SchlundöfPner und Brechreizapparat. Wenn das Vieh Blähungen bekommt, so muss man darnach trachten, die im Pansen im Übermass entstandenen Gase aus dem Körper des Tieres zu schaffen. Es geschieht dies zum Beispiel durch einen Pansenstich, oder durch Einführung eines bis in den Magen reichenden Schlundrohres. Dies sind aber nicht ungefährliche Operationen, die nur vom Tier arzt ausgeführt werden sollten.
Man benützt darum heute sogenannte Schlundöffner. Dieser Apparat besteht aus zwei an den Schenkel enden scharnierartig miteinander verbundenen, ungleich langen Bügeln, die durch einen zwischen ihnen verschiebbaren Riegel aus einandergespreizt werden können. Diesen Ap parat führt man dem Tier, den längeren Bügel unten liegend, in das Maul ein, spreizt die Bügel auseinander und hält oder stellt den Riegel in der hierzu bedingten Lage fest, so dass dann dem Tier das Maul offen gehalten wird. Der im Unterkiefer liegende längere Bügel soll dabei so weit in den Rachen des Tieres reichen, dass dieses einen Brechreiz erhält.
Die bis jetzt bekannten tipparate dieser Art haben den Nachteil, dass der Riegel, wenn er die Bügel in Spreizstellung hält, nur schwer wieder aus dieser Lage zu lösen ist. Der Riegel ist nämlich mit einer Schnur oder einer Kette verbunden, mittelst welcher er in die Lage, in welcher er die Bügel auseinandergespreizt hält, gezogen werden kann. In dieser Lage legt sich der Riegel in Kerben ein, die am untern Bügel ange bracht sind. Wenn dann die Bügel vom Tier, das sein Maul zu schliessen bestrebt ist, gegeneinandergedrückt werden, so wird der Riegel in den Kerben festgeklemmt und kann dann nur mit Mühe gelöst werden, um den Apparat aus dem Maul zu entfernen, wozu das Zusammenklappen der Bügel nötig ist.
Beim Gegenstand der Erfindung ist an den Riegel eine Stange angelenkt, mittelst welcher er in die Stellung gezogen werden kann, in der er die Bügel auseinandergespreizt hält. Zum Feststellen der Steilstange gegen ungewollte Längsbewegungen sind geeignete Mittel solcher Art vorhanden, dass sie ge wollte Bewegungen der Steilstange in ihrer Längsrichtung und damit entsprechende Ver schiebungen des Riegels leicht vorzunehmen gestatten. Deshalb kann der Riegel leicht zurückverschoben werden, so dass sich die Bügel zusammenlegen und der Apparat aus dem Maul des Tieres herausgenommen werden kann.
Die Stange ist zweckmässigerweise mit einem Handgriff versehen und so lang, dass letzterer bei Gebrauch des Apparates aus dem Maul des Tieres herausragt.
Die Zeichnung stellt in Fig. 1 ein Aus führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes in perspektivischer Ansicht dar, während in Fig. 2 und 3 eine Einzelheit in verschiedenen Arbeitsstellungen und in Fig. 4 und 5 zwei weitere Ausführungsbeispiele gezeigt sind. Fig. 6 zeigt eine Variante einer Einzelheit.
Ein Drahtbügel 1 bildet an den Schenkel enden zwei Ösen 2, in denen die Schenkel enden 4 eines zweiten, kürzeren Drahtbügels 3 drehbar gelagert sind. Die Schenkel des Bügels 1 werden von Ösen an den Enden einer Drahttraverse 5 lose umfasst, so dass diese Traverse 5 auf den Schenkeln des Bü gels 1 verschiebbar ist. Wird die Traverse 5 gegen das Scharnier der beiden Bügel ver schoben, so legt sie sich zwischen die beiden Bügel und spreizt dieselben auseinander. In dieser Lage festgehalten, bildet sie also einen Spreizriegel zu den beiden Bügeln.
Um diesen Spreizriegel 5 verschieben und in der Spreiz- lage der Bügel feststellen zu können, ist an demselben die mit einem Handgriff 7 ver sehene Stange 6 angelenkt. Die Stange 6 ist in einem Loch 8 des verbreiterten, mit einem Schlitz 11 versehenen Endes 9 des einen Schenkels des Bügels 1 geführt (siehe Fig. 3). Sie besitzt Ausnehmungen 10 und an den dadurch gebildeten flachen Stellen kann die Stange 6 in den Schlitz 11 eingeschoben und dadurch in ihrer Lage festgestellt werden.
Durch einfaches seitliches Verschwenken der Stange 6, so dass sie aus dem Schlitz 17 wie der in das Loch 8 gelangt, wird die Stange 6 und damit der Riegel 5 aus ihrer Fest haltestellung gelöst. Jetzt kann man den Riegel 5 durch Stossen an der Stange 6 auf dem Bügel 1 so verschieben, da.ss die Bügel entriegelt werden und zusammenklappen können. Ist dies erfolgt, so kann man den Apparat wieder aus dem Maul des Tieres herausnehmen.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 sind Feststellvorrichtung und Stange anders ausgebildet. In dieser Figur besitzt die Stange 6 statt der flache Stellen bildenden Ausneh- mungen 10 eine Anzahl Rillen 10 a. Dem entsprechend besitzt das verbreiterte flache Ende 9 a des einen Schenkels des Bügels 1 lediglich einen Schlitz 17, in welchen die Stange 6 mit ihren Rillen eingelegt und darin festgehalten werden kann. Ferner ist die Stange 6 nicht unmittelbar an den Riegel 5 angelenkt, sondern reicht ihr mit Gewinde versehenes Ende in ein an den Riegel 5 an gelenktes, mit kluttergewinde versehenes Ge genstück 13.
Durch Drehen der mit einer Rille im Schlitz 17 am Bügelende 9a gehal tenen Stange 6 kann der Riegel 5 infolge dieser Gewindeverbindung verschoben werden ohne Herausheben der Stange 6 aus dem Schlitz. Neben der Grobeinstellung vermittelst der Rillen 10a ist bei dieser Ausführungsar also noch eine Feineinstellung durch Drehen der Stange möglich.
Bei der Ausführungsart nach Fig. 5 ist die Stange 6 auf ihrer ganzen Länge mit Ge winde versehen. Sie dreht sich, durch den Kopf 16 gehalten, frei in einem in einer an den Riegel 5 angelenkten Drahtöse 15 aas gebildeten Lager. Das Ende 9 b des einen Schenkels des Bügels 1 ist bei diesem Bei spiel zu einem Mutterstück 14 ausgebildet, in welchem die Stange 6 gedreht werden kann. Dadurch ist es möglich, den Riegel 5 in die Lage zu ziehen, in welcher er die Bü gel auseinandergespreizt hält, und in dieser Lage festzuhalten. Durch Zurückdrehen der Stange kann der Riegel leicht wieder zurück verschoben werden.
Die Feststellvorrichtung für die Stange 6 könnte auch in anderer Weise ausgebildet sein. Zum Beispiel könnte die Stange 6 flach sein und Löcher besitzen, mit denen sie an einen am Ende 9 des einen Schenkels des Bügels 1 angebrachten Stiften eingehängt und dadurch festgehalten werden könnte.
Wenn das Tier einen langen Schlund hat, so dass der Bügel 1 nicht bis in den Rachen reicht, kann der vom Apparat erzeugte Brech reiz ungenügend sein. Um diesen Nachteil zu beheben, ist in Fig. 1 am gebogenen Stegteil des Bügels 1 eine Quaste 12 befestigt, die zweckmässigerweise so lang gemacht wird, dass sie in jedem Fall in den Rachen des Tieres hineinreicht. Diese Quaste kann dann noch bei Gebrauch des Apparates mit einem Brechreizmittel, zum Beispiel mit einer Na triumbikarbonatlösung, getränkt werden, wo durch die Erreichung des doppelten Zweckes des Apparates in günstiger Weise gefördert wird.
In Fig. 6 ist der Bügel 1 reit zwei Quasten 12a und 12<I>b</I> versehen und vorn ist in demselben ein Querdraht 18 angebracht, um die Quasten in ihrer Lage am Bügel zu halten.