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Schüttungsreguliereinrichtung für elektrisch gesteuerte automatische
Durchlaufwaagen
Wenn automatische Durchlaufwaagen zum Verxviegell von bestimmten
Alassengütern v erwendet werden, so müssen die Inrtervalle von einer Waagenentleerung
zur andern gesteuert werden.
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Zu diesem Zwecke sind verschiedene mechanische und elektrische Schüttungsregler
bekannt.
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Erstere haben den Nachteil, daß sie nicht fernbetätigt werden können.
Sie sind also an die Disposition der Waagen gebunden, so daß sie zur Bedienung sehr
unbequem und unübersichtlich liegen. die elektrische Steuerung bestand bis heute
darin, daß an der Waage selbst ein Entriegelungsmagnet installiert wurde. Der Takt
zum Öffnen wurde von einem Fernzeitschalter gegeben. welcher für beliebige Intervalle
eingestellt werden konnte. Sobald aller mehrere Waagen in einem bestimmten Verhältnis
zueinander und gleichzeitig miteinander arl>eiten müssen, so ist diese Alethode
infolge der zu großen Streuung der Zeitschalter sehr ungenau und in vielen Fällen
nicht mehr brauchbar. Sollen ferner die verschiedenen in einem bestimmten Verhältnis
zusammen arbeitenden Waagen mehr oder weniger leisten, so ist die Berechnung sehr
zeitrau-I,end und die Einstellung meistens Fehlern unterworfen.
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Diese Nachteile sollen durch die Schüttungsreguliereinrichtung für
elektrisch gesteuerte automatische Durchlaufwaagen gemäß vorliegender Erfindung
dadurch behoben werden, daß zur Steuerung des Entriegelungsmagnets einer oder mehrerer
Durchlaufwaagen ein Regler vorgesehen ist, der eine Mehrzahl mit Nocken versehener
drehharer Einheiten und je nach der Anzahl der Waagen ein oder mehrere mit den Nocken
zusam-
menwirkende Steuerorgane aufweist, welche je längs der Einheiten
zwecks Zusammenwirkens mit den Nocken einer beliebigen Einheit verstellbar sind
und je einen Schalter betätigen, welcher sich in einem Stromkreis für das Auslösen
des Entriegelungsmagnets der Waage befindet, um die Anzahl der Waagenentleerungen
entsprechend der Einstellung des Steuerorgans einstellen zu können.
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In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
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Fig. I zeigt eine Vorderansicht des Reglers, wobei nur die beiden
äußersten Kontaktbalken dargestellt sind, während die übrigen weggelassen sind;
Fig. 2, 3 und 4 sind waagerechte Schnitte zu Fig. I, Fig. 5 zeigt eine Seitenansicht
des unteren Endes eines Kontaktbalkens mit Konhtakten ; Fig. 6 ist eine Vorderansicht
zu Fig. 5 mit teilweisem Schnitt; Fig. 7 und 8 zeigen gleiche Ansichten wie Fig.
5 und 6, wobei der Kontaktbalken so verdreht ist, daß er den ersten Kontakt schließt;
Fig. g und 10 zeigen gleiche Ansichten wie Fig. 5 und 6 bzw. 7 und 8, wobei der
Kontaktbalken so verdreht ist, daß er beide Kontakte schließt, und Fig. 1 1 und
11a zeigen ein Schaltungsschema der Schüttungsreguliereinrichtung.
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In Fig. I bezeichnet I einen mit konstanter Drehzahl laufenden Synchronmotor,
der über ein stufenlos regulierbares Reduktionsgetriebe 2 eine Steuerwelle 3 antreibt,
auf welcher in gleichen Abständen zwanzig Nockenscheiben 4 angeordnet sind.
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Diese Scheiben 4 weisen eine von oben nach unten zunehmende Anzahl
von Nocken 5 auf, d. h. die erste Scheibe einen, die zweite zwei usw., und die zwanzigste
Scheibe 4 zwanzig Nocken 5.
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Wie aus Fig. 2 und 3 ersichtlich ist, sind im Halbkreis um die Nockenscheiben
4 in dem den Motor I, das Getriebe 2 und die Welle 3 tragenden Gestell 6 sieben
Kontaktbalken 7 längs verschiebbar und drehbar gelagert. Jeder dieser Kontaktbalken
7 trägt einen Reiter 8, der einen nach einwärts vorspringenden Ansatz 9 und einen
Griff 10 aufweist, mittels dessen er längs des Kontaktbalkens 7 verschoben werden
kann. Am oberen Ende reicht jeder Balken 7 in einen Lüftmagnet 1 1 hinein, bei dessen
Erregung der Balken 7 angehoben wird, wie es auf der rechten Seite der Fig. I gezeigt
wird. Am unteren Ende jedes Balkens 7 greift eine Zugfeder 12 einerends an, die
bestrebt ist, den Balken so zu verdrehen, daß er gegen einen festen Anschlagstift
13 in Fig. 3 anliegt. Jeder Balken 7 trägt unten ferner einen exzentrisch zu ihm
angeordneten Kontaktstift 14, dessen unteres Ende bei 15 abgeschrägt ist (Fig. 5
bis 10). Dieses abgeschrägte Ende 15 wirkt mit dem oberen von zwei Kontaktpaaren
I6, I7 zusammen, welche durch einen halbringförmigen Isolierkörper I8 getragen werden.
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Im Schaltungsschema nach Fig. II und IIa ist der synchronmotor 1,
eine Nockenscheibe 4 mit Nocken 5, die Lüftmagnete rI, die Kontaktbalken 7 in Gestalt
von Hebeln, und die Kontaktpaare I6, 17 schematisch angegeben. Jedem Kontaktbalken
7 ist ferner ein Steuerrelais 19. ein Alarmrelais 20, eine Alarmalampe 21und ein
handschalter 22, sowie eine Quecksilberwippe 23 zugeordnet, die an einer Durchlaufwaage
24 angebracht ist, die einen Entriegelungsmagnet 25 aufweist. 26 ist eiiie Alarm
glocke, die beim Einschalten irgend eines Alarmrelais zur Wirkung kommt. l)ie Lüftmagnete
und Relais werden über einen Schalter 27 und Gleichrichter 28 von der Sekundärwicklung
29 eines Transformators 30 gespeist, während die Alarmlampen 21 an eine weitere
Sekundärwicklung 31 des Transformators 30 aiigeschlossen werden. Die Primärwicklung
des Transformators 30 ist über einen Hauptschalter 32 an das Wechselstromnetz 33
angeschlossen, an welches auch die Entriegelungsmagnete 25 der \N aagen und die
Alarmvorrichtung 26 unmittelbar angeschlossen sind.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Regulicrungseinrichtung ist wie
folgt: Es werden vorerst die Reiter 8 so auf den kontaktbalken 7 eingestellt, daß
die diesen zugehörigen Waagen während einer Umdrehung der Welle 3 bzw. der Scheiben
4 eine der Anzahl Nocken 5 auf einer der Scheiben 4. auf die die Reiter 8 je eingestelltsind.
entsprechende Anzahl von Entleerungen vornehmen. Ist ein Reiter 8 z. B. so eingestellt,
daß sein Ansatz g mit den Nocken 5 der fünfobersten Scheibe 5 zusammenwirkt, so
wird die ugehörige Waa"e da diese Scheibe fünf Nocken aufweist, fünf Mal entleert.
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Jedesmal, wenn ein Nocken 5 mit einem Ansatz 9 eines Reiters 8 zusammenwirkt.
so wird der zugehörige Kontaktlialken 7 verdrcht, wie aus Fig. 2 crsichtlich ist.
ei dieser Verdrehung wirkt die schräge Endfläche 15 des Kontaktstiftes 14 auf die
Kontakte t6 und schließt dieselben (lig. 7 und S).
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Beim Schlieren des Kontaktes 16 wird das zugehörige Steuerrelais 19
(Fig. II) über folgenden Stromkreis erregt: Vom Schalter 27 über die Wicklung des
Relais 19. Kontakt 16 und Quecksilberwippe 23 zurück um Schalter 27. Das Steuerrelais
19 schließt seine drei Kontakte, von welchen der Kontakt 19' den stromkreis für
octen Entriegelungsmagnet 25 schließt. so daß sich die Waage entleren kann. Über
den Kontakt 19" bleibt das Relais 19 so lange angezogen, bis die Quecksilberwippe
23 bei der Entleerung der Waage geöffnet wird. Ferner wird über den Kontakt 19"'
des Relais 19 ein Stromkreis für den zugehorigen Lüftmagnet II geschlossen, so daß
dieser Magnet den Kontaktbalken 7 anhebt. wie es rechts iii Fig. 1 gezeigt ist.
Bei diesem Anheben liommt der Ansatz g des Reiters 8 außer Eingriff mit dem Nocken
5, so daß trotz Weiterdrehung der Scheiben 4 die Kontakte 17 nicht geschlossen werden.
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Inzwischen hat sich die Waage durch Kippen entleert. Dabei öffnet
sich die Quecksilberwippe 23 der Waage 24, wodurch das Steuerrelais 19 abfällt und
der Kontaktbalken 7 in seine Ruhelage zurückfällt. Der Votgaiig wiederholt sich,
wenn der nächste Nocken 5 der betreffenen Scheibe 4
mit dem Ansatz
9 des Reiters 8 zusammenwirkt und der Kontaktbalken 7 wieder gedreht wird. Es erfolgen
auf diese Weise so viele Entleerungen der Waage 24 während einerUmdrehung der Scheibe4,
wie diese Scheibe Nocken 5 hat.
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Befindet sich die von der zugehörigen Waage ?4 gesteuerte Quecksilberwippe
23 beim Schließen des Kontaktes I6 in Sperrstellung, weil das Schüttgewicht der
Waage nicht erreicht ist, so bleibt der Stromkreis für das Steuerrelais 19 an dieser
Stelle offen, so daß das Steuerrelais 19 nicht erregt und der Kontaktbalken 7 nicht
angehoben wird. Bei der Weiterdrehung der Scheibe 4 wird dadurch der Kontakt I7
geschlossen (Fig. g und IO). Über diesen Kontakt I7 wird ein Stromkreis für das
zugehörige Alarmrelais 20 geschlossen, über dessen Kontakt 20' die Alarmvorrichtung
26 eingeschaltet wird, während über den Kontakt 20" das Relais 20 gehalten bleibt
und über den Kontakt 20 eine Alarmlampe 21 eingeschaltet wird. Durch Niederdrücken
des zugehörigen Handschalters 22 kann der Stromkreis für das Alarmrelais 20 unterbrochen
werden, wodurch der Alarm gelöscht wird.
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Bei dem dargestellten Beispiel sind sieben Kontaktbalken 7 auf einem
Halbkreis übersichtlich in gleichen Abeständen angeordnet, die zur Steuerung von
sieben Waagen 24 dienen. An jedem dieser sieben Balken 7 kann der Reiter 8 so verstellt
werden, daß er mit den Nocken 5 einer beliebigen Scheibe 4 zusammenwirkt, wodurch
die Anzahl Entleerungen der Waagen 24 während einer Umdrehung der Scheiben 5 beliebig
von I bis 20 eingestellt werden kann. Die Anzahl der Kontaktbalken kann entslrechend
der Anzahl der zu betätigenden Schüttungswagen gewählt werden, wol)ei für jede zu
mischende Getreidesorte eine eigene Schüttungswaage zur Verfügung gestellt werden
kann. Ferner kann die Allzalll der Steuerscheilieii 4 je nach der von der ganzen
Anlage gewünschten Sclüttgeiauigkeit erhöht oder gesenkt werdeii.
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Die schüttleistung aller Waagen kann durch Einstellung des stufenlos
regulierbaren Getriebes 2 in bestimmten Grenzeii während des betriebes verändert
werden.