CH96893A - Verfahren zur Bestimmung strömender Wassermengen. - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung strömender Wassermengen.Info
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Description
Verfahren zur Bestimmung strömender Wassermengen. Die meisten bekannt gewordenen und in der Praxis zur Anwendung gekommenen Verfahren . zur Bestimmung strömender Wassermengen beruhen auf Geschwindig- keitsmessungen in einem bestimmten Quer profil oder auf der Herstellung bekannter Abflussverhältnisse nach den Regeln der Hydraulik. Eingehend Auskunft dariiber gibt der Artikel "Wasservermessung" in Luegers Lexikon der gesamten Technik, II. Auflage, B. Band.
Auf ganz anderer Grundlage beruht das chemische Wasservermessungsverfahren nach Iterson und Boucher-Mellet, das unter an derem in der Schweizerischen Bauzeitung, Band 62, Seite 50 bis 52, Band 66, Seite 97 bis 100, und Band 66, Seite 211 bis 213, beschrieben ist.
Es ist seinem Wesen nach ein Mengenvergleich, den man in der Weise durchführt, dass man eine Chlorsalzlösung während einiger Zeit ganz gleichmässig dem Wasserlauf zuführt und dann an Proben dieser Salzlösung einerseits und des Was sers vor und nach Zuführung der Lösung anderseits durch chemische Analyse das Mischungsverhältnis zwischen der bekannten Sekundenmenge der zugeführten Salzlösung und der unbekannten Abflussmenge des Was serlaufes feststellt. Die Analyse selbst be ruht auf der Bestimmung des Chlorgehaltes der verschiedenen Proben nach dem volu- metrischen Titrationsverfahren von Mohr (siehe Schweizerische Bauzeitung, Band 62. Seite 51, rechte Spalte oben).
Dabei kann der Eintritt der chemischen Reaktion durch die Verfärbung der Lösung oder durch Ab nahme ihres elektrischen Leitverrriögens in folge des Ausscheidens der Chloridsalze kon statiert werden (vergleiche Bulletin technidue de la Suisse romaride,<B>1915,</B> N 3, page 25).
Auch ein Wasservermessungsverfahren mit Farblösungen, bei welchem man das Mi- schungsv erhältnis, beziehungsweise die Ver dünnung der dem Wasser beigefügten Farb- lösung auf optischem Wege feststellt, ist be liannt.
Dieses Verfahren hat aber entweder einen sehr eng begrenzten Messbereich oder eine sehr beschränkte Genauigkeit und wird daher in der Regel nicht selbstständig, son dern nur als Ergänzung des chemischen Was- servermessungsverf ahrens, nämlich zur An- stellung eines sogenannten Vorversuches, be nützt.
Die chemische Wassermessung ist, auch bei sonst für ihre Anwendung günstigen Voraussetzungen, mit grossen Umständlich keiten verknüpft und erfordert hinsichtlich der vorzunehmenden Titrierungen ein erheb liches Mass manueller Geschicklichkeit und chemischer Vorkenntnisse.
Beispielsweise darf für die Titration der Chlorgehalt der Proben -weder zu gross, noch zu klein sein, und es ist daher meist nötig, dass man die Proben des gesalzenen und besonders des ungesalze nen Wassers vor der Titrierung erst durch Eindampfen gehaltsreicher macht, während umgekehrt die Probe der Salzlösung selbst durch Verdünnen mit destilliertem Wasser in ihrem Clil.orgehalt vermindert werden muss.
Ausserdem muss die Titration für eine ganze Menge von Proben, die teils an verschiede nen Stellen, teils zu verschiedenen Zeiten entnommen sind, durchgeführt werden, da mit man genügend Sicherheit dafür hat, dass sowohl eine innige Mischung zwischen Salz lösung und Wasser, wie auch der Beharrungs zustand des Mischungsverhältnisses eingetre ten ist.
Gegenüber den vorgenannten bekannten Verfahren der Wasservermessung ist. das Gegenstand vorliegender Erfindung bildend Verfahren zur Bestimmung strömender Was sermengen dadurch gekennzeichnet, dass der zu bestimmenden Wassermenge ui,hrend der Messung kantinuierlicli eine bestimmte Se kundenmenge eines elektrisch leitenden Agentiums zugefügt wird und zwecks Be stimmung des Mischungsverhältnisses der Ohmsche Widerstand der hierbei entstande nen Mischung in Beziehung gesetzt wird 2;
um Ohmschen Widerstand von gleichartig zusammengesetzten Mischungen mit bekann ten Mischungsverhältnissen ähnlicher Grössen ordnung und von im wesentlichen gleicher Temperatur wie die entstandene Mischung.
Die mechanischen Hilfsmittel zur Durch führung dieses Wasservermessungsverfahrens sind bekannt. Zur kontinuierlichen Bei fügung des leitenden Agentiums zum Was- serlauf kann beispielsweise eine der in der Schweizerischen Bauzeitung, Band 65, Seite oder Band 66, Seite<B>130,</B> angegebenen Einrichtungen dienen.
Dio Herstellung der zum Vergleich nöligen Mischungen mit be kannten Miseliungsverhältnissen ist an keine bestimmten Einrichtungen gebunden, sondern finit den einfachsten handwerksmässigen Hilfs mitteln durchführbar.
Für die Messung des Ohmschen Widerstandes endlich kann irgend eine der für die Messung des Widerstandes bezw. des Leitvermögens wässeriger Lösun gen bekannten Methoden und Einrichtungen unter Verwendung von Schwachstrom oder Starkstrom gebraucht -werden. Die entspre chenden Verfahren und Einrichtungen sind beispielsweise angeleben. im "Lehrbuch der praktischen Physik von Kohlrausch", Kapitel Leitvermögen von Elelztrolyten",
und im "Hand- und Hilfsbuch zur Ausführung Physiko-Chemiselier Messungen von Ostwald- Lutber", Kapitel "Leitfähigkeit der Elektro lyte", ohne dass mit diesen Literaturhinweisen eine Begrenzung der anzuwendenden Metbo- den vorgenommen werden soll. .
Von Bedeutung für das vorliegende Mes sungsverfahren sind die beiden fundamen talen Eigenschaften wiisseriger Lösungen: dass ihr Leitungsvermögen erstens stark von der Temperatur abhängt und zweitens nicht linear mit der Konzentration -nächst. Beide Einflüsse werden bei dem Verfahren, das nur relative Widerstandsmessungen erfordert, dadurch unschädlich gemacht, dass man die Widerstände von Mischungen ähnlicher Grössenordnung und ungefähr gleicher Tem peratur miteinander in Beziehung bringt.
Die Gleichheit der Temperatur lässt sich bei spielsweise dadurch erzielen, dass man die verschiedenen Vergleichsmischungen in ein gemeinsames Temperaturbad einsetzt, wobei als Temperaturbad das strömende Wasser, das ist die eine der Vergleichsmischungen, selbst dienen kann. Wird diese Mischung durch absatzweise Hinzufügung kleiner Nen gen des elektrisch leitenden Agentiums nach und nach gelialtsreieher gemacht und jedes mal der Widerstand bestimmt, so kann man mit aller wünschenswerten Genauigkeit das zu dem im Wasserlauf gemessenen Wider stand gehörige Mischungsverhältnis fest legen.
Das neue Verfahren der Wassermessung hat insbesondere gegenüber der wesensver wandten chemischen Wassermessung fol gende hauptsächliche Vorteile: Widerstandsmessungen gehören zu den einfachsten physikalischen Messungen und erfordern bei geeigneter Apparatur keine Vor kenntnisse und keine manuelle Geschicklich keit.
Die Widerstandsmessung gibt die emp findlichste Anzeige über das Mass der Bei fügung eines elektrisch leitenden Agentiums zum Wasser und übertrifft in dieser Hinsicht alle chemischen Methoden bei. weitem. Ins besondere das Verfahren von Kohlrausch mit der 'N,#Theatstone-Kirchhoffschen Teleplion- jZessbrücke gestattet bei geeigneter Mess- nordnun g, eine Genauigkeit der Bestimmung des Mischungsverhältnisses, die nichts mehr zu wünschen übrig lässt.
Hinsichtlich der Auswahl des dem Was ser zuzusetzenden elektrisch leitenden Agen- tiums hat man unter den Salzen, Säuren und Basen eine viel grössere Freiheit als bei der chemischen Methode und kann daher von Fall zu Fall das bequemst erhältliche oder billigste Agentium verwenden.
Die Widerstandsmessungen können bei Verwendung geeigneter Elektroden im flie ssenden Wasser selbst vorgenommen werden, so dass man mühelos die Konstanz der Mi schung nach Zeit und Ort feststellen kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Bestimmung strömender Wassermengen, dadurch gekennzeichnet, dass der zu bestimmenden Wassermenge während der Messung kontinuierlich eine bestimmte Sekundenmenge eines elektrisch leitenden Agentiums zugefügt wird und .zwecks Be stimmung des Mischungsverhältnisses der Ohmsche Widerstand der-hierbei entstande nen Mischung in Beziehung gesetzt wird zum Widerstand von gleichartig zusammen gesetzten Mischungen mit bekannten Mi schungs'verh'ältnissen ähnlicher Grössenord nung und von im wesentlichen gleicher Tem peratur wie die der entstandenen Mischung.
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