CH324344A - Verfahren zur Herstellung von a,B-ungesättigten Ketonen der Steroidgruppe - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von a,B-ungesättigten Ketonen der Steroidgruppe

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CH324344A
CH324344A CH324344DA CH324344A CH 324344 A CH324344 A CH 324344A CH 324344D A CH324344D A CH 324344DA CH 324344 A CH324344 A CH 324344A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J75/00Processes for the preparation of steroids in general

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Description


  Verfahren zur Herstellung von     a,ss-ungesättigten        Ketonen    der Steroidgruppe    Es wurde kürzlich gefunden, dass die Ein  führung einer Sauerstoffunktion in die 11  Stellung von Steroiden dadurch erreicht wer  den kann, dass die Steroide der     Einwirkung     gewisser oxydierender Pilze oder oxydierender       Enzyme    solcher Pilze ausgesetzt werden.

   Die  entstehenden oxydierten Stoffe, welche in der       11-Stellung    eine     Sauerstoffunktion    besitzen,  sind wertvolle Zwischenprodukte für die     Her-          @aellung    von     Nebennierenrindenhormonen,    wie       Cortison,        Hydrocortison    und ähnlichen. Un  glücklicherweise werden auch andere Stellun  gen, wie z. B. die     6-Stellung,    ähnlich wie .die       11-Stellung    oxydiert. Dabei entstehen z. B.

         Dioxy        verbindungen,    aus welchen dann     nach-          t.räglieh    die zweite     Oxygruppe    wieder entfernt  werden muss. Wird z. B. Progesteron der Ein  wirkung eines passenden Pilzes oder eines ent  sprechenden Enzyms eines solchen Pilzes aus  gesetzt, so erhält man neben dem gewünschten       11-Ilydroxy-progesteron    eine     Dioxyverbin-          dung,    nämlich     6,

  11-Dihydroxy-progesteron.    Im  weiteren ist bis jetzt keine befriedigende Me  thode     zur        reduktiven    Entfernung der     Oxy-          gruppe    aus     a,f-ungesättigten        y-Hy        droxy-keto-          nen    der Steroidreihe, wie z.

   B.     6,11-Dihydroxy-          progesteron,    ohne gleichzeitige Reduktion der  Doppelbindung oder der     Ketogruppe    bekannt,  das heisst., es war bis jetzt nicht möglich,     6,11-          1)ihyclroxy-progesteron    direkt in     11-Hydroxy-          progesteron        umzuwandeln.    lach dem Verfah  ren gemäss der vorliegenden Erfindung ge-         lingt    es nun,     a,ss-ungesättigte,

      in     y-Stellung     eine freie oder     veresterte        Oxygruppe    aufwei  sende     Ketone    der Steroidreihe direkt zu den  entsprechenden in     y-Stellung    ungesättigten        ,ss-ungesättigten        Ketonen    der Steroidreihe zu  reduzieren.

   Es     wurde    nämlich gefunden, dass       a,ss-ungesättigte        y-Oxy-    oder     y-Acyloxy-ketone     der Steroidreihe mit Zink in Gegenwart einer  Säure selektiv zu den entsprechenden in     y-          Stellung        unsubstituierten        Steroiden    reduziert  werden können. Andere reduzierbare Funk  tionen des Steroidmoleküls, wie z. B. die Dop  pelbindung und die     Ketogruppe,    werden da  bei, wie sich zeigte, nicht angegriffen, und die  gewünschten ungesättigten     Ketone    werden in  ausgezeichneten Ausbeuten gewonnen.  



  Die Reduktion erfolgt. im allgemeinen  zweckmässig unter leichter Erwärmung -der  Reaktionsmischung, da in diesem Fall kürzere  Reaktionszeiten erforderlich sind. Als Säuren  kommen vor allem niedere     aliphatische        Car-          bonsäuren,    wie z. B. Essigsäure,     Propionsäure,     Buttersäure und ähnliche oder Mischungen  dieser Säuren in Betracht; es können aber  auch nicht oxydierende Mineralsäuren, wie  Salzsäure,     verwendet    werden. Wird eine Mi  neralsäure, wie z.

   B.     Salzsäure,    verwendet, so       wird,        wie    gefunden     wurde,    am besten unge  fähr ein Äquivalent der Säure     verwendet,    um  jede Reduktion der Doppelbindung     und/oder     anderer reduzierbarer     Substituenten    des     Ste-          roids    auszuschliessen.

        Im allgemeinen wird vorgezogen, die Re  duktion in Gegenwart einer niederen     alipha-          tischen        lIonoearbonsäure,    vor allem Essig  säure, auszuführen, da. die Menge solcher Säu  ren keinen Einfluss ausüben und keine     uner-          wünsehten    Reduktionen selbst bei starken  Reaktionsbedingungen erfolgen. Die Reduk  tionszeit     hängt.    ausser von der     verwendeten     Säure u. a. von der Reaktionstemperatur und  dem     Ausgangsstoff    ab.

   Im allgemeinen ist. es  bei Verwendung von Essigsäure     wünsehens-          wert,    die Reaktionsmischung auf eine Tempe  ratur von 50-125  C zu erhitzen. Bei diesen  Temperaturen benötigt die Reduktion je nach  Ausgangsstoff     2-15    Stunden.  



  Nach der Reduktion kann das     a,ss-ungesät-          tigte        Keton    leicht in üblicher Weise aus dem  resultierenden     Reaktionsgemiseh    isoliert wer  den. Es kann so z. B. die Reaktionsmischung  mit. Wasser verdünnt werden und das End  produkt durch Extraktion mit einem wasser  unlöslichen Lösungsmittel für diese Produkte,  wie z. B. Äther und ähnliche, gewonnen wer  den.  



  Die durch die Reduktion zu entfernende       Oxy-    oder     Aeyloxygruppe    kann sowohl in a  wie auch in     ss-Stellung    sein.  



       Ungesättigte        ;,-Oxy-    oder     ;-Acyloxy-ketone     der Steroidreihe, welche nach der vorliegenden  Erfindung zu den entsprechenden     a,ss-ung@e-          sättigten        Ketonen    reduziert werden können,  sind u. a.:

       d4-3,20-Diketo-6ss,        21-dihydroxy-          pregnen,        d4-3,20-Dilzeto-6ss,        21-aeetoxy-pre-          gnen,        d-1-3,20-Diketo-6ss,        17a,21-trihydroxy-          pregnen,        A-1-3,20-Diketo-6ss,        21-diproprionyl-          oxy-17a-hydroxy-pregnen,        6,11-Dihydroxy-          progesteron,        6,11-Diacetoxy-progesteron,        d4-3-          Iieto-6ss-hydroxy-cholesten,

          d4-3-Keto-6ss-acet.-          ox,y-cholesten,        44-3-Keto-6a-hydroxy-eholesteti,          4-1-3-Keto-6a-acetoxy-eholesten,        d4-3,20-Di-          keto-6a,        21-diaeetoxy-11-hydroxy-pregnen,    6a  Hydroxy-eortieosteron,     6ss-Hydroxy-eortieoste-          ron,        _1-1-3,20-Diketo-6ss,        17a-dihydroxy-21-aeet-          oxy-pregnen,        d4-3-Hydroxy-6-keto-cholesten,          d-i-3-Acetoxy        -6-Keto-cholesten,

          d-1-3-Keto-6-          hydroxy-ätiocholensäure    und     d-l-3-Keto-6-a.eet-          oxy        ätiocholensäure.       Wie bereits erwähnt, ist eine besonders  wichtige Anwendung der erfindungsgemässen  Verfahren die Umwandlung von     6,lla-Di-          hydroxy-progesteron,    das durch Einwirkung  der Enzyme von Pilzen der Gattung     Rhizopus     auf Progesteron erhalten wird, in das     lla-          Hydroxy-progesteron,

      welches durch Oxyda  tion der     11-Hydroxygruppe    zu einer     11-Keto-          gruppe    und durch Einführung von     Hydroxyl-          gruppen    an den     C-Atomen    17 und 21 in be  kannter Weise in     Cortison    übergeführt wer  den kann.  



  <I>Beispiel 1</I>  Reduktion von     d-I-Cholesten-6j3-ol-3-on-6-          acetat    zu     A-I-Cliolesten-3-on.     



  500 mg     d4-Cholesten-6ss-ol-3-on-6-aeetat     vom Schmelzpunkt 99  C wurden 15 Stunden  mit 500 mg     Zinkstaub    in 10 ml Essigsäure am  Rückfloss gekocht. Nach dieser Zeit wurde die       Reaktionsmisehung    mit Wasser verdünnt, mit.  Äther extrahiert und die Ätherlösung zur  Trockne konzentriert. Die Umkristallisation  des Rückstandes aus     Methanol    ergab     d-I-Cho-          lesten-3-on    in langen Nadeln. Schmelzpunkt  80-81 C.

    
EMI0002.0083     
  
    Analyse
<tb>  berechnet <SEP> für <SEP> C2711.1-10: <SEP> C <SEP> 84,31/11<B>11,53</B> <SEP>  ,
<tb>  gefunden <SEP> C <SEP> 84,08/1111,48 <SEP> 1<B><I>70</I></B>       Der Schmelzpunkt wurde durch     llisehun-          mit    reinem     d4-Cholesten-3-on    nicht erniedrigt.  <I>Beispiel</I>  Reduktion von     d4-Cholesten-6ss-ol-3-on        zti          d4-Cholesten-3-on.     



  Eine Mischung von 1 g     d-I-Cholesten-6ss-ol-          3-on    mit 2     g    Zinkstaub und 25 ml Essigsäure  wurde während 15 Stunden am     Rüekfluss        ge-          koeht.    Die Mischung wurde dann filtriert, mit  Wasser verdünnt und mit Äther extrahiert.  Der kristalline Körper, der durch Konzentra  tion des Ätherextraktes erhalten wurde, wurde  aus Methanol umkristallisiert. Es war     Chole-          sten-3,6-dion    vom     Schmelzpunkt        170-172     C.  



       Chromatographie    der     methanolisehen    Mut  terlösung mit Aluminium und     Elution    mit       Petroläther    ergab     J-I-Cliolesten-3-on.    Der  Schmelzpunkt und     lIisehschmelzpunkt    war       80-82     C.           Beispiel   <I>3</I>  Reduktion von     d-I-Cholesten-6a-ol-3-on-6-          aeetat    zu     JI-Cholesten-3-on.     



  430 mg     J-I-Cholesten-6a-ol-3-on-6-aeetat     wurden mit 1 g Zinkstaub und 25 ml Essig  säure während 15     Stunden    am     Rückfluss    ge  kocht. Die Mischung     wurde    dann mit Wasser  verdünnt, filtriert und mit Äther extrahiert.       Die        Chromatographie    des ätherischen Extrak  tes an Aluminium und die     Edition    mit     Petrol-          äther    ergab in dem     Petroläthereluat        d4-Cho-          lesten-3-on    mit dem Schmelzpunkt 80,5 bis  81,5  C.

   Das gleiche Produkt      -lude    isoliert,  wenn als     Auso-angsmaterial        J-I-Cholesten-6a-          ol-3-on    verwendet wurde.  



  <I>Beispiel</I>  Reduktion von     6,lla-Dihydroxy-progeste-          ron    zu     17.a-Hydroxy-progesteron.     



  10     mg        6,11a-Dihydroxv-p.rogesteron,    das  durch     Oxvdation    mit einem Pilz aus der Gat  tung     Rhizopus    gewonnen worden war, und  5 0 mg Zinkstaub in 3 ml Eisessig wurden  unter Rühren während 3 Stunden auf     700C          erwärmt.    Die     Reaktionsmischung    wurde dann       abgekühlt    und filtriert. Nachher     wurde    Was  ser     zug-eceben    und mit Chloroform extrahiert.  Der     Chloroformextrakt    wurde anschliessend       für    Trockne eingedampft.

   Ein Teil dieses  Rückstandes     wurde    wieder in frischem Chlo  roform gelöst und dann     papierchromatogra-          pliiert.    Als stationäre Phase wurde     Formamid-          1lethano@    und als mobile Phase Benzol ver  wendet. Auf diese Art wurde nachgewiesen,       dass    sieh     lla-Hydx-oxy--progesteron    in der  Reaktionsmischung befand (Vergleich mit  einer bekannten Probe des reinen Stoffes).

    <I>Beispiel 5</I>  Reduktion von     3a-Acetoxy-lla-hvdroxy-7-          keto-_ls-eholensäure-methylester    zu     3a-Acet-          oxv-7-keto-4s-eholensäuremethviester.     



  Eine Mischung von 70 mg     3a-Aeetoxy-          l    l     a-hydroxy        -7-lketo-ds-cholensäuremethylest    er,  0,2 g Zinkstaub, 5     ml    Essigsäure und 0,5     ml     Wasser wurde auf einem Dampfbad während  2 Stunden erwärmt. Filtration und Verdün-         nung    mit. Wasser ergaben einen festen Kör  per, der nach der     Rekristallisation    aus     --Xl:etha-          nol    33 mg     3a-Acetoxy-dg-7-keto-cholensä-Lire-          methylester    vom Schmelzpunkt 181  C ergab.

    Der     Mischschmelzpunkt    mit der reinen Sub  stanz ergab keine Depression.  



  Der     3a-Acetoxy        -11a-hydroxy-7-keto-d$-          eholensäuremethylester    wurde     durch    Behand  lung von     3a-AcetoXy-d7,at11>-choladiensäure-          methylester    mit     N-Bromsuccinamid    in ter  tiärem     Butylalkohol    und in Gegenwart einer  kleinen Menge Schwefelsäure hergestellt. Die       Reaktionsmischung    wurde während einer  Stunde auf 0  C belassen und dann 20 Stun  den bei 25  C gerührt.

   Die     Mischung        wurde     nachher mit     Natriumbisulfit    in Wasser be  handelt., mit Äther extrahiert und der Rück  stand aus dem ätherischen Extrakt in Benzol  gelöst. Durch     Chromatographie    an Aluminium  und     Elution    mit     Benzol/Äther    wie 1/1 wurde  das gewünschte Produkt erhalten. Nach der       Rekr        istallisation    aus Methanol ergab sich ein  Schmelzpunkt von 169-170  C,     aD    = + 3,2   (Chloroform).  



  <I>Beispiel 6</I>       Reduktion    von     6,lla-Dihydroxy-progeste-          ron    zu     lla-Hydroxy-progesteron.     



  52 mg reines     6,11a-Dihydroxy-progesteron,     das durch Oxydation von Progesteron durch  einen Pilz der Gattung     Rhizopus    erhalten       wurde,    100 mg Zinkstaub und 3 ml Eisessig  wurden am     Rückfluss    während     21/.1    Stunden  gekocht. Die Reaktionsmischung wurde dann  auf     Zimmertemperatur    abgekühlt und 5 ml  Wasser wurden zugegeben. Das     Steroid        wurde     anschliessend zweimal mit je 5 ml Chloroform  extrahiert, die kombinierten Extrakte mit 3 ml  Wasser gewaschen und über Natriumsulfat ge  trocknet. Das Lösungsmittel wurde anschlie  ssend verdampft und Spuren von Essigsäure  im Vakuum entfernt.

   Dieser Rückstand wurde  nun in 0,3 ml warmem     Äthylacetat    gelöst.  Beim Abkühlen kristallisierte ein weisser Kör  per aus mit einem Schmelzpunkt von 162 bis  166  C     (Mieroblock)    und einer Drehung von       [al    D = + 172,5  (c = 0,374 % in Chloro  form). Diese Daten     entsprechen    dem ge-      wünschten Produkt. Der Vergleich der     Infra-          rotspektren    mit einem authentischen Spek  trum ergaben keine Unterschiede. Es handelte  sich     also    um     11a-Hydroxy-progesteron.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von a,ss-unge- sättigten, in y-Stellung unsubstituierten Keto- nen der Steroidreihe aus den entsprechenden 'a,ss-ungesättigten Ketonen mit einer freien oder veresterten Oxygruppe in y-Stellung, da durch gekennzeichnet, dass die Ausgangs stoffe mit. Zink in Gegenwart einer Säure reduziert werden. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass eine nicht oxy dierende Mineralsäure verwendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspi-tich, da durch gekennzeichnet, dass eine niedere ali- phatische Säure verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass Salzsäure verwen det wird. 4. Verfahren nach Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass Essigsäure verwen det wird. 5. Verfahren nach Patentansprueh, da durch gekennzeichnet, dass als Ausgangsmate rial 6,11-Dihydroxy-progesteron verwendet. wird.
CH324344D 1952-12-18 1953-12-18 Verfahren zur Herstellung von a,B-ungesättigten Ketonen der Steroidgruppe CH324344A (de)

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