Einrichtung zum selbsttätigen Gewichtsdosieren von Schüttgütern mit veränderbarer Gemischzusammensetzung
Die Erfindung bezieht sich auf eine Weiterbildung der Einrichtung zum selbsttätigen Gewichtsdosieren von Schüttgütern mit veränderbarer Gemischzusammensetzung gemäss dem Patentanspruch des Hauptpatentes.
Die im Hauptpatent beschriebene Einrichtung wird gemäss der vorliegenden Erfindung in dem Sinne weiterentwickelt, dass für bestimmte immer wiederkehrende Mischungsverhältnisse schablonenartige Steuerorgane verwendet werden können, so dass mit relativ geringem Aufwand eine weitgehende Automatisierung zustande kommt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 ist eine schematische Darstellung der Anzeigevorrichtung einer mittels einer Schablone auf ein bestimmtes Mischungsverhältnis einstelbaren Einrichtung.
Fig. 2 zeigt einen Schnitt-durch die Anzeigevorrichtung nach der Linie II-II in Fig. 1.
Wie bereits im Hauptpatent beschrieben, sind mehrere Schüttgut-Vorratsbehälter oder Silos vorhanden, die je eine Komponente einer herzustellenden Schüttgutmischung enthalten. Im Boden jedes Silos ist ein Austrittskanal mit einer Entnahmeöffnung vorgesehen, welche durch einen Regelschieber mehr oder weniger weit geöffnet oder geschlossen wird. Der Regelschieber wird von einem Motor über ein Unter setzungsgetriebe betätigt.
Das aus der Entnahmeöffnung austretende Schüttgut fällt jeweils auf ein Förderband, das von einer aufgehängten Wiegevorrichtung abgestützt wird.
Die Neigungsbewegung jeder Wiegevorrichtung wird durch Fernübertragungsmittel auf je eine Anzeigevorrichtung bei einer zentralen Steuerstelle übertragen.
Dabei wird ein Zeiger mit Hilfe einer Potentiometervorrichtung, eines magnetischen oder elektrischen Drehfeldsys4ems, respektive einer sogenannten elektrischen Welle mit Generator und Synchronmotor vollkommen synchron zur Neigungsbewegung der Wiegevorrichtung bewegt, wie dies bereits im Hauptpatent beschrieben ist. Eine bestimmte Winkelverstellung des mit einer Welle verbundenen Gebers bewirkt somit eine genau gleiche Winkelverstellung des Empfängers 33. Auf dem Steuerpult zeigt also jedes Anzeigeinstrument ständig die je Zeiteinheit aus jedem der Silos zugeführte tatsächlich geförderte Gewichtsmenge an.
Der Empfänger 33 ist mit einem Achsbolzen 35 verbunden, an dessen Ende ein Zeiger 19 festgeschraubt ist. Über dem Zifferblatt 20 ist ein einstellbarer Sollzeiger 36 drehbar angebracht, der auf einer Hülse 37 drehfest befestigt ist, welche gleich- achsig zu demAchsbolzen 35 angeordnet ist und diesen umgibt. Die Einstellung des Sollzeigers 36 erfolgt von Hand über einen Handgriff 84, eine Welle 39 und ein Ritzel 40, das in ein auf der Hülse 37 befestigtes Zahnrad 38 eingreift.
Auf dem Achsbolzen 35 sind zwei koaxial zueinander angeordnete Nockenscheiben 41 und 42 angeordnet, die zum Einstellen relativ zueinander verdrehbar sind, wobei sie aber im normalen Betrieb die Drehung des Achsbolzens 35 mitmachen.
Seitlich neben dem Kugellager 75 befindet sich eine mit Rillen 56 und 58 versehene Rolle 55, die drehfest mit der Hülse 37 verbunden ist. Auf dieser Hülse 37 sitzt ebenfalls starr verbunden am einen Ende der Sollzeiger 36 und am andern Ende das Zahnrad 38. Die Welle 39 mit dem darauf befestigten Ritzel 40 kann mittels des Handgriffes 84 axial verschoben werden, so dass die beiden Zahnräder 38, 40 ausser Eingriff gebracht werden können, falls die Einstellung des Sollzeigers 36 nicht von Hand, sondern durch eine nachfolgend beschriebene Schablonensteuerung erfolgen soll.
Über die Hülse 37 ist ein Abstandrohr 77 geschoben, welches das Kugellager 75 vom Zahnrad 38 distanziert hält. Über den Wellenstummel 35' des Drehfeldsystem-Empfängers oder Synchronmotors 33 ist eine Kupplungshülse 78 gesteckt, welche der Verbindung mit der Welle 35 dient. Zwischen den beiden Nockenscheiben 41 und 42 sind Tellerfedern 79 eingelegt. Durch Lösen des Steliringes 80 und allenfalls der Schraube 81 können die Nockenscheiben 41 und 42 relativ zueinander und relativ zur Welle 35 verdreht werden.
Die Zeiger 19 und 36 sind durch ein durchsich- tiges Schauglas 82 geschützt, das an einer Wand 83 des Steuergerätes befestigt ist.
Die zwei elektrischen Schalter 43 und 44, welche vorzugsweise Mikroschalter sind, sind am Zahnrad 38 derart angebracht, dass sie mit den beiden Nockenscheiben 41 und 42 zusammenarbeiten können. Ein Schalthebel des Mikroschaiters 43 liegt am Umfang der Nockenscheibe 41 an, und ein Schalthebel des Mikroschalters 44 liegt am Umfang der Nockenscheibe 42 an. Wenn der Zeiger 19 oder der Sollzeiger 36 verstellt wird, so schleifen die Schalthebel auf dem Vorsprung der einen bzw. andern Nockenscheibe, bis sie in eine Vertiefung dieser Nockenscheiben fallen. Wenn die Schalthebel auf einem Nockenvorsprung liegen, ist der Stromkreis der Mikroschalter 43, 44 geschlossen, was bewirkt, dass der Motor zur Betätigung des Regelschiebers beim Silo in der einen oder anderen Drehrichtung über ein Relais oder dergleichen in Funktion gesetzt wird.
In der Mittellage, das heisst, wenn die Zeiger 19 und 36 genau übereinander liegen, ist keiner der Mikroschalter 43, 44 eingeschaltet, so dass sich der Antriebsmotor nicht dreht und die momentane Stellung des Regelschiebers beibehalten wird. Übersteigt das auf dem Transportband ruhende Schüttgutgewicht die Solleinstellung, so wird der Antriebsmotor in der dem Schlie ssen des Regelschiebers entsprechenden Drehrichtung eingeschaltet, so dass weniger Gut aus der Entnahme öffnung auf das Transportband fällt. Ist das auf dem Transportband aufliegende Gewicht zu niedrig, so wird der Antriebsmotor in entgegengesetztem Drehsinn eingeschaltet, um die Entnahmeöffnung und damit das anfallende Schüttgutgewicht zu vergrössern.
Anstelle von zwei Nockenscheiben 41, 42 könnte auch nur eine einzige Nockenscheibe treten, falls auf die Einstellbarkeit der Mittellage, das heisst die Empfindlichkeitsregulierung, kein Wert gelegt wird. In diesem Fall wirken beide Mikroschalter 43, 44 mit der gleichen Nockenscheibe zusammen. Durch das Eine und Ausschalten des Motors in der jeweils entsprechenden Drehrichtung erfolgt ein Einpendeln auf das gewünschte Gewicht welches vom Förderband pro Zeiteinheit transportiert werden soll. Durch Veränderung der Relativlage der Scheiben 41 und 42 kann die Ansprechgenauigkeit, also das Toleranzgewicht, eingestellt werden, dessen Über- oder Unterschreiten ein Einschalten des Motors in der einen oder andern Drehrichtung bewirkt.
Durch schablonenartige Organe kann nun eine vorbestimmte Mischungsart eingestellt werden. Hiezu wird im Prinzip die. Drehbewegung des Sollzeigers 36 auf eine geradlinige Strecke übertragen und ihr Ausmass durch eine Schablone festgelegt. Zu diesem Zwecke ist mit dem Sollzeiger 36 die Rolle 55 drehfest verbunden, in deren Rille 56 ein Seil oder Kabel 57 aufgewickelt und befestigt ist. Ein zweites Seil oder Kabel 23 ist in der im Durchmesser kleineren Rille 58 geführt und ebenfalls an der Rolle 55 festgemacht.
Das Kabel 23 ist mit einer Zugfeder 59 verbunden, welche auf das Kabel 23 einen Zug ausübt. Die Anordnung ist so getroffen, dass in der Nullstellung des Sollzeigers 36 die Feder 59 noch unter geringer Vorspannung steht.
Das Kabel 57 wird über mehrere Umlenkrollen 60 geführt und ist an einem Kolben 61 befestigt, welcher in einem Rohr 62 leicht verschiebbar geführt ist. Jeder Gemischkomponente ist somit eine solche Vorrichtung zugeordnet; in Fig. 1 ist der besseren Übersichtlichkeit halber nur eine der insgesamt sechs unter sich gleichen Vorrichtungen ganz dargestellt.
Anstelle des Kabels 57 und der Rollen 60 wäre auch ein handelsübliches Bowdenkabel mit Mantel und Seele verwendbar.
Diese Schablonensteuerung ist deshalb vorgesehen, damit bestimmte Mischungsverhältnisse, die immer wiederkehren, nicht jedesmal einzeln eingestellt werden müssen. Eine Schablone 63, die mit kammartig abstehenden Fingern 64 versehen ist, wird auf einer Tragplatte 65 mittels Klemmhebeln 66 befestigt. Die durch je eine Feder 67 belasteten Klemmhebel 66 greifen dabei in einen Absatz oder Schlitz 68 der Schablone 63 ein und halten die Schablone in ihrer Lage fest. Die Finger 64 der vorzugsweise aus Blech bestehenden Schablone 63 schieben die Kolben 61 in die Rohre 62 hinein, und zwar je nach der unterschiedlichen Länge dieser Finger. Dadurch werden die Kabel 57 entsprechend nachgezogen und die Sollzeiger 36 je auf einen vorbestimmten Wert eingestellt.
Anstelle von zylindrischen Kolben 61 und Rohren 62 wäre es denkbar, flache Plättchen oder dergleichen zu verwenden, die in Schlitzen zweier voneinander distanzierter Platten geführt werden.
Falls aus einem der Silos kein Material benötigt wird, fällt der betreffende Finger weg, wie dies in Fig. 1 auf der linken Schablonenseite zusammen mit dem Kolben 61' dargestellt ist. Je länger die Finger 64 sind, um so mehr wird der Sollzeiger 36 verdreht und um so grösser wird der Anteil der betreffenden Komponente. Die Schablone weist ferner Schlitze 69 auf, die zwischen den Rohren 62 angeordnet sind.
Diese Schlitze 69 sind so breit ausgebildet, dass in ihnen je ein Mikroschalter 70 Platz findet. Je nach der Tiefe dieser Schlitze 69 sind nach dem Aufsetzen der Schablone 63 diese Mikroschalter 70 geöffnet oder geschlossen. Jedem der Kolben 61 und somit jeder der Steuervorrichtungen bzw. der Materialkomponenten ist ein derartiger Mikroschalter 70 zugeordnet, welcher bewirkt, dass der betreffende Anlageteil nur in Funktion gesetzt werden kann, wenn der zugehörige Mikroschalter 70 geschlossen ist, da er beispielsweise die elektrischen Motorschützen ein- und ausschaltet. Seitlich der Schablone 63 können noch weitere Mikroschalter 70a vorgesehen sein, welche beispielsweise das richtige Einsetzen der Schablone 63 kontrollieren und erst hernach die Anlage deblockieren oder sonstige Funktionen ausüben können.
Durch einfaches Auswechseln der Schablone 63 können somit beliebige Mischungsverhältnisse eingestellt werden, mit ganz bestimmten Anteilen der einzelnen Komponenten. Beim Entfernen der Schablone - was durch einfaches Lösen der Klemmhebel 66 geschieht-werden die Kolben 61 durch die Kabel 57 unter der Wirkung der Feder 59 wieder in ihre Ursprungslage, in welcher der Kolben 61' dargestellt ist, zurückgezogen, und zwar mittels des Kabelzuges 23.
Der Sollzeiger 36 geht dabei ebenfalls in die Nullstellung zurück, wobei ein Anschlag 71 an einem feststehenden Nocken 72 ansteht, welcher an einem Lappen 73 befestigt ist.
Die Vorrichtung gemäss Fig. 1 ist für insgesamt sechs verschiedene Materialkomponenten dargestellt.
Selbstverständlich könnte die Anlage auch für eine beliebige andere Zahl von Materialkomponenten gebaut werden.