DE1178552B - Die Verwendung von Inhibitoren bei der Gewinnung von Tetracyclin auf biologischem Wege - Google Patents

Die Verwendung von Inhibitoren bei der Gewinnung von Tetracyclin auf biologischem Wege

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DE1178552B
DE1178552B DEB33657A DEB0033657A DE1178552B DE 1178552 B DE1178552 B DE 1178552B DE B33657 A DEB33657 A DE B33657A DE B0033657 A DEB0033657 A DE B0033657A DE 1178552 B DE1178552 B DE 1178552B
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tetracycline
fermentation
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bromide
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Dr Alexander Gourevitch
Dr Joseph Lein
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Bristol Myers Co
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Bristol Myers Co
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Description

  • Die Verwendung von Inhibitoren bei der Gewinnung von TetracycJin auf biologischem Wege Bei der Erzeugung von Tetracyclin auf biologischem Wege durch Fermentation von Stämmen von Streptomycesaureofaciens erhält man auch Chlortetracyclin, wenn Chlorionen im Nährmedium vorhanden sind.
  • Die Chlorionen gelangen in das Nährmedium durch das Wasser, falls man dieses nicht durch entsprechende Reinigung zuvor aufbereitet hat. Die hierzu erforderlichen Maßnahmen bedeuten einen beträchtlichen Aufwand an verfahrenstechnischen Maßnahmen und somit erhöhte Kosten. Die Isolierung des Tetracyclins vom Chlortetracyclin und die damit verbundene erforderliche Reinigung sind mit großen Schwierigkeiten und damit mit erheblichen Kosten verbunden. Dies um so mehr, da in vielen Fällen das Chlortetracyclin das vorherrschende Stoffwechselprodukt ist.
  • Ziel der Erfindung ist demnach, die Bildung von Chlortetracyclin auch bei Anwesenheit von Chlorionen so weit zurückzudrängen, daß die etwa noch gebildete Menge an Chlortetracyclin praktisch nicht mehr stört. Mit dem Zurückdrängen bzw. Ausschalten der Bildung des Chlortetracyclins wird zwangläufig die Ausbeute des Tetracyclins selbst erhöht.
  • Dies ist als großer Vorteil zu betrachten, da Tetracyclin sich durch einen besseren Blutspiegel, weniger Nebenreaktionen und eine größere Stabilität im alkalischen Medium gegenüber dem Chlortetracyclin auszeichnet.
  • Es wurde nun gefunden, daß bei der Gewinnung von Tetracyclin auf biologischem Wege die fermentative Chlorierung gehemmt wird, wenn man als Zusatz für das Nährmedium Verbindungen verwendet, die Bromid-, Jodid- oder Rhodanidionen liefern. Ge- eignete Verbindungen sind z. B. die Alkali- und Erdalkalibromide, -jodide und -rhodanide. Vorzugsweise verwendet man Bromidionen liefernde Stoffe, z. B. die Bromide des Natriums, Kaliums, Caleiums und Ammoniums oder auch Bromwasserstoffsäure.
  • Die Mengen an Natriumbromid, die zu guten Ergebnissen führen, liegen zwischen 0,01 und 5 Gewichtsprozent, berechnet auf den Nährboden. Vorzugsweise verwendet man 0,1 bis 2,0 Gewichtsprozent. Von den anderen Verbindungen verwendet man etwa äquivalente Mengen.
  • Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Beispiel 1 Zur Gewinnung von Tetracyclin wird zunächst eine Nährflüssigkeit hergestellt, die 1,0 Gewichtsprozent Maisweichwasser, 1,0 Gewichtsprozent Rohrzucker, 0,5 Gewichtsprozent Diammoniumphosphat, (NH4)2HPO4, 1,5 Gewichtsprozent Monokahumphosphat, KH 2pol, 0,2 Gewichtsprozent Magnesiumsulfat, Mgs04 ' 7 H.0, und 0,5 Gewichtsprozent Natriumbromid enthält und auf einen pH-Wert von 6,2 bis 6,4 eingestellt ist. 2,5 1 dieser Nährflüssigkeit werden in eine 10-1-Flasche gegeben. Das Ganze wird während einer Stunde bei 118 bis 120' C dampfsterilisiert. Nach dem Ab#Ühlen wird die Nährflüssigkeit mit etwa 0,5 Volumprozent einer trüben wäßrigen Sporensuspension des betreffenden Streptomyces-Stammes, die einer Agar-Schrägkultur entnommen ist, beimpft. Der Inhalt der Flasche wird dann bei 26 bis 28' C 48 Stunden lang auf einer hin- und hergehenden Schüttelmaschine vergoren, wobei sterile Luft über die Oberfläche der Flüssigkeit geblasen wird. Die so erhaltene Impflösung mit dem zu züchtenden Streptomyces-Starnm wird dann unter völlig aseptischen Be-' dingungen in einen Gärbottich übergeführt Eine geeignete Nährlösung enthält z. B. in rund 6000 1 Flüssigkeit 56,81 Maisweichwasser, 56,8 kg Rohrzucker, 24,4 kg Diammoniumphosphat, 85,2 kg Monokaliumphosphat, 11,3 kg Magnesiu-msulfat und 28,4 kg Natriumbromid. Eine solche Nährflüssigkeit wird zweckmäßig in einem mit Glas ausgekleideten Gärbottich von 8000 1 Inhalt, der einen Wassermantel zur Temperaturregelung, eine geeignete Rührvorrichtung aus rostfreiem Stahl und eine geeignete Zerstäubungsanlage zur Belüftung aufweist, hergestellt. Die Nährlösung wird darin durch Erhitzen mit Dampf unter Druck sterilisiert und dann abgekühlt. Nach der Sterilisierung soll die Wasserstoffionenkonzentration der Nährlösung etwa 6,2 betragen. Der so erhaltene sterile Nährboden wird dann mit 15 Volumprozent einer vegetativen Kultur, die in einem ähnlichen Gärbottich gewonnen war, der zuvor mit einer Impflösung, wie sie weiter oben beschrieben worden ist, beimpft worden war, oder mit einer im Laboratorium gewonnenen Impflösung beimpft.
  • Die beimpfte Nährlösung im 8000-1-Gärbottich wird dann bei etwa 28' C 44 Stunden lang vergoren. Während der Gärung wird die Rührvorrichtung mit einer Geschwindigkeit von 90 Umdrehungen pro Minute in Gang gehalten und gleichzeitig sterile Luft in einer Menge von etwa 2,8 m-»3 pro Minute in die Nährlösung durch den Sprühverteiler eingeleitet. Gegen Ende der Gärung enthält die Nährlösung gewöhnlich beträchtliche Mengen an Tetracyclin, die die gleichzeitig erzeugte Menge an Chlortetracyclin übersteigen. Tetracyclin wird aus der Nährlösung, wie im nachstehenden näher beschrieben, isoliert. Das so gewonnene feste Rohprodukt enthält vor dem Umkristallisieren mindestens 19 Teile Tetracyclin auf je 1 Teil Chlortetracyclin.
  • Beispiel 2 (Vergleichsbeispiel) Es wird in gleicher Weise, unter gleichen Bedingungen und mit der gleichen Nährflüssigkeit wie im Beispiel 1 gearbeitet. In einem Ansatz werden ihr 0,51,10 Natriumbromid zugesetzt. In einem anderen vergleichbaren Ansatz wird dagegen das Natriumbromid weggelassen. Als Tetracyclin erzeugender Stamm wird der Stamm Streptomyces BL-567201 verwendet.
  • Die in den dabei gewonnenen Nährflüssigkeiten enthaltenden Mengen an Tetracyclin und Chlortetracyclin werden mit dem Verfahren der Papierstreifenchromatographie bestimmt. Dabei verwendet man als Lösungsmittelsystem z. B. mit Wasser gesättigtes Butandl. Man kann sich aber auch der biologischen Unterscheidungsmethode bedienen, wobei auf verschiedene pH-Werte, nämlich auf pH 6,2 und auf pH 8,0 eingestellte Agar-Nährböden Verwendung finden. Die Gärflüssigkeit aus einem 500-1-Gärbottich mit etwa 320 1 Nährflüssigkeit, zu der 0,5 11/o Natriumbromid hinzugesetzt waren, enthielt nach 20- bzw. 44stündiger Gärdauer mindestens 19Teile Tetracyclin auf 1 Teil Chlortetracyclin. Der biologische Test ergab, daß die Gärflüssigkeit nach 20stündiger Gärdauer 85 ", Tetracyclin und 3 ", Chlortetracyclin pro Kubikzentimeter enthielt.
  • Die gleiche Gärflüssigkeit ohne Zusatz von Natriumbromid lieferte nach 44ständiger Gärdauer nicht mehr als 1 bis 2 Teile Tetracyclin auf 8 Teile Chlortetracyclin.
  • Die Gärflüssigkeit aus einem mit 1400 1 Nährlösung gefüllten 2400-1-Gärbottich, zu der kein Natriumbromid hinzugesetzt war, enthielt nach 45stündiger Gärdauer ebenfalls nicht mehr als 1 bis 2 Teile Tetracyclin auf 8 Teile Chlortetracyclin und ein entsprechender Ansatz mit 1200 1 Nährlösung , im 2400-1-Gärbottich ohne Bromidzusatz nach 30stündiger Gärdauer nicht mehr als 1 Teil Tetracyclin auf 9 Teile Chlortetracyclin.
  • Die hemmende Wirkung der Bromidionen auf die chlorierende Fermentation ist aus diesen Vergleichsversuchen eindeutig ersichtlich. Beispiel 3 In der nachstehenden Tabelle werden eine Reihe von verschiedenen Nährflüssigkeiten angegeben. Je 200cm3 derselben wurden in 1-1-Erlenmeyerkolben a - gegeben, und zwar wurden für jeden Nährlösungs versuch zwei Kolben verwendet. Die Kolben mit ihrem Inhalt wurden dann 15 Minuten unter einem Dampfdruck von etwa 1,05 at sterilisiert, abgekühlt und mit einer vegetativen 24-Stunden-Kultur ' von Streptomyces BL-567 201, die in einer Maisweichwasser enthaltenden Nährlösung gezüchtet war, beimpft. Je 1 cm3 der 24-Stunden-Kultur wurde zu je 200 cm3 Kulturflüssigkeit gegeben. Die beimpften Kolben wurden auf einer sich hin- und herbewegenden Schüttelmaschine 48 Stunden lang geschüttelt, wonach die Gärlösung zwecks Bestimmung 'des Tetracyclin- und Chlortetracyclingehaltes vom Pilzmyzel abgetrennt wurde.
  • Die abgetrennten Gärlösungen wurden zentrifugiert und nach der Methode der Papierstreifenchromatographie analysiert. Als Lösungsmittelsystem wird mit Wasser gesättigtes Butanol verwendet. Die nachstehende Tabelle zeigt die Mengen an Chlortetracyclin und Tetracyclin, die bei der Fermentation in verschiedenen Nährlösungen mit und ohne Zusatz von Natriumbromid erhalten werden.
    Versuch
    1 2 3 4 5
    % Rohrzucker .................................. 1,o 1,0 1,0 1,0 1,0
    '/0 M9S04 ...................................... 0,2 0,2 02 0,2 0,2
    11/o KHPO4 ..................................... 1,5 1,5 1,5 1,5 1,5
    01/0 (NH4 )HP04 ................................. 0,5 0,5 0,5 0,5 0,5
    % Maisweichwasser ............................. 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0
    0i0 NaBr ........... . ........................... 0 0,5 0 0,5 1,0
    pH der erhaltenen Gärlösung ......... . ........... 5,4 5,3 - -
    1/o Chlortetracyclin .............................. 100 10 95 < 5 <5
    % Tetracyclin ................ ................. 0 90 5 > 95 > 95
    Versuch 2 enthielt etwa 100 y Tetracyclin pro Kubikzentimeter.
    Beispiel 4 Ersetzt man im Beispiel 3 das Natriumbromid durch Kaliumbromid, Caleiumbromid, Ammoniumbromid, Kaliumjodid, von dem weniger als 0,5 % verwendet wird, oder Natriumrhodanid, so wird die Tetracyclinmenge auf Kosten des Chlortetracyclins in etwa gleichem Verhältnis erhöht.
  • Beispiel 5 Verwendet man im Beispiel 10 Streptomyces aureofaeiens (NRRL-2209) an Stelle von Streptomyces BL-567 201, so bewirkt Zusatz von Bromid-, Jodid- oder Rhodanidionen zur Nährlösungebenfalls eine Erhöhung der Tetracyclinausbeute auf Kosten der Bildung von Chlortetracyclin. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die Nährlösung diesem Streptomyces-Stamm besonders angepaßt, d. h. so verändert wird, daß maximale Erzeugung des Antibiotikums gewährleistet ist.
  • Nach beendeter Gärung wird Tetracyclin aus der Gärflüssigkeit z. B. in der Weise gewonnen, daß man zunächst das Myzel abfiltriert. Darauf wird die Gärflüssigkeit, vorzugsweise nach Einstellung auf einen pH-Wert von 8,5, mit geeigneten Lösungsmitteln, wie Butanol oder Methylisobutylketon, innig verrührt. Nach dem Absetzen und Abtrennen der wäßrigen Schicht wird die Lösungsmittelschicht, die das Tetracyclin enthält, durch Destillation auf ein kleines Volumen eingedampft und mit einem niedrigsiedenden Kohlenwasserstoff, z. B. Skellysolve C, einer bei 85 bis 100' C siedenden Ligroinfraktion, sofern die extrahierte Gärflüssigkeit auf einen alkalischen pH-Wert eingestellt war, oder als Hydrochlorid, wenn die Gärflüssigkeit vor der Extraktion mit Salzsäure angesäuert worden war. Das so gewonnene feste Tetracyclin kann gereinigt werden, indem man es mit Ammoniak anteigt oder auch indem man die freie Base aus ihrer Lösung an ein chromatographisches Adsorptionsmittel, z. B. an Kieselsäure, adsorbiert, die chromatographische Säule zwecks Entfernung der Verunreinigungen mit geeigneten Lösungsmitteln, z. B. mit Aceton oder Methanol, wäscht und aus dem Adsorptionsmittel durch Behandlung mit einer Säure das entsprechende Salz eluiert. Das gereinigte Tetracyclinsalz wird aus dem Eluat durch Kristallisation, Fällung, Tiefgefriertrocknung od. dgl. gewonnen.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Die Verwendung von Bromid-, Jodid- oder Rhodanidionen liefernden Verbindungen als die fermentative Chlorierung hemmender Zusatz für Nährmedien bei der Gewinnung von Tetracyca auf biologischem Wege.
  2. 2. Die Verwendung von Inhibitoren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Inhibitor Alkali- oder Erdalkalibromide in einer Menge von mindestens 0, 1 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Nährmedium, verwendet.
DEB33657A 1953-12-04 1954-12-04 Die Verwendung von Inhibitoren bei der Gewinnung von Tetracyclin auf biologischem Wege Pending DE1178552B (de)

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