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Lichtbildaufnahmegerät Die Erfindung betrifft eine Antriebs- und Steuervorrichtung
zum Bewegen des Beobachtungsspiegels und gegebenenfalls einer die lichtempfindliche
Schicht schützenden Bedeckungsklappe unmittelbar vor und nach der Belichtung im
Strahlengang einer mit einem Spannverschluß versehenen Reflexkamera.
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Man hat bereits eine einäugige Reflexkamera vorgeschlagen, bei welcher
ein erstes, von Hand betätigtes Getriebe den Filmtransport und den Verschlußaufzug
ausführt und gleichzeitig ein Federwerk spannt, welches nach seiner Auslösung ein
zweites, nur von diesem Federwerk betätigtes, vom erstgenannten Getriebe unabhängig
ablaufendes Getriebe antreibt, wobei dieses zweite Getriebe die Kameraorgane aus
der Sucherstellung in die Aufnahmebereitschaftsstellung bringt, daran anschließend
den Verschluß auslöst und schließlich die Kameraorgane wieder in Sucherstellung
zurückbringt. Das zweite Getriebe besteht bei dieser Bauart in der Hauptsache aus
mehreren Exzenterscheiben, welche stets im gleichen Drehsinn laufend die einzelnen
Mechanismen betätigen.
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Bei der Kameragestaltung ist es aber vielfach sehr schwierig, eine
nach dieser vorgeschlagenen Reflexkameratype erforderliche klare Trennung der Kameraaufbauelemente
in eine erste und eine zweite Kameragetriebekette mit dazwischenliegendem Federwerk
zu treffen und einzelne Steuerimpulse von im gleichen Drehsinn laufenden Antriebsexzentern
abzuleiten. Es ist daher Aufgabe der Erfindung, diesen Nachteil zu beseitigen und
eine der Gliederung einer einäugigen Reflexkamera ohne Schwierigkeiten anpaßbare
Antriebs- und Steuervorrichtung zu schaffen. Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht
darin, die die erforderlichen Bewegungen des Beobachtungsspiegels und gegebenenfalls
einer die lichtempfindliche Schicht schützenden Bedeckungsklappe verursachende und
steuernde Vorrichtung aus einfachen und daher kräftig ausführbaren Einzelteilen
zu bauen. Schließlich soll die Vorrichtung eine nur während des Belichtungsvorganges
auf den vorgewählten Öffnungsdurchmesser eingestellte Objektivblende antreiben und
steuern sowie in Verbindung mit einem Objektivverschluß diesen mit Ausnahme des
Belichtungsvorganges selbst zu Beobachtungszwecken geöffnet halten.
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Zur Erfüllung dieser Aufgaben ist die Vorrichtung erfindungsgemäß
so gestaltet, daß sie aus einer Kurbelscheibe, welche im einen Sinne zum Spannen
des Verschlusses und im anderen Sinne zum Auslösen des Verschlusses drehbar ist,
und einem mit der Kurbelscheibe in einseitiger Mitnahmeverbindung stehenden Schieber
gebildet ist, wobei die Mitnahmeverbindung durch die Kurbelscheibe auf ihrem Auslöseweg
hergestellt und nach einem geeignet bemessenem Winkelweg wieder aufgehoben wird.
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Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines
Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung und den Ansprüchen. Es zeigt
Fig. 1 eine einäugige Reflexkamera in Ansicht, teilweise geschnitten, Fig. 2 die
Kamera nach Fig. 1 in Seitenansicht, teilweise geschnitten, Fig. 3 eine Einzelheit
der in Fig. 1 und 2 dargestellten Kamera in vergrößertem Maßstab, Fig.4 den Objektivverschluß
der Kamera gemäß Fig. 1 und 2 im Querschnitt, Fig. 5 den Objektivverschluß gemäß
Fig. 4 in Ansicht bei abgenommener Deckplatte, Fig. 6 eine Einzelheit zu Fig. 1
und 2, Fig. 7 und 8 abweichend gestaltete Einzelheiten des Verschlusses gemäß Fig.
4 und 5.
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Die Reflexkamera 10 ist mit einem Filmtransportknopf 12 ausgerüstet,
der in bekannter Weise zum Aufwickeln des belichteten Filmstreifens auf eine Spule
14 dient. Der Filmtransportknopf 12 besitzt einen Mitnehmerstift 12a, welcher in
einen entsprechend bemessenen Schlitz 16a eines im Kameragehäuse parallel zur Bildebene
geführten Schiebers 16 greift. Der Schieber 16 steht unter der Kraft einer Feder
16 b, welche bestrebt ist, ihn (gemäß Fig. 1 nach links) in die Ruhelage zu ziehen.
Beim Filmtransport wird de Schieber 16 aus seiner Ruhelage nach rechts bewegt und
dreht mittels seiner Zahnstange 16 c ein Zahnritzel 18, welches auf einer im Kameragehäuse
10 gelagerten Welle 20 lose gelagert ist.
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Auf der Welle 20 sitzt fest ein Zahnritzel 20a mit Stift
20 b sowie eine Kurbelscheibe 20 c mit den Nasen
20
c, 20 c" und mit einem Mitnehmerstift 20 c ...
(Fig. 3).
Eine Feder 20 cc ist ortsfest abgestützt und greift mit ihrem freien Ende
hinter den Stift 20 c". Sie sucht die Kurbelscheibe 20 c (gemäß Fig.
3 entgegen dem Uhrzeigersinn) zu drehen.
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Das Zahnritzel 20 a steht im Eingriff mit einem innen und außen
teilweise verzahnten übertragungsring 22, welcher mit Hilfe einiger Führungspratzen
24 im Innern der Kamera der optischen Achse koaxial drehbar geführt ist. Die mit
dem Ritzel 20 a zusammenarbeitende Außenverzahnung des Ringes 22 ist mit
22 a und die Innenverzahnung mit 22 b
bezeichnet. In die Innenverzahnung 22 b greift ein Zahnritzel 26, welches über eine
Klauenkupplung 26 a eine verschlußseitige Spannwelle 28 antreibt. Wenn der Schieber
16 aus der Stellung gemäß Fig. 1 nach rechts bewegt wird, wird durch das Ende 18
a eines bogenförmigen Schlitzes im Zahnritzel 18 der Stift 20 b des Zahnritzels
20 ä aus der Ruhestellung im Uhrzeigersinn bewegt, wobei der Übertragungsring
22 entgegen dem Uhrzeigersinn in die in Fig. 1 dargestellte Spannstellung
bewegt wird. Dabei wird die verschlußseitige Spannwelle 28 ebenfalls gedreht und
der Verschluß in später noch zu erläuternder Weise gespannt. In Spannstellung werden
die Teile 20 a, 20 b, 20 c gehalten durch eine Sperrklinke 30, welche im
Kameragehäuse 10 schwenkbar gelagert ist und an ihrem einen Arm 30 a mit
der Nase 20 c' der Kurbelscheibe 20 c und am anderen Arm 30 b mit einer Auslösetaste
32 der Kamera 10 zusammenarbeitet. In Fig. 3 sind die Teile ebenfalls in
Spannstellung dargestellt. Wenn die Auslösetaste 32 betätigt wird, so dreht sich
die Sperrklinke 30 entgegen dem Uhrzeigersinn, so daß die Nase 20 c' der Kurbelscheibe
20 c frei wird und die Kurbelscheibe entgegen dem Uhrzeigersinn aus der gezeigten
Spannstellung in eine Ruhestellung ablaufen kann. Die Teile 22, 26 bis 28 laufen
dabei mit.
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Im Innern des Kameragehäuses ist eine Steuereinrichtung untergebracht,
welche aus einem Schieber 34, einem Ritzel 36 und einem Hebel 38 besteht. Das Ritzel
36 ist mit seiner verlängerten Nabe 36 c auf eine Welle 40 gesteckt. Die
Welle ist bei 40 a und die Nabe 36c bei 10a im Kameragehäuse gelagert. Auf diese
Weise sind die beiden, parallel zur optischen Achse sich erstreckenden Teile 36c
und 40 geführt und zugleich gegeneinander drehbar. Das Ritzel 36 ist mit zwei Mitnehmem
36 a und 36 b verbunden, die in Form radialer Nasen ausgebildet sind.
Mit dem Mit nehmer 36 a arbeitet ein Vorsprung 40 b der Welle 40 zusammen. Eine
Feder 40 c ist an einem Ende ortsfest abgestützt und sucht die Welle 40 so
zu drehen, daß der Vorsprung 40 b mit dem Mitnehmer 36 a im Eingriff
ist: Das Ende 40 c' der Welle 40 ist als eine Kupplungsklaue ausgebildet,
welche in einen entsprechenden Kupplungsschlitz einer verschlußseitigen Welle 42
eingreift.
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Auf der Nabe 36 c des Ritzels 36 ist ein schrägverzahntes Zahnrad
44 mit Stift 44 a drehbar gelagert und durch nicht dargestellte Mittel axial gesichert.
Das Zahnrad 44 greift in ein Zahnrad 46 ein, welches fest verbunden ist mit einer
Achse 48, auf welcher der Beobachtungsspiegel 50 festsitzt (Fig. 6). Auf der Achse
48 ist in bekannter Weise eine Bedeckungsklappe für die lichtempfindliche
Schicht schwenkbar angebracht, welche mit der Welle 48 oder mit dem Zahnrad 46 gekuppelt
ist und in der Weise angetrieben wird; daß in der in Fig. 2 dargestellten Lage des
Spiegels 50 die Bedeckungsklappe senkrecht steht und dabei das Bildfenster
lichtdicht abschließt. Wenn dagegen der Spiegel aus dem Strahlengang in die waagerechte
Lage gebracht wird; dann wird während dieser sich über 45' erstreckenden Schwenkbewegung
des Spiegels die Bedeckungsklappe um 90° geschwenkt und ebenfalls aus dem Strahlengang
entfernt. Da eine derartige Bedekkungsklappe und ihre Anordnung allgemein bekannt
sind, wurde in den Fig. 1 und 2 auf ihre Darstellung verzichtet. Es ist noch eine
Feder 50 a vorgesehen, welche sich an einem Ende ortsfest abstützt
und mit ihrem anderen Ende am Spiegel angreift und bestrebt ist, ihn in der in Fig.
2 eingezeichneten Stellung zu halten.
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Der Schieber 34 ist mit einer Verzahnung 34 a versehen,
welche mit dem Ritzel36 zusammenarbeitet. Ferner ist der Schieber mit einer Feder
34 b ausgerüstet, welche ihn in eine durch einen Anschlag 34 c bestimmte
Lage zieht. Der Hebel 38 ist auf einem Zapfen 38a des Schiebers
34 drehbar befestigt. Der eine Arm 38 b des Hebels 38 wird
durch eine Feder 38 c mit einem Anschlagstift 34 d des Schiebers
34 im Eingriff gehalten. Der andere Arm 38e des Hebels ragt in die
Bewegungsbahn des Stiftes 20 c"' der Kurbelscheibe 20 c und arbeitet mit
der Kurbelscheibe in einer weiter unten erläuterten Weise zusammen.
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An der Frontseite der Kamera 10 ist ein Objektivverschluß
52 (Fig. 4 und 5) von bekannter Art und Arbeitsweise befestigt. Im Ringraum
52 a desselben sind die Antriebs- und Steuermechanismen für
die Verschlußsektoren 52 b untergebracht. Jeder der fünf Verschlußsektoren
52 b umgreift einen Lagerzapfen 54 a eines Lagerringes 54,
welcher der optischen Achse koaxial drehbeweglich im Verschlußgehäuse
52
gelagert ist. In einen annähernd radial sich erstreckenden Schlitz
52 bb des Sektors 52 b greift ein Stift
56 a
eines Sektorenantriebsringes 56, welcher um das vordere
Objektivrohr des Verschlusses 52 drehbar gelagert ist.
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Wenn bei unbeweglichem Lagerring 54 der Sektorenantriebsring
56 mit den Stiften 56a zunächst entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht und dann
im Uhrzeigersinn bewegt wird, so schwingen die Sektoren 52 b
um die Lagerzapfen 54 a hin und zurück. Die Öffnung
57 des Verschlusses wird dabei freigegeben und wieder verdeckt. Wenn dagegen
bei unbeweglichem Sektorenantriebsring 56 der Lagerring 54 im Uhrzeigersinn
gedreht wird, so werden die Lagerzapfen 54a auf einem Kreisbogen um die optische
Achse bewegt. Die Sektoren 52 b schwingen dadurch um die Punkte
56a und geben die Objektivöffnung 57
frei. Beim Rücklauf des Lagerringes
54 entgegen dem Uhrzeigersinn wird die Objektivöffnung wieder verdeckt.
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Die erstbeschriebene öffnungs- und Schließbewegung der Sektoren durch
den Ring 56 wird ausgeführt während des Belichtungsvorganges. Die an zweiter Stelle
beschriebene öffnungs- und Schließbewegung der Sektoren mittels des Lagerringes
54 wird dagegen ausgeführt beim Öffnen der Sektoren zum Zwecke der Beobachtung
des Aufnahmegegenstandes bzw. zur Vorbereitung des Verschlußablaufs.
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Die hin- und hergehende Bewegung des Sektorenantriebsringes
56 wird verursacht und gesteuert durch ein Hauptantriebsorgan 58,
welches um die teilweise aus dem Verschlußgehäuse rückwärts herausragende Spannwelle
28 lose drehbar gelagert und durch eine nicht dargestellte Antriebsfeder
belastet ist. Auf der Spannwelle 28 sitzt fest ein Zahnritzel 28 a
mit Vorsprung
28 b. Dieser Vorsprung nimmt den Vorsprung
58a des Hauptantriebsorgans beim Spannen entgegen dem Uhrzeigersinn mit.
In der Spannstellung wird das Hauptantriebsorgan 58 durch eine im Verschlußgehäuse
52 schwenkbar gelagerte Sperrklinge 60 gehalten, welche mit ihrer Sperrnase 60 a
hinter einem Vorsprung 58,b des gespannten Hauptantriebsorgans (Fig. 5) einfällt.
Das Hauptantriebsorgan 58 hat außerdem zwei Nasen 58 c und 58 cc, welche
mit je einem Stift an einem radial hervorstehenden, nicht dargestellten Arm des
Sektorenantriebsringes 56 zusammenarbeiten in der Weise, daß beim im Uhrzeigersinn
erfolgenden Ablauf des Hauptantriebsorgans 58 aus der Spannstellung zunächst die
Nase 58 c mit dem einen Stift des Sektorenantriebsringes 56 in Eingriff kommt und
denselben entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt, wodurch die Verschlußsektoren 52b zum
Zwecke der Belichtung ausgeschwenkt werden. Darauf kommt die zweite Nase
58 cc des Hauptantriebsorgans mit dem zweiten Stift des Sektorenantriebsringes
in Eingriff und dreht den Sektorenantriebsring im Uhrzeigersinn zurück, wodurch
die Sektoren 52b zurückgeschwenkt werden. Die Einzelheiten dieses Sektorenantriebs
durch das Hauptantriebsorgan sind der übersichtlichkeit halber in den Fig. 4 und
5 nicht dargestellt. Sie entsprechen jedoch beispielsweise der im Gebrauchsmuster
1674 673 dargestellten Bauart.
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Der Sektorenlagerring 54 besitzt einen sich rückwärts erstreckenden
Arm 54 c, welcher von dem hakenförmig gebogenen Ende 62 a einer den
hinteren Objektivstutzen des Gehäuses 52 ringförmig umgreifenden Feder
62 gehalten wird. Diese Feder ist an ihrem anderen Ende am Verschlußgehäuse
52 verankert und sucht den Lagerring 54 entgegen dem Uhrzeigersinn zu drehen
und somit die Sektoren 52 b in Schließstellung zu halten.
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Im Verschlußgehäuse 52 ist eine aus fünf Blendenlamellen 64
bestehende Irisblende vorgesehen. Jede Blendenlamelle ist an einem Zapfen 64 a eines
ortsfesten Teiles 52' des Verschlusses 52 schwenkbar gelagert und
trägt außerdem einen Blendenstift 64 b, welcher in einen Steuerschlitz 66 a eines
Blendensteuerringes 66 eingreift. Die Schlitze 66 a und Stifte 64a und 64b
sind dabei so angeordnet und bemessen, daß beim Drehen des Blendensteuerringes 66
im Uhrzeigersinn die Blendenlamellen 64 um die Punkte 64 a geschwenkt werden und
damit die Blendenöffnung vergrößert wird. Der Blendensteuerring 66 ist an seinem
Umfang teilweise verzahnt. In diese Verzahnung greift ein Steuerritzel42a ein, dessen
Drehzapfen mit dem bereits früher beschriebenen Teil 42 aus einem Stück besteht.
Wenn also die Teile 42 und 42 a gedreht werden, so dreht sich auch
der Blendensteuerring 66, und die Blendenöffnung wird je nach der Drehrichtung entweder
vergrößert oder verkleinert. Der Blendensteuerring 66 besitzt einen radial sich
erstreckenden Arm 66 b mit einem Stift 66 c. Derselbe liegt dabei im Weg des Endes
62a der Feder 62 in der Weise, daß beim Drehen des Blendensteuerringes 66 im Uhrzeigersinn
das Federende 62a und somit auch der Sektorenlagerring 54 in eine durch den
Anschlag 68 bestimmte Stellung mitgenommen werden, in welcher sowohl die Verschlußsektoren
52 b als auch die Blendenlamellen 64 zu Beobachtungszwecken aus dem Strahlengang
entfernt sind.
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Im Innern des Verschlusses 52 ist ein Auslösering 70 um das
vordere Objektivrohr drehbar gelagert. Eine Feder 70 a ist ortsfest im Verschlußgehäuse
eingehängt, greift mit ihrem anderen Ende am Auslösering 70 an und sucht diesen
entgegen dem Uhrzeigersinn zu bewegen. Der Auslösering besitzt am Umfang einen Auslösenocken
70 b sowie eine Verzahnung 70 c. In die Verzahnung 70 c greift das
Zahnritzel 28 a der Spannwelle 28 ein. Daher wird beim Drehen der Spannwelle
auch der Auslösering gedreht. Auf dem Auslösering 70 sitzt ein Sperrstift
70 d, welcher mit einem Sperrhebel 72 zusammenarbeitet. Der Sperrhebel
72 ist auf einem Zapfen 72 a des Verschlußgehäuses 52 schwenkbar gelagert
und besitzt zwei Arme 72 b und 72 c. Der Arm 72 b ragt bei
bestimmter Schwenklage des Hebels 72 in die Bahn des Anschlagstiftes 70d, während
der Arm 72c mit einem Betätigungsstift 56 b am Sektorenantriebsring 56 zusammenarbeitet.
Eine Feder 72d ist im Verschlußgehäuse verankert, greift mit einem Ende am Arm 72
b an und sucht den Hebel 72 im Uhrzeigersinn um den Drehzapfen 72 a zu schwenken.
Die Feder 72 d
ist dabei schwächer als eine dem Sektorenantriebsring 56 zugeordnete
und ihn im Uhrzeigersinn belastende, nicht dargestellte Sektorenschließfeder.
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Die beschriebene Kamera wird folgendermaßen gehandhabt: Die Ruhelage
der Steuervorrichtung mit den Teilen 34, 36, 40 ist die in den Fig.
1 und 2 dargestellte Lage. Unter Wirkung der Feder 34b sind die Steuernase
36 b, der Stift 44 a, die Räder 44, 46 und die Achse
48 so gehalten, daß der Spiegel 50 und eine nicht dargestellte Bedeckungsklappe
in den Strahlengang eingeschwenkt sind. Zugleich ist unter Wirkung der Feder
40 c die Nase 40 b mittels des Mitnehmers 36:a den Teilen
42, 42a in der Weise nachgeführt, daß der Ring 66 die Blende und den Verschluß
voll öffnet (Fig. 4 und 5). Die Kamera gestattet daher (unabhängig davon, ob der
belichtete Filmstreifen weitertransportiert und der Verschluß gespannt ist) die
Beobachtung durch das Aufnahmeobjektiv, wobei das Sucherbild in bekannter Weise
auf einer Mattscheibe 51 sichtbar ist. Die Mattscheibe kann durch eine Schutzklappe
51 a abgedeckt werden, falls sie nicht gebraucht wird.
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Wenn der Kamerabenutzer eine Aufnahme vornehmen will, so muß er den
Filmtransportknopf 12 entgegen dem Uhrzeigersinn drehen, um den bei der vorhergegangenen
Aufnahme belichteten Filmstreifen weiterzutransportieren. Bei dieser Bewegung des
Filmtransportknopfes bewegt sich der Schieber 16 aus der Stellung gemäß Fig. 1 nach
rechts und spannt den Verschluß 52 über die Spannwelle 28. Nach dem
Loslassen des Filmtransportknopfes 12 bewegt sich der Schieber 16 unter Wirkung
seiner Rückstellfeder 16 b in die in Fig. 1 dargestellte Ruhelage zurück,
während die Getriebekette 20, 22, 28 a und 70 durch den Sperrhebel
30 und die Sperrnase 22 c' in der Spannstellung gemäß Fig. 1 bis 5
versperrt bleibt. Bei der Spannbewegung der verschlußseitigen Welle 28 wird auch
das Hauptantriebsorgan 58 entgegen dem Uhrzeigersinn gespannt und bleibt in der
Spannstellung durch den Hebel 60 versperrt. Während der Spannbewegung dreht
sich die Kurbelscheibe 20 c aus ihrer Ruhelage im Uhrzeigersinn. Der Stift
20 c` schwenkt dabei den Hebel 38 nur geringfügig entgegen dem Uhrzeigersinn
um den Lagerzapfen 38 a, wie in Fig. 3 strichpunktiert angedeutet ist, und fällt
danach hinter den Arm 38 a des Hebels 38 ein. Während der Filmtransport-
und Spannbewegung wird daher die Steuereinrichtung 34, 36, 40 nicht beeinflußt,
so daß der Spiegel und die Bedeckungsklappe im Strahlengang
und
die Verschlußsektoren sowie die Blendenlamellen außerhalb des Strahlenganges verbleiben.
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Der Benutzer hat noch durch Drehen des Entfernungsstellers 77 das,
Objektiv einzustellen, durch Drehen eines Zeitstellringes 74b, welcher mit dem Steuerring
74 gekuppelt ist, die gewünschte Belichtungsdauer einzustellen und schließlich durch
Drehen eines Blendenvorwählers 76, welcher eine Anschlagfläche 76 a für den
Arm 66 b des Ringes 66 trägt, die gewünschte Blendenöffnung vorzuwählen.
Der Blendenvorwähler 76 kann dabei als ein in Richtung der optischen Achse verstellbarer
Kupplungsring ausgebildet sein, welcher in verschiedenen, an einer Belichtungswertskala
ablesbaren Relativstellungen mit dem Zeitsteller 74 b in bekannter Weise kuppelbar
ist.
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Nach dem Einstellen der Entfernung und der Belichtungsdauer sowie
der Vorwahl der Blendenöffnung und der Wahl des richtigen Bildausschnittes ist die
Kamera eingestellt und aufnahmebereit.
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Das Auslösen der Kamera erfolgt durch Betätigen der Auslösetaste 32,
welche den Sperrhebel 30 entgegen dem Uhrzeigersinn schwenkt. Dadurch wird die Kurbelscheibe
20c frei und fängt an, entgegen dem Uhrzeigersinn (gemäß Fig.3) abzulaufen. Der
Stift 20 c"', welcher in der Spannstellung dicht hinter dem Arm 38 e des Hebels
38 steht, nimmt während der Ablaufbewegung der Kurbelscheibe 20 c den Hebel 38 und
somit auch den Schieber 34 gemäß Fig. I und 3 nach rechts mit. Durch diese Verstellung
des Schiebers 34 entgegen der Kraft der ihn belastenden Feder 34 b wird das
Ritzel 36 mit den Mitnehmern 36 a und 36 b
in der Weise gedreht, däß
durch die Kraft der Feder 40 c der Ring 66 (gemäß Fig. 5 entgegen dem Uhrzeigersinn)
über das Ritzel42.a verstellt wird. Dadurch werden der Verschluß geschlossen und
die Blendenlamellen 64 auf die vorgewählte, durch die Anschlagfläche 76 a gegebene
Stellung für eine bestimmte Blendenöffnung eingestellt. Sobald der Verschluß geschlossen
und die Blende eingestellt ist, kommt der Mitnehmer 36 b mit dem Stift
44 a in Eingriff, wodurch die Spiegelmechanik in Tätigkeit gesetzt
und der Spiegel 50 sowie die Bedeckungsklappe in eine waagerechte Lage gebracht
werden.
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Durch entsprechende Bemessung und Anordnung der Mitnehmer 36a
und 36b wird zwangläufig erreicht, daß der Spiegel um die Bedeckungsklappe
erst dann aus dem Strahlengang geschwenkt werden, wenn der Verschluß vollständig
geschlossen ist. Die Rücklaufbewegung der freigegebenen Kurbelscheibe 20 c sowie
der mit ihr gekuppelten Getriebekette geschieht unter Wirkung der Feder
20 cc und der Feder 70 a, welche auf den Auslösering 70 und
somit auf die mit diesem gekuppelte Getriebekette einwirkt. Aus diesem Grund sind
die Federn 70 a und 20 cc kräftiger gehalten als die Federn 34 b und
50 a zusammen, und die Feder 34 b ist kräftiger als die Feder
40 c.
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Die Vorgänge, welche das Schließen des Verschlusses und der Blende
sowie das Ausschwenken des Spiegels und der Bedeckungsklappe steuern, geschehen
alle während einer anfänglichen Leerbewegung der Kurbelscheibe 20 c und somit
auch des Auslöseringes 70. Sobald jedoch die Teile 20 c und
70 diesen Leerweg zurückgelegt haben, kommt der Auslösenocken 70 b
des Ringes 70 in Eingriff mit dem Sperrnebel 60 und entsperrt ihn. Das gespannte
Hauptantriebsorgan 58 kann nun im Uhrzeigersinn gemäß Fig. 5 abzulaufen beginnen.
Wie bereits erläutert, dreht das ablaufende Hauptantriebsorgan 58 den Sektorenantriebsring
56 zunächst entgegen dem Uhrzeigersinn. Es bewegt sich also der vom Sektorenantriebsring
getragene Stift 56 b vom Arm 72 c weg, so daß der Sperrhebel 72 mit seinem
Arm 72 b im Uhrzeigersinn in die Bahn des Stiftes 70 d am Auslösering 70 einschwenken
und ihn an einer weiteren Bewegung hindern kann. Die Getriebekette aus den Teilen
70, 28,
22 und 20 und somit auch über den Stift 20 c"'
der Schieber 34 bleibt in einer in Fig. 3 punktiert eingezeichneten Stellung angehalten,
in welcher der Verschluß und die Blende geschlossen und der Spiegel und die Bedeckungsklappe
aus dem Strahlengang geschwenkt sind.
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Es kann nunmehr durch die Ablaufbewegung des Sektorenantriebsringes
56 zunächst entgegen dem Uhrzeigersinn und dann zurück im Uhrzeigersinn das Öffnen
und Schließen der Sektoren zwecks Belichtung des Filmstreifens vor sich gehen. Wenn
der Sektorenring 56 nach Ausführung der Aufnahme in seine Ruhelage gemäß Fig. 5
zurückgekehrt ist, wird der Sperrhebel 72 entgegen dem Uhrzeigersinn abgeschwenkt,
so daß der Stift 70 d und damit der Auslösering 70 frei wird. Es laufen
somit die Teile 70, 28
und 20 weiter in Richtung auf Ruhelage ab, wobei sich
die Kurbelscheibe 20 c weiter entgegen dem Uhrzeigersinn dreht. Der Stift
20c.. verläßt während dieser weiteren Ablaufbewegung der Kurbelscheibe 20 c den
Arm 38 e des Hebels 38, und der Schieber 34 kann demzufolge unter der Kraft der
Feder 34b in Ruhelage zurücklaufen. Dabei wird selbsttätig zunächst der Spiegel
und die Bedeckungsklappe wieder in den Strahlengang eingeschwenkt und anschließend
der Versehluß und die Blende erneut geöffnet.
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Nach Durchführung eines Belichtungsvorganges wird bezüglich der Kamera,
der Verschlußsektoren und der Blendenlamellen automatisch der Zustand, der vor Beginn
der Belichtung herrschte, wieder hergestellt. Der Benutzer kann sowohl bis zur Aufnahme
als auch sofort nach der Aufnahme das Sucherbild beobachten. Das Sucherbild verschwindet
nur während der kurzen Zeitspanne der Aufnahme selbst. Dieser Umstand ist sehr vorteilhaft,
weil der Benutzer (ohne vorher den Film weitertransportieren oder den Verschluß
spannen zu müssen) die Möglichkeit hat, sich davon zu überzeugen, ob er für die
soeben durchgeführte Belichtung den richtigen Bildausschnitt und die richtige Bildschärfe
eingestellt hatte.
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In Fig: 7 und 8 ist eine andere Art der Sperrung für den Auslösering
70 und die mit ihm ablaufende Getriebekette dargestellt. In diesem Fall ist unterhalb
des Hauptantriebsorgans 58 eine Anschlagscheibe 78
fest an der Welle
28 angebracht, deren Nase 78 a während einer Drehbewgung der Teile 28, 78 mit dem
Vorsprung 58 a des Hauptantriebsorgans in Eingriff kommt. Wenn das Hauptantriebsorgan
im Uhrzeigersinn abläuft, wird es mittels einer nicht dargestellten Hemmeinrichtung
gegebenenfalls kurzzeitig angehalten. Dieses Anhalten ist zur Regelung der Belichtungszeit
notwendig. Wenn das Hauptantriebsorgan während seiner Ablaufbewegung angehalten
wird, so kommt die Nase 78 a in Eingriff mit dem Vorsprung 58a, so daß die
mit der Welle 28 gekuppelten Getriebeteile, insbesondere der Auslösering
70; zeitweilig an einer weiteren Ablaufbewegung gehindert werden. Auf diese Weise
wird (wie durch den Sperrhebel 72
und den Stift 70d bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig.4 und 5) verhindert, daß der Spiegel und die Abdeckklappe in den Strahlengang
eingeschwenkt und
die Verschluß- und Blendenöffnungsvorrichtung
betätigt werden, bevor der Belichtungsvorgang beendet ist.