-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Substrat mit einer Durchführung sowie
auf ein Verfahren zur Herstellung eines Substrats mit einer Durchführung.
-
Integrierte
Schaltungen, Sensoren oder mikromechanische Apparate werden gewöhnlich auf
einem Substrat aufgebracht oder in ein solches integriert. Um integrierte
Schaltungen extern anschließen
zu können,
kann es hilfreich sein, wenn die Substrate über elektrisch leitende Durchführungen
von der Substratoberseite zur Substratunterseite verfügen.
-
Vor
diesem Hintergrund werden ein Substrat gemäß dem Anspruch 14, ein Halbleitermodul
gemäß dem Anspruch
25 sowie ein Verfahren gemäß dem Anspruch
1 angegeben. Weitere Aspekte des Substrats, Halbleitermoduls und
Verfahrens sowie Verbesserungen oder Modifikationen sind durch die abhängigen Ansprüche, die
Figuren und die Beschreibung offenbart.
-
Insbesondere
wird ein Substrat bereitgestellt, das ein Halbleitersubstrat mit
einer ersten Hauptoberfläche,
einer zweiten Hauptoberfläche
und mindestens einem von der ersten Hauptoberfläche zu der zweiten Hauptoberfläche reichenden
Kanal umfasst. Der mindestens eine Kanal weist in einem ersten Abschnitt
eine erste Querschnittsfläche
und in einem zweiten Abschnitt eine zweite Querschnittsfläche auf,
wobei die erste Querschnittsfläche
größer als
die zweite Querschnittsfläche
ist. Der Kanal ist in dem ersten Abschnitt mit einem aus einer Schmelze eingebrachten
elektrisch leitenden ersten Material gefüllt und in dem zweiten Abschnitt
mit einem elektrisch leitenden zweiten Material.
-
Ferner
wird ein Halbleitermodul bereitgestellt, das ein Substrat und eine
integrierte Schaltung umfasst. Das Substrat ist wie das vorstehend
beschriebene Substrat ausgebildet. Die integrierte Schaltung ist
auf das Substrat aufgebracht.
-
Des
Weiteren wird ein Verfahren angegeben, bei dem ein Halbleitersubstrat
mit einer ersten Hauptoberfläche,
einer zweiten Hauptoberfläche
und mindestens einem von der ersten Hauptoberfläche zu der zweiten Hauptoberfläche reichenden
Kanal bereitgestellt wird. Der mindestens eine Kanal weist in einem
ersten Abschnitt eine erste Querschnittsfläche und in einem zweiten Abschnitt
eine zweite Querschnittsfläche
auf. In den ersten Abschnitt des mindestens einen Kanals wird unter
Druck im geschmolzenen Zustand ein elektrisch leitendes erstes Material
eingefüllt.
-
Die
Druckschrift
DE
10 2005 042 074 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem durch
ein Substrat führende
konische Sacklöcher
galvanisch befüllt
werden.
-
Die
Druckschrift
EP 0 926
723 A1 beschreibt ein Verfahren, bei dem Sacklöcher zunächst in
einem CVD-Verfahren mit einer ersten Schicht und anschließend galvanisch
mit einer Metallschicht bedeckt werden.
-
Die
Druckschrift
US 5,618,752
A beschreibt das Füllen
von zylindrischen Sacklöchern über CVD-Verfahren,
Sputtern oder Aufdampfen.
-
Die
Druckschrift
WO
2005/088699 A1 gibt ein Verfahren an, bei dem durch ein
Substrat reichende Kanäle
von einer ersten Seite mittels LPCVD-Verfahren und von einer zweiten
Seite mittels galvanischem Abscheiden befüllt werden.
-
Die
Druckschrift
US 7,176,128
B2 beschreibt ein Verfahren, bei dem Sacklöcher mittels
CVD-Verfahren und galvanischem Abscheiden befüllt werden.
-
Die
Druckschrift Yamamoto, S. et al.; „Si through-hole interconnections
filled with Au-Sn solder by molten metal suction method”; Micro
Electro Mechanical Systems, 2003, MEMS-03 Kyoto; 19–23 Jan.
2003, pp. 642–645
beschreibt ein Verfahren zur Befüllung
von Sacklöchern
aus einer Schmelze.
-
Die
Druckschrift
JP
2006-013454P beschreibt das Befüllen eines sich zur Mitte hin
verbreiternden Kanals mit schmelzflüssigem Material.
-
Im
Folgenden werden einige Ausführungsformen
beschrieben, deren Merkmale lediglich der Illustration der Erfindung
dienen und diese in keiner Weise limitieren sollen.
-
1A bis 1C zeigen
schematisch ein Substrat 100 und ein Verfahren zur Herstellung
des Substrats 100.
-
2A bis 2E zeigen
schematisch ein Substrat 200 und ein Verfahren zur Herstellung
des Substrats 200.
-
3A bis 3D zeigen
schematisch ein Substrat 300 und ein Verfahren zur Herstellung
des Substrats 300.
-
4A bis 4D zeigen
schematisch ein Substrat 400 und ein Verfahren zur Herstellung
des Substrats 400.
-
5A bis 5D zeigen
schematisch ein Substrat 500 und ein Verfahren zur Herstellung
des Substrats 500.
-
6A bis 6C zeigen
schematisch Substrate 600A, 600B und 600C.
-
7 zeigt
schematisch ein Halbleitermodul 700.
-
8 zeigt
schematisch ein Halbleitermodul 800.
-
9 zeigt
schematisch ein Halbleitermodul 900.
-
Im
Folgenden werden Substrate sowie Verfahren zur Herstellung der Substrate
beschrieben. Die Substrate können
als Träger
dazu dienen, auf der Mikro- oder Nanometerskala strukturierte Vorrichtungen,
z. B. integrierte elektrische oder elektrooptische Schaltungen,
Sensoren oder mikromechanische Apparate, in Position zu halten und/oder
in Verbindung mit der Außenwelt
zu setzen. Die Substrate können Halbleitersubstrate
enthalten, insbesondere Siliziumsubstrate, Germaniumsubstrate, GaAs-Substrate, SiC-Substrate, vollständig oder
partiell oxidiertes makroporöses
Silizium etc. Die Halbleitersubstrate können aufgrund ihrer guten Strukturierbarkeit
und der Halbleitern innewohnenden elektronischen Eigenschaften sowohl
als Träger
als auch als Bauelemente mit integrierten aktiven Komponenten, z.
B. Transistoren, Dioden, beweglichen Strukturelementen, Sensorelementen
etc., dienen. Aufgrund der hoch entwickelten Halbleiterprozesstechnologie
können
die aktiven Komponenten mit sehr hoher Dichte in ein Halbleitersubstrat
integriert werden.
-
Sofern
die Halbleitersubstrate als Träger
verwendet werden, können
sie ein oder mehrere weitere Halbleitersubstrate („Chips”) aufnehmen,
welche selber sowohl als Träger
dienen können
und/oder in welche aktive Komponenten integriert sind. Die Chips können auf
das Trägersubstrat
geklebt oder gelötet werden
oder auf ähnliche
Weise befestigt sein. Die elektrisch leitenden Kontakte zwischen
den Chips bzw. zwischen den Chips und der Außenwelt können ggf. durch Bonddrähte, Flip-Chip-Bonden oder zusätzlich aufgebrachte
Leiterbahnen hergestellt werden. Auf diese Weise lässt sich
ein Halbleitersubstrat als Träger
zur Herstellung kompakter, hochintegrierter „System in Package” (SiP)-Module
verwenden. Diese Module können
im Bereich Kommunikationstechnik sowie Automobil-, Industrie- und Konsumerelektronik
(z. B. Hochfrequenzmodul für
Mobiltelefone, Basisstation oder auch Radarmodule für Automobile)
verwendet werden.
-
Die
Verwendung von Silizium als Substratträger hat den weiteren Vorteil,
dass die meisten integrierten Bauelemente ebenfalls in Silizium
integriert sind. In diesem Fall hätte ein Substratträger aus
Silizium den gleichen Temperaturausdehnungskoeffizienten (CTE) wie
die auf ihn montierten Bauelemente. Das reduziert die destruktiven
mechanischen Kräfte, die
sich zwischen Träger
und Bauelement aufgrund von thermischen Zyklen während des Betriebs bilden können. Aufgrund
der guten Strukturierbarkeit von Halbleitern und der hoch entwickelten
Halbleitertechnologie können
die Kanäle
in den Halbleitersubstraten besonders kleine Querschnittsflächen haben.
Dadurch kann eine Kanaldichte auf der Substratoberfläche erzeugt
werden, die den Strukturbreiten eines integrierten Halbleiterbauelements
entspricht, z. B. einige 100 nm.
-
Für eine hohe
Systemintegration ist es hilfreich, wenn das Substrat elektrisch
leitende Durchführungen
von einer Hauptoberfläche
zu der anderen Hauptoberfläche
des Substrats aufweist. Damit können
Leiterbahnen auf beiden Seiten des Substrats miteinander elektrisch
leitend verbunden werden. Auf diese Weise lassen sich kurze elektronische
Verbindungen zwischen elektronischen Komponenten und Bauelementen
herstellen, die auf gegenüberliegenden
Hauptoberflächen
des Substrats angeordnet sind. Dadurch kann eine vorgegebene Substratoberfläche ökonomisch
genutzt, Packungsgrößen minimiert
und der Aufwand zusätzlicher
Leiterbahnebenen vermieden werden.
-
Beispielsweise
können
direkte Verbindungen zwischen einem auf der einen Hauptoberfläche des Halbleitersubstrats
Flip-Chip-montierten
integrierten Bauelement und auf der anderen Hauptoberfläche des
Substrats angeordneten Kontaktelementen hergestellt werden. Sind
die Positionen der elektrisch leitenden Durchführungen an den Positionen der Chip-Kontakte
ausgerichtet, können
die Durchführungen
für kurze
Verbindungen zu den Kontaktelementen sorgen, um z. B. schnelle Signale,
(z. B. HF-Signale) möglichst
störungs-
und verzögerungsfrei
nach außen
zu führen.
-
Wenn
ein Substrat über
eine integrierte Schaltung auf einer Vorderseite verfügt und darüber hinaus
elektrisch leitende Durchführungen
vorhanden sind, können
diese dazu verwendet werden, Signale des integrierten Bauelements
direkt auf die Substratrückseite
zu führen.
Auf diese Weise können
mit Hilfe von auf die elektrisch leitenden Durchführungen gelöteten Kontaktelementen
besonders kurze elektrische Verbindungen zwischen der integrierten
Schaltung und der Außenwelt
hergestellt werden. Die rückseitigen
Kontaktelemente erlauben zudem einen Stapelaufbau, bei dem integrierte
Bauelemente übereinander
gestapelt und direkt kontaktiert werden können.
-
Die
elektrisch leitenden Durchführungen
sind in Kanäle
durch das Halbleitersubstrat eingebracht. Die Kanäle erstrecken
sich jeweils von einer ersten Hauptoberfläche des Halbleitersubstrats
zu einer zweiten Hauptoberfläche
des Halbleitersubstrats. Gewöhnlich
sind die erste und die zweite Hauptoberfläche die zwei großen gegenüberliegenden
Flächen des
Halbleitersubstrats. Insbesondere sind die Hauptoberflächen die
beiden Oberflächen
einer runden monokristallinen Halbleiterscheibe („Wafer”) oder
deren gesägten
Teile („Chip”). Die
Flächen
einer Halbleiterscheibe sind i. A. standardisiert entsprechend vorgegebener
Scheibendurchmesser, z. B. 4-Zoll, 8-Zoll, 10-Zoll, 12-Zoll (300
mm). Die Dicken der Scheiben können
variieren in Bereichen von typischerweise 100 bis 1000 μm, wobei
diese Werte bei speziellen Anwendungen auch kleiner oder größer sein
können.
-
Der
mindestens eine oder die mehrfachen Kanäle weisen jeweils eine erste Öffnung auf
der ersten Hauptoberfläche
und eine zweite Öffnung
auf der zweiten Hauptoberfläche
des Halbleitersubstrats auf. Liegen die beiden Öffnungen übereinander, so kann der Kanal
in einer zur ersten oder zweiten Hauptoberfläche weitgehend senkrechten
Richtung die erste Öffnung
mit der zweiten Öffnung
verbinden. In diesem Fall entspricht die Kanallänge im Wesentlichen der Dicke
des Halbleitersubstrats.
-
In
den mindestens einen Kanal ist ein elektrisch leitendes erstes Material
und insbesondere ein elektrisch leitendes zweites Material eingebracht.
Die elektrisch leitenden ersten und zweiten Materialien sowie evtl.
weitere elektrisch leitende Materialien bilden die elektrisch leitende
Durchführung
durch den mindestens einen Kanal. Die elektrisch leitenden Materialien
können
beispielsweise Metalle, wie z. B. Kupfer, Silber oder Gold, oder
Legierungen oder auch Hartlote, z. B. auf Silberbasis (z. B. AgCu28), Weichlote,
z. B. auf Zinnbasis, etc. sein. Die Wahl der elektrisch leitenden
Materialien kann den gewünschten
Anforderungen bzw. Einsatzgebieten des Substrats angepasst werden.
-
Der
mindestens eine Kanal durch das Halbleitersubstrat weist an einer
ersten Stelle eine erste Querschnittsfläche auf und an einer zweiten
Stelle eine zweite Querschnittsfläche. Die erste und die zweite
Querschnittsfläche
sind unterschiedlich groß. Ferner
kann der mindestens eine Kanal an weiteren Stellen die erste oder
zweite Querschnittsfläche
aufweisen. Beispielsweise kann innerhalb eines ersten Abschnitts
die erste Querschnittsfläche
vorliegen und innerhalb eines zweiten Abschnitts die zweite Querschnittsfläche. Darüber hinaus
ist es auch möglich, dass
der mindestens eine Kanal an einer dritten Stelle bzw. in einem
dritten Abschnitt eine dritte Querschnittsfläche aufweist, die sich von
der ersten und/oder zweiten Querschnittsfläche unterscheidet. In entsprechender
Weise kann der mindestens eine Kanal an weiteren Stellen auch andere
Querschnittsflächen
aufweisen. In Abhängigkeit
von dem Herstellungsverfahren, mit welchem der mindestens eine Kanal
in dem Halbleitersubstrat hergestellt wird, kann es zu mehr oder
weniger scharfen Übergängen zwischen
verschiedenen Querschnittsflächen
kommen.
-
Die
Querschnittsflächen
des mindestens einen Kanals können
beispielsweise im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet sein, sie
können
aber auch andere geometrische Formen annehmen. Im Fall kreisförmiger Querschnittsflächen haben
die erste und die zweite Querschnittsfläche unterschiedliche Durchmesser.
Je nach Anwendung und Substratmaterial können die Querschnittsflächen Werte
annehmen, die zwischen einigen 100 Quadratnanometern bis hin zu
einigen Quadratmillimetern liegen. Größere oder kleinere Werte können jedoch
nicht ausgeschlossen werden. Die Größe der Querschnittsflächen kann
davon abhängen,
wie viel Strom durch die elektrisch leitende Durchführung fließen soll,
ob die elektrisch leitende Durchführung auch zur thermischen
Ableitung der Wärme
von, z. B., Wärme
erzeugenden integrierten Schaltungen dienen soll, ob gewisse Induktions-
oder Kapazitätsanforderungen
erfüllt
werden sollen, etc. Schließlich
hängt die
Querschnittsfläche
auch davon ab, wie viele Durchführungen
erzeugt werden und wie groß die
Dichte der Durchführungen
sein sollen.
-
Es
folgen nun detaillierte Beschreibungen von Ausführungsbeispielen, die in den
beiliegenden Figuren schematisch und keineswegs maßstabsgetreu
illustriert sind.
-
1A, 1B und 1C zeigen
Schnitte A-A', B-B' bzw. C-C' durch ein Substrat 100.
Die Schnitte B-B' und
C-C' verlaufen parallel
zueinander und senkrecht zu dem Schnitt A-A'. Das Substrat 100 besteht
aus einem beispielsweise kreisrunden Halbleitersubstrat 1,
in das mindestens ein Kanal 2 eingebracht worden ist. Der
Kanal 2 erstrecken sich von einer ersten Hauptoberfläche 3 zu
einer zweiten Hauptoberfläche 4 des
Halbleitersubstrats 1. An einer ersten Stelle 5,
durch die der Schnitt B-B' verläuft, weist
der Kanal 2 eine erste Querschnittsfläche 6 und an einer
zweiten Stelle 7, durch die der Schnitt C-C' verläuft, weist
der Kanal 2 eine zweite Querschnittsfläche 8 auf. Beispielsweise
ist die zweite Querschnittsfläche 8 kleiner
als die erste Querschnittsfläche 6.
In den Kanal 2 ist ein elektrisch leitendes erstes Material 9 eingebracht.
-
Nachfolgend
werden anhand der 2 bis 6 weitere Substrate 200 bis 600 und
deren Herstellungsverfahren beschrieben. Die Substrate 200 bis 600 stellen
Weiterbildungen des in 1 gezeigten Substrats 100 dar.
Die nachfolgend beschriebenen Ausgestaltungen der Substrate 200 bis 600 und
deren Herstellungsverfahren können
in entsprechender Weise auf das Substrat 100 bezogen werden.
-
In 2E ist
das Substrat 200 schematisch dargestellt, das eine Mehrzahl
von Kanäle 2 enthält. In den 2A bis 2E sind
Schritte zur Herstellung des Substrats 200 gezeigt.
-
Zur
Herstellung des Substrats 200 wird zunächst das Halbleitersubstrat 1 bereitgestellt,
in welches an den Stellen, an denen später die Kanäle 2 durch das Halbleitersubstrat 1 verlaufen
sollen, Sacklöcher 10 erzeugt
werden. Die Herstellung der Sacklöcher 10 kann auf vielerlei
Wegen geschehen. Eine mögliche
Herstellungsvariante stellt das elektrochemische Ätzen dar.
Zur Vorbereitung auf das elektrochemische Ätzen wird die erste Hauptoberfläche 3 des
Halbleitersubstrats 1 selektiv zu einer Maske mit z. B.
10%-iger Kalilauge
für z.
B. 10 Minuten angeätzt.
Anschließend
wird die erste Hauptoberfläche 3 mit
einem Elektrolyten, z. B. HF-Säure,
bedeckt und eine Spannung zwischen der zweiten Hauptoberfläche 4 und
dem Elektrolyten angelegt. Gleichzeitig wird die zweite Hauptoberfläche 4 mit
einer Lichtquelle, z. B. mit 800 nm Wellenlänge, bestrahlt. Die Intensität der Lichtquelle
wird so eingestellt, dass eine vorgegebene Stromdichte, z. B. 10
nA pro Sackloch, zwischen dem Halbleitersubstrat 1 und
dem Elektrolyten fließt.
Durch den Strom zwischen der angeätzten ersten Hauptoberfläche 3 des
Halbleitersubstrats 1 und dem Elektrolyten bilden sich
an den angeätzten Stellen
Poren, die in das Halbleitersubstrat 1 hineinwachsen und
die Sacklöcher 10 ausbilden.
-
Das
elektrochemische Ätzen
kann an p-dotierten oder an n-dotierten
Halbleitersubstraten 1, insbesondere Siliziumhalbleitersubstraten,
durchgeführt
werden, wobei deren Resistivität
typischerweise in einem Bereich von 1 bis 2000 Ohm-cm und insbesondere
in einem Bereich von 800 bis 1200 Ohm-cm liegt. Die Form, der Durchmesser,
die Tiefe und die Dichte der erzeugten Sacklöcher 10 hängen stark von
der Stromdichte, der Dotierung, der Säurestärke und der Ätzzeit ab
und müssen
dementsprechend für jede
neue Anwendung neu bestimmt werden.
-
Das
elektrochemische Ätzen
eröffnet
die Möglichkeit,
durch eine Änderung
von Ätzparametern während des Ätzvorgangs
die Querschnittsflächen innerhalb
der einzelnen Sacklöcher 10 zu
variieren. Beispielsweise bildet sich in den Sacklöchern 10 eine umso
größere Querschnittsfläche aus,
je größer der Ätzstrom
ist. Insbesondere besteht zwischen dem Ätzstrom und der durch das elektrochemische Ätzen erzeugten
Querschnittsfläche
eine quadratische Abhängigkeit.
So wurde beispielsweise während
des Ätzens
eines in 2A gezeigten ersten Abschnitts 11 der
Sacklöcher 10 ein
größerer Ätzstrom
eingestellt als für
das Ätzen
eines zweiten Abschnitts 12. Dadurch hat sich in dem ersten
Abschnitt 11 eine größere Querschnittsfläche ausgebildet
als in dem zweiten Abschnitt 12. Der erste Abschnitt 11 enthält die erste Stelle 5 und
der zweite Abschnitt 12 enthält die zweite Stelle 7 der
Kanäle 2.
-
In 2B ist
als Alternative zu 2A gezeigt, dass der Ätzstrom
auch so eingestellt werden kann, dass die Sacklöcher 10 anfänglich mit
einem kleinen Durchmesser erzeugt werden, und nach einer gewissen
Zeit der Ätzstrom
so eingestellt wird, dass die Sacklöcher 10 aufgeweitet
werden.
-
Um
aus den Sacklöchern 10 jeweils
einen vollständigen
Kanal 2 von der ersten Hauptoberfläche 3 zu der zweiten
Hauptoberfläche 4 auszubilden, können die
Sacklöcher 10 in
einem weiteren Ätzschritt,
z. B. mittels eines trocken- oder nasschemischen Ätzverfahrens,
weitergeätzt
werden, bis diese die zweite Hauptoberfläche 4 des Halbleitersubstrats 1 erreichen.
Alternativ können
die Sacklöcher 10 durch
eine Materialabtragung von der zweiten Hauptoberfläche 4 her
geöffnet
werden. Beispielsweise kann die zweite Hauptoberfläche 4 durch
Planarisierung mittels chemisch-mechanischen
Polierens (CMP) geöffnet
werden.
-
Für die Herstellung
der Sacklöcher 10 und der
Kanäle 2 können anstelle
des oben beschriebenen elektrochemischen Ätzens auch andere Ätztechniken
angewendet werden. Grundsätzlich
können dazu
die in der Mikromechanik bekannten Ätzverfahren, wie z. B. RIE
(Reactive Ion Etching)-Verfahren, Laserbohren, Sandstrahlen oder
Ultraschallbohren, herangezogen werden, solange diese Ätzverfahren erlauben,
die Querschnittsfläche
der Kanäle 2 in
Abhängigkeit
von der Tiefe zu variieren. Weiter unten werden im Zusammenhang
mit der Beschreibung der 4 bis 6 weitere Verfahren zur Herstellung der Sacklöcher 10 und
Kanäle 2 vorgestellt.
-
Die
sich vollständig
durch das Halbleitersubstrat 1 erstreckenden Kanäle 2 sind
in 2C dargestellt. Das Halbleitersubstrat 1 kann
eine Dicke im Bereich von 25 bis 2000 μm, insbesondere im Bereich von
100 bis 250 μm
aufweisen. Die Kanäle 2 können einen
Durchmesser im Bereich von 2 bis 150 μm und insbesondere im Bereich
von 10 bis 30 μm aufweisen.
Das Verhältnis
von Kanallänge
zu Kanaldurchmesser (Aspekt-Verhältnis)
kann in einem Bereich von 2 bis 1000 liegen, insbesondere können relativ
große
Aspekt-Verhältnisse
oberhalb von z. B. 100 vorliegen.
-
Um
die Durchführungen
benachbarter Kanäle 2 elektrisch
voneinander zu isolieren, können
die Oberflächen
der Kanäle 2 mit
einer ersten Isolationsschicht 13 versehen werden, die
in 2C durch eine dickere Linie dargestellt ist. Die
erste Isolationsschicht 13 kann eine Oxid- und/oder eine
Nitridschicht sein. Sofern das Halbleitersubstrat 1 aus
Silizium gefertigt ist, kann die erste Isolationsschicht 13 z.
B. eine SiO2-Schicht sein, die beispielsweise
mittels eines CVD (Chemical Vapour Deposition)-Prozesses aus TEOS
(Tetra-Ethyl-Ortho-Silicat)
erzeugt wird oder gesputtert wird, oder eine Si3N4-Schicht, die aus Silan (SiH4)
und Ammoniak (NH3) erzeugt wird. Die erste
Isolationsschicht 13 kann auch eine Kombination verschiedener
Isolationsschichten sein, z. B. eine ONO-Schicht, die eine Kombination
der oben genannten Oxid-Nitrid-Oxid-Schichten
ist.
-
Des
Weiteren kann die Isolationsschicht 13 eine thermisch erzeugte
SiO2-Schicht sein. Bei der thermischen Oxidation
wird die SiO2-Schicht nicht abgeschieden,
sondern das bereits an der Siliziumoberfläche freiliegende Silizium wird
durch Erwärmung (ca.
900 bis 1200°C)
und Sauerstoffzufuhr in Siliziumdioxid umgewandelt. Thermisch erzeugtes
Siliziumdioxid bildet im Unterschied zu auf andere Weise erzeugtem
Siliziumdioxid eine sehr störstellenfreie Grenzfläche mit
dem Siliziumgitter. Dadurch werden Leckströme im Silizium an der Si/SiO2-Grenzfläche reduziert.
Ferner wird die parasitäre
Kapazität
zwischen den später
in die Kanäle 2 einzubringenden elektrisch
leitenden Materialien und dem Silizium minimiert. Minimale parasitäre Kapazitäten sind
insbesondere wichtig für
Hochfrequenz-Anwendungen.
-
Die
Dicke der ersten Isolationsschicht 13 liegt je nach Anwendung
im Bereich von 5 bis 1000 nm, insbesondere zwischen 100 und 200
nm.
-
Insbesondere
wird nicht nur die Oberfläche in
den Kanälen 2 sondern
die gesamte Oberfläche des
Halbleitersubstrats 1, d. h. die in den Kanälen 2 und
die auf den beiden Hauptoberflächen 3 und 4 des Halbleitersubstrats 1,
mit der ersten Isolationsschicht 13 versehen. Im Falle
eines Siliziumsubstrats 1 kann dies in einem einzigen Schritt
geschehen, z. B. durch eine thermische Oxidation oder eine Nitridisierung des
mit den Kanälen 2 versehenen
Siliziumsubstrats 1. Dies ist eine verfahrensökonomische
Weise, um das Halbleitersubstrat 1 sowohl in den Kanälen 2 als auch
an den Hauptoberflächen 3 und 4 von
den später
in die Kanäle 2 einzubringenden
leitenden Materialien elektrisch zu isolieren. Insbesondere wird
die erste Isolationsschicht 13 so aufgebracht, dass die Schichtdicke
der ersten Isolationsschicht 13 in den Kanälen 2 von
der Schichtdicke auf der ersten oder zweiten Hauptoberfläche 3, 4 um
weniger als 50% und insbesondere um weniger als 20% abweicht.
-
Sofern
die erste Isolationsschicht 13 aus einem thermisch erzeugten
Siliziumdioxid besteht, kann dieses an der ersten und/oder zweiten
Hauptoberfläche 3, 4 als
Oxid für
die Gates von MOS-Transistoren verwendet werden. Das thermisch erzeugte Siliziumdioxid
bietet auch hier den Vorteil einer sehr störstellenfreien Si/SiO2-Grenzfläche,
wodurch Leckströme
im Silizium minimiert werden. Durch die Verwendung eines thermischen
Oxids als erster Isolationsschicht 13 ist der Herstellungsprozess
der Durchführungen
durch das Halbleitersubstrat 1 kompatibel mit Standard-CMOS-Prozessen.
Dies ermöglicht
es, einen Siliziumchip bzw. -wafer mit integrierten Schaltungen
und mit beliebig vielen Durchführungen
kostengünstig
auszustatten.
-
Optional
kann auf die erste Isolationsschicht 13 eine Barrierenschicht 14 aufgebracht
werden, die eine Diffusion der später in die Kanäle 2 einzubringenden
elektrisch leitenden Materialien in das Halbleitersubstrat 1 verhindert.
Die Barrierenschicht 14 kann z. B. eine TiN- oder TaN-Schicht
sein, die durch Bedampfen oder einen CVD-Prozess auf die Oberflächen der
Kanäle 2 aufgebracht
wird. Die Schichtdicke der Barrierenschicht 14 beträgt z. B.
100 nm. Die Barrierenschicht 14 ist beispielhaft nur in 2C durch eine
gestrichelte Linie dargestellt und, da optional, in den folgenden
Figuren nicht mehr angedeutet.
-
2D zeigt
das Substrat 200, nachdem die Kanäle 2 mit dem elektrisch
leitenden ersten Material 9 gefüllt worden sind. Das Füllen der
Kanäle 2 mit dem
elektrisch leitenden ersten Material 9 dient dazu, das
für eine
elektrisch leitende Durchführung
erforderliche Material oder zumindest einen Teil davon zur Verfügung zu
stellen. Das elektrisch leitende erste Material 9 wird
bevorzugt oberhalb seiner Schmelztemperatur in die Kanäle gefüllt. Das
elektrisch leitende erste Material 9 ist insbesondere so
gewählt,
dass es eine Schmelzpunkttemperatur hat, die kleiner ist als diejenige
des Halbleitersubstrats 1. Ein Vorteil des Füllens der
Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 in flüssigem Zustand
kann sein, dass dieser Prozess einen höheren Durchsatz und geringere
Prozesskosten als herkömmliche
Arten der Metallfüllung
aufweisen kann, insbesondere im Vergleich zu aus der Gasphase (CVD)
erfolgten Abscheidungen oder elektrochemischem oder chemischem Plating
(electroless plating).
-
Als
elektrisch leitendes erstes Material 9 können beispielsweise
Kupfer (Schmelzpunkt: 1084°C), Silber
(Schmelzpunkt: 962°C)
oder Gold (Schmelzpunkt: 1064°C)
verwendet werden. Diese Materialien weisen sehr gute elektrische
Leitfähigkeiten
und einen niedrigeren Schmelzpunkt als Silizium (Schmelzpunkt: 1410°C) auf.
-
Denkbar
sind ferner auch Hartlote, z. B. auf Silberbasis (z. B. AgCu28),
Weichlote, z. B. auf Zinnbasis, und weitere Metalle, wie z. B. Aluminium,
Blei, Zink etc. Die Wahl des elektrisch leitenden ersten Materials 9 kann
den gewünschten
Anforderungen bzw. Einsatzgebieten des Substrats 200 angepasst werden.
-
Das
Füllen
mit dem elektrisch leitenden ersten Material 9 kann Kanalweise
oder parallel erfolgen. Zum Füllen
der Kanäle 2 kann
das Halbleitersubstrat 1 beispielsweise in die Schmelze
des elektrisch leitenden ersten Materials 9 eingetaucht
werden, sodass die Schmelze im Wesentlichen gleichzeitig in die
Kanäle 2 eindringen
kann.
-
Insbesondere
wird das elektrisch leitende erste Material 9 bei einem
relativen Unterdruck in die Kanäle 2 eingebracht.
Durch die Anwendung eines relativen Unterdrucks ist es möglich, auch
schlecht benetzende Materialien in enge Kanäle einzubringen. Dabei gilt,
dass je kleiner die Querschnittsfläche, je länger der Kanal und je schlechter
die Benetzung, um so größer der
für die
Füllung
des Kanals erforderliche relative Unterdruck ist. Ein relativer
Unterdruck in den Kanälen 2 kann
durch einen Überdruck, der
beim Füllen
des elektrisch leitenden ersten Materials 9 von außen auf
die Schmelze ausgeübt
wird, erzeugt werden.
-
Aufgrund
der in 2 gezeigten abschnittsweisen
Verengung bzw. Verbreiterung der Kanäle 2 sind innerhalb
eines Kanals 2 Bereiche vorhanden, die verschiedene Fülldrücke aufweisen.
Für die
Füllung
des in 2 gezeigten zweiten Abschnitts 12 der
Kanäle 2 mit
einer Metall- oder Legierungsschmelze wird aufgrund seiner geringeren
zweiten Querschnittsfläche 8 ein
größer Fülldruck
benötigt als
für den
ersten Abschnitt 11 mit der größeren ersten Querschnittsfläche 6.
-
Beim
Füllen
der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 kann man sich
das vorstehend beschriebene unterschiedliche Füllverhalten der ersten und
zweiten Abschnitte 11 und 12 zunutze machen. Bei
einem bestimmten Fülldruck
wird lediglich der erste Abschnitt 11 mit der Schmelze
des elektrisch leitenden ersten Materials 9 gefüllt. Mit
zunehmender Erhöhung
des Drucks wird ein Grenzdruck erreicht, bei dem schließlich auch
die Füllung
des zweiten Abschnitts 12 erfolgt und der gesamte Kanal 2 mit
Schmelze gefüllt
ist. Der Zustand, bei dem der gesamte Kanal 2 mit der Schmelze
des elektrisch leitenden ersten Materials 9 gefüllt ist,
ist jedoch unerwünscht,
da sich der Kanal 2 beim Herausziehen aus der Schmelze
entleeren würde.
Stattdessen sollte der Fülldruck
derart eingestellt sein, dass der erste Abschnitt 11 mit
der Schmelze gefüllt
wird, der zweite Abschnitt 12 aber noch nicht gefüllt wird.
In diesem Fall fungiert der zweite Abschnitt 12 als Pfropfen,
der die vollständige
Befüllung
des Kanals 2 mit Schmelze verhindert. Dies hat den Vorteil,
dass sich die Kanäle 2 beim
Herausziehen des Halbleitersubstrats 1 aus der Schmelze
nicht entleeren. Durch die Verengung der Kanäle 2 im zweiten Abschnitt 12 verhalten
sich die Kanäle 2 beim
Füllen
mit dem elektrisch leitenden ersten Material 9 genauso
wie Sacklöcher.
Auch bei als Sacklöchern
ausgestalteten Kanälen
in einem Halbleitersubstrat muss ein relativer Unterdruck angewendet
werden, um eine Schmelze in die Sacklöcher zu bringen. Jedoch müssen Sacklöcher nach dem
Einbringen der Schmelze zu durchgehenden Kanälen geöffnet werden, um letztlich
eine elektrisch leitende Durchführung
durch das Halbleitersubstrat zu schaffen. Dieser Prozessschritt
kann bei dem in 2 gezeigten Vorgehen
eingespart werden.
-
Der
Prozessschritt zur Füllung
der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 kann beispielsweise
folgendermaßen
ausgestaltet sein. Zunächst
wird das Halbleitersubstrat 1 in eine gasdichte Prozesskammer
eingeführt,
welche die Schmelze des elektrisch leitenden ersten Materials 9 enthält. Während die
Prozesskammer evakuiert wird, befindet sich das Halbleitersubstrat 1 außerhalb
der Schmelze. Nachdem ein vorgegebener Druck im Bereich von 0,001
bis 100 mbar, insbesondere kleiner als 1 mbar, erreicht ist, wird
das Halbleitersubstrat 1 in die Schmelze getaucht und die
Prozesskammer anschließend
mit Druck beaufschlagt. Der Druck liegt im Bereich von 1 bis 20
bar, insbesondere im Bereich von 5 bis 10 bar. Der zum Füllen der
ersten Abschnitte 11 der Kanäle 2 erforderliche
Druck hängt
neben den Querschnittsflächen 6 und 8 der
Kanäle 2 insbesondere
von der Prozesstemperatur und der Oberflächenspannung des elektrisch
leitenden ersten Materials 9 ab. Das Halbleitersubstrat 1 wird
unter dem zum Füllen
der Kanäle 2 eingestellten
Druck aus der Schmelze gezogen. Nach dem Erstarren der Schmelze
in den Kanälen 2 wird
der Druck in der Prozesskammer wieder auf Normaldruck reduziert.
-
Durch
den beim Füllen
der Kanäle 2 aufgewendeten
Druck braucht die Oberfläche
in den Kanälen 2 auch
bei einem schlecht benetzenden elektrisch leitenden ersten Material 9 nicht
mit einer Haftschicht versehen werden. Durch das Weglassen von Haftschichtmaterialien
in den Kanälen 2 können kostspielige
zusätzliche
Prozessierungsschritte eingespart werden.
-
Eine
Befüllung
der Kanäle 2 mit
einem schlecht benetzenden elektrisch leitenden ersten Material 9 unter
Druck kann bewirken, dass einerseits das elektrisch leitende erste
Material 9 in die Kanäle 2 eindringt
und dort nach dem Erstarren eine elektrisch leitende Durchführung oder
einen Teil davon bildet und andererseits von den beiden Hauptoberflächen 3 und 4 des
Halbleitersubstrats 1 abperlt. Durch das Abperlen kann
eine Schichtbildung des durch eine Abkühlung erstarrenden ersten Materials 9 auf
den beiden Hauptoberflächen 3 und 4 vermieden
werden. Die Vermeidung einer solchen Schichtbildung auf den Hauptoberflächen 3 und 4 kann
verhindern, dass das Halbleitersubstrat 1 beim Abkühlen und
Erstarren des flüssigen
elektrisch leitenden ersten Materials 9 aufgrund unterschiedlicher Temperaturausdehnungskoeffizienten
so großen
mechanischen Spannungen ausgesetzt wird, dass es beschädigt würde.
-
Wie
in 2E gezeigt ist, werden nach dem Füllen der
ersten Abschnitte 11 mit dem elektrisch leitenden ersten
Material 9 die zweiten Abschnitte 12 mit einem
elektrisch leitenden zweiten Material 15 gefüllt. Dadurch
wird in jedem der Kanäle 2 eine
elektrisch leitende Durchführung
erzeugt, die sich aus den elektrisch leitenden ersten und zweiten
Materialien 9 und 15 zusammensetzt und sich von
der ersten Hauptoberfläche 3 bis
zu der zweiten Hauptoberfläche 4 des
Halbleitersubstrats 1 erstreckt.
-
Das
elektrisch leitende zweite Material 15 wird oberhalb seiner
Schmelztemperatur in die Kanäle 2 gefüllt. Das
Füllen
der zweiten Abschnitte 12 mit dem elektrisch leitenden
zweiten Material 15 erfolgt ebenfalls bei einem relativen
Unterdruck. Die oben im Zusammenhang mit dem Füllen der ersten Abschnitte 11 beschriebenen
Prozessschritte können
in entsprechender Weise beim Füllen
der zweiten Abschnitte 12 durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten,
dass aufgrund der geringeren zweiten Querschnittsfläche 8 in
den zweiten Abschnitten 12 ein höherer Fülldruck eingestellt werden
muss.
-
Für das elektrisch
leitende zweite Material 15 eignen sich insbesondere Metalle
und Legierungen. Das elektrisch leitende zweite Material 15 wird
insbesondere so gewählt,
dass es eine Schmelzpunkttemperatur hat, die kleiner ist als diejenige
des elektrisch leitenden ersten Materials 9. Damit kann
vermieden werden, dass das elektrisch leitende erste Material 9 während des
Einfüllens
des elektrisch leitenden zweiten Materials 15 in die zweiten
Abschnitte 12 durch eine zu starke Erhitzung schmilzt.
Das elektrisch leitende zweite Material 15 wird insbesondere derart
gewählt,
dass es kein niedrigerschmelzendes Eutektikum oder Legierung mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 bildet. Grundsätzlich eignen sich
für das
elektrisch leitende zweite Material 15 die Metalle, Legierungen,
Hart- und Weichlote, die oben für
das elektrisch leitende erste Material 9 genannt wurden.
Beispielhaft sei die folgende Kombination genannt: Für das elektrisch
leitende erste Material 9 wird z. B. AgCu (Schmelzpunkt:
ca. 780°C)
verwendet und für
das elektrisch leitende zweite Material 15 z. B. SnAgCu
(Schmelzpunkt: ca. 250°C).
-
Das
Halbleitersubstrat 1 kann während der in 2 gezeigten
Prozessschritte Teil eines Halbleiterwafers sein. Dies ermöglicht es,
die elektrisch leitenden Durchführungen
für mehrere
Halbleiterchips gleichzeitig herzustellen. Erst in einem späteren Prozessschritt
wird der Halbleiterwafer in mehrere Halbleiterchips unterteilt,
beispielsweise durch Sägen.
-
Vor
oder nach der Herstellung der aus den beiden elektrisch leitenden
Materialien 9 und 15 bestehenden Durchführungen
können
auf das Halbleitersubstrat 1 integrierte Bauelement aufgebracht werden.
Es können
Prozessschritte durchgeführt werden,
durch die Transistoren, Dioden oder sonstige Schaltungselemente
oder Sensorelemente oder mikromechanische Elemente auf dem Halbleitersubstrat 1 integriert
werden.
-
Alternativ
oder zusätzlich
können
weitere Substrate mit oder ohne integrierten Schaltungen auf das
Substrat 200 aufgebracht werden. Auf diese Weise kann eine
hohe Packungsdichte erzielt werden.
-
In 3D ist
schematisch das Substrat 300 als weiteres Ausführungsbeispiel
dargestellt. In den 3A bis 3D sind
Schritte zur Herstellung des Substrats 300 gezeigt. Das
Substrat 300 und dessen Herstellung entsprechen im Wesentlichen
dem in 2 gezeigten Substrat 200 und
dessen Herstellung. Im Unterschied zu dem Substrat 200 weisen
die Kanäle 2 des
Substrats 300 jedoch nicht nur erste und zweite Abschnitte 11 und 12,
sondern darüber
hinaus jeweils einen dritten Abschnitt 16 mit einer dritten
Querschnittsfläche 17 auf.
Die dritte Querschnittsfläche 17 kann
sich von den ersten und zweiten Querschnittsflächen 6 und 8 der
ersten und zweiten Abschnitte 11 und 12 unterscheiden.
Dabei ist die dritte Querschnittsfläche 17 insbesondere
größer als die
zweite Querschnittsfläche 8,
aber kleiner als die erste Querschnittsfläche 6. Sofern das
oben beschriebene elektrochemische Ätzen zur Herstellung der Sacklöcher 10 angewendet
wird, wird der Ätzstrom
zur Erzeugung der dritten Abschnitte 17 entsprechend variiert.
-
Das
Füllen
der Kanäle 2 des
Substrats 300 mit dem elektrisch leitenden ersten Material 9 erfolgt wie
oben beschrieben bei einem relativen Unterdruck. Dabei wird der
Druck in der Prozesskammer so eingestellt, dass die Schmelze des
elektrisch leitenden ersten Materials 9 von der ersten
Hauptoberfläche 3 des
Halbleitersubstrats 1, an welche die dritten Abschnitte 16 angrenzen,
in die Kanäle 2 her
eindringt und die zweiten Abschnitte 12 nicht mit der Schmelze
gefüllt
werden (vgl. 3C). Der Druck beim Füllen der
Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 muss demnach
derart eingestellt sein, dass der Grenzdruck zum Füllen der
dritten Abschnitte 16 bereits überschritten ist, der Grenzdruck zum
Füllen
der zweiten Abschnitte 12 jedoch noch nicht erreicht ist.
-
Ein
Vorteil des Substrats 300 gegenüber dem Substrat 200 ist,
dass das elektrisch leitende erste Material 9 nach dem
Einbringen in die Kanäle 2 erneut
aufgeschmolzen werden kann. Bei einer Unterteilung der Kanäle 2 in
nur zwei Abschnitte wie bei dem Substrat 200 würde ein
Aufschmelzen des elektrisch leitenden ersten Materials 9 in
den Kanälen 2 dazu
führen,
dass die Schmelze aus den Kanälen 2 herausliefe.
Aufgrund der Verengungen der Kanäle 2 in
dem Substrat 300 zu beiden Hauptoberflächen 3 und 4 hin,
kann das elektrisch leitende erste Material 9 bei einem
erneuten Aufschmelzen aus den Kanälen 2 nicht austreten.
Ein derartiges Aufschmelzen des elektrisch leitenden ersten Materials 9 kann
bei verschiedenen Prozessschritten auftreten, bei denen eine Temperatur
oberhalb der Schmelztemperatur des elektrisch leitenden ersten Materials 9 herrscht.
-
In 4D ist
schematisch das Substrat 400 als weiteres Ausführungsbeispiel
dargestellt. In den 4A bis 4D sind
Schritte zur Herstellung des Substrats 400 gezeigt. Im
Unterschied zu den Substraten 200 und 300 werden
bei dem Substrat 400 keine Sacklöcher 10 mit variierenden
Querschnitten in das Halbleitersubstrat 1 eingebracht.
Vielmehr weisen die Sacklöcher 10 eine
konstante Querschnittsfläche
auf. Lediglich die Spitze 18 der Sacklöcher 10 ist verjüngt. Die
Verjüngung
der Spitze 18 kann herstellungsbedingt sein, beispielsweise
ergibt sich eine derartige Verjüngung
bei einem Ätzprozess
oder durch Bohren, und kann für
die Herstellung des Substrats 400 ausgenutzt werden. Nach
der Erzeugung der Sacklöcher 10 werden
diese durch eine Materialabtragung von der zweiten Hauptoberfläche 4 her geöffnet. Wie
in 4B gezeigt ist, wird dabei nur so viel Halbleitermaterial
auf der zweiten Hauptoberfläche 4 abgetragen,
bis die Spitzen 18 der Sacklöcher 10 erreicht sind.
Da die Spitzen 18 verjüngt
sind, ergibt sich im Bereich der Spitzen 18 ein Abschnitt
mit einer kleineren Querschnittsfläche. Diese kleinere Querschnittsfläche kann
genauso wie bei dem Substrat 200 als druckabhängige Barriere
während
der Füllung
der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 genutzt werden
(vgl. 4C).
-
Das Öffnen der
Sacklöcher 10 von
der zweiten Hauptoberfläche 4 aus
kann beispielsweise mittels eines CVD-Prozesses und evtl. einer
vorherigen lithografischen Strukturierung durchgeführt werden. Alternativ
kann auch das Halbleitermaterial auf der zweiten Hauptoberfläche 4 mechanisch
soweit abgeschliffen werden, bis die Spitzen 18 der Sacklöcher 10 erreicht
sind.
-
Da
es bei der Herstellung des Substrats 400 nicht erforderlich
ist, die Querschnittsfläche
der Sacklöcher 10 zu
variieren, können
neben dem elektrochemischen Ätzen
auch Techniken zur Erstellung der Sacklöcher 10 angewendet
werden, die außer der
Verjüngung
in der Spitze 18 des Sacklochs 10 keine Querschnittsflächenvariation
gestatten würden.
Neben Ätztechniken
zählen
hierzu beispielsweise mechanisches Bohren, Sandstrahlen, Ultraschall-Bohren
und Laser-Bohren.
-
Wie
in 4D gezeigt ist, können die freigelegten Spitzen 18 der
Sacklöcher 10 genauso
wie bei dem Substrat 200 mit dem elektrisch leitenden zweiten
Material 15 gefüllt
werden.
-
In 5D ist
schematisch das Substrat 500 als weiteres Ausführungsbeispiel
dargestellt. In den 5A bis 5D sind
Schritte zur Herstellung des Substrats 500 gezeigt. Wie
in 5A gezeigt ist, werden zur Herstellung des Substrats 500 gleichförmige Kanäle 2 ohne
Variation ihrer Querschnittsfläche
in das Halbleitersubstrat 1 eingebracht. Die Kanäle können beispielsweise
durch Bohren, Stanzen, Ätzen
oder andere Techniken erzeugt werden. Anschließend wird auf der zweiten Hauptoberfläche 4 des
Halbleitersubstrats 1 ein isolierendes Material 19,
z. B. SiO2 oder Si3N4, abgeschieden. Dies kann beispielsweise
mittels Sputtern oder einem CVD-Prozess
geschehen. Während
der Abscheidung des isolierenden Materials 19 lagert sich
das isolierende Material 19 nicht nur auf der zweiten Hauptoberfläche 4 sondern
auch im Randbereich zu der zweiten Hauptoberfläche 4 an den Oberflächen der
Kanäle 2 ab
und erzeugt in dem Randbereich zu der zweiten Hauptoberfläche 4 eine
Verengung der Kanäle 2. Diese
Verengung kann, wie in den 5C und 5D gezeigt
ist, wieder als druckabhängige
Barriere bei der Füllung
der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 genutzt werden.
Als Ausgangsubstrat 1 kann in dem vorliegenden Fall z.
B. auch Mikrokanalglas oder partiell oxidiertes Silizium verwendet
werden.
-
In
den 6A, 6B und 6C sind schematisch
die Substrate 600A, 600B und 600C als weitere
Ausführungsbeispiele
dargestellt. Die Substrate 600A bis 600C bestehen
jeweils aus Stapeln aus Halbleitersubstratschichten 20 bis 23.
In den einzelnen Halbleitersubstratschichten 20 bis 23 sind
jeweils Kanäle,
beispielsweise durch Ätzen,
Bohren, Stanzen oder andere Techniken, erzeugt worden und die Halbleitersubstratschichten 20 bis 23 sind
derart übereinander
gestapelt worden, dass deren jeweilige Kanäle übereinander liegen und Kanäle erzeugen, die
sich von der ersten Hauptoberfläche 3 durch
den Stapel zu der zweiten Hauptoberfläche 4 hin erstrecken.
-
Dabei
kann vorgesehen sein, dass die Kanäle in den Halbleitersubstratschichten 20 bis 23 unterschiedliche
Querschnittsflächen
aufweisen. Z. B. ist bei dem Substrat 600A die Querschnittsfläche der Kanäle in der
Halbleitersubstratschicht 23 kleiner als in den übrigen Halbleitersubstratschichten 20 bis 22. Dadurch
wird zu der Hauptoberfläche 4 hin
eine Verengung der sich durch den Stapel erstreckenden Kanäle 2 erzeugt,
die als druckabhängige
Barriere beim Befüllen
der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 verwendet werden
kann.
-
Ferner
kann wie bei dem Substrat 600B eine Halbleitersubstratschicht 22 unterschiedliche
Querschnittsflächen
aufweisen. In dem in 6B gezeigten Beispiel bewirkt
dies, dass der mittlere Kanal 2 nur bis zur Halbleitersubstratschicht 21 mit
dem elektrisch leitenden ersten Material 9 gefüllt wird.
-
Des
Weiteren kann wie bei dem Substrat 600C vorgesehen sein,
dass die Verengung der Kanäle 2 entweder
auf der Seite der ersten Hauptoberfläche 3 (mittlerer und
rechter Kanal in 6C) oder auf der Seite der zweiten
Hauptoberfläche 4 (linker Kanal
in 6C) angeordnet ist. Dementsprechend werden die
Kanäle 2 entweder
von der ersten Hauptoberfläche 3 (linker Kanal
in 6C) oder von der zweiten Hauptoberfläche 4 (mittlerer
und rechter Kanal in 6C) aus mit dem elektrisch leitenden ersten
Material 9 gefüllt.
-
Die
Befestigung der Halbleitersubstratschichten 20 bis 23 untereinander
kann beispielsweise durch Kleben, Diffusionslöten oder andere Techniken erfolgen.
-
In
den 6A bis 6C ist
die Füllung
der verengten Bereiche der Kanäle 2 mit
dem elektrisch leitenden zweiten Material 15 nicht dargestellt.
Dies kann in entsprechender Weise wie bei dem Substrat 200 geschehen.
-
7 zeigt
schematisch ein Halbleitermodul 700 mit einem Substrat 701,
das eine Durchführung 702 von
der ersten Hauptoberfläche 703 zur
zweiten Hauptoberfläche 704 aufweist.
Die Durchführung 702 ist
durch eines der oben beschriebenen Verfahren hergestellt worden,
z. B. wie bei dem in den 2A bis 2E gezeigten
Substrat 200 (die Verengung des Kanals und der Durchführung 702 ist
in 7 nicht dargestellt). Das Substrat 701 ist
z. B. ein Silizium-Chip und die auf die erste und zweite Hauptoberflächen 703, 704 des
Substrats 701 aufgebrachten Isolationsschichten 705 ein
Oxid.
-
Auf
die Oxidschicht 705 ist die Rückseite eines integrierten
Halbleiterbauelements 706, das auf der Vorderseite eine
integrierte Schaltung 707 aufweist, mit einem Kleber 708 aufgeklebt
worden. Das Halbleiterbauelement 706 ist durch einen Bonddraht 709,
der von einer Bondkontaktstelle 710 des Halbleiterbauelements 706 zu
einer Bondkontaktstelle 711 des Substrats 701 führt, mit
dem Substrat 701 elektrisch verbunden. Die Bondkontaktstelle 711 des Substrats 701 ist
im vorliegenden Fall direkt auf die Durchführung 702 des Substrats 701 aufgebracht worden.
Durch diese ist der Bonddraht 709 direkt mit einem Außenkontakt 712,
im vorliegenden Fall einer Lotkugel 712, verbunden.
-
Die
Kontaktierung der Bondkontaktstelle 711 mit der Durchführung 702 geschieht
auf eine dem Fachmann wohlbekannte Weise: zunächst muss die Oxidschicht 705 auf
der ersten Hauptoberfläche 703 an
der Stelle der Durchführung 702 geöffnet werden. Dies
kann durch eine Ätzung
selektiv zu einer fotolithographisch erzeugten Maske (nicht gezeigt)
geschehen. Anschließend
wird eine Metallschicht, z. B. Aluminium, auf die Oxidschicht 705 aufgebracht
und photolithographisch so strukturiert, dass ein für eine Drahtverbindung 711 ausreichend
großes
Schichtelement 711 zurückbleibt.
-
Die
Kontaktierung der Lotkugel 712 geschieht analog in einer
dem Fachmann bekannten Weise: zunächst muss die Oxidschicht 705 auf
der zweiten Hauptoberfläche 704 an
der Stelle der Durchführung 702 geöffnet werden.
Dies kann durch eine Ätzung
selektiv zu einer fotolithographisch erzeugten Maske (nicht gezeigt)
geschehen. Anschließend
wird die zweite Hauptoberfläche 704 mit
einer Kupferlotschmelze in Kontakt gebracht, sodass das Kupferlot
die Oberfläche
der Durchführung 702 benetzt.
Nach der Abkühlung
bleibt eine kugelförmige Lotkugel 712 zurück.
-
8 zeigt
schematisch ein weiteres Halbleitermodul 800 mit einem
Substrat 701, das zwei Durchführungen 702 von der
ersten Hauptoberfläche 703 zur
zweiten Hauptoberfläche 704 aufweist.
Das Halbleitermodul 800 ist wie das von 7 aufgebaut. Jedoch
hat das vorliegende Halbleitermodul 800 im Unterschied
zur 7 zwei integrierte Bauelemente 706A, 706B,
die mit ihren Vorderseiten, d. h. mit der Seite mit den integrierten
Schaltungen 707A, 707B, auf das Substrat 701 aufgebracht
worden sind. Die elektrische Verbindung mit dem Substrat 701 erfolgt in
diesem Fall nicht über
Bonddrähte
sondern über Lotkugelkontakte 713,
welche die Bondkontaktstellen der integrierten Bauelemente 706A, 706B mit
auf dem Substrat 701 aufgebrachten Leiterbahnen 714 verbinden.
Dieses Bond-Verfahren ist auch unter dem Begriff „Flip-Chip-Ronden” bekannt
und soll hier nicht weiter erläutert
werden.
-
Wie
man 8 entnehmen kann, verlaufen einige Leiterbahnen 714 direkt über Durchführungen 702 und
sind mit diesen elektrisch leitend verbunden. Auf diese Weise ist
es möglich,
Bondkontaktstellen der integrierten Bauelemente 706A, 706B über die Durchführungen 702 direkt
zu einem der Außenkontakte 712 zu
führen.
Dies erspart lange Leiterbahnen und verbessert die Signalübertragung,
insbesondere bei hohen Frequenzen.
-
Weiterhin
kann man 8 entnehmen, das einige Leiterbahnen 714 so
verlaufen, dass sie die Bondkontaktstellen des einen integrierten
Bauelements 706A mit denen des anderen integrierten Bauelements 706B verbinden.
Auf diese Weise können verschiedene
integrierte Schaltungen 706A, 706B miteinander
verbunden werden, ohne dass diese weitere Außenkontakte 712 erfordern.
Damit lassen sich integrierte Schaltungen noch dichter packen.
-
Es
sein darauf hingewiesen, dass die Ausführungsformen von 7 und 8 Siliziumscheiben
oder Silizium-Chips als Substrat 701 haben. Dies hat den
Vorteil, dass der Temperaturausdehnungskoeffizient (CTE) des Substrats 702 der
gleiche ist wie der der meist ebenfalls auf Siliziumbasis hergestellten
integrierten Schaltungen. Dies hilft, mechanische Spannungen zwischen
dem Substrat 702 und dem integrierten Bauelement 706 zu
reduzieren. Weiterhin hat Silizium, im Vergleich zu z. B. einer
Keramik, eine gute Temperaturleitfähigkeit, um die durch die integrierten
Schaltungen erzeugte Wärme
effektiv abzuführen.
Weiterhin lässt
sich das Ätzen
von Sacklöchern
auf elektrochemischen Wege mit Silizium besonders effektiv durchführen.
-
9 zeigt
schematisch ein weiteres Halbleitermodul 900 mit einem
Substrat 701, das eine Durchführung 702 von der
ersten Hauptoberfläche 703 zur
zweiten Hauptoberfläche 704 aufweist.
-
Das
Halbleitermodul 900 ist wie das von 7 aufgebaut.
Jedoch ist im Unterschied zur 7 die integrierte
Schaltung 707 in das Substrat 701 selbst integriert.
In 9 ist beispielsweise ein Transistor 715 gezeigt.
Source S und Drain D des Transistors 715 sind durch Dotierungen
des monokristallinen Siliziumsubstrats 701 erzeugt, während das
Gate G durch eine thermische Oxidation, die z. B. bei der Herstellung
der Isolationsschicht 705 entstanden ist, erzeugt wird. 9 zeigt
weiterhin Leiterbahnen 714, die die Source S mit der Durchführung 702 verbinden
und/oder jeweils das Gate G und die Drain D kontaktieren. Die Durchführung 702 ermöglicht auf
diese Weise kurze Anbindungen der aktiven und passiven Bauelemente
der integrierten Schaltungen (Widerstände, Transistoren, Dioden, Spulen,
Kondensatoren etc.) an die externen Anschlüsse. Dies erspart lange Leitungsbahnen
und somit die Notwendigkeit für
mehrfache Leiterbahnebenen.