), Polyacrylsäure mit der Aufbauart der Diacrylsäure, Hydracrylsäure und höhermolekulare, harzartige Stoffe bzw. die Ester der aufgeführten Verbindungen. Außerdem sind anorganische Stoffe in den Rückständen enthalten. Zur weiteren Verwendung müssen diese Rückstände in die monomeren Verbindungen aufgespalten werden.
  • Es ist bekannt, daß man niedermolekulare polymere Ester der Acrylsäure, besonders der Diacrylsäure mit sauren Katalysatoren zu Acrylsäure spalten kann (vgl. die USA.-Patentschrift 2806 878). Es ist weiter bekannt, das Hydracrylsäure beim Destillieren teilweise in Acrylsäure und Wasser zerfällt (Beilsteins Handbuch der Organischen Chemie, Bd. 3, 1921, S.296). Für Hydracrylsäure und Dihydracrylsäure sind außerdem Spaltverfahren bekannt, bei denen Schwefelsäure oder Phosphorsäure als Katalysatoren verwendet werden (vgl. die USA.-Patentschriften 2469701 und 2485510).
  • Die kontinuierliche Spaltung der genannten Rückstände in die entsprechenden monomeren Säuren oder Ester nach einem der vorstehend beschriebenen Verfahren führt technisch zu keinem betriedigenden Ergebnis. Um die Monomeren in guter Ausbeute zu gewinnen, müssen zur Spaltung bis zu 60 o, mindestens jedoch 15 0/o, konzentrierte Phosphorsäure, bezogen auf die Rückstände, angewandt werden. Eine wirtschaftliche Arbeitsweise macht es erforderlich, diese Phosphorsäure aus dem Rückstand nach der Spaltung wiederzugewinnen, was einen erheblichen Kostenaufwand bedeutet. Bei der Anwendung von konzentrierter Schwefelsäure an Stelle der Phosphorsäure als Spaltkatalysator erübrigt sich eine Rückgewinnung, besonders bei einem Schwefelsäurezusatz zu den Rückständen von nur 1 bis 5 O/o. Bei der Verwendung von konzentrierter Schwefelsäure als Spaltkatalysator werden reine Monomeren erhalten, da flüchtige Verbindungen, die hohe Farbzahlen im Destillat verursachen können, durch Oxydation zerstört werden. Das bei der Reaktion entstehende Schwefeldioxyd bewirkt jedoch häufig, besonders bei einem längeren Arbeitszeitraum, im Reaktionsgefäß und in der Vorlage unerwünschte Acrylsäure- bzw.
  • Acrylsäureesterpolymerisation. Für die kontinuierliche Arbeitsweise konnte bisher Schwefelsäure als Spaltkatalysator nicht verwendet werden.
  • Es wurden auch schon Ester der salpetrigen Säure, N-substituierte N-Nitrosohydroxylamine, deren Salze Acetylengruppen enthaltende Phenylendiamine, 4-Methyl- bzw. 4-Äthylbrenzkatechin als Stabilisierungsmittel für polymerisierbare monomere Verbindungen verwendet. Diese Verbindungen eignen sich infolge ihrer thermischen Unbeständigkeit bei den nach dem Verfahren der Erfindung angewandten Spalttemperaturen nicht für die Stabilisierung der hierbei erhaltenen Acrylsäure bw. deren Ester. Weiterhin ist es bekannt, daß man zur Stabilisierung von leicht polymerisierbaren Stoffen Stickstoffmonoxyd verwenden kann. Die Verwendung von Stickstoffmonoxyd als Stabilisierungsmittel setzt jedoch voraus, daß unter Ausschluß von Sauerstoff gearbeitet wird, da Stickstoffmonoxyd, sobald es mit Stickstoff zusammenkommt, in Stickstoffdioxyd übergeführt wird. Eine solche Arbeitsweise erfordert einen erhöhten technischen Aufwand. Aus der USA.-Patentschrift 2807573 ist es bekannt, daß man bei der Reinigung von Acrylsäurenitril durch extraktive Destillation in Gegenwart von Sauerstoff als Polymerisationsverzögerern arbeiten kann. Verwendet man an Stelle von nach der Erfindung beanspruchtem Stabilisierungsmittel Sauerstoff, so wird das Reaktionsgefäß durch Ablagerungen von Polymeren verstopft, so daß sich die Spaltung nicht kontinuierlich durchführen läßt.
  • Es wurde auch schon ein Verfahren zur Gewinnung von Acrylsäure durch kontinuierliche Spaltung von Acrylsäurederivaten vorgeschlagen, die bei der katalytischen Herstellung von Acrylsäure aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasser nach dem Abdestillieren der rohen Acrylsäure als Destillationsrückstand entstanden sind und die vorwiegend aus Diacrylsäure, Hydracrylsäure, Polyacrylsäure und monomerer Acrylsäure bestehen, in dem man die Acrylsäurederivate unter vermindertem Druck verdampft und die Dämpfe unter vermindertem Druck durch auf Temperaturen von 350 bis 6500 C, vorzugsweise 450 bis 6000 C, erhitzte Gefäße bei einer Verweilzeit von etwa 0,2 bis 2 Sekunden leitet (vgl. das deutsche Patent 1151501) .
  • Es wurde nun gefunden, daß man Rückstände, die bei der katalytischen Herstellung von Acrylsäure bzw. Acrylsäureestern aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasser bzw. Alkoholen erhalten wurden, in die entsprechenden monomeren Säuren oder Ester bei höherer Temperatur in Gegenwart saurer Katalysatoren kontinuierlich dadurch spalten kann, wenn man die Spaltung in Gegenwart von Äthern oder diese während der Spaltung liefernden Alkoholen als stabilisierend wirkende Lösungsmittel bei Temperaturen von mindestens 1500 C, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 200 und 2300 C, und gegebenenfalls in Gegenwart von Alkoholen durchgeführt.
  • Aus wirtschaftlichen Gründen verwendet man als Katalysator zweckmäßig konzentrierte Schwefelsäure in Mengen von 1 bis 10 Gewichtsprozent, vorzugsweise 1,5 bis 8 Gewichtsprozent, bezogen auf den zu spaltenden Rückstand.
  • Als stabilisierend wirkende Lösungsmittel eignen sich Äther, wie Tetrahydrofuran, Dimethyläther, Diäthyläther oder Dibutyläther. Sie werden in Mengen von 1 bis 20 Gewichtsprozent, vorzugsweise 2 bis 4 Gewichtsprozent, bezogen auf den zu spaltenden Rückstand, zugesetzt. Der Äther wirkt stabilisierend auf die monomere Acrylsäure bzw. den monomeren Acrylsäureester im Reaktionsgefäß, bei der Verflüssigung des austretenden Dampfes sowie in der Vorlage, so daß trotz der Anwendung von konzentrierter Schwefelsäure als Spaltkatalysator über einen längeren Arbeitszeitraum hinweg keine Polymerisation der Monomeren eintritt.
  • Es ist auch möglich, den Äther erst im Reaktionsgefäß durch Einbringen des entsprechenden Alkohols zu erzeugen, da unter den Spaltbedingungen die Ätherbildung bereits begünstigt ist. Gleichzeitig reagiert jedoch die Hauptmenge des Alkohols mit der freigesetzten Acrylsäure zum Acrylsäureester.
  • Um eine einheitliche Endverbindung zu erhalten, ist es vorteilhaft, die gesamte freigesetzte monomere Acrylsäure mit überschüssigem Alkohol zu verestern, also die Rückstände, in Acrylsäureester überzuführen.
  • Vorteilhaft führt man dem Reaktionsgefäß ein Gemisch zu, das aus dem Rückstand, Schwefelsäure und so viel Alkohol besteht, daß die gebildete monomere Acrylsäure zum größten Teil verestert wird. Der zur vollständigen Veresterung erforderliche überschüssige Alkohol wird dem Acrylsäureester-Acrylsäure-Dampfgemisch erst dann zugemischt, nachdem dieses den Umlaufverdampfer verlassen hat. Durch diese Arbeitsweise wird der Athergehalt des Destillats unter 3 Gewichtsprozent gehalten.
  • Die Spaltung wird bei Temperaturen von mindestens 150° C, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 200 und 2300 C durchgeführt.
  • Durch die Zugabe von Äthern zum Reaktionsgemisch findet im auf eine Temperatur von 200 bis 2300 C erhitzten Reaktionsgefäß eine heftige Dampfentwicklung statt, wodurch sich ein rascher und vollständiger Umlauf des Reaktionsgefäßinhaltes ergibt.
  • Dadurch wird eine mechanische Umwälzpumpe überflüssig, so daß sich die Spaltung z. B. in einem einfachen Umlaufverdampfer durchführen läßt. Es können auch Gemische aus Äthern mit anderen leichtsiedenden Verbindungen, die unter den Reaktionsbedingungen nicht verändert werden und sich mit den Rückständen mischen, z. B. Aceton oder Chloroform, zugesetzt werden. Außerdem ist es möglich, den Ather oder Alkohol und das Gemisch aus Rückstand und Schwefelsäure getrennt dem Umlaufverdampfer zuzuführen. Der Äther oder Alkohol wird dabei flüssig oder dampfförmig, z. B. über ein eigenes Verdampfungsgefäß, gegebenenfalls über einen Vorerhitzer, in den Umlaufverdampfer geführt, wodurch ebenfalls die Umwälzung des Inhaltes des Umlaufverdampfers unter gleichzeitiger Stabilisierung der sich bildenden monomeren Acrylsäure bzw. des sich bildenden monomeren Acrylsäureesters erreicht wird.
  • Man kann die Spaltung entweder bei Normaldruck oder im Vakuum durchführen. Zweckmäßig arbeitet man bei einem Druck von etwa 100Torr. Die gebildete monomere Acrylsäure bzw. der monomere Acrylsäureester destilliert über eine kurze Kolonne aus dem Umlaufverdampfer ab. Der noch gut flüssige Rückstand läßt sich aus dem Umlaufverdampfer kontinuierlich austragen. Er ist wasserlöslich. Nach dem Erkalten wird er zähflüssig. Die Ausbeute an monomerer Acrylsäure bzw. monomerem Acrylsäureester beträgt etwa 800/0 der Theorie, bezogen auf die angewandte Menge Rückstand. Nach der Abtrennung des zugesetzten Stabilisierungsmittels und des mitgeführten Wassers erhält man qualitativ einwandfreie monomere Acrylsäure bzw. deren Ester.
  • Die in den Beispielen genannten Teile sind Gewichtsteile.
  • Beispiel 1 Einem 1,5 l fassenden Umlaufverdampfer, der mit einer 20 cm langen Füllkörperkolonne mit Destillationsaufsatz und einem Abscheider versehen ist, werden stündlich 450 Teiles eines Gemisches, bestehend aus 430 Teilen des bei der Destillation von Acrylsäure entstandenen Rückstandes, 13 Teilen Tetrahydrofuran und 7 Teilen konzentrierter Schwefelsäure, zugeführt. Die Heizbadtemperatur beträgt 2300 C. In der Vorrichtung wird ein Druck von 100 Torr eingestellt. Man erhält stündlich 354 Teile eines farblosen Destillats, in dem 310 Teile Acrylsäure enthalten sind. Gleichzeitig wird der noch gut flüssige Spaltrückstand ausgetragen und verworfen.
  • Die Durchsatzmenge beträgt 6700 Teile des angewandten Rückstandes je Tag und Liter Reaktionsraum.
  • Verwendet man an Stelle von Tetrahydrofuran Diäthyläther, so erhält man die gleichen Ausbeuten an Acrylsäure.
  • Führt man dagegen die Spaltung in Abwesenheit von Tetrahydrofuran oder Diäthyläther durch, so erhält man stündlich nur 270 Teile Acrylsäure. Im Umlaufverdampfer und in der aufgesetzten Füllkörperkolonne lagert sich polymere Arylsäure ab, die nicht mit dem Rückstand ausgetragen werden kann.
  • Beispiel 2 Einem Umlaufverdampfer wie im Beispiel 1 werden stündlich 400 Teile eines Gemisches, bestehend aus 360 Teilen des bei der Destillation von Acrylsäure-nbutylester entstandenen Rückstandes, 16 Teilen n-Butanol und 24 Teilen konzentrierter Schwefelsäure, zugeführt. Die Heizbadtemperatur beträgt 2100 C. In der Vorrichtung wird ein Druck von 100 Torr eingestellt. Es werden stündlich 340 Teile einer zweischichtigen Flüssigkeit erhalten, die aus einer organischen Schicht von 320 Teilen und einer wäßrigen Schicht von 20Teilen besteht. Insgesamt werden stündlich aus beiden Schichten 255 Teile Acrylsäure-n-butylester und 44 Teile Acrylsäure erhalten. Der Rückstand wird ausgetragen und verworfen. Die Durchsatzmenge beträgt 5800 Teile des angewendeten Rückstands je Tag und Liter Reaktionsraum.
  • Führt man dagegen die Spaltung in Abwesenheit von n-Butanol durch, so verringert sich die Ausbeute an Acrylsäure-n-butylester auf stündlich 210 Teile und die Ausbeute an Acrylsäure auf stündlich 30Teile. Im Umlaufverdampfer und in der aufgesetzten Füllkörperkolonne lagern sich Polymere ab, die nicht mit dem Rückstand ausgetragen werden können.
  • Beispiel 3 Einem 1,5 1 fassenden Umlaufverdampfer, der mit einer 40 cm langen Füllkörperkolonne mit Kühler, Destillationsaufsatz und einem Abscheider versehen ist, werden stündlich 370 Teile eines Gemisches, bestehend aus 240 Teilen des bei der Destillation von Acrylsäure entstandenen Rückstandes, 19 Teilen konzentrierter Schwefelsäure und 111 Teilen Äthanol, zugeführt. Das Heizbad für den Umlaufverdampfer wird auf eine Temperatur von 2300 C eingestellt, während der Kühler auf 840 C erhitzt wird. Die in die Füllkörperkolonne eintretenden Dämpfe enthalten neben dem Acrylsäureäthylester noch etwas Acrylsäure. Zur Veresterung der restlichen, noch nicht umgesetzten Acrylsäure werden stündlich 150 Teile Äthanol in einem eigenen Verdampfungsgefäß verdampft und in den unteren Teil der Kolonne eingeleitet. Dem Dampfgemisch strömen über den Kolonnenkopf stündlich 15 Teile eines Gemisches, bestehend aus 3 Teilen konzentrierter Schwefelsäure und 10 Teile äthanol, entgegen. Man erhält stündlich 460 Teile einer farblosen zweischichtigen Flüssigkeit, in der 244 Teile Acrylsäureäthylester enthalten sind. Die Flüssigkeit ist frei von Acrylsäure und der Äthergehalt liegt unter 3 O/o. Der Spaltrückstand wird ausgetragen und verworfen. Die Durchsatzmenge beträgt 3900 Teile des angewendeten Rückstandes je Tag und Liter Reaktionsraum.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur kontinuierlichen Spaltung von Rückständen, die bei der katalytischen Herstellung von Acrylsäure bzw. Acrylsäureestern aus Acetylen, Kohlenmonoxyd und Wasser bzw.
    Alkoholen erhalten wurden, in die entsprechenden monomeren Säuren oder Ester bei höherer Temperatur in Gegenwart saurer Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man die Spaltung in Gegenwart von 1 bis 20 Gewichtsprozent von Athern oder diese während der Spaltung liefernden Alkoholen als stabilisierend wirkende Lösungsmittel bei Temperaturen von mindestens 1500 C, vorzugsweise bei Temperaturen zwischen 200 und 2300 C, und gegebenenfalls in Gegenwart von Alkoholen durchführt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Spaltung in Gegenwart von 2 bis 4 Gewichtsprozent eines ethers als stabilisierend wirkendes Lösungsmittel durchführt. ~~~~~~~~~~ In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschrift Nr. 892455; deutsche Auslegeschriften Nr. 1 016264, 1 030, 1 080 556, 1 092 005; USA.-Patentschriften Nr. 2 807 573, 2 806 878, 2 485 510, 2469701.
    In Betracht gezogene ältere Patente: Deutsches Patent Nr. 1 151 501.
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