Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 425 462 Verfahren zum Entwickeln von Diazotypiekopien, sowie Entwicklerflüssigkeit zur Durchführung des Verfahrens Das Hauptpatent betrifft ein Verfahren zum Ent wickeln von Diazotypiekopien nach der sogenannten Halbnass(Halbtrocken-)methode, bei der eine dünne Schicht einer sauer reagierenden, wässrigen, gepufferten Entwicklerflüssigkeit, die Phloroglucin als Kupplungs komponente enthält, auf der Oberfläche von bildweise belichtetem Einkomponentendiazotypiepapier ausgebrei tet wird,
das mit einer Diazoverbindung der Formel
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in der X ein Anion ist, R, und R2 Methyl- oder Äthyl- gruppen sind und in der, wenn R1 eine Methylgruppe ist, R2 auch eine Cyclohexylgruppe sein kann, und in der Ar ein Phenylrest ist, der keinen oder höchstens zwei Substituenten trägt, sensibilisiert ist.
Nach bildweiser Belichtung wird Einkomponenten- diazotypiematerial normalerweise nach der sogenannten Dünnschichtmethode entwickelt. Gemäss dieser Methode wird eine dünne Schicht einer wässrigen, gepufferten Ent- wicklerflüssigkeit gleichmässig über die lichtempfind liche Seite und, damit die entwickelten Kopien flach bleiben, oft auch über die nicht lichtempfindliche Seite des bildweise belichteten Diazotypiematerials gebreitet.
Die Menge der auf eine Seite des Diazotypiematerials aufgebrachten Entwicklerflüssigkeit wird normalerweise in Gramm Flüssigkeit je Quadratmeter Material ange geben. Wenn diese Menge gering ist, beispielsweise 6 bis 9 g/m2 beträgt, wird die Entwicklungsmethode als halbnass oder halbtrocken bezeichnet. Entwickler- flüssigkeiten, die sich für diese Methode eignen, müssen sehr reaktionsfähig sein, d. h.
sie müssen die in dem Diazotypiematerial anwesende Säure und die bei der Bildung des Azofarbstoffs in Freiheit gesetzte Säure rasch neutralisieren und müssen aktiv kuppelnde Azo- komponenten enthalten. Eine solche Azokomponente ist Phloroglucin. In der Praxis werden schwach saure und schwach alkalische Entwicklerflüssigkeiten, die Phloro- glucin enthalten, verwendet.
Die schwach ,sauren Entwicklerflüssigkeiten können mit Ammonium-, Alkali- oder Erdalkalisalzen schwacher Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure, Bernsteinsäure, Äpfelsäure, Zitronensäure, Weinsäure, Benzoesäure, Phenylamidoessigsäure, Molybdänsäure, Wolframsäure, Zinnsäure, Phosphorsäure, Phthalsäure, Glutarsäure, Adipinsäure, ss-Methyladipinsäure, Pimelinsäure,
Suberin- säure, Azelainsäure, Sebacinsäure, Isosebacinsäure, Antidimethylbernsteinsäure, Asparaginsäure, Glutamin säure, Itaconsäure, 2-Äthylsuberinsäure, 2,5-Dimethyl- adipinsäure und Propantricarbonsäure, gepuffert sein (vgl. Schweizer Patent Nr. 416 318).
In der Praxis werden jedoch als Puffersalze fast aus schliesslich Natriumformiat und Natriumbenzoat, oft zu sammen mit Natriumcitrat, verwendet.
Die in der Praxis verwendeten schwach sauren Ent- wicklerflüssigkeiten haben einen pH-Wert zwischen 5 und 7 und sind allgemein sehr gut haltbar. Sie werden zum Entwickeln von Diazotypiematerialien verwendet, die mit einer sehr aktiv kuppelnden Diazoverbindung, wie p-Diazo-2,5-diäthoxy-benzoylamidobenzol, p-Diazo- 2,5-diäthoxy-(4'-methyl)-phenyl-mercaptobenzol und p- Diazo-2,5-diäthoxy-(4'-methoxy)-phenylbenzol, sensibi lisiert sind.
Sie eignen sich nicht zum Entwickeln von Diazotypiematerialien, die mit weniger aktiv kuppelnden Diazoverbindungen sensibilisiert sind, da in diesem Fall das Kuppeln des Phloroglucins mit der Diazoverbindung so langsam erfolgt, dass keine vollständige Entwicklung erzielt wird.
Die Haltbarkeit der schwach alkalischen, Phloro- glucin enthaltenden Entwicklerflüssigkeit ist bei weitem nicht ,so gut. Ihr pH liegt zwischen 7 und 10. Als Puf- fersalze für diese Entwicklerflüssigkeiten sind die Alkali salze von. Essigsäure, Propionsäure, Adipinsäure, Zitro nensäure, Maleinsäure, Phthalsäure, Kohlensäure, Phos phorsäure und Borsäure vorgeschlagen worden.
In der Praxis werden in den schwach alkalischen Entwickler flüssigkeiten hauptsächlich Carbonat , Phosphat- und Boratpuffer verwendet. .
Die schwach alkalischen Entwicklerflüssigkeiten wer den zur Entwicklung von Diazotypiematerialien, die langsamer kuppelnde Diazoverbindungen, wie p-Diazo- N-äthyl-N-benzylanilin oder p-Diazo-o-chlor-diäthylani- lin enthalten, verwendet.
Wenn Diazotypiematerialien, die mit einer sehr aktiv kuppelnden Diazoverbindung sensibilisiert sind, mit die sen schwach alkalischen Flüssigkeiten entwickelt werden, so werden überentwickelte Kopien erhalten, deren Azofarbstoff beispielsweise rotbraun statt schwarz ist.
Das ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sich an stelle des gewünschten Tris-azofarbstoffs vorwiegend Mono-azofarbstoff mit dem Phloroglucin bildet. Phloro- glucin vermag in 1-, 2- oder 3-Stellungen zu kuppeln.
Im Schweizer Patent Nr. 386 841 und im Schweizer Zusatzpatent Nr. 436 981 sind Diazotypiepapiere be schrieben, die mit Diazoverbindungen gemäss der For mel
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in der X ein Anion oder eine anionische Gruppe ist, R1 und R2 Methyl- oder Äthylgruppen sind und in der R2, wenn R1 eine Methylgruppe ist, ein Cyclohexylrest sein kann, und Ar ein Phenylrest mit keinem oder höch stens zwei Substituenten ist,
sensibilisiert sind.
Diese Diazotypiepapiere sind von grossem Interesse, da sie sehr lichtempfindlich sind und mit einem schwach sauren Phloroglucinentwickler nach der Dünnschicht methode entwickelt werden können, wobei sie sowohl in den nichtbelichteten als auch in den teilweise be lichteten Teilen Azofarbstoffe gleicher Farbe ohne un erwünschte zusätzliche Tönung geben.
Mit den bekann ten schwach sauren, Phloroglucin enthaltenden Entwick- lerflüssigkeiten, die mit Formrat, Benzoat oder Citrat gepuffert sind, werden schwarze Azofarbstoffe erhalten, jedoch erfolgt die Entwicklung oft langsam und/oder unvollständig.
In vielen Fällen muss das Diazotypie- papier erwärmt werden, nachdem die dünne Schicht von Entwicklerflüssigkeit aufgebracht ist, damit eine rasche und gleichzeitig vollständige Entwicklung erzielt wird.
Tatsächlich setzt bei den Papieren gemäss dem vor genannten schweizerischen Zusatzpatent Nr. 436 981, die neben einer Diazoverbindung gemäss der obigen all gemeinen Formel eine verhältnismässig geringe Menge einer sehr, aktiv kuppelnden Diazoverbindung enthalten, die Bildung des Azofarbstoffs sofort nach Aufbringen der Entwicklerflüssigkeit ein, wodurch die Möglichkeit der Steuerung der Entwicklung beträchtlich verbessert wird.
Eine vollständige Umwandlung der Diazomoleküle in Azofarbstoff wird jedoch auch mit diesen Papieren oft nicht erzielt, insbesondere wenn die Entwicklerflüs- sigkeit eine verhältnismässig niedrige Temperatur, wie Raumtemperatur oder eine noch etwas niedrigere Tem peratur hat,
und wenn das Papier nach der Halbnass- methode mit diesen Entwicklerflüssigkeiten -und ohne Erwärmen nach dem Aufbringen der Entwicklerflüssig- keit entwickelt -wird.
In Büros werden in zunehmendem Masse Photo kopiergeräte verwendet; bei denen die Kopien nach der Halbtrockenmethode entwickelt und nach Aufbringen der Entwicklerflüssigkeit nicht erwärmt werden. In die sen Geräten werden vorzugsweise schwach saure Ent wicklerflüssigkeiten verwendet, die so haltbar sind, dass der Entwicklungsteil der Geräte nur gelegentlich, bei spielsweise einmal in der Woche, gereinigt werden muss.
Bei kaltem Wetter hat die Entwicklerflüssigkeit am Mor gen oft eine verhältnismässig niedrige Temperatur, wäh rend die Temperatur später am Tage oder bei anderen Bedingungen etwas höher wird. In solchen Photokopier geräten schwankt die Temperatur der Entwicklerflüssig- keit oft zwischen 15 und 30 C.
Selbstverständlich ist es, wie auch immer die Be dingungen sein mögen, erwünscht, die Kopien immer rasch und vollständig zu entwickeln. Die Einstellung des pH der üblichen schwach sauren Entwicklerflüssigkeiten auf den höchstmöglichen Wert, d. b. etwas unter 7, be deutet jedoch nur eine geringe Hilfe.
Die Entwicklung der Diazotypiepapiere gemäss den erwähnten Patentschriften mit einer schwach alkalischen, Phloroglucin enthaltenden Entwicklerflüssigkeit erfolgt rasch und vollständig. Jedoch sind die in diesem Fall gebildeten Azofarbstoffe nicht schwarz, sondern von einem ziemlich unansehnlichen Rotbraun.
Das Verfahren des Hauptpatents ist dadurch ge kennzeichnet, dass eine Entwicklerflüssigkeit verwendet wird, die Kaliumaleat und/oder Lithiummaleat als Puf fersalz enthält und die einen pH-Wert zwischen 6,5 und 7 hat. Ausserdem werden im Hauptpatent Entwickler flüssigkeiten beschrieben, die für die Durchführung des Verfahrens geeignet sind.
Die Eniwicklerflüssigkeit gemäss dem Hauptpatent bewirkt eine raschere und vollständigere Entwicklung der in den vorgenannten schweizerischen Patentschriften Nrn. 386 841 bzw. 436 981 beschriebenen Diazotypie- papiere.
Die Entwicklermischungen gemäss Hauptpatent kön nen in der Form gebrauchsfertiger Flüssigkeiten oder. in der Form von Pulvermischungen oder Tabletten, die vor der Verwendung in der erforderlichen Menge Wasser gelöst werden müssen, auf den Markt gebracht werden.
In der Praxis ist es jedoch wegen der Hygroskopi- zität von Kalium- und Lithiummaleat sehr schwierig, Pulvermischungen oder Tabletten aus diesen Entwickler mischungen herzustellen, die trocken sind und trocken bleiben.
Es wurde nun gefunden, dass man das Verfahren gemäss Patentanspruch I des Hauptpatents derart ab ändern kann, dass man einen Entwickler verwendet, der aus einer wässrigen Lösung besteht, die neben Phloro- glucin als Kupplungskomponente einen Puffer enthält, der zu mindestens 50 Gew. % aus Natriumaleat besteht, und welche Lösung einen pH-Wert zwischen 6;5 und 7 hat.
Diese Entwicklerflüssigkeit bewirkt eine Entwicklung dieser Diazotypiepapiere, die ebenso rasch und ebenso vollständig ist wie die mit der Entwicklerflüssigkeit ge mäss Hauptpatent erhaltenen, und zwar insbesondere auch dann, wenn ihre Temperatur im niedrigeren Be reich liegt und die Kopien nach dem Aufbringen der Entwicklerflüssigkeit nicht erwärmt werden.
Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich ebenso wie- das- im Hauptpatent beschriebene Verfahren sehr gut für eine Anwendung in Büros, in denen einfache Photokopiergeräte verwendet werden. Diese Geräte sind vorzugsweise mit einer Lichtquelle ausgestattet, die zu jedem Zeitpunkt ein- oder ausgeschaltet werden kann.
Geeignete Lichtquellen dieser Art sind z. B. aktivisch fluoreszierende Niederdruck - Quecksilberdampflampen, die jedoch keine besonders grosse Lichtintensität besitzen. In Geräten, die mit solchen Lampen ausgestattet sind, werden daher vorzugsweise sehr lichtempfindliche Mate rialien verwendet. Die bei dem erfindungsgemässen Ver fahren verwendeten Diazotypiepapiere sind sehr licht empfindlich und ziemlich gut haltbar. Auch die Ent- wicklerflüssigkeit ist gut haltbar.
Der Entwickler kann in der Form einer gebrauchs fertigen Flüssigkeit, aber gleicherweise auch in der Form einer Pulvermischung oder von Tabletten, die vor der Verwendung in der erforderlichen Menge Wasser ge löst werden müssen, vorliegen. In dieser Hinsicht ist er viel besser als die Entwickler gemäss Hauptpatent, weil die Pulvermischung oder die Tabletten nicht oder nur sehr wenig hygroskopisch sind.
Die erfindungsgemässen Entwicklerflüssigkeiten kön nen hergestellt werden, indem man neben den üblichen Stoffen wie der Azokomponente, Reduktionsmitteln wie Thioharnstoff, Stabilisatoren wie Hydrochinonmonosul- fonsäure, Netzmitteln, Stoffen, die einer Verfärbung der Entwicklerflüssigkeit entgegenwirken (wie einer sehr geringen Menge, beispielsweise 5 % der Gesamtmenge an Puffersalz, an sekundärem Alkaliphosphat),
die ge wünschte Menge an Maleinsäure oder Maleinsäurean- hydrid in Wasser auflöst und dann den pH-Wert der Flüssigkeit mit Natriumhydroxydlösung auf den richtigen Wert einstellt.
Es ist auch möglich, einer Phloroglucinlösung, die die anderen üblichen Stoffe enthält, eine bestimmte Menge an Dinatriummaleat zuzusetzen und dann diese Lösung mit Maleinsäure oder einer wasserlöslichen Säure, einem wasserlöslichen Säurea-uhydrid oder einem wasserlöslichen sauer reagierenden Salz, vorzugsweise einem solchen, das ein Puffervermögen besitzt, auf den gewünschten pH-Wert einzustellen.
Neben dem Maleat kann der Entwickler eine ge wisse Menge an einem oder mehreren anderen Puffer salzen enthalten. Diese können als solche zugesetzt wer den, es können aber auch die diese Puffersalze bilden den Säuren verwendet werden.
Da das Natriummaleat weniger hygroskopisch ist als die entsprechenden Lithium- und Kaliumsalze, kann man es mit den anderen für die Zusammensetzung des Ent wicklers notwendigen chemischen Produkten in der Weise vermischen, dass man eine trockene, pulverför mige, gut haltbare Mischung erhält. Diese Pulver mischung löst sich gut in Wasser.
An Orten, wo die relative Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch ist - dies ist an vielen Plätzen der Fall - kann man ohne Schwierig keit erfindungsgemässe Entwicklerflüssigkeiten, die Na- triummaleat als einziges Puffersalz enthalten, verwen den;
an Orten, wo die Luft weniger feucht ist, können sie jedoch zur Bildung, von Kristallkrusten neigen, da sie auf den Oberflächen der entwickelten Kopien und der von ihnen benetzten Elemente der Entwicklungsvorrich tungen trocknen. Wenn die Entwicklerflüssigkeit in einem Entwicklungsgerät verwendet wird, das zum Auf bringen der Flüssigkeit mit Walzen, die mit Kapillarril- len versehen sind, ausgestattet ist, kann es vorkommen, dass in den Rillen Kristalle abgelagert werden,
infolge- dessen die Walzen ihre kapillare Aktivität verlieren und dann als glatte Walzen weiterarbeiten. Je nach der Kon struktion des Entwicklungsgeräts wird dann zu viel oder zu wenig Entwicklerflüssigkeit aufgetragen.
Aus diesem Grund kann es vorteilhaft sein, das Dinatriummaleat im Gemisch mit den hygroskopischeren Maleaten des Lithiums und des Kaliums zu verwenden. Sehr gute Ergebnisse wurden mit Puffermischungen er zielt, die 80 bis 50 Gew. % Dinatriummaleat und 20 bis 50 Gew. % Dikalium- bzw. Dilithiummaleat enthielten.
Trotz der. Hygroskopizität des zugesetzten Kalium- oder Lithiummaleats können diese Puffermischungen enthaltenden Entwickler in der Form von trockenen Pulvermischungen, die genügend stabil sind, wenn man sie in feuchtigkeitsundurchlässige Verpackungen bringt, hergestellt werden.
Hinsichtlich der Herstellung des erfindungsgemäss verwendeten Diazotypiepapiers und der für seine Her stellung erforderlichen Diazoverbindungen wird auf die vorerwähnten schweizerischen Patente Nrn. 386 841 bzw. 436 981 verwiesen.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern. <I>Beispiel 1</I> Weisses Grundpapier für das Diazotypieverfahren von 80 g/m2 Gewicht wird sensibilisiert mit einer Lösung von 17,5g Doppelsalz von 4-Diäthylamino-3-(4'-chlor- phenyl)-oxy-6-chlorbenzol diazoniumchlorid und Zink chlorid, 4,6g Weinsäure, 1 g Borsäure und 20 cm3 PolyvinylacetatDispersion Vinnapas H 60.
der Wak- ker Chemie GmbH München, Deutschland, in 1000 cm3 Wasser und getrocknet.
Die lichtempfindliche Seite eines Blattes des Diazo- typiepapiers wird mit einem Papierblatt, auf dem man eine Bleistiftzeichnung gemacht hat, bedeckt und in einem Photokopiergerät mit aktivisch fluoreszierenden Niederdruck Quecksilberdampflampen belichtet.
Es wird so lange belichtet, bis in den Teilen des Diazotypiepapiers, die mit den leeren Teilen der Zeich nung in Berührung .stehen, nur noch eine geringe Menge an Diazoverbindung vorhanden ist. Der Zeitpunkt, zu dem die Belichtung beendet werden muss, ist bald er reicht.
Die erhaltene latente Diazotypiekopie wird nach der Halbtrockenmethode entwickelt, indem man auf die Bildseite eine Schicht von 9 g/m2 einer Entwickler flüssigkeit aufbringt, die durch Auflösen einer Pulver mischung der folgenden Zusammensetzung in ungefähr 1 Liter Wasser hergestellt worden ist:
11 g Thioharnstoff 7 g Phloroglucin, 4,5 g Resorcin, 1 g @Hydrochinonmonosulfonsäure, 2 g Sermul EA 901 E (Produkt der Servo- Delden, Holland), 6,5g Dinatriumphosphat-dihydrat, 95 g Natriummaleat, 9 g Maleinsäureanhydrid.
Alle diese chemischen Stoffe waren in Form von frei rieselnden trockenen Pulvern zuvor in eine Pulver mischvorrichtung gebracht und homogen gemischt wor den. Die so erhaltene Pulvermischung ist trocken und stabil und kann in Papiersäcke abgefüllt werden. Selbst, wenn die Temperatur der Entwicklerflüssig- keit relativ niedrig ist, beispielsweise 15 C, wird die Kopie rasch und vollständig entwickelt. Sie zeigt ein schwarzes Bild auf einheitlich verschleiertem Untergrund von grauem Ton. Der Azofarbstoff in dem verschleierten Untergrund hat die gleiche Farbe wie der in den schwar zen Bildteilen.
Der Entwickler ist von ausgezeichneter Haltbarkeit. Mit einem üblichen sauren Entwickler, der eine äqui valente Menge an Natriumformiat enthält und den glei chen pH-Wert hat, wird das Papier beträchtlich weniger rasch und weniger vollständig entwickelt, insbesondere, wenn die Temperatur der Entwicklerflüssigkeit im nied rigeren Gebiet liegt.
<I>Beispiel 2</I> Weisses Grundpapier für das Diazotypieverfahren von 80 g/m2 Gewicht wird sensibilisiert, mit einer. Lösung von 16,8 g Doppelsalz von 4-Dimethylamino-3-(4'- chlorphenyl)-oxy-6 - Chlorbenzol - diazoniumchlorid und Zinkchlorid, 4,3g Doppelsalz von 4-(4'-Methylphenyl)- mercapto-2,5-diäthoxybenzol-diazoniumchlorid und Zink chlorid, 5 g Weinsäure,
30 cm3 Polyvinylacetatdisper- sion Vinnapas H 60 in 1000 cm3 Wasser, und ge trocknet.
Ein Blatt des Diazotypiepapiers wird bildweise, wie im Beispiel 1 beschrieben, belichtet. Der Endpunkt der Belichtung ist bald erreicht.
Die so erhaltene latente Diazotypiekopie wird nach der Halbnassmethode entwickelt, indem man auf die Bildseite eine Schicht von etwa 8 g/m2 einer Entwickler flüssigkeit der folgenden Zusammensetzung aufbringt:
55 g Dinatriummaleat, 29 g Dikaliummaleat, 2 g Maleinsäureanhydrid, 4 g Phloroglucin, 10 g Thioharnstoff, 3 g sulfoniertes Düsobutylsuccinat (als Aerosol I. B , der American Cyanamid Co., New York, USA, im Handel erhältlich) und 950 cm3 Wasser, und indem man dann an der.
Luft trocknet. Die Entwicklerflüssigkeit hat einen pH-Wert von 6,8 und eine Temperatur von 18 C. Das ist auch die Temperatur des Raumes.
Die Kopie wird rasch und vollständig entwickelt. Das Bild wird ,sofort nach Aufbringen des Entwicklers sichtbar.
Der Azofarbstoff hat eine schöne schwarze Farbe und zeigt keinerlei Tonabweichungen. Der Entwickler trocknet sehr langsam auf den Teilen des Entwicklerge- rätes, die von ihm befeuchtet werden, und zwar auch dann, wenn die umgebende Luft einen relativ niedrigen Feuchtigkeitsgehalt hat. Mit einem üblichen sauren Ent wickler, der gleichen Temperatur (18 ) wie z. B. dem in dem Beispiel 2 des vorgenannten Zusatzpatents Num mer 436<B>981</B> erwähnten, werden die Bilder ebenfalls rasch sichtbar.
Während der Zeit, die zum Trocknen der Kopie erforderlich ist, werden jedoch bei weitem nicht alle Diazomoleküle in Azofarbstoff übergeführt, und zwar selbst dann nicht, wenn durch Zusatz einer gerin gen Menge Alkali der pH-Wert dieses Entwicklers eben falls auf 6,8 eingestellt wird. Die Kopien sind demzu folge ziemlich blass.
Gute Ergebnisse werden auch erhalten, wenn wäh- rend der Herstellung des Diazotypiepapiers anstelle von <B>16,8</B> g des Doppelsalzes von 4 Dimethylamino-3-(4'- chlorphenyl)-oxy-6 - Chlorbenzol - diazoniumchlorid und Zinkchlorid,<B>15,5</B> g 4-N-Methyl-N cyclohexylamino-3- phenoxy-6-chlorbenzol-diazoniumchlorid verwendet wer den.
Unter der Bedingung, dass man ein trockenes Pulver von Dialkaliummaleat verwendet und dass auch die übrigen chemischen Stoffe für die Entwicklermischung trockene, frei rieselnde Pulver. sind, lässt sich eine Mi schung aller für die Entwicklerzusammensetzung be nötigten chemischen Stoffe in der Form eines trockenen Pulvers herstellen. Diese Mischung ist genügend :stabil, um bei der Verpackung in einen feuchtigkeitsundurch- lässigen Stoff gehandhabt werden zu können.
Nach der Verpackung in einen solchen Stoff bleibt sie trocken.
<I>Beispiel 3</I> Weisses Grundpapier für das Diazotypieverfahren von 80 g/m2 Gewicht wird sensibilisiert mit einer. Lö sung von 21g Doppelsalz von 4-Diäthylamino-3-(4'- chlorphenyl)-oxy-6 - Chlorbenzol - diazoniumchlond und Zinkchlorid, 4 g Zitronensäure,
25 cm3 Polyvinylacetat- dispersion Vinnapas H 60 in 100.0 cm3 Wasser und wird getrocknet.
Das Papier ist sehr lichtempfindlich. Die Belichtung erfolgt, wie im Beispiel 1 beschrieben.
Die Kopie wird nach der Halbnassmethode entwik- kelt, indem man auf die Bildseite eine Schicht von 7,5 g/m2 einer Entwicklerflüssigkeit folgender Zusam mensetzung aufbringt:
52 g Maleinsäureanhydrid, 97,5 cm3 einer 13,5normalen Natriumhydroxydlösung, 3 g Kaliumbenzoat, 4 g Phloroglucin, 1 g Resorcin, 3 cm3 Tergitol 08 der Union Carbide Chemicals Co., New York, USA und 9001 cm3 Wasser, und indem man die Schicht dann an der Luft trocknet.
Die Entwickler- flüssigkeit hat einen pH-Wert von 6,6 und die Tempera tur der Umgebung (17 C).
Die Kopie wird rasch und vollständig entwickelt. Das Bild wird sofort nach Aufbringen des Entwicklers sicht bar. Der Azofarbstoff ist schwarz und zeigt keine Ton abweichungen:. Der Entwickler ist sehr gut haltbar.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die beschriebenen Ausführungsarten beschränkt, die nur als Beispiele angegeben worden sind.