DE102004A - - Google Patents

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DE102004A
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fflatieutcrnifo.
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 57: Photographie.
JULES CARPENTIER in PARIS.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. Juni 1897 ab.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die selbsttätige Einstellung von Vergröfserungs- oder Verkleinerungsapparaten und benutzt hierzu eine zwanglä'ufige Verbindung zwischen den beiden Plattenträgern und dem Objektiv, die so ausgebildet ist, dafs für alle Einstellungsweiten beide Platten in Bezug auf das Objektiv von selbst die Stellung von Bild und Objekt einnehmen. Es ist für diesen Zweck nur nöthig, die mechanischen Führungen derartig einzurichten, dafs sie den durch die optische Formel gegebenen thatsächlichen Abstandsbeziehungen entsprechen.
Bezeichnet man mit φ die Brennweite des Objektivs und mit f und f1 die Abstände der beiden Platten von den ihnen zunächst liegenden Brennpunkten, so ist die einfachste, einer mechanischen Ausführung zu Grunde zu legende Formel:
f-f1 = ^-
Die Aufgabe ist also gelöst, sobald die zwangläufige Führung so eingerichtet ist, dafs diese Gleichung erfüllt bleibt. Da andererseits die Vergrößerung in einfacher Weise von der Bildweite/1 abhängt
sie
hat man es in der Hand, jeden beliebigen Vergröfserungsmafsstab genau innezuhalten.
Für das Grundprincip des Apparates ist es natürlich gleichgültig, ob man das Objektiv feststehen läfst und die beiden Plattenträger durch die entsprechende zwangläufige Führung verbindet, oder ob man den einen Plattenträger festhält und den anderen Plattenträger sowie das Objektiv beweglich macht.
Eine nach diesem Princip gebaute Kamera ist von Pizzig belli in Eder's Jahrbuch für Photographie und Reproduktionstechnik, Jahrgang 1895, Seite 290 ff. beschrieben. Die zwangläufige Führung ist hier durch gleichseitige Hyperbeln dargestellt.
Die vorliegende Erfindung beabsichtigt, den gleichen Zweck in einfacherer Weise lediglich durch die Anwendung geradliniger Führungen zu erreichen. Sie benutzt dazu den Lehrsatz, dafs im rechtwinkligen Dreieck die Höhe die mittlere Proportionale zwischen den Hypotenusenabschnitten bildet.
Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine Vergröfserungskamera dargestellt, welche nach der angegebenen Formel gebaut ist.
Die Fig. 1 und 2 zeigen schematisch das der vorliegenden Erfindung zu Grunde liegende Princip.
Fig. 3 zeigt den Apparat im Längsschnitt,
Fig. 4 im Grundrifs und
Fig. 5 in Unteransicht.
In Fig. ι stellen O das Objektiv, A. das Objekt, A1 das Bild, F und F1 die zugehörigen Brennpunkte des Objektivs dar. Die Entfernung f des Objektes A von dem ihm zunächst liegenden Brennpunkte F multiplicirt mit der Entfernung f1 des Bildes A1 von dem ihm zunächst liegenden Brennpunkte F1 ist gleich dem Quadrat der Brennweite, also
f-f1 = φ2. Diese Beziehung ist in Fig. 2 geometrisch in der Weise dargestellt, dafs ein rechtwinkliges Dreieck BCB1 construirt ist, dessen Höhe gleich φ gemacht ist und dessen Hypotenusenabschnitte gleich f und f1 sind. Wird nun links von B und rechts von -B1 auf der Hypotenuse die Strecke φ abgetragen, so entsprechen die Endpunkte der Lagen des Objektes und des Bildes, wenn man das Objektiv als im Fufspunkte O der Höhe φ des Dreiecks BCB1 liegend annimmt. Verbindet man nun beispielsweise die das Objekt und die das Bild tragenden Platten in der Weise mit den Endpunkten eines rechtwinklig gebogenen Hebels, dafs zwischen den Angriffspunkten dieses Hebels und dem Objekt bezw. dem Bild der Abstand φ bleibt, und legt man den Winkelpunkt des Hebels senkrecht zur cylindrischen Achse in der Ebene des Objektivs und in einem Abstand φ von dessen Mitte fest, so dafs sich der Hebel um diesen Punkt drehen kann, so wird bei einer Verschiebung der Objektplatte auch die Bildplatte stets in der Weise verschoben werden, dafs die oben angegebene Beziehung gewahrt bleibt. Hierbei müssen beide Platten selbstverständlich geradlinig in der Richtung der optischen Achse geführt sein.
Ein nach diesem Princip construirter Apparat ist in Fig. 3 bis 5 dargestellt. Auf der Grundplatte des Apparates ist ein starrer Winkelhebel HH1 angeordnet, der sich waagrecht um den Punkt C bewegen kann. Die beiden Arme des Winkelhebels sind an ihren Enden mit Schlitzen h bezw. h1 versehen, in welche die Finger B und B1 des Schlittens E, der das Objekt A, und des Schlittens E1, der das Bild Ay trägt, eingreifen. Die Finger B und B1 sind von dem Objekt A bezw. dem Bild A1 um die Strecke φ entfernt angeordnet. Der Drehpunkt C des Winkelhebels liegt in der senkrecht zur optischen Achse durch die Mitte des Objektivs O gelegten Ebene, und zwar in einer Entfernung φ vom Objektiv.
Es sind also hier die in Fig. 2 schematisch dargestellten Beziehungen vorhanden; der Winkelhebel bildet das Dreieck BCB1 der Fig. 2, dessen Höhe gleich φ ist. Wird nun der Schlitten E1 des Bildträgers beispielsweise durch Zahnräder, die in Zahnstangen auf dem Rahmen des Stativs eingreifen, verschoben, so verschiebt sich auch sein Finger JB1 in dem Schlitz ^1. Dadurch erhält der Winkelhebel H1 eine Drehbewegung um seinen Drehpunkt C, so dafs auch sein anderer Arm H schwingt und mittelst des Fingers B das Objekt A in geeigneten Führungen verschiebt. Nach dieser Verschiebung erhält man wieder ein rechtwinkliges Dreieck BCB1, bei welchem die Höhe φ ist und die durch den Fufspunkt der Höhe bestimmten Abschnitte f und f1 der Hypotenuse als mittlere Proportionale die Höhe φ haben. Das Bild und das Objekt sind also wiederum so verstellt, dafs ihre Entfernungen von dem ihnen zunächst liegenden Brennpunkte des Objektivs als mittlere Proportionale die Brennweite desselben haben.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Reproduktionskamera mit zwangläufiger Führung des Objekt- und des Bildträgers zwecks automatischer Einstellung, dadurch gekennzeichnet, dafs die Führung bewirkt wird durch die Verschiebung zweier mit Objekt- und Bildträger fest verbundenen und von diesen um den Betrag der Brennweite entfernten Zapfen ' in Schlitzen eines rechtwinkligen Winkelhebels, dessen Scheitel- und Drehpunkt in der durch die Mittendes Objektivs senkrecht zur optischen Achse gelegten Ebene liegt und einen der Brennweite gleichen Abstand vom Objektivmittelpunkt hat. :
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.

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