DE1069591B - Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd

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DE1069591B
DE1069591B DENDAT1069591D DE1069591DA DE1069591B DE 1069591 B DE1069591 B DE 1069591B DE NDAT1069591 D DENDAT1069591 D DE NDAT1069591D DE 1069591D A DE1069591D A DE 1069591DA DE 1069591 B DE1069591 B DE 1069591B
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sulfur dioxide
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sulfur
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Edouard Joseph Cathala Toulouse Haute Garonne Marie (Frankreich)
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/48Sulfur dioxide; Sulfurous acid
    • C01B17/50Preparation of sulfur dioxide
    • C01B17/60Isolation of sulfur dioxide from gases

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd, insbesondere flüssigem, reinem und trockenem Schwefeldioxyd.
  • Flüssiges Schwefeldioxyd ist ein wichtiges Produkt sowohl als Kühlmittel als auch zum Konservieren von Nahrungsmitteln. Die Verfahren zur Gewinnung von S02 aus Mischungen, wie sie in der Industrie anfallen (als Gas durch Verbrennung von Schwefel oder Abrösten von schwefelhaltigen Verbindungen mit Luft), sind umständlich und schwierig durchzuführen. Nach den üblichen Verfahren wird Schwefeldioxvd durch Adsorption aus industriellen Mischungen, in denen es zu 10 bis 20°/o enthalten ist, hergestellt, indem es als H S 03 Ion durch wäßrige Lösungen der verschiedensten anorganischen oder organischen Substanzen, wie basische Laugen von Natrium-, Ammonium, Aluminium- und Zinksulfit oder Lösungen von o-Toluidin, lylidin oder verschiedenen Aminen, gebunden wird. Bei diesen Absorptionsverfahren wird aber ein mit Wasserdampf gesättigtes SO, erhalten. Die anschließende Aufarbeitung ist immer unvollständig, da in Gegenwart der immer vorhandenen geringen Mengen Sauerstoff das Ion H S 03 sich oxydiert und das in Sulfat umgewandelte S02 nicht zurückgewonnen werden kann. Zur Zersetzung des H S 03 Ions durch Erwärmen der Lösung werden erhebliche Mengen Dampf verbraucht. Schließlich sind die Kosten bei der Herstellung von flüssigem Schwefeldioxyd durch Trocknen und Kompression so hoch, daß sie gewisse, sehr wichtige industrielle Anwendungen, wie z. B. die Direktherstellung von reinem Schwefeldioxyd, verbieten.
  • Bei allen bekannten Verfahren zur Herstellung von flüssigem, reinem und trockenem Schwefeldioxyd aus Gasgemischen werden basische oder neutraleLösungsmittel verwendet. Darüber hinaus liegt bei den bekannten Verfahren bei der Extraktion von Schwefeldioxyd aus industriellen Gasmischungen aus der Verbrennung von Schwefel oder Schwefelverbindungen, beispielsweise Pyriten, immer ein Überschuß an Sauerstoff vor. Bei Verwendung von basischen Lösungsmitteln bei der Aufarbeitung geht ein Teil des vorliegenden Schwefeldioxyds in Form von nicht mehr umwandelbarem Sulfat verloren. Die Alkalinität der wäßrigen Lösungen fördert die Umwandlung des Sulfitions in das Sulfation, das nicht mehr in SO, umgewandelt werden kann. Durch die Sulfatbildung tritt ein Verlust von 4 bis 5% des behandelten Ausgangsmaterial ein.
  • Ein weiterer Nachteil der vorstehenden bekannten Verfahren besteht darin, daß in schwefeldioxydhaltigen Gasen, die aus schwefelhaltigen organische Bestandteile enthaltenden Verbindungen hergestellt werden, auch immer Kohlendioxyd vorliegt, das von den alkalischen Lösungsmitteln absorbiert wird. Die schwefeldioxydhaltigen Gase solcher Herkunft enthalten dieses Kohlendioxyd immer als Verunreinigung.
  • Die als neutrale Lösungsmittel für die erfindungsgemäße Aufgabe häufig eingesetzten Kohlenwasserstoffe oder andere organische Verbindungen sind für großtechnische Zwecke zu teuer und darüber hinaus meist sehr flüchtig, so daß besondere Vorsichtsmaßnahmen bei ihrer Anwendung erforderlich sind. Verglichen mit diesen ihnen anhaftenden Nachteilen ist ihr Lösungsvermögen für Schwefeldioxyd nur sehr gering. Viele solcher neutralen Lösungsmittel weisen darüber hinaus den Nachteil auf, sehr stark oxydierbar zu sein, insbesondere wenn sie Aldehyde, Ketone oder Sulfone enthalten. Solche Verbindungen gehen mit dem Schwefeldioxyd sowie mit dem in den schwefelhaltigen Gasen immer vorliegenden Sauerstoff Reaktionen ein.
  • Man hat bisher noch kein saures Lösungsmittel gefunden, das zur Gewinnung von Schwefeldioxyd aus schwefeldioxydhaltigen Gasmischungen geeignet ist und durch das die vorstehend erwähnten Nachteile vermieden werden.
  • Es wurde nun versucht, diese Nachteile und vor allem die Verwendung der bisher unerläßlichen Kühlmaschinen beim Entgasen von Lösungen von S02 in den üblichen wäßrigen Absorptionsmitteln zu vermeiden. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd aus Gasmischungen mit Hilfe von Lösungsmitteln, wobei als Lösungsmittel Chlorsulfonsäure verwendet wird. Es wurde festgestellt, daß flüssige, wenig flüchtige Chlorsulfonsäure eine große Lösungsfähigkeit für S 02 besitzt. Bei einer Temperatur von 10° C und Atmosphärendruck bildet die Chlorsulfonsäure, nachdem sie mehr als 20% ihres Gewichtes an S 02 gelöst hat, eine stabile Lösung. Die Versuchsergebnisse im Vergleich mit Wasser, dessen Lösungseigenschaften für Schwefeldioxyd bekannt sind, sind in der nachstehenden Tabelle gegeben:
    Temperaturen
    20° C @ 10° C
    I I I
    Druck S02, 1 atm .................... 1 0,75 0,5 0,1 1 0,75 0,5 0,1
    100 g Wasser lösen .................. 10,7 8,2 5,5 1,4 15,4 10 7,9 1,7
    100 g Chlorsulfonsäure lösen .......... 12,5 10,0 7 1,0 26,5 I 16,3 8,9 ! 1,5
    Der Vorteil von Chlorsulfonsäure wird beim Senken der Temperatur noch sichtbarer: Bei 0° C und Atmosphärendruck bilden 100g Chlorsulfonsäure, nachdem sie 75 g S 02 absorbiert haben, eine stabile Lösung. Bei niedrigen Temperaturen (bei denen Wasser oder wäßrige Lösungen nicht mehr verwendbar sind) bis zu -75°C sind flüssiges Schwefeldioxv d und Chlorsulfonsäure in allen Verhältnissen mischbar.
  • Zur Gewinnung von reinem, flüssigem und trockenem Schwefedioxyd können Gase bhandelt werden, die beim Abrösten von Schwefelverbindungen oder beim Verbrennen von Schwefel an der Luft erhalten werden. Eine solche Verbrennung wird vorteilhafterweise mit Luft bei einem Druck von 5 bis 10 atm durchgeführt. Auf diese Weise werden Mischungen erhalten, die bis zu 20% S 02 mit wenigen 1000stelo/0 Schwefeltrioxyd enthalten. Unter diesen Bedingungen ist die Gewinnung der bei der Umsetzung entbundenen Wärmeenergie besonders vollständig und vorteilhaft.
  • Nach dem Trocknen und Abkühlen auf eine Temperatur von 2 bis 3° C werden die Gase mit Chlorsulfonsäure in einer Vorrichtung behandelt, in der ein wirksamer Kontakt zwischen Gas und Flüssigkeit möglich ist. Je nach Temperatur und Teildruck des S 02 werden Lösungen mit zwischen 40 und 50 Gewichtsprozent Schwefeldioxyd erhalten. Die Lösungseigenschaften der Chlorsulfonsäure gegenüber dem S O3 sind im übrigen derart, daß dieses wichtige Produkt die Herstellung des flüssigen Schwefeldioxyds nicht stört, sondern im Gegenteil aus diesem Lösungsmittel gewonnen werden kann.
  • Anschließend werden die Lösungen dadurch entgast, daß sie oben in eine Kolonne oder in eine andere übliche Vorrichtung zum Entgasen gegeben werden, in der die Flüssigkeit herabläuft und sich allmählich erwärmt, bis sie unten eine ausreichende Temperatur erreicht hat, um das gelöste S 02 praktisch vollständig frei zu machen.
  • Der Betriebsdruck in dieser Entgasungskolonne wird so eingestellt, daß am Kopf der Kolonne die Temperatur der mit S 02 beladenen Chlorsulfonsäure durch Wahl eines entsprechenden Druckes 3 bis 4'C unter der Temperatur des Kühlwassers gehalten wird. Dieses Wasser gelangt in einen Kondensator, in dem das Schwefeldioxyd direkt in reinem und trockenem Zustand verflüssigt wird.
  • Nach dem das Schwefeldioxyd entfernt ist, können die inerten Gase gegebenenfalls nach einer Vorerwärmung, in einer Turbine unter Druck entspannt werden, und auf diese Weise ein Teil oder die ganze bei der Kompression aufgewendete Energie zurückgewonnen werden.
  • Die Auflösung von SO2 in Chlorsulfonsäure ist vorteilhaft, wenn man Mischungen von Chlor und S 02 trennen will, wie sie beispielsweise bei der Umsetzung v an H Cl und Sulfaten bei hoher Temperatur oder bei der thermischen Zersetzung von Chlorsulfonsäure erhalten werden. In diesem Fall werden Mischungen mit äquimolaren Mengen von Chlor und S 02 erhalten, die sich durch Destillation nicht vollständig trennen lassen, da sie eine azeotrope Mischung bilden. Die Verwendung von Chlorsulfonsäure ist zur Aufarbeitung dieses Azeotrops sehr wirksam. Wenn die Absorptionstemperatur nicht genügend tief ist, enthalten die mit Chlorsulfonsäure behandelten Gase trotz des niedrigen Dampfdruckes eine störende Menge dieses Produktes. Die letzten Spuren können durch Waschen mit konzentrierter Schwefelsäure, die die Chlorsulfonsäure leicht auflöst, beseitigt werden. Das Verfahren gemäß der Erfindung eignet sich zur Anwendung auf alle Mischungen, die gasförmiges S 02 in größeren oder geringeren Mengen enthalten.
  • Durch die Verwendung von Chlorsulfonsäure als Lösungsmittel gemäß der Erfindung werden gegenüber dem Stand der Technik folgende Vorteile erreicht: Die Chlorsulfonsäure wird von Schwefeldioxyd nicht angegriffen und kann daher ohne Schwierigkeiten wieder zurückgewonnen werden. Da weder Kohlendioxyd noch gasförmiger Chlorwasserstoff von Chlorsulfonsäure absorbiert werden, ist auch bei Vorliegen dieser Bestandteile ihre Anwendung ohne jedes Risiko. Die Löslichkeit von Chlor in Chlorsulfonsäure unterscheidet sich ausreichend von der Löslichkeit von Schwefeldioxyd in dieser Säure, so daß eine wirksame Abtrennung einer Mischung mit etwa 12% Chlor, die einer azeotropen, durch Destillation nicht trennbaren Zusammensetzung entspricht, sicher erreicht wird. Die Chlorsulfonsäure selbst ist eine kaum flüchtige Verbindung, so daß bei ihrer Anwendung nur geringe Verluste durch das Mitreißen mit inerten Bestandteilen im SO, auftreten. Diese Eigenschaft läßt ihre Anwendung gegenüber der Verwendung von organischen Lösungsmitteln besonders vorteilhaft erscheinen. Die Chlorsulfonsäure erstarrt darüber hinaus erst bei sehr tiefen Temperaturen und hat daher gegenüber wäßrigen Lösungsmitteln den Vorteil, daß besonders hohe Konzentrationen von absorbiertem Schwefeldioxyd erreicht werden können, beispielsweise 40 Gewichtsprozent S 02 bei einem Druck von einer Atmosphäre, wenn man bei Temperaturen zwischen -5 und 0° C arbeitet. Bei diesen Temperaturen kann mit wäßrigen Lösungsmitteln nicht mehr gearbeitet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd, insbesondere von flüssigem, reinem und trockenem Schwefeldioxyd, mit Hilfe von Lösungsmitteln aus Gasmischungen, dadurch gekennzeichnet, daß man als Lösungsmittel Chlorsulfonsäure verwendet. 2.- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das S 02 haltige Gas vor dem Auswaschen getrocknet und anschließend auf eine Temperatur von 2 bis 3° C abgekühlt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mit S 02 beladene Chlorsulfonsäure in eine Kolonne herabrieselt und erhitzt wird, so daß am Boden das gelöste S 02 frei gemacht wird. 4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am Kopf der Kolonne die Temperatur der mit S 02 beladenen Chlorsulfonsäure durch Wahl eines entsprechenden Druckes 3 bis 4° C unter der Temperatur des Kühlwassers gehalten wird. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 867 241, 858 693, 570 027, 454 320, 400 420; französische Patentschriften Nr. 10,16 083, 725253; USA.-Patentschriften Nr. 2 385 704, 2 368 545, 2 139 375, 1951992.
DENDAT1069591D Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd Pending DE1069591B (de)

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