Verfahren zur Herstellung einer organischen Bromverbindung. In "Monatshefte für Chemie", Band 14, Seite 83 ff., wird von Simonini ein Verfahren beschrieben, nach dem man durch Einwir kung von Jod auf die Silbersalze der Fett säuren ein Produkt erhält, das beim Erhitzen in 002, AgJ und einen Ester R # C00 # R zerfällt, wobei R das Kohlenwasserstoffradi kal der Pettsäure darstellt. Es wäre nahe liegend gewesen, einen gleichen Reaktions verlauf bei Verwendung von Chlor und Brom an Stelle des Jods zu erwarten.
Es wurde nun gefunden, dass die Reak tion der Silbersalze mit Cblor# oder Brom gänzlich anders verläuft, und zwar nach folgender Gleichung: R#C00#Ag+Br2=R#Br+COa+AgBr Man erhält also aus fettsauren Silbersalzen mit Chlor oder Brom unter Abspaltung eines C-Atoms neben AgCI bezw. AgBr die Alkyl- halogenide. Die Reaktion ist nicht auf die Silbersalze beschränkt; sie verläuft vielmehr auch bei zahlreichen andern Metallsalzen in gleichem Sinne, insbesondere aber bei denen der ersten, zweiten und dritten Gruppe des periodischen Systems der Elemente.
Gegenstand vorliegenden Patentes ist nun ein Verfahren zur Herstellung einer organi schen Bromverbindung, das dadurch gekenn zeichnet ist, dass man auf ein Metallsalz der Palmitinsäure elementares Brom einwirken lässt. Das so erhältliche Pentadecylbromid ist in der Literatur bereits beschrieben. Es kann als Ausgangsmaterial für organische Synthesen, z. B. in der Textilbilfsmittel- industrie, zur Herstellung 'von Farb- und Riechstoffen, Weichmachungs- und Emulgier- mitteln dienen.
Als besonders geeignet erwiesen sich das Silbersalz, die Mercuro- und Mercurisalze, sowie das Thallosalz der Palmitinsäure.
Vorteilhaft arbeitet man in Gegenwart von indifferenten Lösungs- oder Verdünnungs mitteln, wie Luft, C014, CHCls oder Äther.
Die folgenden Beispiele erläutern das Verfahren der Erfindung. <I>Beispiel</I> r: 1 Mol gut getrocknetes, palmitinsaures Silber wird bei einer Temperatur von 30 bis 50 mit einem mit Bromdampf beladenen Luftstrom behandelt, bis kein Brom mehr absorbiert wird.
Aus der pasteusen Blasse wird durch Auspressen oder besser Extra hieren mit Äther oder dergleichen das Penta- decylbromid gewonnen und kann, falls er forderlich, durch Vakuumdestillation leicht gereinigt werden. Ausbeute etwa 80 % der Theorie.
<I>Beispiel 2:</I> 1 Mol gut getrocknetes Silberpalmitat wird mit CC14 zum Brei angerieben und all mählich 1 Mol Br2 unter gelegentlichem Kühlen zugegeben. Die Weiterverarbeitung erfolgt wie in Beispiel 1. An Stelle von CCI., lässt sich mit gleichem Erfolg auch CHCla oder trocli:enet Äther verwenden. Ausbeute 75-80 % der Theorie.
<I>Beispiel 3:</I> Zu 120 g Merouropalmitat wird bei zirka 60-80 0 eine Lösung von 35 g Brom in 100 cm3 C014 gegeben. Die C02-Abspaltur)g erfolgt etwas langsamer als bei den Silber salzen; man filtriert vom entstandenen Mer- curo- und Mercuribromid ab, schüttelt das Filtrat mehrmals mit warmem Wasser aus und erhält schliesslich Pentadecylbromid in einer Ausbeute von 50 bis 60 g.
<I>Beispiel</I> 75 g sehr gut getrocknetes Mercuripal- mitat werden unter schwachem Erwärmen mit einer Mischung von 40 g Brom in 150 cm' CCI4 versetzt. Nach dem Aufhören der C02 Entwicklung wird noch kurze Zeit am Wasser bad erwärmt und anschliessend filtriert und eingedampft. Hierbei scheiden sich schwarze, quecksilberhaltige Verunreinigungen aus, von denen abgegossen werden kann. Zur Tren nung von weiteren Verunreinigungen wird im Vakuum destilliert. Man kann aber auch mit Pyridin 1-2 Stunden auf 100-110 0 erhitzen, alsdann in wenig Alkohol lösen und mit überschüssigem Äther ein Pyridiniumsalz ausfällen.
Dieses -enthält die Gesamtmenge des Pentadecylbromids als Pentadecylpyridi- niumbromid. Ausbeute 60-70 0%o der Theorie. <I>Beispiel 5:</I> 160 g trockenes Mercuripalmitat wird mit 100 cm3 C82 gemischt und alsdann in einem mit Rück$usskühler versehenen Kolben nach und nach mit 22 cm' Br2 versetzt.
Es ent wickelt sich ein gleichmässiger C02-Strom. Nach beendeter Umsetzung wird vom aus geschiedenen HgBr2 abfiltriert und das EgBr2 gründlich mit CS2 ausgewaschen. Der Schwe felkohlenstoff wird auf dem Wasserbade ab destilliert und der Rückstand in gutem Va kuum fraktioniert.
Man erhält rund 100 g Pentadecylbromid vom Kp. 170-175 0, das sind 75 % der nach der Theorie zu erwar- tenden Ausbeute an Bromid.