Drehstromantriebsvorrichtung mit Vorgelege für leichte Webstühle. Zum Antrieb leichter Webstühle wird vielfach .der Bockantrieb benutzt, bei dem die Webstuhlwelle in einem Halslager noch mals unterstützt ist, wobei das auf der Web stuhlwelle sitzende grosse Zahnrad unmittel bar vom Ritzel des im Bock einstellbar ge lagerten Motors angetrieben wird. In das Hauptantriebszahnrad des Webstuhls ist bei Stühlen mit Festblatt noch eine Rutsch kupplung eingebaut, die beim plötzlichen ;Inhalten des Stuhls Zahnbrüche vermeiden soll.
Stühle, für die diese Antriebsart in Frage kommt, laufen mit Schusszahlen von etwa <B>100</B> und 200 oder darüber. Durch diese Schusszahlen und das beider gewählten An ordnung mögliche Übersetzungsverhältnis ist die Drehzahl des Motors gegeben, und zwar werden fast durchwegs Motoren mit 1000 Umdr./Min., das heisst sechspolige Mo toren verwendet. Nur für sogenannte Sehnelläufer reit Sehusszahlen bis etwa 240 kommen vereinzelt auch vierpolige Motoren mit 1500 Umdr./Min. in Betracht.
Diese bisher gebräuchlichen Anordnungen haben sowohl in technischer, als auch in wirtschaftlicher Hinsicht beträchtliche Nach teile: Die Motoren werden bei den gegebener. Drehzahlen und den verlangten Leistungen verhältnismässig gross, schwer und teuer-, der unmittelbare Zahnradeingriff bedingt eine hohe Schwerpunktslage des Motors und da mit auch einen stabilen, schweren und daher teuren Bock; die Ausbildung des grossen Zahnrades als Rutschkupplung verteuert die ses Rad beträchtlich.
Die Erfindung stellt und löst die Auf gabe, diese Nachteile zu vermeiden und eine möglichst einfache, in der Herstellung, im Verkauf und im Betrieb vorteilhafte An triebsvorrichtung zu schaffen. Dies wird nach der Erfindung .dadurch erreicht, dass zum Antrieb ein zweipoliger Motor mit einem, mehrstufigen Vorgelege verwendet ist.
Dabei kann vorteilhafterweise das mehrstufige Vorgelege motorseitig als gege benenfalls mit an sich bekannten ,Spannmit- teln ausgerüsteter Riemen-, Keilriemen- oder Zahnkettentrieb und stufenseitig als Zahn radtrieb ausgebildet sein und eine Rutsch oder steuerbare Kupplung in das Riemen-, Keilriemen- oder Zahnkettenvorgelege einge baut sein.
Zunächst ergibt sich beim Motor eine be trächtliche Gewichtsersparnis und wesent liche Verbilligung. Bei den gängigsten Motortypen kann das Gewicht unter ein Drittel des sonst üblichen Gewichtes vermin dert werden, was sich natürlich auch im bil ligeren Preis ausdrückt.
Der leichtere Motor belastet an sich bei Bockausbildung der Vorrichtung den Bock schon geringer, wo durch eine Gewichtsersparnis erzielt werden kann; die Zwischenschaltung des Vorgeleges ermöglicht es aber gleichzeitig, den Motor tief unten am Bock anzubringen, wodurch eine weitere -Gewichtsersparnis für den Bock erreichbar ist, so .dass das Bockgewicht eben falls auf etwa ein Drittel des früheren Ge wichtes vermindert werden kann.
Es kommt hinzu, dass die einfachere Anbringung des Motors eine einfachere Raumform des Bockes ermöglicht, der als U-förmige Strebe mit Grundplatte ausgebildet werden kann, an der nur wenige Flächen bearbeitet werden müs sen.
Während es bisher üblich war, für die verschiedenen Webstühle und Schusszahlen verschiedene Typen von Hauptantriebsrädern mit eingebauter Rutschkupplung vorrätig zu halten, und ausserdem zur weiteren Anpas sung am Webstuhl selbst Ritzel mit ver schiedenen Zähnezahlen bereit zu stellen, kann beim neuen Webstuhl die Zähnezahl für das Hauptantriebsrad und das zugehörige Vorgelegerad ein für allemal festliegen.
Die zur Anpassung an die verschiedenen Web stuhltypen und . Schusszahlen notwendigen Übersetzungsänderungen werden in dem Trieb zwischen Motor und Vorgelege vorge nommen. Hierfür lässt sich insbesondere vor teilhaft Riementrieb verwenden, Die höhere Riemengeschwindigkeit ermöglicht dabei die Verwendung eines einfachen Keilriemen- triebes, der beiden bisherigen Antriebsarten nicht ohne weiteres möglich war.
Die ge wünschte Anpassung an die jeweiligen Schusszahlen lässt sich auf einfache Weise durch billige Stufenscheiben erreichen. Da mit kann auch betriebsmässig ein Schusszahl- wechsel viel rascher und zuverlässiger vorge nommen werden, :als durch Austausch des Antriebsritzels beim bisherigen Antrieb.
Das verhältnismässig kleine Übersetzungs verhältnis zwischen Motorriemenscheibe und Vorgelegescheibe erübrigt im allgemeinen die Verwendung einer Spannrolle: die erforder liche Riemenspannung lässt sich durch ver schiebbare Anordnung des Motors an der Strebe des Bockes erzielen. Wird bei ver hältnismässig langsam laufenden Stühlen eine grössere Übersetzung zwischen Motor und Vorgelege erforderlich, so kann man, falls man auf die verschiebbare Befestigung des Motors verzichten will, an sich bekannte Spannmittel für den Riementrieb benutzen, die dann gleichfalls am Bock .angeordnet sind.
Bei Webstühlen mit Festblatt wird die bei geilriementrieb eventuell erforderliche Rutschkupplung nicht in das grosse Zahnrad, sondern in das Vorgelege, insbesondere in die Riemenscheibe verlegt. Dadurch ergibt sich eine kleine, leichte und billige Ausführung. Für den Fall, dass der Stuhl nicht durch Ausschaltendes Motors, sondern durch Aus rücken einer Kupplung stillgesetzt wird, kann man die dazu erforderliche steuerbare Kupplung anstatt in das Hauptantriebsrad in das Vorgelege einbauen.
Die Zeichnung veranschaulicht einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegen standes.
Die Abb. ;1 und 2 geben eine Vorder- und Seitenansicht des neuen Antriebes. Der Bock 1 besteht im wesentlichen aus einer U-förmi- gen Strebe mit angegossenem oder ange schweisstem Fuss 2. Am obern Ende trägt er, in der Höhenrichtung verstellbar, das Lager :3 für die Webstuhlwelle 4, auf der das grosse Hauptantriebszahnrad 5 sitzt. Mit diesem Rad steht das kleine Zahnrad 6 in Eingriff, das in einem Lager 7 an einer Seitenfläche des Bockes 1 gelagert ist.
Seine Welle 8 trägt auf der andern Seite des Lagers 7 'eine Antriebsscheibe 9, die durch einen Riemen trieb 10 von der Scheibe 11 des zweipoligen Drehstrommotors 12 angetrieben wird. Im Beispiel ist ein einfacher Keilriementriel) angenommen, wobei die Motorscheibe 11 als Stufenscheibe ausgebildet ist, während die Riemenscheibe 9 als glatte .Scheibe gedacht ist. Soll die Übersetzung gewechselt werden, so braucht der Motor .12 nur in seinen Lang löchern 1.3 verschoben zu werden. Will man dies jedoch nicht tun, so wird die Scheibe 9 ebenfalls als Stufenscheibe ausgebildet.
Selbstverständlich kann man an :Stelle des veranschaulichten Keilriementriebes auch einen gewöhnlichen Riementrieb verwenden. Dann genügt es, zur Übersetzungsänderung die Scheibe 9 auswechselbar zu machen, wie es in der Abb. 1 gestrichelt dargestellt ist. Die Scheibe 9 enthält bei Festblattstühlen und Keilriementrieb eventuell eine Rutsch kupplung, und zwar einfachster Bauart, wie es in der Abb. 2 gestrichelt veranschaulicht. ist.
Beim Ausführungsbeispiel nach den Abb. 3 und 4 sind die gleichen Teile mit denselben Bezugszeichen versehen. Beim Beispiel der Abb. 3 steht der zweipolige Drehstrommotor 1.2 mit seinen Füssen fest auf der Grund platte 2 des Bockes; am Bock selbst ist, dreh bar um seine Achse 1.1, eine Spannrolle 15 gelagert, die mit einem Gewicht 16 oder mit einer Feder 17 belastet ist.
Beim Beispiel der Abb.4 wird die Riemenspannung da durch erzielt, dass der Motor 12 auf eine uni den Punkt 1$ schwingbare Wippe gesetzt ist, die mit einer Feder 19 oder 20 gegenüber dem Bock abgestützt ist.
Das Ausführungsbeispiel der Abb. 5 zeigt in Seitenansicht den Einbau einer steuerbaren Kupplung bekannter Bauart in die Scheibe 9; das Ein- und Ausrückgestänge 21 greift am Kupplungsschalthebel 22 an, dessen Drehpunkt 23 gleichfalls am Bock verlagert ist.
Wie die Beispiele zeigen, ist eine wesent liche Vereinfachung der Bauart und der Lagerhaltung und vor allem auch Gewichts ersparnis erreicht worden, welcher Gesichts punkt besonders für Fracht- und Zollkosten von wesentlicher Bedeutung ist.
Weiter wird der Bock der Antriebsvor richtung zweckmässig als Gehäuse für den Schalter und das Zubehör, wie zum Beispiel Sicherungen, ausgebildet. Vorteilhaft ist der. Bock an seinem untern der Fussplatte zuge wendeten Teil in Richtung senkrecht der Motor- und Antriebsachse kastenartig ver breitert.
Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass nicht nur für die Unterbringung des ge samten Antriebes Platz gespart wird, indem der Schalter nicht mehr neben dem Bock auf den Fussboden gestellt zu werden braucht, und dass die Verbindungsleitungen zum Schalter und zu den Sicherungen und zum .Motor kürzer werden, und dass die Leitungen gegen mechanische Beschädigungen geschützt sind, weil sie im Innern des Bockes liegen, sondern auch der weitere Vorteil erreicht, dass der Webstuhlbock sehr viel stabiler als bisher ist, da das Schaltergehäuse das Bie- gungsmoment des Bockes in beiden Richtun gen, vornehmlich aber in Richtung senkrecht zur Antriebsachse, erhöht.
Soweit zum Antrieb des Webstuhls Ein baumotoren verwendet werden, kann auch dieser Motor in einem Gehäuse untergebracht werden, das von dem Bock des Webstuhlan- triebes .gebildet ist. Durch diese weitere Verbesserung wird eine noch grössere Stabili tät des Antriebsbockes erreicht. Ausserdem ist der im Innern des Bockes angeordnete Motor weniger mechanischen Beschädigungen ausgesetzt als der bisher verwendete aussen am Bock angebaute Motor.
Ein weiterer erheblicher Vorteil ist der, dass die Kosten für den Antrieb dadurch ge ringer werden, dass nur ein einziges Guss- stück vorhanden ist, und die bisher notwen digen besonderen Gussstücke für das Gehäuse des Schalters und das Gehäuse des Motors fortfallen. Ausserdem ist die Montage eines solchen vollständigen Antriebes an Ort und Stelle auch von ungeübtem Personal viel leichter, billiger und schneller durchzu führen.
Einige Ausführungsbeispiele dieser Ver besserung sind in den Abb. 6 bis 9 schema tisch dargestellt, von welchen die Abb. 6 und 7 einen Webstuhlantrieb mit aussen an gebautem zweipoligen Drehstrommotor und eingebauter Schaltvorrichtung und die Abb. 8 und 9 einen Webstuhlantrieb mit eben sol chem aber eingebautem Motor und eingebau ter Schaltvorrichtung jeweils in .Seiten- und Stirnansicht darstellen.
Gemäss den Abb. 6 und 7 ist der Bock mit 31, der Motor mit 32, bezeichnet. Der Motor 32 treibt über ein Keilriemengetriebe 33, 34, 35 und über das Zahnradvorgelege 36, 37 die Webstuhlwelle 38 an, die im La ger 39 geführt ist. Der Motor ist mit Schrau ben befestigt, die in Langlochführungen 40 eingreifen, damit der Motor in der Höhe ver stellt werden kann. Der Fuss des Bockes ist als Kasten 41 ausgebildet, in welchem der Schalter. zum Motorantrieb mit den Siche- i-tngen untergebracht ist. Das Gehäuse ist mit einem Deckel 42 verschlossen.
Der Wal zenschalter ragt mit seiner Welle 43. aus dem Gehäuse heraus. Auf dieser Welle wird der von der Steuerstange betätigte Hebel be festigt.
In den Abb.8 und 9 sind für dieselben Teile dieselben Zahlen verwendet. Das Ge häuse 41 des Schalters ist auf der einen Seite und das Gehäuse 41 des Motors auf der andern Seite der Ständerachse angeordnet. Dadurch wird eine noch breitere Basis für den Ständer geschaffen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel ist in zwei Abbildungen in Seitenansicht und Vor deransicht in den Abb. 10 und 11 dargestellt.
An der Webstuhlwand 51 ist ein gonsol angeordnet, das aus einem Bügel 52 und einer Strebe 53 besteht. Das Konsol dient zunächst zur Lagerung der Webstuhlwelle 54, die mit einem Lager 55 vom. Bügel 52 des Konsols getragen wird, Auf dem Bügel 5?. ist ferner der zwei polige Drehstromantriebsmotor 56 aufgebaut, der mit einer Keilriemenstufenscheibe 57 über den Keilriemen 58 eine Stufenscheibe 59 antreibt, deren Welle 60 in einem Lager 61 ebenfalls am Bügel 62 gelagert ist.
Die Vorgelegewelle 60 trägt auf der andern Seite des Lagers 61 ein R-itzel 62, das in das auf der Welle 64 sitzende Hauptzahnrad 63 des Webstuhls eingreift.
Zum Ausgleich der Riemenlänge bezw. -Spannung kann der Motor 56 auf dem Kon- sol verschiebbar sein; man kann aber auch eine Spannrolle für den Riementrieb ver wenden.
In das Hauptantriebszahnrad des Web stuhls kann eine genormte Rutschkupplung eingebaut sein.
Das Beispiel ist nicht an die dargestellte Ausführung mit Konsol gebunden; so kann man sowohl den Motor, als auch die Vor gelegewelle unmittelbar an der Webstuhl wand selbst lagern. Man erzielt dabei eben falls die vorerwähnten Vorteile.
Die Anordnung eignet sich für leichte Webstühle, wie zum Beispiel Baumwoll-, Leinen-, Seiden-, und dergleichen Stühle. Bei diesen Stühlen hat man bereits die An triebsmotoren (Drehstrommotoren) an der Webstuhlwand angebaut, sei es auf einem Konsol, sei es unmittelbar in der Webstuhl wand, die dann eine entsprechende Passfläche für den Motor besitzt. Der Motor treibt in solchen Fällen unmittelbar mit einem Ritzel auf das Hauptantriebszahnrad, das auf der Webstuhlwelle sitzt.
Mit Rücksicht auf die geforderten Schuss zahlen und die bei einfacher Übersetzung nur möglichen geringen Übersetzungsver hältnisse konnten bisher aber nur hochpolige Motoren, meist mit sechs Polen, also 1000 Umdrehungen in der Minute, verwendet wer den. Diese Motoren sind aber verhältnis mässig gross, schwer und teuer.
Sie belasten die Webstuhlwand bezw. das daran ange baute Konsol nicht unbeträchtlich und er fordern daher schwere Anbaukonstrqktioneri, Diese Nachteile sind durch die vor stehend beschriebene Ausführung vermieden, bei welcher als Motor ein zweipoliger Motor benutzt wird, der das auf der Webstuhlwelle sitzende Zahnrad über ein Riemen-, vorzugs weise über ein Keilriemenstufenvorgelege antreibt, das gleichfalls an der Webstuhl wand angeordnet ist.