CH255669A - Verfahren zum elektrischen Schmelzen von Glas. - Google Patents
Verfahren zum elektrischen Schmelzen von Glas.Info
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Description
Verfahren zum elektrischen Schmelzen von Glas. Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrischen Schmelzen von Glas, bei welchem der Strom der Glas- ,schmelze durch Graphitelektroden zugeführt wird, wobei durch die Joulesche Wärme des bindurchveschickten Stromes das Glas: er hitzt wird.
Es ist eine bekannte Erscheinung, dass bei Solchen Verfahren längs der Elektrodenober- fliichen Gase entstehen. Die sich entwickeln den Gasei haben das Bestreben, sich durch die über den Elektroden befindliche Glasschmelze in Form von Blasen zu entfernen. Aus ver schiedenen Gesichtspunkten ist dies schäd lich.
Durch die in das Glas gelangenden Glas blasen, und zwar insbesondere dann, wenn dieselben am Ende des Schmelzprozesses, bereits in geläutertes Glas gelangen, wird die Qualität des Glases stark herabgesetzt. Zum Vermeiden dieser Erscheinung musste man hei kontinuierlichen Verfahren den Lä,ute- rungsprozessauf eineOfenzonebeschränken,in -elchen keine Elektroden vorhanden waren und demzufolge das hier befindliche Glas Wärme l,loss durch Wärmedeitung, beziehungsweise Strahlung erhielt, und wenn dies nicht aus reicht,
so hat man die Läuterungszone des Ofens mit einer besonderen zusätzlichen Heizung versehen müssen. Bei intermittie- renden Verfahren durfte man die Elektroden während der Läuterungsperiode nicht mit Strom speisen. Die sich entwickelnden Blasen hindern den Stromdurchgang zwischen Elektrode und Glas, wodurch an den übrigen Elektroden stellen, an welchen das Glas mit dem Gra phit in Berührung bleibt, die lokale Strom dichte zunimmt, wodurch eine lokale Über hitzung des Graphits entsteht.
Das überhitzte Graphit hat das Glas stark verfärbt, so dass auf diese Weise bloss ein Glas minderer Qua lität von gelber, beziehungsweise- grüner Farbe entnommen werden konnte.
Zum Vermeiden dieser Nachteile ist be reits ein Verfahren bekannt, bei welchem eine Gra.phitelektrode verwendet wird, in der eine axiale, nicht durchgehende Bohrung vor handen ist, welche an dem ins Freie heraus geführten Ende der Elektrode mit einem Raume von auf den atmosphärischen bezogen niedrigeren Druck verbunden ist. Die sich entwickelnden Gase wurden hierbei durch die poröse Elektrodenwand hindurch in die Elektrodenbohrung hereingesaugt und von dort entfernt.
Man hat auch das offene Ende der Elektrodenbohrung mit dem freien Luft raum verbunden und die Gase so ins Freie geführt beziehungsweise hat man die Boh rung mit einem mit neutralem Gas gefüllten Raum verbunden. In der Praxis zeigte es sich nämlich, dass, wenn die Bohrungen sich nach der freien Luft öffneten, der in die Elektro- denbohrungen gelangende Sauerstoff das Graphitmaterial der Elektroden angegriffen hat.
Wenn hingeben in der Elektroden- bohrung ein verminderter Druck aufrecht erhalten worden ist, wurde das Glas in die Elektroden hineingesaugt, wodurch ihre Po rosität vermindert wurde. Die zum Aufrecht erhalten des verminderten Druckes nötigen Vakuumleitung und andere Hilfseinrichtun gen sind kompliziert.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist ge kennzeichnet durch die Verwendung von min destens einer Elektrode, deren Parosität, An ordnimg und Abmessungen so gewählt wer den, dass die sich an der Elektrodenober- fläche entwickelnden Gase in ihrer ganzen Menge durch den vom Ofen herausragenden Teil der Graphitelektrode, deren Querschnitt durch keine Bohrung geschwächt ist, ins Freie entweichen.
Es wurde nämlich gefunden, dass die Po rosität der verschiedenen Graphitsorten so gross ist, dass erhebliche Gasmengen unter einem kleinen Druckgefälle durch die Poren hindurchgepresst werden können.
So konnte z. B. bei einem Druck von 100 mm Wassersäulen eine Menge von unge fähr 60 cm' normaler Luft pro Minute zwi schen den beiden Stirnflächen eines Graphit würfels von einem Zentimeter Seitenlänge hindurchgepresst werden. Die hindurchgelan- gende Luftmenge ist bekanntlich proportio nal dem Druckunterschied und dem Quer schnitt und umgekehrt proportional der Schichtdicke.
Die ursprüngliche Porosität des Graphits kann durch eine in Luft erfolgende Er hitzung desselben erheblich erhöht werden. So z. B. wurde die Luftdurchlässigkeit des erwähnten Probestückes nach einer einige Minuten in der Luft erfolgten Heizung auf eine Temperatur von ungefähr 1200 C mehr als vervierfacht. Die Erhitzung kann auch in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre auf eine die Rotglut übersteigende Temperatur erfolgen.
Bei Elektrolyse des Glases wird der Über- druck der sich auf der Oberfläche der z. B. stabförmigen Graphitelektrode entwickeln den Blasen durch den hydrostatischen Druck der über der Elektrode befindlichen ge- schmolzenen Glasschicht bestimmt.
Ist die sich entwickelnde Gasmenge kleiner als die, welche durch die Graphitelektrode bei dem durch die Niveauhöhe der Glasschmelze be stimmten Druck weggeleitet werden kann, so wird auf der Elektro,denoberfläche überhaupt keine Blasenbildung wahrnehmbar, da die entstandene Gasmenge durch die ursprüng lich vielleicht nur mikroskopisch sichtbaren Poren hindurch restlos ins Freie entweichen kann, ohne dass sie imstande wäre, das ge schmolzene Glas vom Graphit zu verdrängen und auf der Elektrodenaberfläche Blasen zu bilden.
Mit Rücksicht auf die verhältnis mässig hohe Viskosität des geschmolzenen Glases können auch recht erhebliche Poren enthaltende Graphitstäbe oder Platten als Elektroden verwendet werden, ohne dass das Eindringen von geschmolzenem Glas in den Elektrodenkörper zu befürehten wäre.
An der Elektrodenoberfläche wird erfah rungsgemäss eine wesentlich kleinere Gas menge befreit, als dem ganzen hindurch fliessenden Strom entsprechen würde. Auf Grund des Faradayseher Gesetzes scheiden sich bei Verwendung von Gleichstrom auf der Anode bei einer Strommenge von 96,54e) Coul'omb, 11.2 Liter Sauerstoff ab. Dies würde mit dem Graphitmaterial der Elek trode in eine Verbindung eingehend .einer Menge von 22,4 Liter CO entsprechen.
Bei einem Wechselstrombetrieb wäre zu erwar ten, dass sich die bei der Elektrolyse aus scheidenden Gasbestandteile sofort wieder verbinden, so dass keine Gasentwicklung ent stehen könne. Demgegenüber fanden wir, öass die Wiederverbindung nicht vollkommen vor sich geht, sondern dass ein kleiner Teil der auf den Gleichstrombetrieb errechneten Gasmenge frei wird; diese Menge beträgt unter den praktisch vorliegenden Verhält nissen 1-10% .
Wir fanden weiter, dass unter gleichen Bedingungen und gleicher Stromstärke dieser Wert bei kälterem Glas von grösserer Viskosität grösser, bei wärme rem, flüssigerem Glase hingegen kleiner ist.
Auf Grund der zu erwartenden Gasmenge und -der Gasdurchlässigkeit der Graphitelek- iroden können die Elel@trodena.bmessungen und die Tiefe festgestellt werden, in welcher die Elektroden unter der Glasoberflä ehe nnt.ergebraelit werden müssen, damit alles Gkidurch die Elektroden abgeführt werden bann. In der Praxis zeigte sieh,
dass gewöhn- lieii die ganze auf den Elektroden entwickelte (_sasmen@;e mit Hilfe eines Druckes, der hlf-iner als 3000 mm Wassersäule ist, ins l#'i-ui" gnt"rieben wird.
Wenii über den Elektroden im Betrieb r',och noch Blasenentwicklung festzustellen i-t, kann auch nachträglich durch eine Er- bi;liuiig des Glasniveaus Blasenfreiheit er zielt werden.
Bei der Durcliführunt- des Verfahrens in einem mit einem Strom von 500<B>A</B> belast- Laren Ofen hat es sich (auf Grund ander- @eitiger Erwä bungen) erwiesen, dass der Elehtrodendurchmes.ser zweclzmässi", 70 mm zu sein hat.
Die Elektrode wurde in den Ofen so eingebaut:, dass ein 300 mm langes Stuck derselben mit dem geschmolzenen (-glas in Berührung kam, ein 300 mm langes Stück derselben luftdicht in. die Ofenwand iIngehaut wurde und schliesslich ein 400 mm hinge; Stück mit der freien Luft in Berüh- i-un" stand.
Eine Probe des Elektroden <U>zeigt,</U> nach entsprechender Wärme- 4li.Undlung, zwischen den beiden Stirn- l'lüchc#n eines Würfels von 1 cm Seitenlänge 1 .ei f#ini-ni Druchun terschied von 100 mm Wassersäule eine Durchlässigkeit von ?00 ein' Luft pro Minute.
Durch den mittleren, luft licht ahe-chlossenen Teil der Elektrode, flez#sfn Querselinitt 38,6 em2 und dessen Liin@gr@ 30 ein beträgt, können somit ?60 cm\ Luft pro Minute bei einem Druckunterschied ,:an <B>100</B> mm -Wassersäule hindurchtreten.
13)ei der bei. Durchführung des Verfahrens ;iiif der Graphitoberfläche im Ofen auftreten- den Temperatur von ungefähr l500 C be trägt die Menge des sich auf den Elek troden entwickelnden Gases im Mittel etwa 2.10-' cm /Coulomb. Bei einer Stromstärke von 500 A ergibt das pro -Minute eine Gas menge von 600 cm'.
Da die Graphitelektrode bei einem Wasser säulendruck von 100 mm pro Minute 260 cm' Gas wegleiten kann, muss die Elektrode in der Glasschmelze so untergebracht werden, dass der hydrostatische Druck über ihrer obern Erzeugenden einer Wassersäule von 930 mm entspricht.
Wird nun in Betracht gezogen, dass das spezifische Gewicht des zu schmelzenden Glases gleich 2,4 ist, folgt, dass, wenn die obere Erzeugenden der Elektrode um<B>100</B> mm unter dem Glasniveau angeordnet wird, ein blasenfreier Betrieb aufrechterhalten werden kann.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum elektrischen Schmelzen von Glas, bei vaelchem der Strom der Glas- schmelze mit Hilfe von Graphitelektroden zugeführt wird, gekennzeichnet durch die Verwendung mindestens einer Elektrode, deren Porosität, Anordnung und Abmessun gen so gewählt =erden, dass die sich an der Oberfläche derselben entwickelnden Gase in ihrer ganzen Menge durch den vom Ofen herausragenden Teil der Graphitelektrode,deren Querschnitt, durch keine Bohrung ge- sc"hwä.cht ist, ins Freie entweichen. UN- TERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss die auf der Elektrode frei werdende Gasmenge durch einen Druck, welcher niedriger als 3000 mm Wassersäule ist, durch die Graphitelektrode hindurch ins Freie getrieben wird.
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