Antrieb für eine Registriervorrichtung an Waagen.
Die Erfindung bezieht sich auf einen An llieb für eine R. egistriervorrichtung an Waa- gen mit einer Kraftquelle, deren Wirkung ve r hindert ist, solange der Wiegemechanismus "'ich in Bewegung befindet. Die Kraftquelle wird zur Ausf hrung eines Registriervorgan ge freigegeben, wenn die Gleichgewichts lat, der Waage erreicht ist. Eine bekannte Antriebsvorrichtung dieser Art hat zahlreiche Nachteile, die darauf beruhen, dass als Kraftquelle ein Elektromotor und in Ver bindung damit elektrische Schalt-oder Steuerkontakte benutzt werden. Zunächst ist die Vorrichtung an das Vorhandensein von elektrischem Strom gebunden.
Setzt die Strom- lieferung infolge von Störungen im Netz oder aus andern Gründen tage-oder stunden welse aus, dann kann die Vorrichtung solange nicht, benutzt werden. Dasselbe ist bei Störungen in den Leitungen der internen, den Elektromotor enthaltenden Anlage der Fall.
In Orten, die nicht an ein Stromnetz angeschlossen sind, ist sie berhaupt nicht brauchbar. Ein-e wesentliehe Schwierigkeit ergibt sich auch aus der Versehiedenheit der Strom- arten und Spannungen an verschiedenen Orten, da diese unterschiedliche Elektromoto- ren bedingen. Bei Anwendung in Müllerei- oder andern Betrieben mit staubhaltigerLuft werden die Schalt-und Steuerkontakte sehr schnell verschmutzt, so dass der ordnungs- mässige Betrieb der Vorrichtung gest¯rt wird.
Der gleiche Mangel tritt in feuchten Räu- men durch Oxydation der Kontakte auf. Dadurch, da¯ die unmittelbar vom Wiegemechanismus beeinflussten Schalt-oder Steuerkontakte sich bei den Schwingungen und Sto- ssen, denen die Waage und der Wiegemeeha- nismus ausgesetzt sind, sich offnen und d schliessen, läuft der Antriebsmotor unregel- mässig, wodurch eine unrichtige Registrierung hervorgerufen wird.
Alle diese Ubelstände sind bei dem den Erfindungsgegenstand bildenden Antrieb für eine Registriervorrichtung an Waagen da- durch vermieden, daB als Kraftquelle ein Federmotor vorhanden ist, dessen Feder f r jeden Registriervorgang von Eand gespannt bzw. aufgezogen werden muss. Die Feder des Motors, z. B. eine Spiralfeder, ist vorzugsweise in einer Trommel angeordnet, wobei ihr eines Ende an der Innenwand der Trommel. das andere Ende dagegen an einer Aufzieh- welle befestigt ist, um welche die Trommel sich drehen kann.
Die Trommel weist hierbei einen vorspringenden Nocken auf, der mit einem vom Wiegemechanismus beeinflussten Verriegelungsorgan zusammenwirkt, welches die Trommel und damit die Feder verblockt, solange der Wiegemechanismus sich in Bewegung befindet. und freigibt, wenn die Gleichgewichtslage der Waage erreicht ist.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstan- des, wobei lediglich die f r das Verständnis der Erfindung notwendigen Teile wiedergegeben sind.
Es zeigen :
Fig. 1 die Antriebsvorriehtung in Seitenansicht mit teilweisem Schnitt. in der Ruhestellung bei unbenutzter Waage,
Fig. 2 die gleiche Vorrichtung in einer Stellung, in der der Federmotor infolge der durch Auflegen einer abzuwiegenden Last hervorgerufenen Schwingungen des Wiege- mechanismus verblockt ist,
Fig. 3 ebenfalls diese Vorrichtung, jedoch in einer Stellung, in welcher die Ver blockung infolge Erreichens der Gleich- gewichtslage der Waage aufgehoben ist und der Federmotor zu laufen begonnen hat.
1 ist der Wiegehebel einer Waage, insbesondere einer Neigungswaage. Der Hebel ist mittels einer Stange 2 mit dem Kolben 3 eines Flüssigkeitszylinders 4 gekuppelt. Des- sen Zylinderraum, ist oben und unten mit dem Raum von zwei neben dem Zylinder 4 : angeordneten Zylindern 5 und 6 verbunden, in denen Eolben 7 und 8 sich befinden. Die Kolben 7 und 8 sind je durch eine Stange 9 bzw. 10 mit dem seitwärts gerichteten Arm 11 bzw. 12 eines Winkelhebels 11, 15 bzw.
12, 16 gekuppelt, dessen anderer Arm 15 bzw. 16 aufwÏrts gerichtet ist. Von den beiden Winkelhebeln wird der eine durch das Gewicht seines Armes 11 und der andere durch ein Gegengewicht 18, das an einem dem Arm 12 gegenüber angeordneten zusätzlichen Hebelarm 17 befestigt ist, gewohnlich in der in Fig. 1 gezeichneten Ruhelage gehalten, in denen sich die Arme 11 und 17 a ; uf feste Anschläge stützen. Die Winkel- hebel 11, 15 und 12, 16 sind um zwei in gleicher Höhe angeordnete Zapfen 13 und 14 drehbar. Ihre aufwärts gerichteten Arme 15 und 16 sind kreisausschnittförmig gestaltet und halhen gleiche Länge, so da¯ ihre bogenförmigen Oberkanten auf gleicher Höhe liegen.
Die Winkelhebel 11, 15 und 12, 16 dienen zur Verblockung eines um eine Achse 21 drehbaren doppelarmigen Hebels 20, 20A, dessen Arm 20A ein kleines, einstellbares Gegengewicht 22 zum teilweisen Ausgleich des Gewichtes des Armes 20 trägt. Die Ver blookung geschieht durch Zusammenwirken der bogenförmigen Oberkanten der Hebelarme 15, 16 mit einem am freien Ende des Hebels 20 vorgesehenen Anschlagza, pfen 19.
In der in Fig. 1 gezeigten Ruhestellung der Winkelhebel 11, 15 und 12, 16 stehen deren Arme 15, 16 so, dass zwischen ihnen ein Schlitz vorhanden ist, in den der Zapfen 19 unter dem Einfluss des Gewichtes des Hebelarmes 20 eintreten kann. Sind die Winkelhebel aus ihrer Ruhelage entfernt, was über die Kolben 7 und 8 in den Zylindern 5, 6 dann geschieht, wenn der Wiegehebel 1 durch Auflegen einer Last auf die Waage ins Schwingen gekommen ist, dann legen ihre Arme 15 bzw. 16 sich mit der Bogen- kante unter den Zapfen 19, wodurch der Hebelarm 20 gegen Abwärtsbewegen ge- sperrt ist.
Der Hebel 20, 20A dient seinerseits zum Verblocken eines zweiten doppel armigen Hebels 23, 27, der um eine Achse 24 drehbar ist und sich unter dem EinfluB des Gewichtes seines Armes 23 zu drehen sucht. Die Verblockung geschieht dadurch. da¯ eine am Hebel 20, 20A vorgesehene Nase 26 sich in der in Fig. 1 gezeigten normalen Ruhestellung dieses Hebels unter das freie Ende 25 des-Hebelarmes 23 legt. Der Hebel 23, 217 dient als Verriegelung g fiir die drehbare Trommel 29 eines Federmotors, und zwar geschieht die Verriegelung hier in der Weise, da¯ das freie Ende des Hebelarmes 27 sich in der in Fig. 1 gezeigten normalen Ruhestellung des Hebels 23, 27 vor einen am Umfang der Trommel vorgesehenen radialen Nocken 28 legt.
Die beiden Hebel 20, 20A und 23, 27 werden, solange der Federmotor nicht aufgezogen ist, durch ein Gewicht 37 in ihrer in Fig. 1 gezeib ten normalen Ruhe-oder Sperrstellung. gehalten.
Das Gewicht 37 sitzt an einer senkrechten Stange 38, die durch eine Querstange mit zwei weiteren senkrechten Stangen 42, 43 verbunden ist. Diese beiden Stangen sind durch Zapfen und Längssehlitze mit den Armen 20A und 27 der Hebel 20, 20A und 23, 27 gekuppelt, derart, dass die genannten Hebelarme durch das Gewicht belastet sind, wenn dieses frei hÏngt. Die Schlitze gestatten es, das Gewicht anzuheben und dadurch die Hebel von der Gewichtsbelastung za befreien, so dass das durch das Gewicht der Hebelarme 20 bzw. 23 gegebene Drehmoment dieser Hebel zur Wirkung kommen kans.
Die Trommel 29 enthält eine als Kraftquelle f r den Antrieb einer Registriervor richtung (z. B. eines Druckwerkes mit auf da. von der Waage angezeigte Gewicht ein zustellenden Typenrädern, eines Addierwer- ken oder einer ähnlichen bei Waagen bekann- fen Registriervorrichtung) dienende Spiralfeder 30. Diese ist mit ihrem Ïu¯ern Ende an der innenseite des Trommelmantels und mit ilirem innern Ende an einer Welle 31 be festigt. auf der die Trommel 29 drehbar lagert. Die Trommel 29 ist mit der anzutrei- benden Welle der Registriervorriehtung bye- kuppelt.
Die Welle 31, die ihrerseits eben fall.- ! drehbar gelagert ist, kann mittels einer Handkurbel 44 gedreht werden, um die Feder 30 aufzuziehen. Sie wird nach erfolg- tem Federaufzug in ihrer Spannruhestellung durch eine unter Federwirkung stehende Sperrklinke 45* die hinter einen Ansatz 46 der Kurbel 44 greift, gesperrt. Die Klinke 4 gestattet eine Drehung der Welle 31 im Sinne des Aufziehens der Feder 30, wohin gegen cde eine entgegengesetzte Drehung verhindert, so dass die gespannte Feder sich nur im Sinne der Drehung der Trommel 29 auswirken kann.
Die Welle 31 trägt einen ra (lialell Hubnoeken 39, der bestimmt ist, mit dem aufwärts gerichteten Arm 33 eines bei 34 drehbar gelagerten Winkelhebels 33, 35 zusammenzuwirken, dessen anderer, seitwÏrts gerichteter Arm 35 dazu dient, beim Aufziehen der Feder 30 das Gewicht 37 an znheben und dadurch die Hebel 20, 20 A und 23. 27 von diesem Gwieht zu entlasten.
Das Anlieben des Gewichtes 37 geschieht durch Zusammenwirken des seitwÏrts gerichteten Armes des Hebels 33, 35 mit einem an der Stange 38 befestigten Anschlag oder Stellring 36. Oberhalb des letzteren trÏgt die Stance 38 noch einen zweiten Anschla odeur Stellring 39 f r das Zusammenwirken mit einer bei 40 gelagerten Sperrklinke 41, die dazu dient, das Gewieht 37 in angehobener Stellung festzuhalten. Diese Klinke 41 fÏllt unter Wirkung einer Feder selbsttati-g ein und kann beim Ablaufen des Federmotors, also bei der Drehung der Trommel 29 durch den daran vorgesehenen radialen Nocken 28 ausgerüekt werden, indem dieser dann im Vorübergehen auf einen kurzen Auslösearm der Klinke 41 driiekt.
In Fig. 1 befinden sich alle Teile in der Stellung naeh Beendigung eines Registrier- vorganges. Der Federmotor ist abgelaufen und die beiden Hebel 23, 27 und 20, 20A werden durch das Gewicht 37 in ihrer Sperrstellung gehalten, in welcher der Hebelarm 27 vor dem Nocken 28 der Trommel 29 und die Nase 26 des Hebels 20, 20A unter dem Ende 25 des Hebelarmes 23 liegt. Die aufrechten Arme 15, 16 der mit den Kolben 7 und 8 gekuppelten Winkelhebel 11, 15 und 12, 16 lassen zwischen sich einen Schlitz zum Eintritt des Anschlagzapfens 19 des Hebelarmes 29 frei. Die Kolben 3, 7 und 8 in den Zylindern 4, 5, 6 stehen etwa in gleicher Hohe.
Legt man eine abzuwiegende Last auf die Waagschale, dann gerät der Wiegehebel l in Schwingungen, mit der Folge, dass der Kolben 3 im Zylinder 4 sich auf- und abbewegt.
Diese Kolbenbewegung wird durch die Fl s sigkeit in den miteinander verbundenen Zylindern 4, 5 und 6 auf die Kolben 7 und 8 übertragen, die sieh deshalb, soweit es die mit den Winkelhebeln 11, 15 und 12, 16 zusammenwirkenden festen Anschläge erlauben, ebenfalls auf-und abbewegen. Die Folge davon ist ein Verschwenken der Winkelhebel, wodurch der Schlitz zwischen den beiden aufwÏrts gerichteten Armen 15, 16 verschlossen wird (siehe Fig. 2).
Bei der Aufwärtsbewe- gung des Kolbens 7 legt sich die Bogenkante des Armes 15 des Winkelhebels 11, 15 unter den Ansehlagzapfen 19. wahrend sich bei der Abwärtsbewegung des Kolbens 8 die Bogen kante des Armes 16 unter den Anschlagzapfen 19 legt, so daB der Hebel 20, 20A gegen Herausdrehen aus der Sperrstellung verblockt ist. In Fig. 2 ist die Stellung der Winkel- hebel 11, 15 und 12, 16 bei verschiedenen Kolbenstellungen gezeigt. In Wirklichkeit kehrt dann, wenn der Winkelhebel 12, 16 sich in die Verblockungsstellung dreht, der Winkelhebel 1, 1, 15 in seine Ruhestellung zurück, und umgekehrt.
Nach dem Auflegen der zu wiegenden Last wird die Feder 30 durch Drehen der Welle 31 mittels der Handkurbel 44 aufgezogen. Dabei hebt der Nocken 32 an der Welle 31 ber den Winkelhebel' 33, 35 das Gewicht 37 an, das durch Zusammenwirken der : Clinke 41 mit dem Anschlag 39 in angehobener Stellung festgehalten wird (Fig. 2). Die Hebel 20, 20A und 23, 27 sind nun vom Gericht 37 entlastet, so dass das aus s dem Übergewicht ihrer Arme 20 und 23 sich ergebende Drehmoment zur Wirkung kommen kann. Ein Verdrehen der Hebel kann aber, so lange der Wiegebalken 1 noch schwingt, wegen der Verblockung des Hebels 20, 20A durch die mit den Kolben 7 und 8 verbundenen Winkelhebel 11, 15 und 12, 16 nicht stattfinden.
Sobald jedoch nach Erreichen der Gleichgewichtslage der Waage der Wiegehebel l zur Ruhe gekommen ist, kehren die Winkelhebel 1. 1, 15 und 12, 16 unter dem Einfluss des Gewichtes des Hebelarmes 11 und des Gegengewiehtes 18 in ihre Ruhestellung zurück, in welches. der Schlitz zwisehen ihren Armen 15, 16 geöffnet ist (Fig. 3). Der Hebel 20, 20A kann sich nun mit seinem Arm 20 abwiirts-drehen, wodureh seine Nase 26 das Ende 25 des Hebelarmes 2'3 freigibt, so da. nun auch der Hebel 23, 27 sich mit seinem Arm 23 abwärts dreht.
Dabei gibt der kürzere Hebelarm 27 den Nocken 28 der Federtrommel 2'9 frei, die nun durch die gespannte Feder 3'0 gedreht wird. Der Federmotor treibt jetzt die Regístriervorrich- tung zur A. usftihrung eines Registriervorgan- ges (z. B. zum Einstellen der Typen eines
Druckwerkes und zum Abdruck des von der
Waage. angezeigten Gewichtes) an. Bei der
Drehung der Trommel ruckt deren Nocken
28 die Sperrklinke 41 aus, so daB das Ge wicht 37 frei wird und herabsinkt (Fig. 3).
Dadurch werden über die Stangen 38, 42 und 43 die Hebel 20, 2hA und 23, 27 in ihre
Sperrstellung (Fig. 1) zur ckgebracht, so da¯ der Nocken 2'8 nach Vollendung einer Um drehung der Trommel 29 an den Arm 27 des durch die Nase 25 des Hebels 20, 20 A erneut gesperrten Hebels 23, 27 st¯¯t, wodurch die
Trommel festgehalten, der Federmotor also stillgesetzt wird. Es ist nun die Stellung nadh Fig. 1 wieder erreicht.
Nat rlich beschrÏnkt sich die Erfindung nicht auf das dargestellte Beispiel, vielmehr sind mancherlei Abänderungen desselben möglieh.