-
Magnetogrammträger Es sind Magnetogrammträger bekannt, deren Unterlage,
die die Schicht trägt, aus den verschiedensten filmbildenden Kunststoffen, beispielsweise
aus Celluloseestern, Celluloseäthern, Polyvinylchlorid, Polyurethanen bzw. bi- oder
höherfunktionellen Isocyanaten mit Polyhydroxylverbindungen, insbesondere Polyestern
oder Polyamiden, bestehen. Diese Verbindungen sind auch als Bindemittel für magnetisierbare
Stoffe verwendet worden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Kunststoffe den gesteigerten
technischen Anforderungen bezüglich mechanischer Festigkeit, mechanischer und chemischer
Widerstandsfähigkeit, Temperaturbeständigkeit sowie Maßhaltigkeit nicht in vollem
Umfang entsprechen.
-
Es wurde nun gefunden, daß man für gesteigerte Ansprüche Magnetogrammträger
erhält, wenn die Unterlage für die magnetisierbare Schicht oder das Bindemittel
für das magnetisierbare Material oder beide aus polymeren Kohlensäureestern auf
der Grundlage von Di- (monooxyaryl) -alkanen, insbesondere von 4,4'-Di (monooxyaryl)
-alkanen bestehen.
-
Derartige polymere Kohlensäureester können bekanntlich hergestellt
werden z. B. durch Umsetzung von etwa gleichen molaren Mengen Di-(monooxyaryl)-alkanen
und Bis-chlorkohlensäureestern von Di-(monooxyaryl) -alkanen oder von Di-(monooxyaryl)-alkanen
mit Phosgen oder mit Kohlensäurediestern, z. B. nach dem Verfahren nach der deutschen
Auslegeschrift F13040IVb/39c. Zum Aufbau der polymeren Kohlensäureester können auch
Gemische verschiedener Di-monooxyaryl-alkane sowie Gemische von Di-monooxyaryl-alkanen
mit anderen Dioxyverbindungen, z. B. nach dem Verfahren gemäß der deutschen Auslegeschrift
F 17166 IVb/39c, verwendet werden. Geeignete polymere Kohlensäureester werden erhalten
z. B. aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan oder aus 4,4'-Dioxydiphenyl-methyläthylmethan
oder aus einem Gemisch von 95 o 4,4'-Dioxydiphenyldimethylmethan mit 501o 4,4'-Dioxydiphenylmethan
oder von 90 O/o 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan mit 10 0/o 4,4'-Dioxydiphenyl-1,1-cyclohexan.
-
Die aus den genannten polymeren Kohlensäureestern hergestellten Magnetogrammträger
zeichnen sich durch hervorragende mechanische Eigenschaften aus. Ihre Reißfestigkeit
kommt schon in unverstrecktem Zustand praktisch einer Acetylcellulosefolie gleich.
Die Dehnbarkeit und Stoßfestigkeit ist sogar wesentlich höher. Durch Verstrecken
können Reißlasten erzielt werden, die bei guter Dehnbarkeit und Stoßfestigkeit an
die der Terephthalsäurepolyester heranreichen. Besonders bemerkenswert ist überdies,
daß diese guten mechanischen Eigenschaften auch in unverstrecktem Zustand und bei
längerer Einwirkung von Temperaturen bis etwa 1600 C erhalten bleiben.
-
So ist nach einer Lagerung bei 1400 C an der Luft nach 6 Wochen noch
keine Abnahme der mechanischen Eigenschaften, wie Dehnbarkeit, Zerreißfestigkeit
und Stoß festigkeit, festzustellen. Wichtig ist fernerhin die hervorragende Beständigkeit
gegenüber der Einwirkung von Licht, auch ultravioletter Bestrahlung, Luft und Feuchtigkeit.
Die Wasseraufnahme ist außerordentlich gering (0,5 0/o uffd weniger), so daß die
Filme auch im nassen Zustand besonders gut maßhaltig sind.
-
Gegenüber einer Unterlage aus Acetylcellulose zeigen die Folien aus
polymerem Kohlensäureester eine höhere Festigkeit, insbesondere höhere Kanteneinreißfestigkeit,
höhere Wärmebeständigkeit, daher keine Versprödung, und größere Beständigkeit gegenüber
Feuchtigkeit, daher geringere Wasserlängung.
-
Gegenüber Polyvinylchlorid zeigen Folien aus polymerem Kohlensäureester
höhere Wärmebeständigkeit, so daß sie weniger leicht thermoplastisch werden.
-
Gegenüber den Folien aus Terephthalsäurepolyestern ist bei Folien
aus polymeren Kohlensäureestern die Anlösbarkeit wesentlich besser, so daß eine
gute Haftung der darauf gegossenen Schicht erzielt wird.
-
Besonders gute mechanische Eigenschaften werden erzielt, wenn die
Folien aus polymeren Kohlensäureestern verstreckt werden.
-
Da die erfindungsgemäß zu verwendenden polymeren Kohlensäureester
in einer Reihe auch niedrigsiedender Lösungsmittel gut löslich sind, kann man Folien
daraus nach dem üblichen Gießverfahren auf einer Band- oder Trommelmaschine herstellen,
wobei die Vorteile dieses Verfahrens, nämlich die Erzielung
gleichmäßiger
Dicke und optischer Klarheit in Dusche sicht und Oberfläche, voll zur Geltung kommen.
Der gut getrocknete Rohstoff wird in einem Rührwerk, am besten einem Schnellrührer,
z. B. in Methylenchlorid, zu einer Lösung mit einer Viskosität von etwa 50000 Centipoisen
gelöst. Es können auch geringe Mengen von höhersiedenden Lösungsmitteln, die nicht
unbedingt gute Löser für den Kunststoff zu sein brauchen (wie Chloroform, Propylacetat
und Butylacetat), zugesetzt werden. Je nach der gewünschten Qualität ist auch der
Zusatz kleiner Mengen von Weichmachern empfehlenswert. Die Lösung wird nach Entfernung
der Luft auf einer Gießmaschine je nach der gewünschten Stärke mit der für Acetylcellulosefolien
üblichen Geschwindigkeit gegossen. Gegebenenfalls können die erfindungsgemäß zu
verwendenden Polyester auch in an sich bekannter Weise aus dem Schmelzfluß zu Filmen
verarbeitet werden.
-
Selbstverständlich können den Lösungen oder Schmelzen der polymeren
Kohlensäureester vor der Formgebung auch Farbstoffe oder Pigmente zugesetzt werden.
-
Sehr gute Eigenschaften zeigen auch Mischacetale aus vorzugsweise
hochpolymerem Vinylalkohol und Aldehyden mit wasserlöslichmachenden Gruppen und
Aldehyden ohne wasserlöslichmachende Gruppen.
-
Auf eine so hergestellte Unterlage aus polymeren Kohlensäureestern
kann die magnetisierbare Schicht aufgetragen werden, wobei als Bindemittel polymere
Kohlensäureester oder andere geeignete filmbildende Kunststoffe, beispielsweise
Celluloseester, -mischester, -äther, Polyvinylchlorid, Polyamid, Polyurethan bzw.
bi- oder höherfunktionelle organische Isocyanate mit Polyoxyverbindungen sowie Polyester
verwendet werden.
-
Im Vergleich zu Folien aus Polyvinylchlorid und Polyestern zeichnen
sich die Folien aus polymeren Kohlensäureestern aus durch leichte Anlöslichkeit
ihrer Oberflächen mit polaren Lösungsmitteln, so daß beim Überschichten der Eisenoxydgießlösung
sehr gute Haftung erreicht wird, ohne daß irgendwelche haftvermittelnden Zwischenschichten
benötigt werden.
-
Weiterhin ist es möglich, für die Unterlage Celluloseester, -mischester,
-äther, Polyvinylchlorid, Polyamid, Polyurethan bzw. bi- oder höherfunktionelle
organische Isocyanate mit Polyoxyverbindungen sowie Polyester und als Bindemittel
für den magnetisierbaren Stoff polymere Kohlensäureester zu benutzen.
-
Die Zusammensetzung der Lösung für die magnetisierbare Schicht richtet
sich einerseits nach dem Bindemittel und andererseits nach dem Kunststoff der Unterlage.
-
Für die magnetisierbare Schicht kommen alle bekannten ferromagnetischen
Stoffe, beispielsweise Eisenoxyd, Gemische von Oxyden des 2- und 3wertigen Eisens
und von Eisen und anderen Oxyden, beispielsweise Kobalt-, Mangan-, Kupferoxyd, in
Frage.
-
Weiterhin ist es möglich, den Schichtträger aus polymeren Kohlensäureestern
mit einer magnetisierbaren Schicht zu versehen, die beispielsweise durch Kathodenzerstäubung
oder Aufdampfen im Hochvakuum erzeugt wird.
-
Beispiel 1 Eine aus 250g Gamma-Eisen(III)-oxyd und 85 g polymerem
Kohlensäureester aus 4,4'-Dioxydiphenylmethyltäthylmethan in 600 cm3 Äthylacetat
und 280cm3 Tetrachlorkohlenstoff auf einer Schwingmühle durch 16stündiges Mahlen
erhaltene Eisenoxyd-
Lacksuspension wird auf ein hochpoliertes Metallband einer Foliengießmaschine
mit dem Kantengiefler aufgegossen, so daß die Dicke der magnetisierbaren Schicht
im trockenen Zustand 0,005 bis 0,025 mm beträgt.
-
Auf die gerade angetrocknete magnetisierbare Schicht wird auf der
gleichen Gießmaschine an einer zweiten Gießstelle eine 17 0/oige Lösung von polymerem
Kohlensäureester aus 4,4'-Dioxydiphenyldimethylmethan in Methylenchlorid aufgegossen.
Die Dicke der aufgegossenen Schicht beträgt - je nach Verwendungszweck des Magnetogrammträgers
- im trockenen Zustand 0,015 bis 0,2 mm.
-
Bei ideal glatter Oberfläche hat die magnetisierbare Schicht eine
hervorragende Haftung auf der Unterlage.
-
Beispiel 2 Auf eine 0,04 mm starke Folie aus polymerem Kohlensäureester
aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan wird mit dem Kantengießer eine Eisenoxyd-Lacksuspension
aufgebracht, die durch 24stündiges Mahlen in einer Schwingmühle von 275 g Gamma-Eisen(III)-oxyd
in einer Lösung von 60 g Mischacetat (bestehend aus 340/0 Benzaldehyddisulfonacetal,
360/0 Benzaldehydacetal und 300/o Vinylhydroxyd) und 18 g Verseifungsprodukt (bestehend
aus 650/0 Vinylchlorid, 270/0 Vinylhydroxyd und 80/0 Vinylacetat) in 480 cm3 Methylalkohol
und 400 cm3 Aceton hergestellt wurde. Der beschichtete Film wird in einem 800 C
heißen Kanal getrocknet.
-
Bei einer Dicke der magnetisierbaren Schicht von 0,005 bis 0,04 mm
haftet diese gut auf der Unterlage, sie hat eine hohe mechanische Festigkeit und
eine glatte Oberfläche.
-
Beispiel 3 Eine 0,13 mm starke Folie aus polymerem Kohlensäureester
aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan wird nach dem Tauchverfahren mit einer Giefilösung
beschichtet, die (gemäß deutscher Patentschrift 814 225) durch Vermahlen von 460
g Gamma-Eisenoxyd mit einer Lösung von 110 g eines Polyesters aus 3 Mol Adipinsäure
und 2 Mol Hexantriol und 2 Mol Butylenglykol in 250 cm3 Äthylacetat und 200 cm3
Toluol in einer Schwingmühle (Mahldauer 36 Stunden) hergestellt ist, und der nach
der Mahlung eine Lösung von 79 g eines Additionsproduktes von 3 Mol Toluylendiisocyanat
an 1 Mol Hexantriol in 155 cm5 Athylacetat und 140 cm3 Toluol zugefügt ist.
-
Die beschichtete Folie wird in einem Trockenkanal bis auf 1200 C
erhitzt. Die magnetisierbare Schicht (deren Dicke zwischen 0,01 und 0,04 mm variiert
werden kann), hat nach dem Auskondensieren der Lackkomponenten eine hervorragende
mechanische Festigkeit und eine gute Haftung auf der Unterlage.
-
Beispiel 4 Eine 0,1 mm starke Folie aus polymerem Kohlensäureester
aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan wird mit dem Kantengießer mit einer Eisenoxyd-Lacksuspension,
die durch Vermahlen von 286 g Gamma-Eisenoxyd mit einer Lösung von 112 g niedrigviskoser,
alkohollöslicher Nitrocellulose und 42 g Butyl-benzyl-phthalat in 790 cm3 Lösemittelgemische
(Athylalkohol zu Äthylacetat zu Toluol =1:1:1) hergestellt wurde, beschichtet. Die
angetragene Schicht wird bei 1000 C getrocknet. Sie hat eine gute Haftung, eine
glatte Oberfläche und eine gute mechanische Festigkeit.
v Beispiel
5 Eine 0,1 mm starke Folie aus polymerem Kohlensäureester aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan
wird mit dem Kantengießer mit einer Eisenoxyd-Lacksuspension beschichtet, die durch
36stündiges Mahlen von 268 g Gamma-Eisenoxyd mit einer Lösung von 50 g Celluloseacetobutyrat
(Essigsäuregehalt 420/0, Buttersäuregehalt 23°/o) in 810 cm3 Äthylacetat und 96
cm3 Methanol erhalten wurde. Die angetragene Schicht wurde bei 1000 C getrocknet.
Die magnetisierbare Schicht (Stärke 0,005 bis 0,05 mm) zeigt auf der Unterlage gute
Haftung bei ausgezeichneter mechanischer Festigkeit.
-
Beispiel 6 Eine 0,04 mm starke Folie aus polymerem Kohlensäureester
aus 4,4'-Dioxydiphenyldimethylmethan wird mit einer Eisenoxyd-Lacksuspension folgender
Zusammensetzung beschichtet: 333 g Gamma-Eisenoxyd, 83 g Mischpolymerisat aus Polyvinylvinylchlorid
und Polyvinylacetat, 30 g Butylbenzylphthalat, 844 cm3 Aceton. Das Eisenoxyd war
mit der Lösung des Mischpolymerisates und des Weichmachers 48 Stunden auf der Schwingmühle
gemahlen worden.
-
Die angetragene Schicht wurde bei 600 C getrocknet.
-
Magnetisierbare Schichten in Dicken von 0,005 bis 0,05 mm haften gut
auf der Unterlage.
-
Beispiel 7 Eine 0,04 mm starke Folie aus Polyvinylchlorid wird mit
dem Kantengieller mit einer Eisenoxyd-Lacksuspension beschichtet, die durch 36stündiges
Mahlen von 250 g Eisenoxyduloxyd (Magnetit) mit einer Lösung von 80 g polymerem
Kohlensäureester aus 4,4'-Dioxydiphenyl-äthylmethylmethan in 680 cm3 Äthylacetat
und 200 cm3 Chloroform in einer Schwingmühle hergestellt wurde. Die Trocknnng der
angetragenen Schicht wird bei 80 bis 900 C ausgeführt. Die magnetisierbare Schicht
haftet gut auf der Unterlage und hat eine hohe mechanische Festigkeit.
-
An Stelle einer Folie von Polyvinylchlorid kann auch eine Acetylcellulosefolie
mit gleich gutem Erfolg eingesetzt werden.
-
Beispiel 8 Eine 0,02 mm starke Polyesterfolie (Polyester aus Terephthalsäure
und Äthylenglykol), die mit einer geeigneten Haftpräparation versehen ist, wird
mit einer Eisenoxyd-Lacksuspension beschichtet, die
durch 36stündiges Mahlen von
150 g Gamma-Eisenoxyd mit einer Lösung von 40 g polymerem Kohlensäureester aus 4,4'-Dioxydiphenyl-dimethylmethan
in 940 cm3 Chloroform in einer Schwingmühle hergestellt wurde. Die Trocknung der
angetragenen Schicht erfolgt bei 800 C. Bei ausgezeichneter mechanischer Festigkeit
haftet sie fest auf der Unterlage.