Beständige Druckpaste Bekanntlich bedarf es zur Erzeugung von Drucken auf Textilien mittels aus Gemischen stabilisierter Diazoverbindungen und von ktippltingsfäliigeri Aniliden erhältlichen Azo- farbstoffen eines Dämpfvorganges in Gegen wart. einer Säure. Die Anwendung von Säure wird nun oit als Nachteil empfunden, weshalb nian nach V ei fa.hren Ausschau hielt, die es ermö-liclien, diese Farbstoffe durch neutrales Dämpfen zu erzeugen.
Eine der bisher bekanntgewordenem Me thoden besteht. darin, dass man Nitrosamine oder solche Diazoverbindungen, welche derart stabilisiert worden sind, dass sie bereits durch Neutraldampf oder durch die in der Luft vorhandene Kohlensäure in kupplun gs- fähige Diazoverbindungen verwandelt wer den, verwendet. Dieser Methode haftet, jedoch der Nachteil an, dass die Beständigkeit solcher Prii.parate meist zu wünschen übrig lässt;
überdies können nicht sämtliche Nuancen er halten werden. Gemäss einer andern -Methode verwendet man zum Lösen der stabilisierten Diazoverbindung und der Kupplungskompo nente, an Stelle der üblicherweise gebrauchten Alkalien, flüchtige Amine, insbesondere Aininoalkohole, wie z.
B. Diäthylamino- ätlianol, Äthy laminoäthanol und dergleichen, die dann beim Dämpfprozess abdestillieren, wodurch sieh der für die jeweilige Kupplung geeignete p11--Wert einstellen lässt. Obzwar diese Arbeitsweise im allgemeinen mit .fast sämtlichen sich im Handel befindenden Entwicklungsfarbstoffen der obengenannten Gruppe sehr gute Resultate liefert, ist es je doch als grosser Nachteil zu empfinden,
dass die zum Lösen benötigten Aminoalkohole schon bei Raumtemperatur äusserst widerliche Dämpfe abgeben, so da.ss ,diese Arbeitsweise besonders im Filmdruck auf starken Wider stand seitens der Drucker stösst. Schliesslich wird im DRP Nr. 640935 vorgeschlagen, der Druckpaste Verbindungen zuzusetzen, welche bei gewöhnlicher Temperatur neutral reagie ren und beim Erhitzen mit Dampf die zur Farbstoffentwicklung notwendige Säure in Freiheit setzen.
Zu diesem Zwecke werden leicht a.ufspaltba.re Ester und Amide von or ganischen Säuren oder Etter von anorgani schen Säuren oder Salze von anorganischen oder organischen Säuren, welche beim Dämp fen. Säure abzuspalten vermögen, wie z. B. Ammoniumsalze, fluorsulfosaures Kalium usw., empfohlen. Doch konnte sich diese Me thode der Neutralda.mpfentwicklung in der Praxis bisher keinen Eingang verschaffen.
Der Grund hierfür ist vor allem darin zu suchen, dass die Bedingungen, welche an solche Säureabspalter bzw. Alkalibinder gestellt werden müssen, ausserordentlich weit auseinanderliegend und komplexer Natur sind; es ist denn auch bisher nicht gelungen, chemische Verbindungen zu finden, welche den Anforderungen der Praxis gerecht wer den. Setzen nämlich die säureabspaltenden Verbindungen die Säure allzu leicht in Frei- heut, so besteht die Gefahr, da-ss sich die Farbstoffe bereits vorzeitig ganz oder teil weise in der Diaickpaste bilden.
Spaltet sich dagegen die Säure zu langsam ab, so erfolgt auch die Kupplung bzw. die Entwicklung der Farbstoffe auf der Faser zu träge., wobei man schwache Drucke und stumpfe Nuancen erhält. Die Lösung des Problems einer z u- friedenstellenden Neutralclampfentw i,ekhin> wird ferner noch dadurch erschwert,
dass der zur Farbstoffbildung notwendige Säurebedarf und die Kupplungsgeschwindigkeit bei den verschiedenen Vertretern dieser Entw ick- lnngsfarbstoffe in weiten Grenzen variieren, und es gelang deshalb mit den oben erwähnten, zu diesem Zwecke vorgeschlagenen Agenzien nicht, ein für die praktische Anwendung be friedigendes, allgemein anwendbares Neut.ral- diuickverfahren zu schaffen.
Es wurde nun die überraschende Beobach tung gensacht, dass sich die Imide --gewisser Dicarbonsäuren als Entwickler für Azofarb- stoffe der eingangs erwähnten Art hervor ragend eignen.
Gegenstand der Erfindung ist eine be ständige Druckpaste, die dadurch gekenn zeichnet ist, dass sie ein Gemisch mindestens einer stabilisierten Dia.zov erbindunc und eines kupplungsfähigen Anilids, ein Ver diekungsmittel und als geruchlosen Entwick ler mindestens ein Imid einer Dicarbonsä.ure enthält.
Als Imide alipliatischer Dica.rbonsäuren wird man vorzugsweise Bernsteinsäureimid, Maleinsäureimid, Glutarsäureimid oder der gleichen sowie deren N-Alkvlderivate, wie N-3Iethvl-, N-ithyl-, N-Propylderivate usw., z.
B. N-1lethyl-bernsteinsäuireimid, verwen den; ferner kommen die Imide aromatischer o-Dicarbonsäuren, wie Phthalsäureimid, N-Al- kvl-phtbalsäureimide, z.
B. N-1@Iethy1-phtlial- säureimid, N - Äthyl - phthalsäilreimid, und die Imide hy droaromatiseher o-Dicarbons4ii- ren, beispielsweise Hydrophthalsäureimid, in Frage.
Die Druckpaste kann ferner die üblichen Lösungsmittel, wie z. B. Monoäthylglykol (Äthylenglvkol-snonoätlivl.-äther), Alkohol, Dioxydiä.tliylsulfid und dergleichen, enthalten.
Die mit Hilfe der -enannten Imide her gestellten Fa.rbstoffdruckpasten können in üblicher Weise auf die Faser gedruckt wer den. Durch neutrales Dämpfen kann ent wickelt, fixiert und in gewohnter Weise durch Seifen und Trocknen fertiggestellt werden.
Mit den erfindungsgemässen Druckpasten, die haltbar sind, wird eine befriedigende Ent wicklung aller Farbstoffe der eingangs be schriebenen Farbstoffklasse durch Anwen dung von Neutraldampf, -und. zwar ohne die bei den bisherigen Verfahren auftretenden Nahteile, wie vorzeitige oder unvollständige Fa.rbstoffbildung oder Geruchsbelästigung usw., ermöglicht.
Selbstverständlich wird man - wie sieb dies für den Fachmann ohne weiteres ergibt - zur Erzielun- des vollen Farbwertes die zur Lösung benötigten Laugenmengen je nach Zusammensetzung der Farbstoffkomponenten gegenüber dem für die Säuredampfentwiek- lung üblichen Rezept etwas reduzieren Lind die Menge an Entwieklersubstanz den Eigen schaften der jeweiligen Druckpaste möglichst anpassen.
Die erfindungsgemässen Drtickpast@,,n eignen sich zum Bedrucken sämtlicher nati- ver, vegeta.biliseher und animalischer Fasern, wie z. B.
Baumwolle, -Wolle und Seide, sowie von Kunstfasern, wie Zellwolle, Viscosekunst- seide, Kupferkunstseide und Mischungen derselben im Schablonen- und Maschinen druck, wobei man -egenüber den.
bis anhin für das Neutraldämpfen benützten Entwiek- lungsvorschriften, bei denen flüchtige Amine verwendet werden, im vorliegenden Falle einen geruchlosen Entwickler anwendet, wo durch sich die oft beanstandete Belästigung des Personals in den Drucksälen vermeiden lä.sst. Da die in der erfindungsgemässen Diuickpa.ste vorliegenden Imide nicht- flüchtig und ferner unschädlich sind, greifen sie die Haut nicht an.
Darüber hinaus besitzen sie keinerlei korrodierende Eigenschaften gegen über den Apparaten der Druckereien.
Folgende Beispiele mögen einige der bei- spielsweise für Baumwolle und Zellwolle im Film- und Roulea.uxdruck in Frage kom- menden, neuen Drticlzpast.en illustrieren.
Beispiel <I>1</I> 60 g einer Mischung aus Di-aeetoacet-o- tolidid und der Diazoaminoverbindung aus diazotiertem 4-Chlor-2-amino-toluol und 2 Carboxv-5-sulfo-anilin werden mit 15 g Na tronlauge<B>380B6,</B> 50g Monoäthylglykolund 325 g weichem, lauwarmem Wasser angeteigt und gelöst.
Diese Lösung wird in 500 g einer Ver dickung, z. B. Stärke-Tra.gant, eingerührt. Hierauf werden 50 g Bernsteinsäureimid ein gestreut und durch kurzes Verrühren gelöst. Man erhält. so eine beständige Druckpaste, die sieh wie folgt verwenden lässt: Man druckt, trocknet und dämpft je nach Diuiekeinriehtung 5-15 Min. neutral, spült, seift kochend, spült und stellt fertig.
Man erhält ein klares, volles Gelb, welches dem nach dem Säuredampfverfahren erziel ten Ausfall entspricht. <I>Beispiel 2</I> Man löst 50 g eines Gemisches aus 1-(2',3'- Oxy-naphthoyl-amino)-2-methoxy-benzol und der Diazoa.minoverbindung aus dianotiertem 4-Clilor-3-anino-benzotrifl:uoi-id und 2-Carb- oxy-4-sti.lfo-äthylanilin mit 20 g Natronlauge 38"B6, 50 g Alkohol und 350 g weichem Wasser.
Die erhaltene Lösung wird in 500 g einer Verdickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt und dann werden 30 g Bernsteinsäureimid ein,-estreut und durch Umrühren gelöst, Bei Verwendung dieser Druckpaste gemäss Beispiel 1 erhält man ein lebhaftes Orange, welches dem nach dem Säuredampfverfahren erzielten Ausfall entspricht.
<I>Beispiel 3</I> 60 g eines Gemisches aus 1-(2',3'-Oxy- naplitlioyl-ainino)-2-.äthoxy-benzol und der Diazoaminoverbindung aus dianotiertem 4- Cliloi=2-amino-tolttol und 2-Ca.rboxy-5-sulfo- anillin werden mit. 15 g Natronlauge 38 Be, 50g Dioxydiäthylsulfid und 330 g lauwar mem, weichem Wasser angeteigt und gelöst.
Diese Lösung wird in 500 g einer Ver dickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 45g Bernsteinsäureiiiii(1 in die Druckpaste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein bla.tistichiges Scharlaeli, welches dem nach dein Sä:uredampfverfahren erzielten Ausfall entspricht. Beispiel <I>4</I> Man löst 50 g einer Mischung aus l.-(2',3'- Oxy-napht.hoyl-aniino)-2-methoxy-benzol und der Diazoaminoverbindung aus diazotiertem 3-Chlor-6-methoxy-anilin und Methylamino- essigsäure in 15 g Natronlauge 380B6,
50 g Monoäthylgly kol und 340 g weichem Wasser.
Diese Lösung wird in 500 g einer Ver dickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 45g Phthalsäureimid in die Druckpaste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein brillantes, blaustichiges Rot.
<I>Beispiel 5</I> 60 g einer Mischung aus 1-(2',3'-Oxy- naplithoyl-amino)-2-methoxy-benzol und der Diazoaminoverbindung aus dianotiertem 2,5- Dichlor-anilin und 2-Carboxy-4-sulfo-ätliyl- anilin werden mit 20g Natronlauge 3811B6 und 50 g Mono:äthylglykol sowie 325 g wei chem Wasser gelöst.
Diese Lösung wird in 500 g, einer Ver- dic11-ung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 45g Bernsteinsäureimid in die Druckpaste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein leuchtendes, gelbstichiges Scharlach, welches dem nach dem Säure- dampfverfahren erzielten Ausfall entspricht. <I>Beispiel 6</I> Man löst 40 g eines Gemisches aus 1-(2',3' Oxy-na.phtlioyl-a.mino) -2-m,ethyl-benzol und der Diazoaminoverbindung aus dia.zotiertem 4-Chlor-2-amino-tohlol und Methylamino- essigsäure mit 15 g Natronlauge 38 B6, 50 g Diozydiäthylsulfid und 365 g lauwarmem Nasser.
Diese Lösung wird in 500 gl einer Ver- dickunc, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 30 g Bernsteinsäureimid in die Druekpaste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält. ein klares Rot, welehes dem nach dem Säuredampfverfahren erzielten Ausfall entspricht. <I>Beispiel</I> 40 g eines Gemisches aus 2',
3'-Oxy-nap@i- thoyl-aniino-benzol und der Diazoaminover- bindung aus diazotierteni \? - Metlioxy - 4 - benzoy lamino - 5 - methy 1-a-nilin und i4letliy1- aminoessi-säure werden mit 25 g i\Ta-tronlae"-e 38 Be, 50 ;
, llonoä.thylglykol und 355 g wei chem Wasser gelöst.
Diese Lösung wird in 500 - einer Ver- dickun,-, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 30 g Bernsteinsä.ureimid in die Druel:paste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein schönes, kräftiges Violett., welches dem nach dem Säureda.mpfverfahren erzielten Ausfall entspricht.
<I>Beispiel 8</I> .50 g eines Gemisches aus 1-(?',@ -Oz;-- naphthoyl-amino-\3-methy 1-benzol und der Di- a.zoaminoverbindung aus .diazotiertem 4-Chlor- ?-amino-toluol und 1-lethy-laminoessigsä:ire werden mit. 15g Natronlauge<B>38>B6,</B> 50 g Alkohol und 350 g weichem, lauwarmem Wasser angeteigt und gelöst.
Diese Lösung wird in 500 g einer Ver dickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden 35 g N-Methy lbernsteinsä.ui e- imid in die Drucl,-paste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein brillantes, -elbstichi"es Rot.
Beispiel <I>9</I> Man löst 40 g einer Mischung aus n';3 = Oxy-naphtlioyl-amino-benzol und der Dia.zo- aminoverbindun(Y aus diazotiertem 2,5-Diii.t.h- o.xy-4-benzoyIamino-anilin und Methyiamino- äthansulfosäure mit ?5 g Na.ti@onla.uge 38 he, 50 g Alkohol und 360 weichem, lauwarmem Wasser.
Diese Lösung wird in 500 - einer V er dickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf werden '?5 -- Bernsteinsäureiniid in die Drulckpaste .eingestreut und dureh kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein klares, neutrales Blau. Beispiel <I>10</I> 50 - einer Mischung aus 1-(2',3'-Ozy- na.plithoyl-amino)-?-ä.tho-xy-ben7o1 und der Diazoaminovei-bindung aus diazotiertem 4 Clilor 9-amino-toluol und llethylaminoessig- säure werden in 15 g Natronlauge 38 Be, 50 g Monoäthy lzly lzol,
und 345 g weichem Wasser gelöst.
Diese Lösung wird in 500 g einer V er- dickung, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt. Hierauf erden 40 g Bernsteinsäureimid in die Dreckpaste eingestreut und durch kurzes Verrühren gelöst..
Man erhält ein kräftiges, bla.ustiehiges Seliarlaeh, welches dein nach dem Säure- dampfverfahren erzielten Ausfall entspricht. Beispiel <I>11</I> 60 - eines Gemisches aus 1-('",3'-Ozy- naphthoyl-amiiio)
-?-metliyl-benzol und der Diazoaminoverbindung aus diazotiertem 2- Amino-5-nitro-toluol und ?-Carboxy-4-selfo- ä.thy lanilin werden in \?0 g Natronlauge 38 B6, 50g llonoäthi-1g-lykol und 320 g wei- ehein Wasser gelöst..
Diese Lösung wird in 500 g einer Ver- diekun-, z. B. Stärke-Tragant, eingerührt, hierauf werden 50 - Bernsteinsäureimid in die Druckpaste eingestreut. und durch kurzes Verrühren gelöst.
Man erhält ein klares, schönes Bordeaux-.