DE106988A - - Google Patents

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DE106988A
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 24: Feuerungsanlagen.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 6. Oktober 1898 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft Neuerungen an Qefen zum Verbrennen von Strafsen- und Hausabgängen nach Art des Patentes 85037 und bezweckt ein einfaches Einbringen der Abgärige, ohne Rauch' für eine übermäfsig lange Zeit austreten zu lassen. Als Ausführungsbeispiel ist eine Ofenanlage gewählt, bei welcher mehrere, mit den hinteren Theilen einander zugekehrte Oefen vorhanden sind. Auf dem Obertheil der Ofenanlage ist eine flache Abdeckung vorgesehen und ein grofses Beschickungsloch zwischen den Oefen angeordnet, die mit den hinteren Theilen aneinander stofsen; dieses Beschickungsloch ist beiden Oefen gemeinsam und erstreckt sich von der Abdeckung der Oefen nach unten derart, dafs der in das Loch eingeschüttete Abgang entweder auf die Feuerungen bezw. auf die Roste oder in solche Lage gelangt, dafs er von dem vorderen Theil jedes Ofens leicht nach vorn auf den Rost gezogen werden kann.
Das Beschickungsloch kann zweckmäfsig eine Länge erhalten, die gleich der vollen Breite des Ofens ist. Das Loch bildet einen Aufnahmebehälter für den Abgang innerhalb des Ofens, so dafs beim Abziehen des Abganges von dem Boden der darüber befindliche Theil des Abganges nach unten fällt und nun nach vorn gezogen werden kann.
Beim Betriebe des Ofens ist im Allgemeinen darauf zu halten, dafs das Beschickungsloch oder der Schacht so weit mit Abgang gefüllt ist, dafs die Oeffnungen nach dem Ofen hierdurch verstopft sind; aufserdem wird aber der Beschickungsschacht durch ein sogenanntes Dachhaus geschlossen, welches den Austritt von Rauch verhindert. Dieses Haus wird mit grofsen Oeffnungen versehen, die mit Hänge- oder anderen Thüren ausgestattet sind. Diese Thüren werden für das Ausstürzen geöffnet und nach der Entleerung der Kippkästen wieder geschlossen. Es empfiehlt sich, Schienen oder Platten auf die Decke der Oefen zu legen, damit der Abgang in Kippwagen bis dicht an die Ausstürzthüren gebracht werden kann. Die auf den Wagen befindlichen Kippkästen sind so eingerichtet, dafs während des Entleerens die Decke oder der Obertheil des Kastens die Oeffnung der Ausstürzthür wirksam abschliefst; auf diese Weise wird der Austritt von Rauch und Gasen aus dem Ofen vor dem Aufrichten des Kastens in seine regelrechte Lage verhindert. Als weitere Vorkehrung gegen den Austritt von Rauch oder Gasen aus den Oefen während der Beschickung derselben wird zweckmäfsig eine Einrichtung getroffen, welche das Durchtreten eines ununterbrochenen Luftstromes durch das Dachhaus sichert; aus diesem Luftstrom kann ein Theil oder die ganze für die Verbrennung erforderliche Luft entnommen werden, und zwar entweder durch irgend ein Gebläse, wenn Prefsluft angewendet wird, oder sonst durch natürlichen Zug oder künstliche Absaugung.
Es empfiehlt sich, die Kippkästen in einem solchen Raum unterzubringen, dafs die Abfuhrwagen in die Kippkästen von oben leicht entleert werden können. Ist dieser Raum für die sofortige Entleerung in die Kippkästen unzureichend, so können die Kippkästen nach dem Füllen die Abgänge nach einem Lagerplatz befördern. Die Kippkästen können bis zur Abdeckung der Oefen durch einen Aufzug
oder eine schiefe Ebene maschinenmäfsig gehoben werden.
Fig. ι ist ein Längsschnitt durch ein Paar mit ihren hinteren Theilen einander zugekehrten Oefen, aus welchem die Lage und Gröfse des Beschickungsloches sowie die allgemeine Anordnung des Dachhauses ersichtlich ist; es befinden sich Kippkästen vor den Ausstürzthüren, und zwar einer in seiner regelrechten Stellung und der andere ausgestürzt.
Fig. 2 ist die Vorderansicht eines Theiles dieser Ofenanlage,
Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie 1-2 von Fig. i,
Fig. 4 ein Querschnitt nach der Linie 3-4 von Fig. ι und
Fig. 5 der Grundrifs mit Schnitt durch den mittleren Theil nach der Linie 5-6 von Fig. 1 einer aus sechs neben einander liegenden Oefen bestehenden Anlage'.
Fig. 6 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform; hiernach hat die Abdeckung, auf welcher die Wagen laufen, keinen Zusammenhang mit der Ofendecke, damit die Erschütterungen der unmittelbar auf die Abdeckung gebrachten schweren Abfuhrwagen ^keinen Einfiufs auf den Obertheil der Oefen ausüben können.
A sind die Oefen, B ist ein Gewölbe, welches den Hauptzug zwischen den beiden Oefen überdeckt, C das Beschickungsloch und D das Dachhaus. Die Oeffnungen desselben, durch welche der Abgang in die Oefen gestürzt wird, ist mit einem eisernen Rahmenwerk versehen, in welches eiserne, sich nach innen öffnende Thüren E eingehängt sind. Diese Thüren können mit Ausgleichgewichten F ausgestattet werden, um die Thüren nach Erfordern entweder offen oder geschlossen zu halten. An den die Ausgleichgewichte tragenden Hebelarmen G befinden sich noch Handhebel H, durch welche die Thüren geöffnet und geschlossen werden können.
J sind die Schienen auf der Abdeckung der Oefen. K stellt einen Kippkasten in seiner regelrechten Stellung, d. h. fertig zum Ausstürzen dar. L ist ein gekippter Kasten, dessen Inhalt in das Beschickungsloch entleert wird. Fig. 4 zeigt punktirt die Stellung eines Kippkastens, welcher die Oeffnung auf der entgegengesetzten Seite des Dachhauses verschliefst. M sind Luftkanäle, welche mit den entgegengesetzten Seiten des Dachhauses verbunden sind und auf der einen Seite mit der Luft, auf der anderen Seite mit der Gebläsevorrichtung zu dem Zwecke in Verbindung stehen, aus dem Abgange in den Beschickungslöchern austretende Gase abzuziehen. Der Kanal M ist da, wo er nach der Luft offen ist, mit einem Ventil N versehen, um die ganze oder einen Theil der Luft für die Verbrennung einzulassen. Am anderen Ende steht der Luftkanal mit dem Eintrittsschacht O in Verbindung behufs Leitung der Gase oder der Luft unter den Rost der Feuerungen. P ist ein Ventil für die Zuführung von frischer Luft unmittelbar in den Eintrittsschacht O.
Wenn eine Anzahl von Oefen neben einander angeordnet werden, so werden die Dachhäuser mit einander verbunden, so dafs Luft durch alle Dachhäuser streichen kann.
Die Betriebsweise ist folgende:
Ein gefüllter Kasten K wird auf die Abdeckung des Ofens auf den Schienen J und der Thür E eines Dachhauses gegenüber gebracht. Alsdann wird die Thür E mittelst des Griffes H geöffnet und es wird der Kasten sofort gekippt, wie bei L dargestellt, so dafs er die Oeffnung verschliefst, welche durch den Thürrahmen D gebildet wird, während die Entleerung des Kasteninhaltes in den Beschickungsschacht C des Ofens erfolgt.
Jeder Geruch oder Rauch, welcher aus dem Abgange entstehen sollte, wenn derselbe zuerst in den heifsen Ofen fällt, wird an dem Austreten durch den umgekippten Kasten verhindert, welcher die Oeffnung verschliefst. Eine weitere Sicherung gegen das Austreten von Geruch oder Gasen aus dem Ofen selbst während der Zeit, wo die Thür geöffnet wird, wird durch die Absaugung durch den Zug erzielt, der durch die Dachhäuser nach dem Feuer gerichtet ist.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ofen zum Verbrennen von Strafsen- und Hausabgängen, dadurch gekennzeichnet, dafs die Einschüttöffnungen des durch ein Dachhaus (D) abgeschlossenen Füllschachtes durch nach innen aufklappbare Thüren (E) verschlossen werden, welche derart angeordnet sind, dafs sie durch fahrbar auf der Ofendecke angeordnete Kippwagen (KL) oder bei der Kippstellung derselben von Hand aufgeklappt werden können, wobei in der Offenstellung der lichte Raum des Thürrahmens durch den Kasten des Kippwagens abgesperrt wird.
2. Ausführungsform des Ofens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dafs in das Dachhaus (D) Luftkanäle (M) einmünden, durch welche die Verbrennungsluft zu den Feuerungen (A) geleitet wird und aus dem Müll in den Füllschacht (C) austretende Gase abgesaugt werden können.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.

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