DE109486C - - Google Patents
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- DE109486C DE109486C DENDAT109486D DE109486DA DE109486C DE 109486 C DE109486 C DE 109486C DE NDAT109486 D DENDAT109486 D DE NDAT109486D DE 109486D A DE109486D A DE 109486DA DE 109486 C DE109486 C DE 109486C
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KAISERLICHES
Aromatische Nitrosamine reagiren unter dem Einflüsse von Condensationsmitteln, zum Theil
bei gewöhnlicher Temperatur, glatt mit Methylenverbindungen, indem der Sauerstoff der
Nitrosogruppe mit den beiden Wasserstoffatomen der Methylengruppe als Wasser austritt.
Dabei entstehen Verbindungen, die man als substituirte Azomethinverbindungen auffassen
mufs, wobei unter Az'omethin die Gruppe C: N verstanden wird, auf deren Farbstoff
bildenden Charakter zuerst Weil (Ber. d. deutschen ehem. Ges. XXVII, 3317) hingewiesen hat.
So bildet sich aus Nitrosodimethylanilin und Benzylcyanid nach der Gleichung . ■' . '
C6H, N .-■
C16H16N3 + H2O ·.;■./·.
ein vollkommen substitutes Azomethin von der Constitution: , , .
(CH3), N-
CN.
Dafs dem Condensationsprodukt diese Constitution zukommt, ergiebt die Analyse und
die Spaltung mit Mineralsäuren, bei der nämlich Dimethyl-p-phenylendiamin und Benzoylcyanid
entsteht: .'■■..
(CH^N-
N: C-
Disubstituirte Azomethinverbindungen wurden schon von Möhlau (Ber. 31, 2250), und zwar
durch Einwirkung von Aldehyden auf aromatische Amine erhalten.
Von aromatischen Nitrosoverbindungen reagiren die ρ-Substitutionsprodukte sekundärer
und tertiärer Amine. Als Condensationsmittel beim Arbeiten in alkoholischer Lösung eignen
sich besonders alkalische, wie KaIf- und Natronlauge, Ammoniak und Amine. Beim Verschmelzen
findet die Condensation entweder ohne Weiteres statt oder nach Zusatz von
etwas Chlorzink u. dergl.
i. 17,8 Theile p-Nitrosodiäthylanilin und
11,7 Theile Benzylcyanid werden in Alkohol gelöst und etwas Kalilauge hinzugegeben; die
bis dahin grüne Lösung, die man zuvor angewärmt hat, wird tiefroth und erhitzt sich
stark, zuweilen bis zum Sieden des Alkohols, während zugleich eine Krystallisation beginnt.
Beim Erkalten sind 90 pCt. des Condensationsproduktes in prachtvollen, scharlachrothen, goldschimmernden
Nadeln vom Schmelzpunkt 111° auskrystallisirt. Aus Essigester krystallisirt die
Verbindung in grofsen, granatähnlichen, grüngoldglänzenden
Krystallen.
Analyse: ■
Ci8 #19 ^s ber· . · · ■ 8ef-
C 77,89 pCt., 77,71 pCt,
H 6,92 - 7,18 - ..
Die gleiche. Verbindung entsteht auch, wenn man die angegebenen Mengen der beiden Componenten
ohne jeden Zusatz im Oelbade so lange erhitzt, bis die Wasserentwickelung aufgehört
hat. . .■:'■■■
:";■■ Die entsprechende Dimethylverbindung bildet j.
orangebraune Nadeln, vom Schmelzpunkt go0. : 2, 17,s Theile ρ-Nitrosodiäthylanilin und
16,2 Theile p-Nitrobenzylcyanid werden in der.
Wärme in Alkohol gelöst und einige Tropfen' Piperidin hinzugegeben; es findet darauf eine
fast explosionsartige Reaction statt, der Alkohol geräth in heftiges Sieden, die Masse erstarrt
scheinbar, beim Schütteln wird sie aber wieder dünner. Beim Erkalten hat sich das Condensationsprodukt
quantitativ abgeschieden, da es in kaltem Alkohol fast unlöslich ist. Es
bildet kleine, stahlblaue, glänzende Nadeln, die sich in Chloroform, Essigsäure, heifsem Alkohol
u. s. w. mit schön kirschrother, in der Verdünnung violettrother Farbe lösen. Schmelzpunkt ι 520. ·, · '
Die entsprechende Dimethylverbindung ist dunkelbraun und schmilzt bei 1700 zu einer
dunklen, messingglänzenden Flüssigkeit.
3. 15 Theile p-Nitrosodimetbylanilin und
6,6 Theile Malonitril werden in ähnlicher Weise mittels Kali condensirt; es bilden sich dabei
dunkelviolette Krystalle vom Schmelzpunkt 2040.
4. 3 Theile p-Nitrosomonoäthylanilin (Aethylp-Nitrosoanilin)
und 2,26 Theile Cyanessigester werden in wenig heifsem Alkohol gelöst und
in der Wärme mit etwas 33 proc. Kalilauge versetzt. Beim Erkalten scheiden sich dunkelcarmoisinrothe
Krystalle vom Schmelzpunkt 98 bis 990 ab.
. Die Reaction ist nicht auf Cyanderivate beschränkt; es reagiren vielmehr die Methylenverbindungen, die durch benachbarte negative
Radicale stark sauer geworden sind, so Acetessigester, Desoxybenzoin, Phloroglucin, Nitroäthan
und u. A. einige Derivate des Diphenylmelhans, wie Diamidodiphenylmethansulfon und
dessen Tetramethylderivat.
5. 3 Theile p-Nitrosodimethylanilin werden
geschmolzen, das gleiche Volumen Alkohol zugegeben und dann mit 2,6 Theilen Acetessigester
zum Sieden erhitzt; man entfernt dann die Flamme und fügt wenig starke Kalilauge
zu, die Flüssigkeit wird braun, geräth wieder ins Sieden, bis die Reaction zu Ende ist. Nach
einem Tage haben sich braune, blau reflectirende Krystalle vom Schmelzpunkt ca. 6oö abgeschieden.
6. 3 Theile ρ - Nitrosodimethylanilin und
2,3 Theile Diamidodiphenylmethansulfon werden in 200 Theilen Alkohol in der Hitze gelöst,
einige Zeit mit 2 ecm, Natronlauge gekocht und dann mit Wasser gefällt. Der Niederschlagwird
in Aceton gelöst, nach dem Abfillriren und dem Verdampfen des Lösungsmittels
hinterbleibt eine braune-Masse vom Schmelzpunkt ca. 2640.
Die bei der Condensation von Phloroglucin und ähnlichen Phenolen mittels Alkali entstehenden
Produkte unterscheiden sich von den Substanzen, die nach anderen, schon lange
bekannten zu Oxazinfarbstoffe!! führenden Verfahren dargestellt werden (vergl. die Patentschriften
57938, 57547 und 59033, Ber. d. deutschen ehem. Ges. XII, 2065, und Nietzki,
Chemie d. org. Färbst., %. Aufl., 178). Bei
den älteren Verfahren wird das Chlorhydrat des Nitrosodimethylanilins u. s. w. direct benutzt
und in indifferenter (Wasser, Alkohol) oder meist essigsaurer Lösung gearbeitet, während
bei vorliegendem Verfahren die Nitrosobase in Freiheit gesetzt und mindestens so viel
Alkali zu der Lösung hinzugefügt werden mufs, dafs alle Phenolhydroxyle gesättigt sind.
Die hierbei entstehenden Produkte unterscheiden sich von jenen aufser in der Farbe vor allem dadurch, dafs sie ίη verdünntem Alkali löslich
sind, während jene, so weit sie nicht eine freie COOH- oder 5 O3 H-Gruppe enthalten, in
Alkalien so gut wie unlöslich sind (wie z.B. das Meldola'sche Resorcinblau). Zur. Kennzeichnung des Gesagten diene folgendes Beispiel:
7. i,3 Theile Phloroglucin und 1,5 Theile
Nitrosodimethylanilin werden in 50 Theilen Alkohol in der Wärme gelöst, dazu 4 Theile
33 proc. Kalilauge gegeben, kurze Zeit gekocht und in das dreifache Volumen Wasser gegossen;
schliefslich giebt man, die zur Neutralisation der angewendeten Kalilauge nöthige
Menge verdünnte Schwefelsäure hinzu und saugt den entstandenen dunklen Niederschlag
ab. Er löst sich in verdünntem Alkali mit dunkelorangerother Farbe, in Eisessig grün,
concentrirter Schwefelsäure röthlich, auf Zusatz von Wasser grün werdend, während ein
nach den älteren Verfahren durch Condensation des Chlorhydrates in eisessigsaurer Lösung erhaltenes Produkt in Eisessig lila, in concentrirter
Schwefelsäure blau, auf Wasserzusatz violettroth werdend, löslich war, und eine verdünnte
Kalilauge nur ganz schwach violett färbte.
Die Verbindungen sollen als Arzneisfoffe und Farbstoffe dienen, sowie als Ausgangsmaterialien
für die Darstellung von pharmaceutischen Präparaten und Farbstoffen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Condensationsprodykten aus ρ-Nitrosoverbindungen sekundärer und tertiärer aromatischer Amine und Methylenverbindungen von saurem Charakter, dadurch gekennzeichnet, dafs man die Cqmponenten entweder zusammenschmilzt oder in Gegenwart alkalischer Mittel auf einander wirken la'fst. . ' ".
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE109486C true DE109486C (de) |
Family
ID=379375
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT109486D Active DE109486C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE109486C (de) |
-
0
- DE DENDAT109486D patent/DE109486C/de active Active
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