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Drucktastenschalter, insbesondere für Rundfunkgeräte Zusatz zur Patentanmeldung
P 10224 VIII b /21 c (Auslegeschrift 1001374) Die Patentanmeldung P 10224
V I I I b / 21c bezieht sich auf einen insbesondere für Rundfunkgeräte geeigneten
Drucktastenschalter, bei dem eine oder mehrere aus Schwenkhebel und Tastenknopf
bestehende Tasten so eingerichtet sind, da.ß diese durch einen ersten Tastendruck
in gedrückter Stellung arretiert und durch einen zweiten Tastendruck aus der arretierten
Stellung gelöst werden. Sein wesentliches Merkmal besteht darin, daß der den Tastenknopf
tragende Schwenkhebel außer der eigentlichen Sperrklinke eine von dieser durch einen
Mitnehmer gesteuerte zusätzliche Klinke aufweist, die als Auslöseklinke bei dem
zweiten Tastendruck die Sperrschiene des Schalters so weit anhebt und in dieser
Stellung festhält, daß die Sperrklinke in die Ausgangsstellung zurückzuweichen vermag,
die bei dieser Rückwärtsbewegung auch die Auslöseklinke in die Ausgangsstellung
zurückführt.
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Diese Bauweise, die die Möglichkeit gilt, mehrere Tasten unabhängig
voneinander zu betätigen, ist an sich von der Funktion der Tasten unabhängig, kann
infolgedessen auch für die Netztaste gewählt werden, mit der das Gerät oder ein
anderer Verbraucher eir-und ausgeschaltet wird. In diesem Falle ergeben sich aber,
wiedieErfahrungen gezeigt halx@n, gewisse Schwierigkeiten, die darauf zurückzuführen
sind. daß die als Netzschalter benutzten Schalter ein Sprungscha.ltwerk besitzen,
dessen Feder beim Niederdrücken der Taste gespannt wird, um sich anschließend schlagartig
zu entspannen. Die Wirkung dieser Feder addiert sich zu der der für die Rückführung
der Taste in die Ausgangslage benutzten Feder. 13cim Druck auf die Taste nimmt im
Verlaufe des ersten Schaltschrittes daher die Kraft, die zum Niederdrücken erforderlich
ist. zunächst zu, fällt in dem Augenblick sprungartig ab, in dem der Netzschalter
umgelegt wird, und steigt im Verlaufe des zweiten Schaltschrittes wieder allmählich
an. Infolgedessen kann es geschehen, daß die Taste weiterdurchgedrückt wird, als
es für den ersten Schaltschritt - die Arretierung - notwendig wäre, so ciaß die
Taste nicht zum Halten kommt und in die Ausgangsstellung zurückweicht.
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Um diese Schwierigkeiten zu beseitigen, die beim Vorhandensein eines
Netzschalters besonders auffällig sind, im übrigen aber in gewissem Umfange auch
bei der normalen Umschaltung auftreten, wird nach der Erfindung vorgeschlagen, dem
Schwenkhebel zwei Federn anzuordnen, die in der Weise angebracht sind, daß die zweite
erst zu dem Zeitpunkt zur Wirkung gelangt, in dem der erste Schaltschritt vollendet
ist, während die erste über den gesamten Hub des Schwenkhebels wirksam ist. Mit
dieser Aufteilung läßt sich erreichen, daß die für die Ein-Leitung des zweiten Schaltschrittes
erforderliche Kraft größer ist als diejenige, die zur Durchführung des ersten Schaltschrittes
notwendig ist. Es wird also, mit anderen Worten, ein ausgeprägter Druckpunkt geschaffen,
der den Zwang für eine stufenweise Betätigung des Schalters deutlich erkennbar werden
läßt, so daß die Gefahr einer Fehlbedienung mit hinreichender Sicherheit ausgeschaltet
ist.
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Im Prinzip ist es möglich, ohne vom Wesen der Erfindung abzuweichen,
die zwei Federn durch eine einzige Feder zu ersetzen, deren Kraft-Weg-Diagramm einen
unstetigen Verlauf besitzt. Aus fertigungstechnischen Gründen erscheint jedoch die
erstere Lösung empfehlenswerter, bei der z. B. zur Erzeugung der über den Gesamthub
des Schwenkhebels wirkenden Kraft eine Haarnadenfeder und zur Erzeugung der Zusatzkraft
eine Wendelfeder benutzt wird. Diese Wendelfeder kann in einem Blechwinkel gefaßt
werden, der auf die die Seitenwände des Schalterrahmens verbindende Profilleiste
aufgeschoben ist, so daß sich der bisherige Aufbau des Drucktastenschalters praktisch
nicht ändert und lediglich die Haarnadelfeder hinzukommt, deren Unterbringung im
Bereich der Lagerung der Schwenkhebel keine Schwierigkeiten bereitet.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung und weitere Einzelheiten derselben
werden im nachfolgenden an Hand der Abbildungen näher erläutert. Abb. 1 zeigt deal
neuen Schalter im Schnitt, Abb. 2 und 3 in der Ansicht von vorn bzw. in der Draufsicht.
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Ein Teilausschnitt aus Abb. 1 ist in der Abb. 4 in vergrößertem Maßstab
dargestellt.
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Der Schalter besteht im wesentlichen aus einem Rahmen, dessen rechte
Seitenwand 1 mit der zugerhörigen,
hier nicht sichtbaren linken
Seitenwand durch Profilleisten 2, 3 verbunden ist, in die die Isolierstoffstanzteile4
eingesetzt sind, die dieTräger der Schalterkontakte 5 bilden. O_uer durch den Rahmen
hindurch ist eine Achse 6 geführt, auf der die Schwenkhebel 7 mit den Tastenknöpfen
8 gelagert sind. Das freie Ende 7' der Schwenkhebel besitzt einen rechtwinkligen
Umbug 9, der den Mitnehmer für die von den Leisten 2, 3 getragenen Schaltschienen
10 bildet und dessen Verlängerung 9' die eigentliche Sperrklinke darstellt. Die,
Kontaktkrücken der Schaltschienen 10 sind mit 11 bezeichnet. Die Schwenkhebel selbst,
deren gegenseitiger Abstand durch Hülsen 6' bestimmt sind, sind in den Schlitzen
12 einer Leiste 13 geführt, die den Tastenhub und damit die Bewegung der Schaltschienen
begrenzen. Zur Rückführung der Schwenkhebel in die Ausgangslage dienen Haarnadelfedern
14, die um die Achse 6 bzw. die Hülse 6' herumgreifen und sich einerseits an den
Schwenkhebeln 7, andererseits an der Leiste 13 abstützen. Das freie Ende 7' des
gezeichneten Schwenkhebels trägt ferner einen Zapfen 15 (vgl. Abb. 2 und 4), der
in die Gabel 16 eines Kipphebelschalters 17 eingreift, der seinerseits mit Hilfe
einer Lasche 18 auf der Profilleiste 3 befestigt ist.
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Um zu erreichen, daß die gedrückte Taste 8 durch einen weiteren Druck
auf die Taste in die, Ausgangsstellung zurückgeführt werden kann, steuert der Hebel
7 im Sinne des Hauptpatents eine zweite Klinke 20 (vgl. Abb. 4), die gleichfalls
auf der Achse 6 gelagert ist und mit einem hakenförmigen Ansatz 19 versehen ist,
der beim Verschwenken des Hebelendes 7' von dessen Kante 21 mitgenommen wird. Bei
dieser Bewegung gelangt zunächst die Sperrklinke 9' in den Einflußbereich einer
Sperrschiene 22. die von der Leiste 3 getragen und durch eine (nicht gezeichnete)
Feder vorgespannt ist. Im Verlaufe des ersten Schaltschrittes wird daher die Taste
in der gedrückten Stellung arretiert, wobei die Sperrklinke 9' hinter der einfallenden
Sperrschiene 22 einrastet. Im weiteren Verlauf der Bewegung - beim zweiten Schaltschritt
- hebt die Klinke 20 mit einer Nase 23 die Sperrschiene 22 wieder an. Wird jetzt
der Tastenknopf 8 losgelassen, so legt sich der Umbug 9 gegen die Klinke 20. - Die
Sperrklinke 9' kann daher, da die Nase 23 nicht einzurasten vermag, zusammen mit
der Klinke20 unter der Sperrschiene 22 hinweggleiten, so daß die Ausgangslage wieder
hergestellt ist.
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Bei dieser Betrachtung blieb das Vorhandensein des gleichfalls von
dem Hebelende 7' gesteuerten Kipphebelschalters 17 unberücksichtigt. Dieser Hebelschalter
besitzt ein Sprungschaltwerk, dessen Feder beim Niederdrücken der Taste gespannt
wird und sich beim Überschreiten des Totpunktes entspannt. Die Wirkung dieser Feder
addiert sich zu der der Haarnadelfeder 14. Um diese Wirkung zu kompensieren, die,
die eingangs beschriebenen Schwierigkeiten im Gefolge hat, ist im Sinne der vorliegenden
Erfindung außer der Haarnadelfeder 14 eine Wendelfeder 24 als Druckfeder vorgesehen,
die erst zu dem Zeitpunkt zur Wirkung gelangt, in dem der erste Schaltschritt vollendet
ist. Diese Feder ist, wie die Abb.3 erkennen läßt, in einem Blechwinkel
25 gefaßt, der auf die Leiste 13 aufgeschoben ist. Dieser Winkel besitzt
einen T-förmigen Ausschnitt, so daß der Hub der Feder begrenzt ist, der Schwenkhebel
7 also einen gewissen Weg zurücklegen muß. ehe die Feder24 wirksam wird. Auf diese
Weise wird erreicht, daß trotz der Entspannung des Sprungschaltwerkes, die im Verlaufe
des ersten Schaltschrittes einsetzt, die zum vollständigen Durchdrücken des Tastenhebels
erforderliche Kraft zunimmt. Es wird also, mit anderen Worten, ein ausgeprägter
Druckpunkt geschaffen, der den Zwang für eine stufenweise Betätigung des Tastenknopfes
8 deutlich erkennbar werden läßt.