CH215401A - Verfahren zur Darstellung von Nucleosiden. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Nucleosiden.

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nucleosides
adenosine
phosphoric acid
nucleic acids
guanosine
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Henning Chem Pharm Werk Georg
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Henning Chem Pharm Werk Georg
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07HSUGARS; DERIVATIVES THEREOF; NUCLEOSIDES; NUCLEOTIDES; NUCLEIC ACIDS
    • C07H1/00Processes for the preparation of sugar derivatives

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Description


  Verfahren zur Darstellung von     Nueleosiden.       Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Darstellung von     Nucleosiden     durch Abspaltung von Phosphorsäure aus       Nucleinsäuren    mittels     hydrolysierenderDl        ittel.     



  Die Isolierung von     Nucleosiden    aus       Nucleinsäure    mit Hilfe von Ammoniak bei  Temperaturen von 175 bis<B>180'</B> im Auto  klaven; ist bereits versucht worden, doch wa  ren die hierbei erzielten Ausbeuten an den  )einzelnen     Nucleosiden    nur gering. Insbeson  dere war die Aufarbeitung der bei diesem  Verfahren gewonnenen Lösung recht lang  wierig und umständlich.

   Versuche bei Tem  peraturen, die unter<B>175</B> bis<B>180'</B> liegen,  c     Nucleinsäuren    durch Alkali aufzuspalten,  führten stets zur Gewinnung der     Nucleotide,     aber nicht zur Herstellung von     Nucleosiden.     Auf     ehemischem    Wege ist also die Darstel  lung von     Nucleosiden    in befriedigender Weise  bisher nicht gelungen.  



  Es ist     anderseits    auch bekannt, mit Hilfe  einer     fermentativen    Hydrolyse     Nueleoside     aus     Nucleinsäuren    in verhältnismässig guter    Ausbeute zu gewinnen. Der Nachteil dieses  Verfahrens besteht in erster Linie in der  Schwierigkeit der Darstellung des zur Spal  tung     geeigneten    Fermentes. Ausserdem muss  das verwendete Ferment nach beendeter Spal  tung durch Aufkochen aus der Lösung wie  der entfernt     werden.     



  Es wurde nun gefunden, dass     Nucleoside     auf einfachem Wege und mit guter Ausbeute  gewonnen     werden    können durch Behandlung  der     Nueleinsäuren    mit organischen Basen als       Hydrolysierungsmittel    bei erhöhter Tempe  ratur     bis    zur Abspaltung der Phosphorsäure.  



  Kocht oder erhitzt man     Nucleinsäure     längere Zeit mit     Lösungen    anorganischer  Basen, so tritt zwar eine Aufspaltung bis zu       ,den        Nucleosilden    ein; die Abtrennung der       Nucleoside    bietet aber insofern Schwierig  keiten, als die     verhältnismässig    grossen     Mien-          gen    Alkali und das bei der Hydrolyse ent  stehende     Alkaliphosphat    die glatte Kristalli  sation     des        Nucleosides,    zum     Beispiel    des       Guanosins,

      verhindern oder zum     Beispiel,die         Fällung des     Adenosinpikrates    durch die  gleichzeitige     Mtfä-llung    von     Alkalipikraten          verunreinigen.     



  Es hat sich demgegenüber als     äusserst    vor  teilhaft     herausgestellt,    als Spaltungsmittel  organische     Basen,    wie     Pyrndin,        Picolin,        Chino-          lin,    Anilin usw. zu verwenden.

   An     Stelle    der       cyklischen        Verbindungen    und deren Homo  logen oder Derivaten können auch     alipha-          tische        Basen        Verwendung        finden,    wie zum  Beispiel     Diäthylamin,        Trimethylamin    und  deren Homologe oder Derivate.

   Kocht man       Nucleinsäuren    zum Beispiel in     wässrigem          Pyridin    längere Zeit am     Rückflusskühler,    so  erreicht man eine glatte Aufspaltung zu den       Nucleosiden.    Die gleiche glatte     Aufspaltung     lässt sich in kürzerer Zeit natürlich auch im       Autoklaven    bei höherer     Temperatur    erzielen.  Die Zeitdauer der Aufspaltung ist durch den  Grad der Abspaltung von Phosphorsäure, der  sich analytisch     bestimmen    lässt, gegeben.

   Im  Gegensatz zu Alkalien lässt sich     Pyridin     durch     Abdestillieren    entfernen; bei     Verwen-          dung    dieser     Base        lässt    sich zum Beispiel       Guanosin    leicht in     kristallisiertem    Zustand  isolieren, so da, eine Reinigung über das  Bleisalz nach dem von     Levene    und.     Jacobs     benutzten Verfahren     überflüssig    ist.

   Ferner  kann man zum     Beispiel    bei der Verwendung  von     Pyridin    zur Aufspaltung von     Poly-          nuGleosiden    bei der Abtrennung von     Guano-          sin    anfallende     Filtrate,    welche     Adenosin    ent  halten, ohne weiteres mit     Pikrinsäure    verset  zen,

   so     dass    das     Adenosinpikrat    in recht reinem  Zustand     ausfällt.    Die     Zerlegung    des     Adeno-          sinpikrates    gemäss der     -deutschenPatentschrift     N-.650847 verläuft darauf vollkommen glatt.  Darüber hinaus ist es, wie Versuche ergaben,  so möglich geworden, aus dem Filtrat des       Guanosins    nach Beseitigung der Phosphor  säure und etwaiger     Verunreinigungen        Adeno-          sin        unmittelbar    als solches kristallisiert zu  erhalten.  



  Das vorliegende Verfahren     bietet    gegen  über der     bisher        bekannten    chemischen     Auf-          spaltungsmethode,    wie Versuche ergaben, den  grossen Vorteil einer     entscheidenden    Verbes  serung der Ausbeute:     Insbesondere    können    zum Beispiel darnach     Guanosin    und     Adenosin     (als     Pikrat)    aus     Hefenucleinsäure    annähernd       quantitativ    erhalten werden.

   Dieses Ergebnis  liegt darin begründet, dass man bei wesent  lich tieferer Temperatur ohne Verwendung  eines     Autoklaven        hydrolysieren    kann, wo  durch eine     Zerstörung    des     Umsetzungsgutes     vermieden wird. Weiterhin kann durch Ver  wendung     organischer    Basen als Spaltungs  mittel das bisherige     umständliche        Aufarbei-          tungsverfahren    umgangen werden, da man  hierbei das Spaltungsmittel durch einfache  Destillation entfernen kann.

   Bei der     Spalturig     mittels     Ammoniiak    verhindert zum Beispiel  das     entstehende        Ammonphophat    die Kristal  lisation des     Guanosins    und macht die be  schriebene Reinigung der in     gallertartiger     Form anfallenden Masse notwendig; weiter  hin muss das     Ammoniumphosphat    entfernt  werden, da andernfalls zusammen mit dem       Adenosinpikrat        Idas    schwer lösliche Am  moniumpikrat ausfallen würde.

   Die neue       Arbeitsweise    hat     gegenüber    dem     fermentati-          ven        Aufspaltungsverfahren    den Vorteil, dass  man -die     Verwendung    und somit     Darstellung     des     Fermentes    umgeht, was auch eine Verein  fachung in der     Aufarbeitung    mit sich bringt,  da das Ferment nicht durch Aufkochen ent  fernt zu werden braucht.

   Gleichzeitig ist bei       -der    neuen     Arbeitsweise    im Vergleich zur       fermentativen        Hydrolyse    die     Hydrolysenzeit,          wie    sich zeigte,     wesentlich    kürzer.

   Ein     wei-          terer        Vorteil    liegt darin, dass man bei Ver  wendung einer organischen Base als Spal  tungsmittel dieses     Abspaltungsmittel    durch       Abdea¯tillieren    aus dem Ansatz leicht     zurück-          gewinnen    und somit jeweils für den nächsten  Spaltungsansatz wieder verwenden kann.  Dadurch ergibt sich eine nicht unerhebliche  Verbilligung und Vereinfachung des ganzen  Verfahrens. Die Ausbeuten liegen, wie sich  zeigte, etwas über den bei     Fermentspaltung          erhaltenen    Ausbeuten.

   Insbesondere ist zum  Beispiel     das    erhaltene     Adenosinpikrat    in der  Regel noch     etwas    reiner als das durch     Fer-          mentspaltung    erhaltene.     Pikrat.    Dadurch er  höht sich die gesamte     Adenosinausheute          etwas.    Vor allem ermöglicht     es    das neue Ver-      fahren,     Adenosin    unmittelbar als solches  kristallisiert zu erhalten.

   Dadurch verein  facht sich gegebenenfalls wiederum die Ge  winnung .des     Cytidins    und     Uridins,    zumal  nicht erst wieder die     Pikrinsäure    aus dem  Filtrat des     Adenosinpikrates    entfernt zu wer  den braucht.  



  <I>Beispiel:</I>       50g        Hefenucleinsäure    werden in 300 cm'       wässrigem        Pyridin    bis zur völligen     Abspal-          tung    der Phosphorsäure (das heisst etwa 96       Stunden)    am     Rückflusskühler    gekocht. Nach  Klären mit Tierkohle wird die Lösung im  Vakuum eingedampft. Der Rückstand wird  in Wasser aufgenommen und wiederum ein  gedampft. Das nach Zugabe von Wasser un  lösliche     Guanosin        wird    nach Abkühlen im  Eisschrank abgesaugt.

   Ausbeute : etwa. 10 g,  Das Filtrat wird zur Beseitigung der letzten  Reste     Pyridin    mit etwas:     NaOH    versetzt und  eingedampft. Der Rückstand wird mit Was  ser aufgenommen, die     wässrige    Lösung etwas  erwärmt     urld    mit 25 g     Pikrinsäure    versetzt.  Nach dem Abkühlen im     Eisschrank        wird    vom       Ausgeschiedenen        Adenosinpikrat    abgesaugt.       Ausbeute:    18 bis 22 g.

   Durch     Aufarbeitung     des     Filtrates    lassen sich in bekannter Weise  die     Pyrimidinnucleoside,        Cytidin    und     Uridin     gewinnen. Zur unmittelbaren Gewinnung .des  freien     Adenos.ins    wird das. Filtrat des     Guano-          sins    mit     Barytlauge    von Phosphorsäure, so  dann von     etwaigen    Verunreinigungen durch  Bleiacetat oder mit Wasser     mischbare    or  ganische Lösungsmittel befreit.

   Aus dem Fil  trat     kristallisiert,    gegebenenfalls nach Ein  engen, das     Adenos.in    aus. Das Filtrat kann    ohne weiteres auf     Cytidin    und     Uridin    ver  arbeitet werden.  



  Die nach dem vorliegenden Verfahren er  haütenen Produkte können als kreislauf  fördernde     Mittel        Verwendung    finden. Das  darnach gewonnene     Adenosin    dient auch als       Zwischenprodukt    zur     Herstellung    von     Mus-          keladenylsäure.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Nucleo- siden durch Abspaltung von Phosphorsäure aus Nueleinsäuren mittels. hydrolysierender Mitteil, idadurch gekennzeichnet, dass die Nucleinsäuren bei erhöhter Temperatur mit organischen Basen als Hydrolysierungsmittel bis zur Abspaltung der Phosphorsäure be handelt werden. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man,destillierbare, organische Basen verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Pyridin verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man Tempera turen oberhalb Zimmertemperatur, aber unter <B>175'</B> C, verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man Temperaturen in der Grössenordnung von<B>100'</B> C verwendet.
CH215401D 1938-02-22 1939-02-08 Verfahren zur Darstellung von Nucleosiden. CH215401A (de)

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