Vorsensibilisiertes Siebdruckmaterial, Verfahren zu dessen Herstellung, Beschichtungsmittel zur Durchführung des Verfahrens und Verwendung des Siebdruckmaterials Auf dem Gebiet der Flachdruckplatten ist es be- kanne, Kolloidschichten mit Diazoverbindungen licht empfindlich zu machen. Flachdruckplatten bestehen jedoch aus einem nichtporösen Trägermaterial, z. B. Metallfolien oder vorbehandeltem Papier und einer sehr dünnen lichtempfindlichen Überzugsschicht. Wenn man dieses Material verwendet, wird die lichtempfindliche Schicht :durch Belichtung und Entwicklung in Zonen eingeteilt, die hydrophil sind, und Zonen, die hydrophob sind und Druckfarbe annehmen. Mit einer solchen Oberfläche können Drucke nach dem bekannten Offset druckverfahren hergestellt werden.
Früher wurde bei' der Herstellung von Siebdruck- schablonendie verwendete Kolloidschicht praktisch aus schliesslich mit Bichromaten sensibilisiert, weil damit die besten Resultate erzielt worden sind. Bei dem Sieb druckverfahren wird sein hochporöses Trägermaterial, :ge wöhnlich ein aus synthetischen oder natürlichen Fasern oder Metall angefertigtes Sieb, auf einen Raumen ge spannt. Das Sieb wird mit einer Kolloidlösung über zogen, die einen Sensibilisator enthält, und der Vor gang des Überziehens wird in der Weise durchgeführt, dass die Überzugslösung die Siebmaschen füllt, ohne dass leere Stellen zurückbleiben.
Nach dem Trocknen der Überzugsmasse wird das Sieb unter einer Vorlage dem Licht ausgesetzt, wobei sich die Kolloidschicht an den vom Licht getroffenen. Stellen der Schicht erhärtet. Der Härtungsgrad richtet sich nach der Transparenz der Vorlage. An dien nicht vom Licht getroffenen Stellen des Überzugs bleibt die Kolloidschicht löslich und wird z. B. durch Abbrausen mit Wasser entfernt; durch die Entwicklung werden die Poren des Trägermaterials an den nicht vom Licht ge troffenen Stellen geöffnet, so dass die Tinte oder Farbe bei dem darauffolgenden Druckvorgang mittels eines Rakels durch diese Öffnungen auf das zu bedruckende Material aufgebracht werden kann, so dass ein Muster.
entsteht, das der verwendeten Vorlage entspricht. Die Belichtung eines mit einem Bichromat sensi bilisierten Siebes ist schwierig, da es einerseits günstig ist, die Belichtungszeit auf eine geraume Zeit auszu dehnen, um einen guten Härtungseffekt des Überzugs zu erreichen. Wenn anderseits die Belichtungszeit zu lang ist, können dadurch Einzelheiten des Bildes ver loren gehen. So werden bei einem Sieb, das zu lange belichtet wurde, Teile des unter dem Bild liegenden Überzugs erhärtet, so dass auch die Bildstellen teilweise verstopft werden.
Deshalb muss die Belichtungszeit der mit Bichromat sensibilisierten Siebe so geregelt werden, dass sie inner halb eines eng begrenzten Bereiches liegt, damit eine ausreichende Härtung des Überzuges erreicht wird, was eine Voraussetzung für die Herstellung .einer grossen Anzahl von Drucken ist und, anderseits darf sie nicht zu lang sein, um das Verstopfen der Poren und den damit zusammenhängenden Verlust an Klarheit zu ver hindern.
Ausserdem haben die mit Bichromat sensibilisierten Siebe den grossen Nachteil, dass die Kolloide selbst ohne Licht erhärten. Dieser Effekt, der als Dunkelhärtung bekannt ist., macht es obligatorisch, dass das beschich tete Sieb innerhalb einer kurzen Zeit, gewöhnlich inner halb von mehreren Stunden nach dem Üb; rziehen. weiter bearbeitet wird, da sonst ein Entwickeln nicht mehr möglich ist. Daher können Siebe nicht im voraus beschichtet werden, woraus sich eine ganze Anzahl von Herstellungsproblemen ergeben. Wenn z.
B. während des Druckes ein Sieb aus Versehen beschädigt wird, benötigt man mehrere Stunden, um wieder einen Ersatz dafür herzustellen, so @dass <I>sehr</I> oft ,in Ersatzexemplar für den Bedarfsfall angefertigt werden muss, was ein kostspieliges Verfahren ist.
Wenn Siebdruckschablonen für die spätere Wiederverwendung aufgehoben werden sollen, erhärtet sich ausserdem das in jedem Fall vor handene nichtumgesetzte Bichromat weiter, selbst wenn das Sieb im Dunkeln aufbewahrt wird, so dass mit der Zeit eine brüchige Matrize entsteht, die aufreisst und haarrissig und dadurch wertlos wird. Ausserdem haben die Bichromate den grossen Nachteil, dass sie giftig sind.
In der Lösung zersetzen die Bichromate auch viele Kolloide, selbst wennn kein Licht vorhanden ist, was zu einer progressiven Abnahme der Viskosität der mit Bichromat sensibilisierten Emulsionen führt. Aus die sem Grunde müssen die Überzugstechniken oft reguliert werden, damit gleichmässige Ablagerungen erzielt werden.
Ein weiterer Effekt von Wichtigkeit auf dem Gebiet des Siebdruckes ist der sogenannte Überbrückungseffekt. An den Rändern der Siebbilder sollte der aufgebrachte Film den Raum zwischen den Fasern des Siebes über brücken. Die auf die übliche Art präparierten Sieb druckmatrizen besitzen gewöhnlich nur geringe über brückungseigenschaften und entsprechen nicht genau der verwendeten Vorlage, was bedeutet, dass eine gerade Linie auf der Vorlage eine gezähnte Linie hervorruft, die den Fasern des Siebes folgt, besonders dann, wenn der Rand des Bildes schräg zu den Siebfasern verläuft. Deshalb erhält man bei dem Druckvorgang unklare Drucke.
Dementsprechend besteht ein grosses Interesse an einer verbesserten Sensibilisierungsemulsion, -die die vie len Unzulänglichkeiten der bisher üblichen Produkte beseitigt.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun: I. ein vorsensibilisiertes Siebdruckmaterial, bei wel chem sich auf einem hochporösen Träger wenigstens ein Kolloid befindet, und welches dadurch gekennzeichnet ist, dass es als lichtempfindliche Substanz wenigstens ein Kondensationsprodukt, wie es durch Kondensation we nigstens eines Diazodiphenylamins mit wenigstens einem Aldehyd in Gegenwart wenigstens einer starken Säure erhältlich ist, enthält;
II. ein Verfahren zur Herstellung des erfindungs gemässen vorsensibilisierten Siebdruckmaterials durch Beschichten eines hochporösen Trägermaterials mit einer Mischung aus seiner Lösung oder Suspension wenig stens eines organischen Kolloids und einer lichtempfind lichen Substanz, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass als lichtempfindliche Substanz wenigstens ein Kon densationsprodukt aus wenigstens einem Diazodiphenyl- amin mit wenigstens einem Aldehyd, das durch Kon densation in Gegenwart wenigstens einer starken Säure erhalten wurde, verwendet und danach das Lösungs- bzw. Suspensionsmittel entfernt wird, wobei man ein Material erhält, in welchem lichtempfindliches ,
Kolloid wenigstens die Poren des Trägers bedeckt; III. ein Beschichtungsmittel zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens, welches dadurch ge kennzeichnet ist, dass es als lichtempfindliche Kompo nente wenigstens ein Kondensationsprodukt enthält, wie es durch Kondensation wenigstens eines Diazodiphenyl- amins mit wenigstens einem Aldehyd in Gegenwart wenigstens einer starken Säure erhältlich ist;
und IV. die Verwendung ,des erfindungsgemässen Sieb druckmaterials zur Herstellung einer Siebdruckscha blone, wobei man das Kolloid durch Belichten unter einer Vorlage härtet und das Kolloid von den Teilen des Trägers entfernt, die nicht vom Licht getroffen wurden, so dass die Poren des Materials an diesen Stellen geöffnet werden.
Bei Siebdruckverfahren und für die Herstellung von Wachsmatrizen verwendete hochporöse Trägermateria lien sind besonders Siebe oder Gewebe aus Polyamiden, Polyurethanen, Polyvinylchlorid; Polyvinylidenchlorid, Polyestern, Seide, Baumwolle, Leinen, Organdy oder Metallen, wie z. B. Kupfer, Messing, Bronze und rost freiem Stahl. Die im allgemeinen verwendeten Siebe haben Nummern von 60 bis 450 oder mehr. Die Nummer oder Maschenzahl bezieht sich auf die Öff nungen pro 2,54 cm und wird von der Mitte irgendeines gegebenen Drahtes bis zu einem 2,54 cm davon ent fernten Punkt gemessen. Ein quadratisches Siebgewebe Nr. 80 hätte z. B. 60 X 80 oder 6400 Öffnungen pro 6,4 cm2.
Hochporöse Papierarten wie das sogenannte japanische Seidenpapier oder ähnliche Materialien sind auch als Trägermaterialien geeignet, wenn sie .einen Durchlässigkeitsgrad von 1/2 bis ungefähr 40 Sekunden haben, ermittelt mit Hilfe eines modifizierten Gurley- Testgerätes mit einer Öffnung von 1,1 cm2, einem Zylinder von 400 ml Inhalt und einer Füllung von 5 Unzen (142 g).
Für die Herstellung der lichtempfindlichen über zugsschicht können verschiedene Kolloide verwendet werden. Sehr geeignete Kolloide sind z. B. Polyvinyl- alkohol, teilweise acylierter Polyvinylalkohol, teilweise hydroliniertes Polyvinylacetat, teilweise acetylierter Po- lyvinylalkohol, teilweise acetylierter und teilweisse sonst wie acylierter Polyvinalalkohol, Polyacrylsäure, Me thylcellulose und Gelatine. Die synthetischen Kolloide, z. B. Polyvinylalkohol, Polyvinylester, z. B. Polyvinyl- acetat, Polyvinylbutyrat usw., ebenso wie auch teilweise verseifte Produkte und deren Mischungen sind beson ders günstig.
Es ist möglich, den Kolloiden auch ver schiedene Weichmacher zuzusetzen, z. B. Tricresylphos- phat, Phthalsäureester, wie, z. B. Dibutylphthalat, Di- octylphthalat und Butylbenzylphthalat; Füllstoffe, wie z. B. Glaspulver, Kieselerde, Ton, Silicagel, Aluminium oxyd und fein verteilte pulverisierte Kunststoffe, wie z. B. Polyamide oder Polyester und Vinylpolymerisate, wie z. B. Polystyrol, Polyvinylchlorid und Polyvinyliden- chlorid. Pigmente und Farbstoffe können auch hinzu gefügt werden.
Die Kolloide werden vorzugsweise mit einem Kon densationsprodukt von mindestens einem Diazodiphenyl- amin mit wenigstens einem Aldehyd sensibilisiert, das in Gegenwart einer starken Säure kondensiert worden ist. Diese bevorzugten Kondensationsprodukte werden in der Form eines neutralen oder .sauren metallsalzfreien Salzes isoliert, wobei die Anionen z. B. aus einer Halo genwasserstoffsäure, Salpetersäure oder Schwefelsäure bestehen. Es können natürlich auch andere hergestellt werden, die ähnlich reagieren würden. Diese Verbin dungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie keine Metallsalze enthalten.
Ganz unerwartet wurde heraus gefunden, dass diese Verbindungen gewisse Kolloide so erhärten, dass man dadurch Siebdruckmatrizen erhält, die in vieler Hinsicht die ,auf die übliche Weise herge stellten Matrizen übertreffen, bei denen Bichromate als Sensibilisatoren benutzt werden. Das bekannte Kon densationsprodukt aus Diazodiphenylamin mit Form aldehyd, isoliert als Zinkchloriddoppelsalz, ist jedoch unzureichend.
Chromatogramme, die von Sensibilisatoren herge stellt worden sind, welche sich als brauchbar erwiesen haben, zeigen, dass Kondensationsprodukte mit ver schiedenen Molekulargewichten mit Erfolg verwendet werden können. Sogar diniere Kondensationsprodukte haben sich als sehr erfolgreiche Sensibilisatoren @er- wiesen.
Die Bezeichnung Diazodiphenylamin umfasst mono- oder polysubstituierte Produkte, z. B. Substituie- rungen durch niedrige Alkylradiakle, wie z. B. Methyl, Äthyl, Propyl, Butyl und Amyl; niedrige Alkoxy- radikale, wie z. B. Methoxy, Äthoxy, Propoxy, Butoxy und Amyloxy; Carboxy, Nitro und Halogene, wie z. B. Fluor, Chlor und Brom. Offensichtlich kann ungefähr jedes Diazodiphenylaminsalz für die Reaktion verwendet worden. Für praktische Zwecke und auch, weil sie die besten Ergebnis e erzielt :haben, werden die leicht zu gänglichen Diazosalze, wie z. B. Sulfate und die Halo genide, verwendet.
Zur Herstellung der Kondensationsprodukte werden im allgemeinen niedrige aliphatische Aldehyde oder deren Mischungen verwendet, z. B. Acetaldehyd, Pro- pionaldehyd, Butyraldehyd, Isobutyraldehyd und beson ders Formaldehyd. Die Aldehyde werden als solche verwendet oder in Form einer Lösung -in einem ge eigneten Lösungsmittel oder als Verbindungen, die die Aldehyde unter Reaktionsbedingungen bilden, z. B. Paraldehyd, Paraformaldehyd und Trioxymethylen.
Bei der Kondensation wird eine starke Säure als Kondensationsmittel verwendet. Besonders nützlich sind starke anorganische Säuren, wie z. B. Schwefelsäure, phosphorenthaltende Säuren, wie z. B. Orthophosphor säure, Metaphosphorsäure und Polyphosphorsäure; Ha logenwasserstoffsäuren, z. B. Fluorwasserstoffsäure, Salzsäure und Bromwasserstoffsäure. Die Säuren werden in einer solchen Konzentration verwendet, dass die Reak tionspartner nicht wesentlich angegriffen werden. Ander seits sollte die Konzentration der Säuren nicht so nied rig sein, dass überhaupt keine Reaktion erfolgt.
Im allgemeinen werden die Säuren in Konzentrationen ver wendet, die zwischen ungefähr 20 bis 95 % liegen, vor zugsweise von ungefähr 35 bis ungefähr 90 %. Die Konzentration oder verwendeten Säure wird entsprechend der Art der Säure und dem gewünschten Kondensations grad variiert. Letzterer kann auch durch das Mengen verhältnis der Reaktionspartner zueinander beeinflusst werden.
Um die Kondensation durchzuführen, werden die Reaktionspartner und die starke Säure gemischt, ge wöhnlich unter Rühren und bei Zimmertemperatur. Die Temperatur wird unter 100 C gehalten, vorzugsweise unter 60 C. Es ist auch möglich, die Reaktion bei Temperaturen unter 0 C auszuführen. Es ist jedoch am besten, bei Temperaturen über 0 C zu arbeiten, vor zugsweise über 30 C, um die Reaktionszeit abzukürzen; diese variiert von dem Bruchteil einer Stunde bis zu einigen Tagen, gewöhnlich von ein paar Stunden bis zu ungefähr einem Tag.
Das Verhältnis des Diazodiphenylamins zu dem Al dehyd in der Kondensationsreaktion rangiert von unge fähr 0,5 bis 3 Mol Aldehyd pro Mol Diazodiphenylamin, vorzugsweise von ungefähr 0,8 bis ungefähr 1,5 Mol Aldehyd pro Mol Diazodiphenylamin. Die als Kon densationsmittel verwendete starke Säure wird in einer Menge angewendet, die ein mechanisches Rühren der Reaktionsmischung gestattet. Gewöhnlich wird !die starke Säure in einer Menge verwendet, die ausreicht, um mindestens einen der Reaktionspartner zu lösen. Es ist auch möglich, die Säure in einer grösseren als für die Lösung aller Reaktionspartner erforderlichen Menge anzuwenden, aber im allgemeinen wird dadurch kein Vorteil erzielt.
Eine relativ hohe Konzentration der Reaktionspartner in dem Kondensationsmedium wird vorgezogen. Unter Rühren werden die Reaktions mittel nach und nach der starken Säure beigefügt, ent weder beide gleichzeitig oder nacheinander. Vorteilhaft werden die Kondensationsprodukte nach bekannten chemischen Methoden isoliert rundgereinigt. Wenn z. B. die Kondensation mit einer flüchtigen Säure ausgeführt wurde, kann man die Säure abdestillieren, vorzugsweise in einem Vakuum, wobei das Konden sationsprodukt als Rückstand übrig bleibt, gewöhnlich in der Form eines sehr zähflüssigen Öls oder eines Harzes.
Wenn man die Reaktion in einer nichtflüchtigen Säure vornimmt, kann man das Kondensationsprodukt ausfällen, indem man ein geeignetes Lösungsmittel hin zufügt, z. B. einen niedrigen Alkohol; man kann auch die als Kondensationsmittel verwendete starke Säure durch Hinzufügen eines Neutralisierungsmittels, z. B. eines Metalloxyds, wie z. B. Magnesiumoxyd, Calcium oxyd, Bariumoxyd, oder eines Metallcarbonats, wie z. B. Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Magnesium- carbonat, Bariumcarbonat oder der entsprechenden Bi- carbonate, in das entsprechende Salz umwandeln.
Ge wöhnlich wird das Salz der Säure direkt während der Neutralisierung ausgefällt, im :anderen Falle wird die Fällung dadurch eingeleitet, dass man eines der oben genannten Lösungsmittel hinzufügt. Nach dem Filtrieren wird das Kondensationsprodukt isoliert, indem man das Lösungsmittel abdestilliert. Für die Kondensations reaktion kann man verschiedene Salze des Diazodi- phenylamins verwenden, aber in der Praxis werden billige und leicht herstellbare Salze, wie die Fluoride, Chloride, Bromide und Sulfate, benutzt.
Wenn die Kon densation mit einem solchen Salz ausgeführt wird, das in der entsprechenden Säure als Kondensationsmittel verwendet wird, erhält man das entsprechende Salz des Kondensationsproduktes.
Wenn die Kondensation mit einem solchen Salz, aber nicht in der :entsprechenden Säure vorgenommen wird, erhält man ein ähnliches brauchbares Kondensations- produkt, das oft eine Mischung von Salzen ist oder ein gemischtes Salz. Man kann auch ein Salz eines Kondensationsprodutes in ein anderes Salz umwandeln. Dies ist von Wichtigkeit, wenn die Kondensation mit einem billigen Salz des Diazodiphenylamins oder in einer billigen Säure durchgeführt wird und man ein einheit liches Salz oder ein Salz mit besonderen Eigenschaften, z. B. beste Löslichkeit, erhalten will.
Die Umwandlung eines solchen Salzes eines Kondensationsproduktes kann z. B. wie folgt durchgeführt werden: Das Kondensa tionsprodukt z. B. von Formaldehyd und Diazodiphenyl- aminsulfat, hergestellt in Schwefelsäure, wird mit Iso- propanol ausgefällt und abfiltriert. Das so erhaltene Kondensationsprodukt wird dann in Glykolmonomethyl- äther suspendiert. Wenn man einen Zusatz von Ma gnesiumchlorid hinzugibt, löst sich das Kondensations produkt, weil das Sulfat in ein Chlorid umgewandelt wird, das in Glykolmonomethyläther löslich ist.
Nach dem Filtrieren wird das Umwandlungsprodukt dann durch Zusatz von A mylacetat .ausgefällt, worin es unlös- lieh ist, und dann durch Filtrieren und Trocknen isoliert.
Die lichtempfindliche Kolloidlösung, die für die Beschichtung des für die Siebdruckschablone vorge sehenen Trägermaterials benutzt wird, wird z. B. wie folgt hergestellt: Zuerst wird eine Grundlösung des Kol- loids hergestellt, indem man das Kolloid in einem Lö- sungsmittel unter istarkem Rühren auflöst.
Je nach der Art,des Kolloids und seiner beabsichtigten Verwendung, werden @im allgemeinen Lösungen hergestellt, die von ungefähr 5 bis ungefähr 40 % Kolloid enthalten. Sie werden dann durch Zusatz von mehr Lösungsmittel auf die .gewünschte Viskosität ;gebracht. Im Handel erhältliche Dispersionen von wasserun löslichen Kolloiden, z. B. eine Polyvinylacetatdispersion, die zu 40 bis 60 % laus festen Bestandteilen besteht, kön nen auch verwendet werden.
Es ist jedoch günstig, einer solchen Lösung einen Weichmacher hinzuzufügen, der mengenmässig zwischen ungefähr 1 bis 30 % rangiert, vorzugsweise von ungefähr 2 bis ungefähr 15 Gewichts prozent berechnet auf die festen Bestandteile der Disper sion. Die oben genannte Grundlösung wird oft in Form von Mischungen von verschiedenen Kolloiden .in ver schiedenen Gewichtsverhältnissen verwendet und mit Dispersionen von einem oder mehreren wasserunlös lichen Kolloiden gemischt, um die besten Eigenschaften für besondere Verwendungszwecke auf dem Gebiet des Siebdruckverfahrens zu erhalten, wie sie z. B. für den Druck auf verschiedenen Materialien oder mit beson deren Farben benötigt werden.
Auf dem Gebiet des Siebdrucks auf Textilien, bei Odem alkalische Küpenfarb- stoffe verwendet werden, werden im allgemeinen Kol loide verwendet, die gegen wässrige Alkalien wider standsfähig und nicht zu hydrophil sind, z. B. Poly- vinylacetat oder -butyrat oder Mischungen, die zum überwiegenden Teil aus Polyvinylacetat oder -butyrat oder Polyvinylacetalen bestehen, wogegen ein grösserer Anteil am Polyvinylalkohol vorzuziehen ist, wenn Far ben auf Ölbasis verwendet werden.
Die Kolloide werden durch Zusatz von einem oder mehreren der oben genannten Kondensationsprodukte; sensibilisiert. Die Sensibilisatoren werden in erster Linie in Form von verdünnten wässrigen Lösungen verwendet, die mit den Kolloidlösungen gut gemischt und in solcher Menge hinzugegeben werden, dass die sich daraus er gebende lichtempfindliche Kolloidlösung, welche ,ge wöhnlich als Emulsion bezeichnet wird, einen Gehalt an Sensibilisatoren von ungefähr 1 bis ungefähr 20, vorzugsweise von ungefähr 5 bis ungefähr 15 Gewichts prozent der festen Bestandteile der Lösung besitzt. Der Sensibilisator kann jedoch auch in einer fein dispergier ten Form verwendet werden.
Eine solche lichtempfindliche Emulsion kann in der Dunkelheit bei Zimmertemperatur wochenlang gelagert werden; in einem Eisschrank kann man sie monatelang aufbewahren, ohne dass weisentliche Änderungen ihrer Eigenschaften eintreten.
Für die Vorbereitung von Siebdruckschablonen wird ein hochporöses Trägermaterial, das gewöhnlich auf einen Rahmen gespannt ist, mit der lichtempfindlichen Emulsion überzogen, am besten, nachdem dass Träger material gesäubert worden ist. Die Beschichtung wird z. B. so vorgenommen, dass die lichtempfindliche Emul sion auf einen hochporösen Träger aufgestrichen, darauf gleichmässig verteilt und die überflüssgie Emulsion ent fernt wird, so dass man eine gleichmässige Schicht er hält.
Im allgemeinen strebt man einen Überzug an, bei dem der Träger von der lichtempfindlichen Emul sion umschlossen ist. Anschliessend wird das Lösungs mittel aus der lichtempfindlichen Emulsion entfernt, gewöhnlich durch Verdunsten in einem Trockenofen. Wenn ein besonders dicker Überzug erwünscht ist, wird der Beschichtungsprozess wiederholt. Anstatt die licht empfindliche Emulsion auf den hochporösen Träger aufzustreichen, kann jede andere geeignete Beschich tungsmethode angewendet werden, z. B. Aufsprühen oder Beschichten mit Hilfe von Walzen oder Wannen.
Das in -der oben beschriebenen. Weise hergestellte licht- empfindliche Siebdruckmaterial kann in der Dunkelheit bei Zimmertemperatur viele Monate gelagert werden, in einem Kühlschrank noch viel länger, und anschliessend in der oben beschriebenen Weise benutzt werden, da sich seine Eigenschaften nicht wesentlich ändern. Dies ist das erste die üblichen Kolloide verwendende Siebdruck material, mit dem diese Ergebnisse erzielt werden kön nen, was an sich schon einen bedeutenden technischen Fortschritt bedeutet.
Für die Herstellung einer Druckform für das Sieb druckverfahren, auch Matrize genannt, wird der be- schichtete Träger gewöhnlich auf einen Rahmen ge spannt, unter einer Vorlage aktinischem Licht ausge setzt. Die Belichtungszeit variiert entsprechend dem verwendeten Sensibilisator, der Entfernung oder Licht quelle von dem zu belichtenden Material, der Intensität der Lichtquelle und der Transparenz des Originals. Die Belichtung verursacht eine Härtung des sensibilisierten Kolloids an den vom Licht getroffenen Stellen der Schicht.
Nachher wird ,die Matrize entwickelt, indem man mit Wasser oder einer geeigneten Lösungsmischung die nicht vom Licht getroffenen und deshalb löslich gebliebenen Stellen der sensibilisierten Kolloidschicht abwäscht. Bei dem Entwicklungsvorgang werden an den nicht belichteten Stellen der Kolloidschicht die Poren des hochporösen Trägermaterials geöffnet. Die so er haltene Matrize für den Siebdruck kann in bekannter Weise zum Drucken :auf verschiedene Arten von festen Materialien von glatter oder kugelförmiger Oberfläche benutzt werden, indem man mittels eines Rakels Farbe durch die offenen Poren der Matrize auf das zu be druckende Material aufbringt.
Die Matrizen entsprechend der Erfindung besitzen wesentliche Vorteile gegenüber den Matrizen, die unter Verwendung von Bichromat als Sensibilisator herge stellt werden, das bisher als bester Sensibilisator auf dem Gebiet des Siebdruckverfahrens angesehen wurde. Es ist gelungen, ein Vielfaches der Anzahl von Drucken zu erhalten, die von den mit Bichromat sensiblisierten Kolloiden möglich war, ohne dass die Matrize un brauchbar wurde.
Aufgrund der einzigartigen Weise, in der diese Sensibilisatoren das Kolloid erhärten, :ist die chemische Resistenz der erhaltenen Matrize viel grösser als die der mit Biehromat erhaltenen, was es ermöglicht - durch eine geeignete Wahl der Kolloide die Matrizen der vorliegenden Erfindung sogar für Sieb druck auf Textilien mit alkalischen Küpenfarbstoffe.n zu verwenden, wodurch auf eine einfache Art die vielen Zwischenstufen ausgeschaltet werden, die bisher nötig waren, um eine Matrize für die Bedruckung von Tex tilien herzustellen, d. h.
Beschichten des Siebes mit einer mit Bichromat sensibilisierten Emulsion, Belichten un ter einer umgekehrten Vorlage, Entfernen der unbelich teten Stellen durch .Entwicklung mit Wasser, Trocknen, Überziehen mit einem ätzmittelwiderstehenden Lack, Trocknen dieses Lackes während mehrerer Stunden und schliesslich Abschaben der Bildfläche, was eine zeit raubende Arbeit ist.
Das Überbrücken bei der Matrize oder, .in, anderen Worten, die Schärfe des gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellten Bildes auf der Matrize ist viel besser als das von Matrizen, die man von Biehromat sensibilisierten Kolloiden erhält. Die Qualität des Bildes übertrifft sogar in vieler Hinsicht die indirekte Methode des Siebdruckverfahrens, bei dem Kohlepapier benutzt wird.
Dies ist auch das erste Mal in der Geschichte des Siebdruckverfahrens, dass eine Matrize nach dem direkten Siebdruckverfahren unter Verwendung der üblichen Kolloide angefertigt werden kann, das die bis heute nur durch die indirekte Methode erreichbare Druckschärfe .erreicht und sogar übertrifft und gleichzeitig :eine Druckauflage von vielen zehn tausenden von Kopien und mehr gestattet, was charak teristisch für die Methode des direkten Siebdruckver fahrens ist. Dadurch kann jetzt beste Qualität mit gleich zeitiger grosser Haltbarkeit des Siebes erzielt werden, das auch einen bedeutenden Fortschritt darstellt.
Ebenfalls aufgrund der einzigartigen Weise, in der die Sensibilisatoren gemäss dieser Erfindung die Kol loide erhärten, werden Matrizen erhalten, die von atmo sphärischen Schwankungen effektiv nicht beeinflusst werden. Während Bilder, die mit ;den im Handel erhältlichen, mit Bichromaten sensibilisierten Standard emulsionen hergestellt sind, ihre Dimensionen ent sprechend dien atmosphärischen Bedingungen wech seln, ist es jetzt durch sorgfältige Auswahl der Kolloide und Sensibilisatoren möglich, Bilder herzustellen, die sich nur unbedeutend verändern, selbst wenn sie den ungünstigsten ,atmosphärischen Bedingungen rausgesetzt werden. So können jetzt mit Hilfe des Siebdrucks z. B.
Skalen mit einer bis dahin auf diesem Gebiet unbekann ten Genauigkeit reproduziert werden. Weiterhin eröffnet diese Methode die Möglichkeit, das Siebdruckverfahren für den Mehrfarbendruck zu verwenden. Wiederum ist dies das erste Mal, dass solche Ergebnisse mit der üblichen Art Kolloide :erzielt worden sind, was einen weiteren bedeutenden kommerziellen Fortschritt :dar stellt.
Die Kondensationsprodukte der Diazodiphenylamine mit Aldehyd können z. B. gemäss den .in den schweizeri schen Patentschriften Nrn. 398 632, 417 627 und 417 628 und der deutschen Auslegeschrift Nr. 1 138 401 beschriebenen Methoden, hergestellt werden.
Die Erfindung wird durch :die folgenden spezifischen Beispiele näher erläutert.
<I>Beispiel 1</I> Eine Anzahl von Versuchen ist gemacht worden, um die Überlegenheit verschiedener Diazosensiblisatoren über das bisher verwendete Ammoniumbichromat zur Härtung von Kolloiden für das Siebdruckverfahren aufzuzeigen.
Bei dieser Versuchsreihe wurde eine handelsübliche Siebdruckemulsion benutzt, die Polyvinylalkohol, Poly- vinylacetat und kleine Mengen Weichmacher enthielt und die einen ungefähren Gesamtinhalt an festen Be standteilen von 38 % hatte. Diese Emulsion wird unter dem Namen Wittol gehandelt und von der Active Supply Company in New York City geliefert. Die Grundemulsion wurde sensiblisiert, indem sie mit einer wässrigen Lösung des zu testenden Diazosensiblisators gemischt wurde. Zu Vergleichszwecken wurde die Emul sion mit Ammoniumbichromat gemischt. d. h. 3,6 g Ammoniumbichromat, gelöst in 20 ml Wasser, pro 100 g Emulsion.
Die so sensibilisierten Emulsionen wurden auf :ein für den Siebdruck bestimmtes Nylongewebe von 196 Maschen aufgebracht, das von Brakenfeld aus New York City bezogen worden war. Die Schicht wurde erst auf die eine Seite und dann auf die andere Seite des Siebes aufgestrichen, die überflüssige Menge wird zuerst von der einen Seite und dann von der anderen mit einem steifen Schaber entfernt, wobei ein gleich mässiger Druck ausgeübt wird, um einen gleichmässigen Überzug von gleichmässiger Dicke zu erhalten. Nur eine Schicht wurde aufgetragen.
Die beschichteten Siebe wurden :dann eine Stunde lang in einem staubfreien Schrank bei einer Temperatur von 30 bis 40 C ge trocknet; anschliessend wurden die Siebe in üblicher Weise unter einem Testfilm belichtet, wobei eine Stan dardbogenlampe verwendet wurde. Die Belichtungszeit war bei allen Versuchen gleich, d. h. zwei Minuten, wenn 0,5 % Sensibilisator hinzugefügt wurde, und 3 Mi nuten, wenn 2 % Sensibilisator hinzugefügt wurde.
Die Entwicklung wurde auf die übliche Weise vor genommen, indem :das Bild mit einem Strahl warmen Wassers übersprüht wurde. Nach dem Entwickeln wur den die Siebe getrocknet und die Bildqualität überprüft. Die Scheuerfestigkeit und die Elastizität des Siebes wurden auf einer speziell dafür konstruierten Vorrich tung geprüft, in der das Sieb in einem Rahmen fest aufgehängt wurde mit einem Abstand von 0,3 cm zwischen Sieb und Bodenplatte.
Eine reichliche Menge Farbe, die aus von Drakenfeld gekauftem Rakelöl Nr. 175 besteht, das mit einem Ab rasionspigment gemischt war, wurde auf das Sieb ge gossen (Rakelöle werden als Öle definiert, die frei von Teer- oder Kohlerückständen sind und sich innerhalb eines sehr eng begrenzten Temperaturbereiches ver flüchtigen müssen. Sie werden hauptsächlich zum De korieren von Keramiken verwendet. Beim nachfolgenden Brennen müssen die Öle sich vollständig verflüchtigen und keine Spur von Teer- oder Kohlerückständen hin terlassen, da dies die Farbe beeinträchtigen und Blasen im Muster verursachen würde.) Ein Rakel aus Neopren wurde dann fest zwischen das Sieb und den Rakelhalter gekeilt.
Dieses Rakel wurde abwechselnd vor und zurück über die Matrize bewegt mittels einer sich hin und her bewegenden Stange, die mit einem motorgetriebenen Rad verbunden war. Die Anzahl der Rakelbewegungen wurde mit einem automatischen Zähler gezählt und nach jeweils 1000 Bewegungen wurde das Sieb entfernt, ausgewaschen und ein Druck auf Hochglanzpapier ge macht. Sowohl Druckqualität als auch das Aussehen der Matrize wurden begutachtet. Wenn das Sieb vollkommen in Ordnung war, wurde es wieder :in die Maschine einge spannt und wie oben beschrieben weiter behandelt.
Nach weiteren 1000 Rakelbewegungen wurde ein zweiter Ver suchsabdruck gemacht und .begutachtet. Dieses Ver fahren wurde so lange wiederholt, bis das Sieb begann, Abnutzungserscheinungen aufzuweisen.
<I>Beispiel 2</I> Die oben ein .Bespiel 1 beschriebene, handelsübliche Siebdruckemulsion wurde mit Ammoniumbichromat sensibilisiert, das in den in Beispiel 1 beschriebenen Pro portionen hinzugefügt wurde.
Die Qualität :des mit der Emulsion produzierten Bildes war ausreichend und, unter den Bedingungen :der in dem obigen Beispiel 1 beschriebenen Versuche, zeigte die Matrize nach 5000 Rakelbewegungen deutliche Abnutzungsschäden.
<I>Beispiel 3</I> Ein Diazosulfat wurde nach dem folgenden Ver fahren hergestellt: Ein 5 Liter fassendes Becherglas wurde mit 907 g Schwefelsäure von 60 B6 gefüllt und die Temperatur wurde durch Kühlung von aussen bis auf ungefähr 10 C herabgesetzt. Dazu wurden 200 g Parad:iazoldi'phenyl- aminsulfat unter Rühren hinzuzugeben, wobei die Tem- peratur gut unter 15 C gehalten wurde. Danach wurde eine äquimolekulare Menge an Paraformaldehyd lang sam hinzugefügt und die Temperatur der Mischung wurde dann auf ungefähr 40 C erhöht und 2 Stunden lang auf dieser Höhe gehalten.
Nach dem Abkühlen auf Zimmertemperatur wurde die Kondensations mischung langsam unier Rühren bei einer Temperatur unter 20 C in 4 Liter Isopropanol gegossen.
Die Fällung, die sich gebildet hatte, wurde in einem Büchnertrichter gesammelt und mit kaltem Iso- propanol gewaschen, um die überflüssige Schwefelsäure zu entfernen. Schliesslich wurde der nasse Filterrückstand in einem Vakuum-Trockner getrocknet.
2 g dieses Produktes wurden in 20 mI Wasser aufgelöst und mit 100 g der handelsüblichen in Bei spiel 1 beschriebenen Emulsion gemischt. Nachdem Ver suchssiebe in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise beschichtet, getrocknet, belichtet und entwickelt worden waren, wurde,das Aussehen der Bilder geprüft: und für sehr gut befunden. Die Scheuerfestigkeit der Matrizen war sehr gut und betrug im Durchschnitt ungefähr 15 000 Rakelstriche.
<I>Beispiel 4</I> 0,5 g Diazosensibilisator, der gemäss dem Verfahren von Beispiel 1 der schweizerischen Patentschrift Num mer 417 627 durch Kondensation von Diphenylamin- 4-diazoniumchlorid mit Paraformaldehyd in 85 % iger Phosphorsäure, anschliessendes Zugeben von viel Me thylalkohol und von Calciumcarbonat, Filtrieren. und Eindampfen des Filtrats hergestellt wurde, wurde .in 20 ml Wasser aufgelöst und mit 100 g der in Beispiel 1 oben beschriebenen handelsüblichen Siebdruckemulsion gemischt. Ein Versuchssieb wurde in :der in Beispiel 1 oben beschriebenen Weise hergestellt, dessen Bildquali- tät sich als sehr gut erwies.
Nach 20 000 Rakelstrichen machten sich nur kleinere Unzulänglichkeiten bemerk bar.
Beispiel <I>5</I> 0,5 g eines Diazosensibilisators, der gemäss dem Verfahren von Beispiel 2 der schweizerischen Patent schrift Nr. 398 632 durch Kondensation von Diphenyl- amin-4-diazoniumchlorid mit Paraformaldehyd in 66 %- iger Bromwasserstoffsäure und anschliessendes Eindamp fen des Gemisches im Vakuum hergestellt wurde, wurde in 20 ml Wasser aufgelöst ,und mit 100 g der in Bei spiel 1 oben beschriebenen handelsüblichen Emulsion gemischt.
Ein Versuch wurde gemäss dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellt und die Matrize zeigte nach 12 000 Rakelstrichen noch keine Abnutzungserschei nungen.
Beispiel <I>6</I> 0,5 g eines Diazosensibilisators, der gemäss dem Verfahren des Beispiels 3 der schweizerischen Patent schrift Nr. 417 628 durch Kondensation von 3-Methoxy- diphenylamin-4-diazoniumchlorid mit Paraformaldehyd in 78 % iger Schwefelsäure, Ausfällen der Sulfationen mit wässriger Bariumchloridlösung, Zentrifugieren, Rei nigen mit Tierkohle und Eindampfen im Vakuum her gestellt wurde, wurde in 20 ml Wasser aufgelöst und mit 100 g der handelsüblichen in Beispiel 1 oben be schriebenen Siebdruckemulsion gemischt.
Ein Versuchs sieb, das ,gemäss dem Verfahren von Beispiel 1 oben hergestellt wurde, zeigte nach 20 000 Rakelstrichen nur unwesentliche: Abnutzungserscheinungen. Beispiel 7 0,5 g eines Diazosensibilisators, der gemäss dem Verfahren des Beispiels 6 der schweizerischen Patent schrift Nr. 398 632 durch Kondensation von Diphenyl- amin-4-diazoniumchlorid mit Paraformaldehyd in 40 % iger Fluorwasserstoffsäure, Einengen im Luftstrom und Eintrocknen im Vakuum über Ätzkali präpariert wurde, wurde in 20 ml Wasser :aufgelöst und mit 100 g der in obigem Beispiel 1 beschriebenen handelsüblichen Siebdruckemulsion gemischt.
Die von der sensibilisierten Emulsion hergestellte Matrize erwies sich als besser als ein ähnliches Sieb, das mit Ammoniumbichromat sen sibilisiert war.
<I>Beispiel 8</I> Ein Diazojodidsensibilisator wurde wie folgt her gestellt: 5 g des im obigen Beispiel 4 verwendeten Diazosensibilisators wurden in 100ml destilliertem Wasser aufgelöst und unter Rühren wurde eine Lösung von 3,82 g Natriumjodid (NaJ ³ 2H2O) in 100 m1 destilliertem Wasser hinzugefügt. Die Fällung wurde ab gefiltert und wieder in 100 ml destilliertem Wasser suspendiert, 2 Minuten lang umgerührt und wieder abgefiltert. Die festen Bestandteile wurden schliesslich in 100 ml Isopropanol suspendiert, gefiltert, anschlie ssend mit einer kleine Menge Äther gewaschen und an der Luft getrocknet Das Ergebnis waren ungefähr 4,2 g orangegelb gefärbtes Diazojodid.
Die Löslichkeit dieser Verbindung in Wasser ist sehr gering. Die Verbindung ist schwer löslich in Methanol, Äthanol, Butylacetat, Äthylenglykolmonoäther und leicht löslich in Dimethyl- formamid und Dimethylsulfoxyd. Sie ist praktisch un löslich in, Benzol und Toluol. Die Verbindung ist ziem lich stabil und lässt sich gut. lagern.
Wegen der geringen Wasserlöslichkeit dieser Ver bindung wurde sie durch Suspendieren in der Siebdruck emulsion erfolgreich angewendet. Dies ist ein neuer Weg zum Sensibilisieren von Siebdruckemulsionen, da Sensibilisatoren gewöhnlich in Form von Lösungen und nicht als Suspensionen verwendet werden.
Die Suspension wurde wie folgt hergestellt: Zu 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handels üblichen Siebdruckemulsion wurde 1 g Natriumjodid in 8 g Wasser gelöst hinzugefügt und sorgfältig gemischt. Unter ständigem Rühren wurde eine Lösung von 1 g des Diazosensibilisators in 7 g Wasser sehr langsam hineingegeben. Die Emulsion bekam eine orangefar bene Färbung. Die Scheuerfestigkeit der fertigen Matrize in dem oben !beschriebenen Test war besser als die von mit Ammoniumbichromat sensibilisierten Produkten.
<I>Beispiel 9</I> 5 g des Diazosensibilisators, der im obigen Bei spiel 4 Verwendung fand, wurden in 25 ml Wasser auf gelöst. Eine gesättigte wässrige Lösung von 2,2g Na triumnitrat wurde dann hinzugefügt, was zur Fällung der Diazoverbindung führte, die dann von der wäss- rigen Lösung abgetrennt, mit 5 ,ml destilliertem Wasser gewaschen und wieder von der wässrigen Phase abge trennt wurde. Das Ergebnis der Fällung wurde in 11,5 ml Methanol gelöst und unter Rühren zu 115 ml Isopropanol hinzugegeben, worauf die Diazoverbindung in einer leicht filterbaren Form auskristallisierte.
Die festen Bestandteile wurden dann abgefiltert, mit ein wenig Isopropanol gewaschen und schliesslich unter Vakuum getrocknet. Ungefähr 3 g Diazonitrat waren das Ergebnis. Diese Verbindung russ mit ziemlicher Sorgfalt be handelt werden, da sie dazu neigt, sich beim Erwärmen zu zersetzen. Die Löslichkeit der Verbindung in Wasser ist mässig.
Sie ist löslich in Methanol, Äthylenglykol- monomethyläther, Äthylenglykol, Aceton und Dimethyl- formamid. Sie ist schwer löslich in Äthanol und prak tisch unlöslich in Isopropanol, Äthylglykolacetat, Butyl- acetat, Tetrachlorkohlenstoff, Benzol und Toluol.
1 g Bariumnitrat, das in 8 g Wasser gelöst war, wurde in 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handels üblichen Siebdruckemulsion gelöst und gut damit ver mengt.. In diese Mischung wurde 1 g eines Diazosensi- bilisators, der gemäss dem in Beispiel 3 beschriebenen Verfahren hergestellt und in 7 ;g Wasser aufgelöst wor den war, langsam unter ständigem Rühren hineinge geben.
Die fertige Emulsion bekommt eine dunkelorange bis braune Farbe und ergibt eine Matrize, die unter den in Beispiel 1 beschriebenen Versuchgsbedingungen eine Scheuerfestigkeit von etwas unter 10 000 Rakel strichen hat.
Anstelle von Bariumnitrat, das mit einem Sulfat des Diazosensibilisators, der oben in Beispiel 3 be schrieben ist, ein unlösliches Bariumsulfat bildet, Idas wiederum in der Emulsion fein suspendiert bleibt, kann eine äquivalente Menge Natriumnitrat der Emulsion hinzugefügt werden. Bei dies= Verfahren sind sowohl Diazosulfat als auch Diazonitrat in der Emulsion vor handen und dies ergibt dann auch die endgültige Ma trize, die eine Scheuerfestigkeit aufweist, die der von mit Standardbichromnat sensiblisierten Produkten über legen ist. Durch dieses Verfahren .ist eine einfache Methode zur Herstellung von Diazosensibilisatoren mit gemischten Anionen gegeben.
<I>Beispiel 10</I> Eine Lösung von 1 g eines Diazosensibilisators, der gemäss der schweizerischen Patentschrift Nr. 398 632 durch Kondensation von 3-Methoxy-diphenylamin-4- diazoniumchlorid mit Paraformaldehyd in konzentrierter Salzsäure und Eindampfen im Vakuum hergestellt und in 20 ml Wasser gelöst wurde, wurde mit 100<B>g</B> der in Beispiel 1 .beschriebenen handelsüblichen Siebdruck emulsion gemischt und ein Versuchssieb wurde herge stellt gemäss oder in Beispiel 1 beschriebenen Methode.
Die Bildqualität war baut und viele tausend Drucke konn ten ohne Versagen der Matrize unter den gegebenen Versuchsbedingungen gemacht wenden.
<I>Beispiel 11</I> 0,5 g des im obigen Beispiel 4 angegebenen Diazo- sensibilisators wurden in 20 ml Wasser gelöst und zu 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handelsüblichen Siebdruckemulsion hinzugefügt. Die Emulsion liess man dann bei Zimmertemperatur vier Wochen lang stehen. Während dieser Lagerzeit war die sensibilisierte Emul sion keiner Veränderung unterworfen.
Die sensibilisierte Emulsion wurde dann zur Be schichtung eines Nylonsiebes von 196 Maschen ver wendet; zu diesem Zweck wurde die sensibilisierte Emulsion auf das Sieb mit einer Bürste aufgebracht und der überflüssige Rest mittels eines starken Stückes Pappe wieder entfernt. Das beschichtete Sieb wurde dann bei Zimmertemperatur ungefähr eine Stunde lang getrocknet und dann in der üblichen Weise unter einem positiven Original belichtet. Das Bild liess sich leicht entwickeln und (die :erhaltene Schablone war sehr gut.
Dieses Beispiel ist typisch für die ausgezeichnete Lager fähigkeit der Siebdruckemulsionen der vorliegenden Er findung.
<I>Beispiel 12</I> 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handelsübli chen Siebdruckemulsion wurden wie in Beispiel 11 beschrieben sensibilisiert und auf -ein 196 Maschen fassendes Nylonsieb gestrichen. Das überzogene Sieb wurde zwei Wochen lang im Dunkeln gelagert und dann wie in Beispiel 11 beschrieben verarbeitet. Die günstigen Verarbeitungseigenschaften des beschichteten Siebes wurden durch die Lagerung nicht beeinträchtigt und man erhielt eine klare, saubere Matrize.
<I>Beispiel 13</I> 0,5 g des im obigen Beispiel 6 angegebenen Diazo- sensibilisators wurden in 20 ml Wasser gelöst und mit 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handelsüblichen Siebdruckemulsion gemischt. Ein Dacronsieb Nr. 12 wurde mit dieser Emulsion überzogen, indem man etwas Flüssigkeit auf den vorderen Rand des Siebes goss und diese Flüssigkeit mittels eines Rakels verteilte. Nach dem Trocknen bei Zimmertemperatur wurde das über zogene Sieb sechs Wochen lang im Dunkeln gelagert und dann auf die übliche Weise verarbeitet, was eine klare, scharfe Matrize ergab.
Dieselbe Emulsion wurde in derselben Weise auf ein 196maschiges Nylonnetz ge- strichen und das Material 4 Wochen lang bei 40 C gelagert, bevor es belichtet und entwickelt wurde. Auch diese ausgedehnte Lagerzeit bei erhöhten Temperaturen beeinträchtigte die Weiterverarbeitung nicht und die erzeugte Matrize war ausgezeichnet.
<I>Beispiel 14</I> 0,5 des in Beispiel 3 beschriebenen Diazosensibili- sators wurden in 20 ml Wasser gelöst und mit 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen handelsüblichen Siebdruck emulsion gemischt. Naturseide Nr. 8XX wurde mit die ser Emulsion überzogen, indem ein Trog mit der Emul sion gefüllt, ein Rand des Trogs mit dem Sieb in Be rührung gebracht und oder Trog gekippt wurde, so ,dass ,die Emulsion das Sieb benetzen konnte, und schliesslich der Trog am Sieb hochgezogen wurde. Auf diese Weise wurde eine dünne Schicht auf das Sieb aufge bracht.
Nachdem diese eine Stunde lang bei Zimmer temperatur getrocknet worden war, wurde das Sieb in der üblichen Weise belichtet und entwickelt. Die so erhaltene Matrize war ausgezeichnet. Ein zweites Sieb, das ,in ähnlicher Weise beschichtet wurde, und vier Wochen lang im Dunkeln lagerte, bevor es belichtet wurde, ergab ähnlich gute Ergebnisse.
Beispiel <I>15</I> Eine Emulsion, hergestellt gemäss dem Verfahren des Beispiels 11, wurde auf ein Orlonsieb Nr. 10 ge strichen, indem man den Sensibilisator gemäss der in Beispiel 11 beschriebenen Methode mit einer Bürste aufbrachte. Nach dem Trocknen mittels eines Warmluft stromes wurde eine zweite Schicht von beiden Seiten aufgetragen, wobei ein Trog benutzt wurde und die in Beispiel 14 beschriebene Methode verwendet wurde.
Diese zweite Schicht wurde in derselben Weise wie oben erwähnt getrocknet und das so erhaltene Sieb wurde in der üblichen Weise unter einem positiven Original belichtet. Nach dem Entwickeln mit Wasser erhielt man eine ausgezeichnete Schablone. Auf ähnliche Weise wurde ein 200masch:iges Sieb aus rostfreiem Stahl über- zogen, nach :dem Trocknen bei Zimmertemperatur zwei Wochen lang bei einer Temperatur von 40 C gelagert und dann verarbeitet. Das Entwickeln geschah schnell und man erhielt eine gute Matrize.
<I>Beispiel 16</I> Eine gemäss dem Verfahren des Beispiels 11 sensi bilisierte Emulsion wurde auf ein Organdysieb Nr. 10 gestrichen, indem man die Emulsion mit einer Bürste aufbrachte und den überflüssigen Rest mit einem Gummischaber wieder entfernte. Nach dem Trocknen wurde das überzogene Sieb in der üblichen Weise be lichtet; es liess sich leicht entwickeln und ergab eine ausgezeichnete Matrize.
Ein zweites Sieb wurde nach dem überziehen und Trocknen zwei Monate lang im Dunkeln bei Zimmertemperatur gelagert und dieses Sieb liess sich nach dem Belichten leicht entwickeln und ergab eine saubere, klare Matrize. <I>Beispiel 17</I> Zum überziehen von Seidenpapier wurde die in Beispiel 11 beschriebene sensibilisierte Emulsion ver wendet. Die sensibilisierte Emuslion wurde mit einer gleichen Menge Wasser verdünnt und in eine gewöhn liche Schale gefüllt. Das Papier wird so durch die Lösung gezogen, dass eine Seite überzogen ist, und dann zum Trocknen aufgehängt. Wenn das Papier trocken ist, wird es zusammen mit einem photographi schen Positiv belichtet.
Das Entwickeln, d. h. das Ent fernen der unbelichteten Bildstellen wird dadurch be werkstelligt, dass man das belichtete Material auf eine harte, flache Oberfläche legt, wie z. B. Glas und mit warmem Leitungswasser abbraust. Die entwickelte Ma trize wird dann getrocknet.
Die fertige Matrize wird unter ein unbeschichtetes sauberes Sieb des obengenannten Typs gelegt und in derselben Weise gedruckt wie mit Sieben, die die Matrizen direkt auf ihrer Oberfläche haben. Die Farbe selbst, die um die Trägerfäden herum gedrückt wird wirkt als Bindemittel und hält das Papier auf dem Sieb in seiner Lage. <I>Beispiel</I> IS Um die Anwendbarkeit der vorliegenden Erfindung auf verschiedene Typen von Kolloiden zu demonstrieren, wurde eine Reihe von Versuchen unternommen unter Verwendung von verschiedenen Kolloiden.
In diesem Beispiel wurde ein Polyvinylalkohol mit einem hohen Hydrolysierungsgrad verwendet.
Der Polyvinylalkohol wird unter dem Namen ELVANOL 7l/24 durch Du Pont vertrieben und hat einen Hydrolysierungsgrad von 97,9 bis 98,7 %. 13 g des festen Polyvinylalkohols wurden langsam zu 100 ml Wasser hinzugefügt und in einen Waring-Mischer ge geben. Während der Polyvinylalkohol hinzugegeben wurde, wurde der .Mischer auf langsam gestellt und, nachdem das Pulver hinzugefügt worden war, wurde er auf -schnell gestellt. Während des einstündigen Mischvorgangs stieg die Temperatur auf ungefähr 65 C.
Nachdem Wasser hinzugefügt worden war, um den Wasserverlust Saufgrund der Verdunstungen auszuglei chen, und nach nochmaligem Mischen für eine kurze Zeit liess man die Lösung stehen bis die Luftblasen verschwunden waren. Dieser Lösung wurde eine Lö sung von 0,5 --des im obigen Beispiel 4 verwendeten Diazosensibilisators in 10 ml Wasser hinzugegeben und die Mischung wurde (wie in Beispiel 1) auf ein Sieb aufgebracht. Das Sieb wurde gemäss dem Verfahren des Beispiels 1 getestet und nach 10 000maligem Durch laufen durch ein Abrie#gerät konnte keine Abnutzung der Matrize festgestellt werden.
<I>Beispiel 19</I> In diesem Beisspiel wurde teilweise acylierter Poly- vinylalkohol der unter dem Namen ELVANOL 52/22 vertrieben wird mit einem hohen Hydrolysierungsgrad von 86 bis 89 % verwendet. Die teilweisse acylierte Poly- vinylalkohollösung wurde in der in Beispiel 18 be schriebenen Weise hergestellt. Hinzugegeben wurde eine Lösung von 2 g des im obigen Beispiel 6 angegebenen Kondensationsproduktes in 10 ml Wasser.
Die Lösung wurde auf ein Sieb gestrichen wie in Beispiel 1 be schrieben und man erhielt eine Matrize mit einem scharfen Bild :das nach 15 000maligem Durchlaufen durch das in Beispiel 1 beschriebene Abriebgerät keine Abnutzungserscheinungen aufwies. Wenn dieselbe Emul sion mit 2 % Ammoniumbichromat sensibilisiert wurde erhielt man ein Bild von weit geringerer Qualität, das ausgefranste Ränder hatte und auf dem Abriebgerät viel schneller abgenutzt wurde. <I>Beispiel 20</I> In diesem Beispiel wurde eine Polyvinylacetatdis- persion verwendet.
Zu 700 g Plyamul 9350 HW (hergestellt von Reichhold Chemicals, Inc.), einem Vinylacetathomopolymeren mit einem Mindestgehalt an festen Bestandteilen von 55 %, wurden 37 g Dibutyl- phthalat-Weichmacher hinzugefügt und die Mischung wurde eine Stunde lang umgerührt.
Zu 100 g dieser Mischung wurde eine Lösung von 2 g des im obigen Beispiel 4 genannten Kondensationsproduktes .in 10 ml Wasser hinzugefügt. Diese Grundemulsion. wurde auf ein Nylonsieb gestrichen und nach dem Belichten untrer einem positiven Original und dem Entwickeln mit warmem Wasser erhielt man ein .gutes, klares Bild, das mach 15 000maligem Durchlaufen des in Beispiel 1 beschriebenen Abriebtesters kein Anzeichen einer Ab- nutzung aufwies. Wenn man dieselbe Emulsion mit 2 % Ammoniumbichromat sensibilisierte,
entstand ein ,Bild von schlechter Qualität,, das schon vor Beendigung des 4000maligen Durchlaufens durch das Abriebgerät versagte. <I>Beispiel 21</I> In :diesem Beispiel wurde ein teilweise hydrolysiertes Polyvinylacetat verwendet. 10g eines teilweise hydroly- sierten Polyvinylacetats, das man von der Celanese Corporation beziehen kann, wurde in 90 g Dimethyl- formamid gelöst und mit 1 g des im obigen Beispiel 4 genannten Diazosensibilisators, gelöst in 10 g einer 1 : 1-Mischung von Methanol und Aceton, sensibilisiert.
Nach denn Beschichten eines porösen Trägers, Belich tung und Entwicklung gemäss Beispiel 1 erhielt man eine Matrize, die viel halbbarer auf dem Abrasionstester war als jeder der mit Ammoniumbichromat sensibilisier ten Überzüge.
<I>Beispiel 22</I> In diesem Beispiel wurde ein Polyvinylformal ver wendet. 20 .g Formvar 7/70 (hergestellt von Shawini- gan Resins) wurden in 80g Äthylenglykolmonoäthyl- äthergelöst :und ,dieser Lösung wurde 1 :
g des im obigen Beispiel 4 genannten Diazosensibilisators, in 10g Äthy- lenglykolmonoäthyläthe#r gelöst, hinzugefügt. Diese Lö sung wurde .mittels eines Trogs auf ein Nylonsieb ,aufge bracht und nachdem Belichten unter einem Positiv und dem Entwickeln erhielt man eine .Matrize, die .nicht nur äusserst haltbar war, sondern auch eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen hochalkalische Textilfarben zeigte.
Es wurde eine Farbe mit einem pH-Wert von über 12 verwendest, und es konnten .mehr als<B>15000</B> Drucke gemacht werden, ohne dass die Matrize ver sagte. Standardemulsionen, die mit Bichromat sensi bilisiert sind, gestatten unter diesen Bedingungen besten falls nur einige tausend Abdrucke.
<I>Beispiel 23</I> In diesem Beispiel wurde Methylcellulose verwendet. 20 g Methocel 65HG (hergestellt von The Dow Chemical Corporation) wurden in 800 g Wasser gelöst und mit 90<B>g</B> dieser Grundlösung wurden 10 g einer Sensibilisierungslösung, die zwischen 5 und 20 % des im obigen Beispiel 4 genannten Sensibilisators enthielt, gründlich vermengt, woraus eine glatte Emulsion ent stand.
Diese Emulsion liess sich leicht auf poröse Träger auftragen und nach dem Belichten gut mit Wasser ent wickeln und ergab eine Matrize mit einem scharfen, gut ausgeprägten Bild. .Im Gegensatz dazu erhärtete sich dieselbe Grundlösung, wenn sie mit Ammoniumbichro- mat sensibilisiert worden war, nicht richtig bei der Be lichtung, und das Ergebnis davon war, dass die Matrize beim Entwickeln mit Wasser übermässig anschwoll, so .dass die belichteten Stellen, die :
die Matrize bilden sollten, währenddes Entwickelns abbröckelten.
<I>Beispiel 24</I> Um besondere Effekte zu erhalten, z. B. das Färben der Matrize oder das Eindicken des Matrizenfilms, können Füllmassen der Emulsion hinzugefügt werden. Zum Beispiel wurde 0,5 % Cab-O-Sil (kolloidale Kie selerde) mit 100 g der in Beispiel 1 beschriebenen han delsüblichen Siebdruckemulsion gemischt und mit 0,75 % des im obigen Beispiel 4 genannten Diazosensibilisators sensibilisiert.
Durch Hinzufügen der kolloidalen Kieselerde erhielt man eine erhabene Matrize, die ausgezeichnete Bild- umrisse hatte, und eine Haltbarkeit, die wesentlich über der Haltbarkeit der Produkte lag, die Ammoniumbi- chromat enthalten. Tausende von Drucken wurden ge macht, ohne dass Einzelheiten dabei verloren gegangen wären oder dass die Matrize versagt hätte.