DD141018A1 - Verfahren zur herstellung von kalium-magnesium-duengemitteln aus thermisch behandeltem carnallit - Google Patents

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DD141018A1
DD141018A1 DD20807478A DD20807478A DD141018A1 DD 141018 A1 DD141018 A1 DD 141018A1 DD 20807478 A DD20807478 A DD 20807478A DD 20807478 A DD20807478 A DD 20807478A DD 141018 A1 DD141018 A1 DD 141018A1
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DD20807478A
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Hans-Heinz Emons
Heinz Schnabel
Heinz Muehlberg
Lothar Rosek
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Emons Hans Heinz
Heinz Schnabel
Heinz Muehlberg
Lothar Rosek
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Abstract

Das Verfahren zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus thermisch behandeltem Carnallit, der entweder durch Kristallisation aus Carnallitsolen (sogenannter künstlicher Carnallit) oder durch Aufbereitung bergmännisch geförderten Carnallits gewonnen wird, dient dem Ziel, ein Düngemittel mit einem Nährstoffverhältnis : MgO

Description

Titel der Erfindung
Verfahren zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus thermisch behandeltem Camallit
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus thermisch behandeltem Camallit, der entweder durch Kristallisation aus Carnallitsolen (sogenannter künstlicher Camallit) oder durch Aufbereitung bergmännisch geförderten Carnallits gewonnen wird.
Charakteristik: der bekannten technischen Lösung
In zunehmendem MaBe gewinnen Kalium-Magnesium-Düngemittei an Bedeutung.
Die gegenwärtig bekannten Kalium«-Bfe.gnesium*»Düngemittel basieren auf dem Vorkommen sulfatischer Minerale und sind deshalb in ihrer Herstellbarkeit vom Aufkommen der Lagerstätte abhängig und begrenzt, Neben diesem Nachteil, der auch den erheblichen Preis hervorruft, liegen diese Düngemittel wie Kamex, Emgekali, Reformkali u,a, entweder im Nährstoffverhältnis K2O : KgO nicht 'in dem von der Landwirtschaft geforderten Bereich von 4 : 1 8 : 1 oder im KgO-Gehalt zu niedrig.
Düngemittel Fährstoffverhältnis IgO K2O-Gehalt ... 42
K2O : 1 ... 37
Kamex 11,4 : 1 38 * *. 30
Emgekali 7,0 : 1 33
Reformkali 2,9 : 26
Versuche, den in großer Menge und kostengünstig verfügbaren Carnallit (KCl .-MgCl2;. 6 H2O) zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln zu nutzen, scheiterten bisher an seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften, insbesondere seiner starken neigung zur Wasseraufnahme und dem daraus resultierenden Zusammenbacken und Verklumpen.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat das Ziel, ein Kalium-Magnesium-Düngemittel mit einem Nährstoffverhältnis KgO : MgO von 4 : 1 ... 8 : 1 zu erzeugen, das vorstehende Nachteile nicht mehr besitzt.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es wurde gefunden, daß Carnallit unter bestimmten thermischen Bedingungen in eine Form überführt werden kann, die die chemischen und physikalischen Eigenschaften, die sich bisher nachteilig auf die Verarbeitung zu einem Kalium-Magnäsium-Düngemittel auswirkten, nicht mehr aufweist.
Ein solcher thermisch behandelter Carnallit bildet unter Abspaltung von Wasser und teilweise Zersetzung der Magnesiumchloridkomponente an seiner Kristalloberfläche eine inhygroskopische Schicht, wird rieselfähig und kann im Zusammenhang mit einem hochprozentigen Kalidüngemittel (Kaliumchlorid- oder Kaliumsulfatdüngemittel) zu Kalium-Magnesium-Düngemittel, die den Forderungen der Landwirtschaft entsprechen, verarbeitet werden.
Bei vollständiger thermischer Spaltung der Magnesiumchloridkomponente entsteht ein Endprodukt aus Kaliumchlorid und Magnesiumoxid, das gleichfalls mit einem hochprozentigen Kalidüngemittel zu Kalium-Magnesium-Düngemittel verarbeitet werden kann. -
Die Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln mit Hilfe von teilweise entwässertem, entwässertem, teilweise gespaltenem, gespaltenem Carnallit kann nach nachstehenden Verfahrensprinzipien erfolgen:
208 074 -3
Verfahrensprinzip 1
Dem Carnallit wird vor oder nach dem Entwässerungsprozeß das feuchte oder getrocknete hochprozentige Kalidüngemittel dem . gewünschten Nährstoffverhältnis entsprechend zugemischt. Die teilweise bzw. vollständige Entwässerung des reinen Carnallits oder des Mischgutes erfolgt nach bekannten Verfahren der Wirbelschicht oder in einem geeigneten Stromtrockner.
Die Wahl der Reaktionsparameter beeinflußt die Spaltung der Magnesiumchloridkomponente. Im Temperaturbereich von 100 ... 400 0C, vorzugsweise bei 200 0C, und genügend hoher Strömungsgeschwindigkeit der Treibgase (heiße Luft, Rauch oder Inertgase) kann der Spaltgrad kleiner als 10 % gehalten werden. Das abgespaltene Wasser und die geringe Chlorwasserstoffmenge werden in einem nachgeschalteten Abscheider aus den in die Atmosphäre tretenden Gasen entfernt. Die industriemäßige Aufarbeitung des Chlorwasserstoffes ist auf Grund der anfallenden geringen Mengen nicht erforderlich.
Verfahrengprinzip 2
Der Carnallit wird unter Abspaltung von Wasser und einer unvermeidlichen Chlorwasserstoffmenge teilweise oder vollständig entwässert (analog Verfahrensprinzip 1).
Nach dem Entwässerungsprozeß wird der Carnallit in einem nachgeschaltenen Spaltreaktor (Wirbelschicht- oder Stromreaktor) thermisch bei oberhalb 400 0C teilweise oder vollständig gespalten. Die in den aus dem Reaktor austretenden Gasen enthaltene Chlorwasserstoffsäure wird durch geeignete adiabatische and isotherme Sorptionsverfahren abgeschieden und in industriell verwertbare Chlorwasserstoffsäure überführt.
Das Spaltgut wird in einem Strom- oder Wirbelschichttrockner unter Zumischen von feuchtem oder trockenem hochprozentigen Kalidüngemittel, dem gewünschten Währstoffverhältnis entsprechend, gekühlt. Als Kühlmittel wird Luft oder Inertgas verwendet, das in den Spalt- bzw, Trockenproseß zurückgeführt werden kann.
2 08 074
Das nach Verfahrensprinzip 1 und 2 entstandene Kalium-Magnesium· Düngemittel kann durch bekannte Verfahren der Klassierung und mechanischen Kornvergröberung in handelsübliche Kornklassen überführt werden·
Ausführungsbeispiele
Das Verfahren zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus thermisch behandeltem Carnallit soll an zwei nachfolgenden Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
1. Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus einem teilweise entwässertem Carnallit und einem Kaliumchioriddüngemittel mit 60 %
Nach Verfahrensprinzip 1 werden 100 t Carnallit entweder durch Kristallisation aus Carnallitsolen (sogenannter künstlicher Carnallit) oder durch Aufbereitung bergmännisch geförderten Carnallitits (Reinheitsgrad von 80 %) der Zusammensetzung:
21,52 t Kaliumchlorid 2?,44 t Magnesiumchlorid 31,04 t H2O
20,00 t Natriumchlorid (einschließlich sonstiger Verunreinigungen)
bei 200 0C teilweise entwässert.
100 t dieses Entwässerungsproduktes enthalten:
29,62t Kaliumchlorid 34»05 t Magnesiumchlorid
1,60 t Magnesiumoxid
7,15 t Wasser ' 27,58 t Natriumchlorid
und werden mit 106,45 t Kaliumchlorid-Düngemittel mit 60 % gemischt.
074---5
100 t des entstandenen Kaiium-Magnesium-Dünger enthalten:
63,31 t Kaliumchlorid 16,59 t Magnesiumchlorid
0,78 t Magnesiumoxid
3t51 t Wasser 15,81 t Natriumchlorid
Es ist ein Kalium-Magnes ium-Düngemitt el mit 40 % K2O und einem Nährstoffverhältnis K_0 : MgO von 5,13 : 1 entstanden·
2· Herstellung von magnesiumhaltigem Kalidüngemittel aus vollständig gespaltenem Carnallit und einem Kalidüngemittel mit 60 % K2O
Nach Verfahrensprinzip 2 wird der unter Verfahrensprinzip 1 aufgeführte Carnallit in einem Strom- oder Wirbelschichtreaktor nach vorheriger Entwässerung vollständig in KCl und MgO gespalten.
100 t dieses Spaltproduktes haben folgende Zusammensetzung:
37,63 t Natriumchlorid 40,50 t Kaliumchlorid 21,87 t Magnesiumoxid
Je nach Wahl der Reaktionsapparatur und der möglichen Verweilzeit erfolgt die Reaktion in einem Temperaturbereich oberhalb 400 °
Zu 100 t dieses Spaltproduktes werden 244,1 t Kalidüngemittel mit 60 % KpO gemischt· 100 t des entstandenen magnesiumhaltigen Kalidüngers enthalten:
79,14 t Kaliumchlorid
6,36 t Magnesiumoxid 14,29 t Natriumchlorid
0,14 t Magnesiumchlorid
0,07 t V/asser
2 08 074 -β-
Es ist ein Kalium-Magnesium-Düngemittel mit 50 % KpO Nährstoffverhältnis KpQ ; %0 von 7,79 : 1 entstanden·
Bei Einsatz eines Kalidüngemittels mit 50 % K2O entsteht unter analogen Bedingungen ein Kalium-Magnesium-Dünger mit 40 % und einem Währstoffverhältnis K2O : MgO von 4,44 : 1.

Claims (2)

-?- 2 08 074 Erfindungsanspräche ·
1· Verfahren zur Herstellung von Kalium-Magnesium-Düngemitteln aus thermisch behandeltem Carnallit gekennzeichnet dadurch, daß zu thermisch entwässertem, teilweise entwässertem, gespaltenem oder teilweise gespaltenem Carnallit, der entweder durch Kristallisation aus Carnallitsolen (sogenannter künstlicher Carnallit) oder durch Aufbereitung bergmännisch geförderten Carnallits gewonnen wird oder Mischungen aus ihnen hochprozentige Kalidüngemittel (Kaliumchlorid- oder Kaliumsulfatdüngemittel) zugemischt werden.
"" i
2« Verfahren nach Punkt 1 gekennzeichnet dadurch, daß die thermische Entwässerung des Carnallits im Temperaturbereich von 100 ... 400 C nach bekannten Verfahrensprinzipien vor oder nach der Vermischung mit dem Kaliumchlorid- oder Kaliumsulfatdüngemittel erfolgt.
3i Verfahren nach Punkt 1 und 2 gekennzeichnet dadurch, daß die thermische Spaltung des Carnallits nach bekannten Verfahrensprinzipien oberhalb 400 0C unter Vorschaltung einer Entwässerungsstufe ohne bzw. teilweiser oder vollständiger Zumischung des Kaliumchlorid- oder Kaliumsulfatdüngemittels erfolgt. .
J 4. Verfahren nach Punkt 1 ... 3 gekennzeichnet dadurch, daß die Ausgangskomponenten Kaliumchlorid bzw. Kaliumsulfat und Carnallit einen Reinheitsgrad von 80 % und ^ mehr besitzen und in einem solchen Verhältnis eingesetzt werden, daß wahlweise ein bestimmtes K2O : MgO-Verhältnis zwischen ' 4 : 1.··· 8 : 1 im Endprodukt erreicht wird.
DD20807478A 1978-09-26 1978-09-26 Verfahren zur herstellung von kalium-magnesium-duengemitteln aus thermisch behandeltem carnallit DD141018A1 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3723095A1 (de) * 1986-08-04 1988-03-03 Taucha Ver Futtermittelwerke Mittel zur erdalkaliduengung von gehoelzen

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