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Freilaufkupplung mit kippbaren Klemmstücken Die Erfindung bezieht
sich auf eine Freilaufkupplung mit zwischen der innenzylindrischen Klemmfläche des
Kupplungsaußenteiles und der außenzylindrischen Klemmfläche des Kupplungsinnenteiles
angeordneten kippbaren Klemmstücken, die unbeeinflußt von Fliehkräften nur durch
Federkraft gleichzeitig gegen die Klemmflächen von Innen- und Außenteil gedrückt
werden.
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Die Lebensdauer solcher Klemmstück-Freilaufkupplungen wird bekanntlich
durch die Abnutzung und Bildung von Abflachungen an der Berührungslinie der Klemmstückeingriffsflächen
mit den Klemmflächen des Innenteiles begrenzt. Die Verwendung verschleißfester Werkstoffe
und druckfester Schmieröle kann zwar die Abnutzung und die Ausbildung von Abflachungen
an den Klemmstückeingriffsflächen vermindern, jedoch wird bei Anwendung solcher
Schmieröle der Reibungskoeffizient zwischen den Klemmstücken und den Klemmflächen
des Innen- und Außenteiles so herabgesetzt, daß ein sicherer Kraftschluß bei Umkehr
der Relativdrehrichtun g im Sinne des Kuppelns in Frage gestellt wird.
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Bei Klemmstück-Freilaufkupplungen mit im Freilaufbetrieb schnell umlaufendem
Außenteil ist man deshalb dazu übergegangen, die Klemmstücke so auszubilden, daß
sie durch die auf sie wirkende Fliehkraft gegen die Wirkung der Anpreßfeder gekippt
und damit von der Klemmfläche des Innenteiles abgehoben werden, um den Verschleiß
herabzusetzen. Solche Kupplungen können aber nur bei Stillstand oder bei niedrigen
Drehzahlen des Außenteiles fassen, nämlich dann, wenn die auf die Klemmstücke wirkende
Fliehkraft von der Federkraft überwunden worden ist. Kupplungen mit Abhebung der
Klemmstücke durch Fliehkraft sind also unbrauchbar, wenn bei höheren Drehzahlen
von Innen- und Außentell gekuppelt werden muß. Ein weiterer Nachteil besteht bei
Kupplungen mit Fliehkraftabhebung der Klemmstücke darin, daß nach dem Einkuppeln
bei Stillstand oder niedriger Drehzahl des Außenteiles die Möglichkeit besteht,
daß der Kupplungszustand unbeabsichtigt unterbrochen wird. Dies geschieht nämlich
dann, wenn im gekuppelten Zustand hohe Drehzahlen erreicht werden und dabei Drehzahlschwankungen
verbunden mit Abfall des zu übertragenden Drehmomentes auf Null auftreten. In diesem
Fall können sich die Klemmstücke, weil sie kein Drehmoment zu übertragen haben,
unter der Wirkung der Fliehkraft von der Klemmfläche des Innenteiles abheben. Das
Wiedereinkuppeln erfolgt dann mit hartem Schlag beim Absinken der Drehzahl des Außenteiles
und verursacht hierdurch Beschädigungen oder aar Brüche im Antrieb.
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Es sind Klemmstück-Freilaufkupplungen bekannt, bei denen der Massenschwerpunkt
der Klemmstücke in der Kippachse der Klemmstücke liegt, so daß die Fliehkraft die
Klemmstücke nicht gegen die Wirkung der Anpreßfeder von der Klemmfläche des Innenteiles
abheben kann. Bei hohen Relativdrehzahlen im Freilaufbetrieb zwischen Innen- und
Außenteil tritt somit zwischen den Klemmstückeingriffsflächen und den Klemmflächen
des Innenteiles Verschleiß ein, weil ja die Klemmstücke dauernd durch Federkraft
in Eingrifftsbereitschaft gehalten werden.
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Man hat diesen Nachteil des dauernden Verschleißes durch das Schleifen
der durch Federkraft gegen die Klemmfläche des Innenteiles angedrückten Klemmstückeingriffsflächen
dadurch zu vermindern versucht, daß mit Hilfe eines Schleifringes oder Käfigs, der
bei seiner Relativbewegung gegenüber dem Innenring leicht gebremst wird, die Klemmstücke
bei Relativdrehung beider Teile entgegen der Anpreßfederkraft abgehoben werden.
Diese Lösung befriedigt aber ebenfalls nicht. Zum einen ist die Bremsung des verwendeten
Käfigs notwendigerweise mit Verschleiß verbunden, zum anderen bleiben die durch
den gebremsten Käfig von der Kleinniffäche des Innenteiles abgehobenen Klenimstücke
so lange ohne Berührung mit dieser Klemmfläche des Innenteiles, bis diese die Synchrondrehzahl
zwischen Innen- und Außenteil überschritten hat. Erst dann werden die Klemmstücke
wieder zur Anlage an die Klemmfläche des Innenringes gebracht, so daß das anschließende
Kuppeln ebenfalls mit einem unan-Pnehmen Drehmomentenstoß verbunden ist. Die
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rsache dieses nachteiligen Verhaltens liegt darin, daß die auf den
Käfig wirkende und die Klemmstücke abhebende Bremskraft unabhängig von der
elativdrehzahl zwischen Käfig und Innenteil ist und
erst
nach Umkehr der Relativdrehrichtung ihre Wirkungsrichtung umkehrt.
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Es sind weiter als Schraubmuffen-Zahnkupplung ausgebildete Freilaufkupplungen
bekannt, die Einrückhilfsklinken aufweisen. DieseEinrückhilfsklinken schleifen,
ähnlich wie die Klemmstücke bei Klemmstück-Freilaufkupplungen, im Freilaufzustand
auf dem überholenden Kupplungsteil und sind dadurch dem Verschleiß unterworfen.
Zur Verminderung dieses Verschleißes wird ein ölstrom so in den Raum zwischen den
beiden Kupplungshälften eingeleitet, daß im Freilaufzustand Taschen der als zweiarmige
Hebel ausgeführten Klinken mit öl gefüllt werden, wodurch die Fliehkraft
die Klinken kippen und von der Anlagefläche abheben kann. Auch hier wirkt sich die
Fliehkraft nachteilig aus, da bei hohen Drehzahlen das Einrücken der Klinken erst
kurz vor dem Synchronismus erfolgen wird.
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Des weiteren ist es bei einer ÜberholkuppIung mit zwischen zwei Laufringen
angeordneten Klemmkörpern, die in Aussparungen eines Käfigs geführt sind, zur Verminderung
der Reibung bekannt, den Aussparungen des Käfigs durch radial verlaufende Bohrungen
Drucköl zuzuführen. Mittels dieser zusätzlichen Schmierung wird zwar der Reibverschleiß
eingeschränkt, es treten jedoch wegen der konstanten Zuführung des Schmierinittels
unter statischem Druck Schwierigkeiten dadurch auf, daß beim Übergang aus dem Freilaufbetrieb
in den Kupplungszustand die Klemmwirkung nicht zuverlässig und schnell genug eintritt,
weil das Drucköl auch bei geringer Drehzahldifferenz oder synchroner Drehzahl der
Laufringe immer noch unter dem Einfluß der Fliehkraft in die Aussparungen des Käfigs
gepreßt wird und dort beim Einkuppeln von den Klemmkörpern verdrängt werden muß,
bevor diese fassen können.
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Für eine Klemmrollen-Freilaufkupplung, bei der die Klemmrollen im
Freilaufbetrieb durch Drucköl von ihrer Gegenfläche abgehoben werden, ist auch schon
der Einbau einer Kapselpumpe in die Kupplung vorgeschlagen worden.
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Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, die geschilderten
Nachteile der bekannten Freilaufkupplungen zu vermeiden. Es soll eine Klemmstück-Freilaufkupplung
geschaffen werden, die sowohl hohe Relativdrehzahlen zwischen Innen- und Außenteil
bei Freilaufbetrieb als auch stoßfreies Kuppeln bei beliebig hohen Drehzahlen von
Innen-und Außenring zuläßt und außerdem geringen Verschleiß und hohe Lebensdauer
aufweist. Diese Aufgabe läßt sich lösen, wenn es gelingt, die Klemmstücke von der
Kleminfläche des Innenteiles im Freilaufbetrieb abzuheben und wenn gleichzeitig
dafür gesorgt wird, daß mit Annäherung an die Synchr,ondrehzahl von Innen- und Außenteil
die Kraft, welche die Klenunstücke abgehoben hat, kleiner wird als die Federkraft,
die alle Klemmstücke in Anlage an den Klemmflächen des Innen- und Außenteiles zu
halten sucht. Die Klemmstückeingriffsflächen müssen also bereits vor Erreichen der
Symhrondrehzahl wieder an der Klemmfläche des Innenteiles zur Anlage gekommen sein,
damit beim Erreichen der Synchrondrehzahl die Freilaufkupplung ohne Drehmomentenstoß
greifen kann. Da die Bedingung gestellt war, daß das Einkuppeln bei beliebigen Drehzahlen
des Innen- und Außenringes möglich sein soll, kann die Flichkraft für das
Ab-
heben der Klemmstücke nicht nutzbar gemacht werden. Sie darf vielmehr
keinen Einfluß auf die Stellung der Klemmstücke im Freilaufbetrieb haben.
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Die praktische Lösung der gestellten Aufgabe geht daher von einer
FreiIaufkupplung mit zwischen der innenzylindrischen Klemmfläche des Kupplungsaußenteiles
und der außenzylindrischen Klemmfläche des Kupplungsinnenteiles angeordneten kippbaren
Klemmstücken aus, die unbeeinflußt von Fliehkräfterr nur durch Federkraft gleichzeitig
gegen die Klemmflächen von Innen- und Außenteff gedrückt werden und besteht gemäß
der Erfindung darin, daß in die, von je zwei benachbarten Klenunstücken und dem
Innenteil gebildeten Lücken zumindest während der-Relativbewegung von Innen- und
Außenteil in Freilaufrichtung von der einen Stirnseite her ein Druckölstrom eingeführt
wird, der eine von der Bewegungsrichtung der Klemmstücke relativ zum Innenteil abweichende
Richtung aufweist. Die Wirkung dieser erfindungsgemäßen Maßnahme läßt sich wie folgt
erläutern: Wird dauernd oder mindestens bei Beginn des Freffaufbetriebes ein Druckölstrom
in die Lückeir zwischen den KIemmstücken und dem Innenteil voir der Stirnseite her
eingeführt, z. B. genau in axialbr-Richtung, dann hat dieser Ofstrom die gleiche
Umfangsgeschwindigkeit wie der Innenteil und in gekulypeltem Zustand wie die Klemmstücke.
Im Freilauf:-betrieb bewegen sich nun sämtliche Klemmstübke gemeinsam relativ zum
Irmenteil und führen damit: eine Bewegung senkrecht zu dem durch die Lücken hindurchfließenden
ölstrom aus. Der ölstrom wird durch die quer zu ihm erfolgende Bewegung der-Klemmstücke
in seiner Richtung umgelenkt und übt damit eine von der Retativgeschwindigkeit der
KIemmstücke gegen den Innenteil abhängige Kraft auf die Klemmstücke aus, die diese
gegen die Wirkung der die Klemmstücke gegen Innen- und Augenteil andrückenden Federkraft
von der KlemniMche des Innenteiles abhebt. Umgekehrt sinkt bei Armüherung an die
Synchrondrehzahl die eben erläuterte hydrodynamische Abhebekraft so weit, daß die
auf die KIenimstücke wirkende Federkraft die Klemmstücke noch vor Erreichen des
Synchronlaufes wieder zur Anlage an die Klemmfläche des Innenteiles und damit in
die Stellung der Eingriffsbereitschaft bringt.
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Selbstverständlich braucht der Ölstrom nicht genau in axialer Richtung,
d. h. mit der Umlaufdrehzahl des Innenringes quer durch die Lücken zwischen
den Klemmstücken hindurchzufließen. Es genügt bereits, wenn er eine von der Bewegungsrichtung
der Klemmstücke relativ zum Innenring abweichende Richtung aufweist. Wichtig ist
nur, daß ein Winkel zwischen der Richtung des Ölstromes und der Bewegungsrichtung
der Klemmstücke besteht. Ist dieser Winkel kleiner als 901, tritt die hydrodynamische
Abhebung erst bei höheren Relativdrehzahlen auf, während bei Winkeln über
901 das Abheben der Klemmstücke früher als im erstgeschilderten Fall eintreten
wird.
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Für die Einführung des ölstromes in die Lücken zwischen den Klemmstücken
hat es sich als zweckmäßig erwiesen, daß auf der einen Stirnseite des Freilaufes
eine ringförmige Druckölkammer angeordnet ist, die mit der Klemmfläche des Innenteiles
einen schmalen ringförmigen Eintrittsspalt für das Drucköl bildet, das durch diesen
Spalt auf dem gesamten Umfang in sämtliche Lücken einleitbar ist. Diese Druckölkammer
kann mit dem Innenteil umlaufen. Der in die Lücken eintretende Ölstrom hat
dann
die UmfanZsgeschwindigkeit des Innenteiles, und die Bewegungsrichtung der Klemmstücke
im Freilaufbetrieb bildet somit einen Winkel von 90'
zur Richtung des Ölstromes.
Man kann die Druckölkammer aber auch mit dem Außenteil umlaufen lassen. Da der Drucköleintrittsspalt
durch einen Teil der mit dem Außenteil umlaufenden Druckölkammer und der Klemmfläche
des Innenteiles begrenzt wird, erhält man im Kupplungszustand zunächst einen
Öl-
strom, der die gleiche Umfangsgeschwindigkeit hat wie der Innenteil, während
mit zunehmender Relativdrehzahl-des Außenteiles auch der durch den Eintrittsspalt
zwischen die Lücken der Klemmstücke eintretende Ölstrom relativ zum Innenteil noch
eine Geschwindigkeitskomponente in Umfangsrichtung erhält. Der Winkel zwischen ölstromrichtung
und Bewegungsrichtung der Klemmstücke wird somit kleiner als 901.
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Es hat sich weiterhin als zweckmäßig erwiesen, die der Drucköleinführseite
gegenüberliegende Stirnseite des Freilaufes durch eine mit dem Außenteil umlaufende
Stauscheibe abzudecken, die mit dem Innenteil einen schmalen ringförmigen Austrittsspalt
für das Drucköl bildet. Hierdurch läßt sich die benötigte Durchlaufmenge des Drucköls
wesentlich verkleinern. Legt man den Austrittsspalt auf einen kleineren Durchmesser
als die Klemmfläche des Innenteiles, dann ist sichergestellt, daß die in den Lücken
zwischen den Klemmkörpern befindliche ölmenge bis zur Klemmfläche des Innenteiles
reicht und nicht durch Fliehkräfte abgehoben werden kann.
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Für besondere Fälle ist es möglich, die Freilaufkupplung bzw. die
ölkammern als Kreiselpumpe zur Erzeugung des Druckölstromes auszubilden, nämlich
dann, wenn der Außenteil immer eine bestimmte Mindestdrehzahl im Freilaufbetrieb
hat. Hierzu wird zweckmäßig die eine Stirnseite gegen den Austritt von Drucköl abgedichtet
und die Druckölkammer auf der anderen Stirnseite als Pumpe ausgebildet, die aus
einem mit dem Kupplungsaußenteil umlaufenden, Rückströmöffnungen für das
öl aufweisenden Ring und einem mit dem Kupplungsinnenteil umlaufenden Schaufelkranz
bestehen kann.
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In allen übrigen Fällen wird.das benötigte Drucköl von einer Ölpumpe
geliefert, die das öl der Druckölkammer entweder durch den Innen-
-oder Außenteil der Kupplung zuführt.
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In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen teilweisen Querschnitt durch eine
erste Ausführungsforin, F i g. 2 einen Radialschnitt durch die Freilaufkupplung
nach F i g. 1,
F i g. 3 einen teilweisen Querschnitt für eine weitere
Ausführungsform, F i g. 4 einen Radialschnitt durch die Freilaufkupplung
nach F i g. 3,
F i g. 5 einen der F i g. 4 entsprechenden Radialschnitt
für eine weitere Ausführungsforin, F i g. 6 einen Radialschnitt entsprechend
F i g. 4 für eine vierte Ausführungsform, F i g. 7 einen Radialschnitt
entsprechend F i g. 4 für eine fünfte Ausführungsform, F i g. 8 eine
Teilansicht in der Ebene A der F i g. 7
und F i g. 9 eine Teilansicht
in der EbeneB der F i g. 7.
Wie die F ig. 1 und 3 am besten
zeigen, besteht die Freilaufkupplung aus einem Innenteil 1 mit außenzylindrischer
Klemmfläche 2 und einem Außenteil 3 mit innenzylindrischer Klemmfläche 4.
Zwischen Innen- und Außenteil sind in bekannter Weise Klemmstücke 5 angeordnet,
die entweder durch eine gemeinsame ringförmige Feder 6 oder, wie in F i
g. 3
dargestellt, durch einzelne Federn7 in Pfeilrichtung8 gekippt und dadurch
mit ihren beiden Eingriffsflächen 9 und 10 in Anlage an den Klemmflächen
2 und 4 gehalten werden. Sobald der Außenteil 3 sich in Richtung des Pfeiles
11 relativ zum Innenteil 1 zu bewegen versucht, klemmen sich die Klemmkörper
5
zwischen Innen- und Außenteil fest und stellen dadurch Klemmschluß zwischen
den Teilen 1 und 3
her. Tritt eine Relativbewegung zwischen Außenteil
3 und Innenteil 1 entgegen der Pfeilrichtung 11 ein, dann wird der
Klemmschluß gelöst, und der Außenteil-3 kann sich zusammen mit allen Klemmstücken
relativ zum Innenteil 1 bewegen, wobei bei dem in F i g. 1 und
3 dargestellten Freilauf die Klemmstückeingriffsfläche 10 durch die
Feder 6 bzw. die Federn 7 in Anlage an der Klemmfläche 2 des Innenteiles
1 gehalten werden und an diesem gleiten. Insoweit, wie bisher beschrieben,
stimmt die Klemmstück-Freilaufkupplung mit bekannten überein.
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Erfindungsgemäß wird nun zwischen den von den Klenunstücken
5 und der Klemmfläche 2 des Innenteiles gebildeten Lücken 12 ein Druckölstrom
etwa senkrecht zur Zeichenebene hindurchgeleitet. Bewegt sich der Außenteil
3 zusammen -mit den Klemmstücken relativ zum Innenteil 1 # in Richtung
des Pfeiles 13, dann wird der etwa senkrecht zur Zeichenebene in die Lücken
12 eintretende Ölstram umgelenkt und übt dadurch auf die Klemmstücke 5 eine
Kraft aus, die diesegegen die Federwirkung im Sinn des Pfeiles 14 kippt und damit
die Klemmstückeingriffsfläche 10 von der Klenunfläche 2 des Innenteiles
1 abhebt, so daß Innen- und Außenteil verschleißfrei relativ zueinander umlaufen
können. Bei Annäherung der Drehzahl von Außen- und Innenteil an die Synchrondrehzahl
wird die im Sinn des Pfeiles 14 wirkende;hydraulisch erzeugte Kippkraft kleiner
als die im Sinn des Pfeiles 8 wirkende, durch die Feder erzeugte Kippkraft,
so daß sich die Klemmstückeingriffsflächen 10 noch vor Erreichen der Synchrondr,chzahl
wieder an die Klemmfläche 2 des Innenteiles anlegen.
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Verschiedene Möglichkeiten zur Einführung des Druckölstromes zeigen
die F i g. 2 und 4 bis 6, während F i g. 7 in Verbindung mit
F i g. 8 und 9 eine Baufonn mit Zentrifugalpumpe zeigt. Hierbei sind
für die an Hand der F i g. 1 bis 3 bereits beschriebenen Teile auch
in diesen Figuren die gleichen Bezugszeichen verwendet.
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Bei der Ausführungsforin nach F i g. 2 wird das Drucköl durch
eine Axialbohrung 15 und eine Radialbohrung 16 im Innenteil
1 einer Druckölkammer 17 von einer nicht dargestellten Druckölpumpe
her zugeführt. Die Druckölkammer 17 besteht aus einem mit einer Stirnfläche
18 versehenen Zylinder 19, der mit dem Innenteil 1 drehfest
verbunden ist. An die der Stirnwand 18 gegenüberliegende Stirnwand 20 des
Zylinders 19 schließt sich ein Flansch 21 an, der mit der Klemmfläche 2 des
Innenteiles einen schmalen ringförmigen Eintrittsspalt 22 für das Drucköl bildet.
Die Klemmstücke 5
sind beiderseits #durch mit dem Außenteil 3 drehfest
verbundene Führungsscheiben 23 und 24 seitlich geführt, so daß das durch
den Ringspalt 22 eintretende
Drucköl durch die Lücken 12 zwischen
den Klemmstücken 5 hindurchtreten muß. Die Führungsscheibe 24 dient in diesem
Fall zugleich als Stauscheibe für den ölstrom, da sie mit dem Innenteil
1 einen schmalen ringförmigen Austrittsspalt 25 bildet.
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F i g. 4 zeigt die gleiche Einrichtung zur Zuführung des Druckölstromes
mit Hilfe einer mit dem Innenring umlaufenden Druckölkammer 17, jedoch in
Anwendung bei einer Kupplung nach F i g. 3, bei der die Klemmkörper5 mit
einzelnen Anpreßfedern7 versehen sind, während beim Ausführungsbeispiel nach F i
g. 2 als Anpreßfeder eine sämtlichen Klemmstücken 5 gemeinsame Schlauchfeder
6 Verwendung findet.
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Der durch den ringförmigen Eintrittsspalt22 in die Lücken 12 zwischen
den Klemmstücken5 eintretende Druckölstrom hat im Eintrittsspalt 22 die Form eines
zylindrischen Rohres, das mit der Drehzahl des Innenteiles 1 rotiert. Relativ
zur Klemmfläche des mit beliebiger Drehzahl laufenden Innenteiles hat dieser ölstrom
also eine Richtung, die mit einer Mantellinie der außenzylindrischen Klemmfläche
2 des Innenteiles zusammenfällt. Falls sich der Außenteil 3 und mit ihm der
Klerurnstücksatz im Freilaufbetrieb relativ züm Innenteil 1 bewegt, führen
die Klemmstücke 5 relativ zur Klemmfläche 2 des Innenteiles eine Bewegung
in Umfangsrichtung aus, die somit senkrecht auf der ölstromrichtung steht.
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F i g. 5 zeigt wieder die Zuführung des Druckölstromes wie
in F i g. 2 und 4 durch eine Axialbohrung 15 und eine Radialbohrung
16 des Innenteiles 1
in eine Druckkammer 25, die aber diesmal
als mit dem Außenteil 3 umlaufende Druckkammer ausgebildet ist. Die im Außenteil
3 festsitzende Führungsscheibe 26 ist innen mit einer Ringnut versehen,
die die Druckkarnmer 25 bildet. Zwischen der Führungsscheibe 26 und
der Klemmfläche 2 des Innenteiles ist ähnlich wie in F i g. 2 und 4 ein schmaler
ringförmiger Spalt 28, durch den das Drucköl aus der Kammer 25 in
die Lücken 12 zwischen den Klemmstücken 5 einströmen kann. Im gekuppelten
Zustand strömt das Öl durch den Eintrittsspalt 28 wie bei F i
g. 2 und 4 in Form eines zylindrischen Rohres, das die gleiche Rotationsgeschwindigkeit
wie der Innenteil 1 hat. Im Freilaufzustand erhält dieser Öl-
strom
im Eintrittsspalt 28 durch die Relativbewegung des Außenteiles
3 und der mit ihm verbundenen Führungsscheibe 26 eine Umfangsgeschwindigkeit,
die etwa zwischen der Umfangsgeschwindigkeit des Innenteiles 1 und der jeweiligen
Umfangsgeschwindigkeit des Außenteiles 3 liegt. Dadurch erhält der Ölstrom.
zusätzlich eine Geschwindigkeitskomponente -in Umfangsrichtung, so daß der Winkel
zwischen dem in die Lücken 12 eintretenden ölstrom und der Bewegungsrichtung des
Klemmstücksatzes im Freilaufbetrieb kleiner als 90' ist. Dadurch tritt das
Ab-
heben der Klemmstücke durch die Umlenkung des Ölstromes in den
Lücken 12 erst bei etwas höheren Relativdrehzahlen ein. Auf der der Druckölkammer
25 gegenüberliegenden Stirnseite der Kupplung dient die dort angeordnete,
mit dem Außenteil umlaufende Führungsscheibe 27 zusammen mit der Klemmfläche
2 des Innenteiles zur Bildung des Ölaustrittsspaltes 29.
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F i g. 6 zeigt eine weitere konstruktive Abwand- i lung, bei
der der ölstrom durch eine Radialbohrung 30 im Außenteil 3 einer öldruckkammer
31 zugeleitet wird, deren seitliche Begrenzungswände von einer mit dem Außenteil
3 umlaufenden Führungsscheibe 32 für die Klemmstücke 5 und
von einer mit dem Innenteil 1 umlaufenden Scheibe 33 gebildet werden.
Der Eintrittsspalt 34 wird auch hier wieder durch die innere Klemmfläche 2 des Innenteiles
1
einerseits und die Bohrung der Führungsscheibe 32
gebildet, so daß
hier für den Öleintritt und die Richtung des ölstromes relativ zum Innenteil
1 etwa die gleichen Verhältnisse vorliegen wie bei dem Ausführungsbeispiel
nach F i g. 5. In F i g. 6 liegt der Ölaustrittsspalt 35 auf
einem kleineren Durchmesser als die Klemnifläche 2 des Innenteiles. Zu diesem Zweck
ist außer der Führungsscheibe 36 für die Klemmstücke 5 eine weitere,
ebenfalls mit dem Außenteil 3 umlaufende Scheibe 37 vorgesehen, deren
Durchmesserbohrung nur wenig größer ist als eine Zylinderfläche 38 des Innenteiles
1. Durch diese Maßnahme wird sichergestellt, daß sich der durch die Lücken
12 hindurchfließende Ölstrom nicht von der Klemmfläche 2 des Innenteiles unter der
Wirkung von Zentrifugalkräften lösen kann.
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F i g. 7 zeigt eine Kupplung mit einer Kreiselpumpe für die
Erzeugung des benötigten ölstromes. Die auf der Seite der öldruckkammer angeordnete,
mit dem Außenteil 3 umlaufende Führungsscheibe 40 weist im Bereich der Klemmfläche
4 des Außenteiles Rückströmöffnungen 41 für das Öl auf, so daß das durch
die Zentrifugalkraft nach außen fließende Öl
in die ölkammer 42 zurückströmen
kann. Ihre seitliche Begrenzung besteht aus einer mit dem Innenteil 1 umlaufenden
und in F i g. 8 in Ansicht dargestellten Scheibe, die mit Schaufeln versehen
ist, welche in diesem Fall von Einfräsungen 43 gebildet werden. Auf der diesem Pumpenteil
gegenüberliegenden Stirnseite ist durch eine Dichtung 44 dafür gesorgt, daß das
Öl nicht austreten kann. Diese Bauform ist dann brauchbar, wenn der Außenteil
3 der Kupplung im Freilaufbetrieb mit beträchtlicher Drehzahl umläuft, weil
nur dann die notwendige Pumpwirkung zustande kommt. Der ölstrom durch die Lücken
12 hindurch setzt erst ein, wenn die Relativbewegung zwischen Außenteil
3 und Innenteil 1 beginnt.
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Selbstverständlich kann man die als Pumpe dienenden Teile 40 und 42
auch derart ausbilden, daß eine Pumpenwirkung dann erzielt wird, wenn der Innenteil
eine beträchtliche Drehzahl aufweist.
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In Fig. 9 ist die Führungsscheibe 40 mit ihren Ölrückströraöffnungen.
41 in Ansicht dargestellt. Zugleich zeigt diese F i g. 9 noch eine weitere
Variante. Der durch die Bohrung 45 der Führungsscheibe 40 und die Klemmfläche 2
des Innenteiles 1 gebildete Spalt ist verhältnismäßig breit. Dafür ist aber
in diesem Eintrittsspalt 46 auf dem Innenteil 1 ein mit Längsnuten 47 versehener
Ölführungsring 48 angeordnet. Diese Längsnuten 47 können schräg oder schraubenförmig
zur Drehachse des Innenteiles verlaufen, so daß man dem in die Lücken 12 eintretenölstrom
eine solche Richtung geben kann, daß er beispielsweise mit der Bewegungsrichtung
des Klemmstücksatzes im Freilaufzustand einen Winkel einschließt, der größer ist
als 900. In einem solchen Fall muß eine stärkere Umlenkung des ölstromes
erfolgen, und die Klemmstücke heben schon bei geringen Relativdrehzahlen ab. Selbstverständlich
kann die Anordnung eines solchen Ölführungsringes 48 auch bei den nach denF i
g. 2, 4, 5 und 6 angewendet werden.