Einrichtung zur künstlichen Erzeugung von wellen in Bassins. Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur künstlichen Erzeugung von Wellen in Bassins, insbesondere von Badeanstalten, und sie be steht darin, dass mindestens eine in einem mit dem Bassin kommunizierenden Raum periodisch angetriebene Druckfläche im Wel lenrhythmus gegen das Wasser bewegt wird. Zur Erzeugung der Wellen können zweck mässig hohle Druckstempel in einem mit dem Bassin nur am 'Unterrand kommunizierenden Schacht kolbenartig bewegt werden, oder es können auch am einen Ende um horizontale Achsen drehbar gelagerte, am andern Ende pendelnd angetriebene, im Wasser versenkte Sehwingplatten im Wellenrhythmus gegen das Wasser gedrückt werden.
Zur Erzeugung einer den natürlichen Verhältnissen nahe kommenden, variablen Wellenbewegung kön nen für ein Bassin zwei oder mehrere Druck flächen nebeneinander in verschiedenem Rhyth mus angetrieben werden. Ferner kann der Boden des Bassins, um die gewünschten Wel lenbewegungen zu erhalten, hinter der Ein mündungsstelle des Druckschachtes in das Bassin schräg nach aufwärts gerichtet sein, und die Tiefe des Bassins kann an der für eine Sturzwelle geforderten Stelle höchstens das Mass einer halben Wellenhöhe besitzen.- Auf der Zeichnung sind mehrere Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes beispielsweise und schematisch dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch üin Bade bassin und die zur künstlichen Erzeugung von Wellen in diesem Bassin dienende Ein richtung; Fig. 2 einen in grösserem Massstab ge zeichneten Grundriss einer zwei Druckstempel aufweisenden Einrichtung zur Erzeugung der künstlichen Wellen; Fig. 3 ein Detail, welches die Führung der Druckstempel betrifft; Fig. 4 eine andere Ausführung der Druck fläche für die Wellenerzeugung im Längs schnitt durch das Badebassin, und Fig. 5 einen Längsschnitt durch ein Bade bassin mit besonderer Bodengestaltung.
Die Erzeugung künstlicher Wellen in einem Badebassin B wird bei der in Fig. <B>1</B> gezeig- ten Ausführung durch periodisch angetriebene, hohle Druckstempel a bewirkt, welche in einem hohlen, kastenförmigen Schacht b ohne Bodenfläche kolbenartig auf- und abbewegt werden. Der Schacht<I>b</I> ist vom Badebassin<I>B</I> durch eine Wand c teilweise getrennt, steht aber an seinem untern Ende bei d mit dem Bassin B in Kommunikationsverbindung. Je nach der Abmessung der Offnung d wird die Geschwindigkeit des durch den Druckstempel a aus dem Schacht<I>b</I> in das Bassin B ge pressten Wassers verschieden werden.
Bei be stimmter Geschwindigkeit des Stempels a kann daher die Wellenhöhe durch Bemessung des Verbindungsquerschnittes d zwischen Druck schacht b und Badebassin B reguliert werden.
Bei breiten Bassins können mehrere Stem pel a nebeneinander angeordnet werden, in welchem Falle dann der Schacht b zweck mässig durch eine Trennwand bi in zwei Schächte unterteilt wird. In Fig. 2 sind zwei nebeneinander liegende Druckstempel a ein gezeichnet. Jeder Druckstempel a wird durch zwei Balancier e, welche um eine Achse f schwenkbar sind, angetrieben, deren Kurbel wellen g von einem gemeinsamen Zentral antrieb<I>lt</I> bewegt werden. Zufolge verschie dener Dimensionierung zweier Übersetzungs getriebe il und i2 werden die beiden Stempel a in verschiedenem Rhythmus angetrieben, wodurch die Wellenbewegung im Bassin naturgetreuer belebt wird.
Bei dem in Fig. 2 veranschaulichten Antrieb werden daher zu einem bestimmten Zeitpunkt beide Stempel a gleichzeitig auf das Wasser drücken, zu einem anderen Zeitpunkt wieder im Gegentakt gegeneinader arbeiten, welches Spiel sich kontinuierlich verändert. Dadurch wird das Wellenbild im Bassin B abwechslungsreich gestaltet, weil einmal an der rechten Längs seite des Bassins die Wellen am höchsten werden, dann in der Mitte und dann an der linken Längsseite des Bassins, um sodann gleichzeitig über die ganze Bassinbreite kurz zeitig auch gleichmässig zu verlaufen.
An Stelle des veranschaulichten Balancier- antriebes kann naturgemäss jeder beliebige andere Antrieb für die Stempel a vorgesehen werden. So kann zum Beispiel der Druck stempel a auch durch eine darüber befindliche Kurbelwelle bewegt werden. Diese kann ihrer seits unmittelbar oder über ein Vorgelege von einem Motor angetrieben werden.
Da zur Vermeidung von Spritzwasser die Stempel a im Schacht<I>b</I> möglichst dicht sitzen sollen und ferner zur Vermeidung von Ge räuschbildung präzise geführt werden müssen, können an der Schachtwandung lotrechte Winkelschienen k (Fig. 3) ortsfest befestigt sein, an welchen die Stempel a mittelst je zweier Rollen d während ihrer Bewegung ge führt werden. Jeder der Stempel a kann mit acht derartigen Rollen versehen sein.
Durcb eine solche präzise Führung einer seits, sowie durch die im Zusammenhang mit Fig. 2 beschriebene, verschiedene Hubzahl der beiden Stempel a anderseits wird der Kraftverbrauch für die Erzeugung der künst lichen Wellen weitgehend herabgesetzt, da der Schlag auf die Wasseroberfläche für ge wöhnlich nicht gleichzeitig bei beiden Stem peln a auftritt, sondern zeitlich verschieden.
Zur Reduzierung dieses Schlages sind ferner hin die Stempel a als hohle Druckstempel ausgebildet, deren eingeschlossene Luftkissen ebensowohl eine Schalldämpfung bewirken als auch ein elastisches Kupplungsglied zwischen Wasseroberfläche und der eigentlichen Druck fläche bilden.
Ausserdem wird durch diese besondere Ausbildung der Druckstempel eine gleichmässige Wellenbildung gesichert, da beim Zurückgehen dieser Stempel das Wasser im Schacht b nicht stossartig zurückfluten kann, sondern durch die Expansion der in den hohlen Druckstempeln komprimierten Luft gebremst wird. Gewünschtenfalls kann im Stempel auch noch ein Ventil vorgesehen werden, das beim Aufwärtsgang des Stempels Luft in den .darunter befindlichen Raum ein strömen lässt, sobald in diesem ein Unterdruck auftritt. Dadurch hat man die Gewähr, dass immer ein die gleichmässige Wellenbildung sicherndes Luftkissen vorhanden ist.
Eine zweite Art der Druckflächenausbil- dung ist in Fig. 4 dargestellt. In diesem Fall wird eine Schwingplatte in, die um eine horizontale Achse ja drehbar ist, im Bassin B versenkt gelagert und an ihrem obern Ende durch einen Antrieb o beliebiger Art pendelnd angetrieben, das heisst im Wellenrhythmus gegen das Wasser gedrückt, dessen Bewegung durch ein Gitter<I>p</I> in das Badebassin<I>B</I> sich fortsetzt.
In ähnlicher Weise wie im Zu sammenhang mit Fig. 2 'beschrieben wurde, können auch in diesem Fall mehrere Schwing platten in in einem Bassin<I>B</I> nebeneinander angeordnet und in verschiedenem Rhythmus angetrieben werden, wobei wieder dadurch ebensowohl das Wellenbild bereichert, als auch die Leistung des Antriebsmotors ver kleinert und dessen Gang ruhiger gestaltet werden kann, da bei der Inbetriebsetzung nur Teile der Wassermassen in Bewegung zu setzen sind.
Kommt dann während des Ganges der Einrichtung einmal ein Zeitpunkt, wo beide Schwingflächen gleichzeitig treibend wirken, so ist der Stoss auf die Maschine nicht mehr so gross, da bei bereits bewegtem Wasser die zur Aufrechterhaltung der Be wegung notwendige Energie wesentlich ge ringer ist, als die bei der Inbetriebsetzung der Einrichtung zur Erzeugung der Wasser bewegung erforderliche Energie.
Fig. 5 zeigt eine besondere Bodengestal tung des Badebassins B zum Zwecke der Hervorbringung einer Sturzwelle an einer bestimmten Stelle des Badebassins. Zur Her- vorbringung von Wellen einer gewünschten Grösse ist der Boden des Bassins B hinter der Einmündungsstelle d des Druckschachtes b bei Bi schräg nach aufwärts gerichtet, so dass die durch die Öffnung d durchgepressten Wassermassen in ihrer Bewegung nach auf wärts gerichtet werden und dadurch höhere Wellen erzeugen.
Es wurde erkannt, dass zur Hervorbringung einer Sturzwelle an der ge forderten Stelle die Bassintiefe höchstens das Mass einer halben Wellenhöhe an dieser Stelle betragen darf. Besitzt demnach an einer be stimmten Stelle die Wellenhöhe das Mass x, so entsteht an jener Stelle eine Sturzwelle, wenn die Bassintiefe bei ruhigem Wasser spiegel höchstens x/2 beträgt. An dieser Stelle stürzt der Wellenkamm (in Fig. 5 bei y ein- gezeichnet), und es entsteht dadurch eine der natürlichen Meeresbrandung ähnliche Wasser zerstäubungserscheinung.
Gewünschtenfalls können bei den weiter oben beschriebenen Ausführungsformen auch noch Mittel vorgesehen werden, welche er lauben, die Tauchkörper in Form von Stem peln, Schwingplatten oder dergleichen mehr oder weniger tief in das Wasser eintauchen zu lassen, oder die Tauchgeschwindigkeit oder den Hub und dergleichen zu verändern, um die Höhe, Geschwindigkeit oder die Natur der Wellen beeinflussen zu können.
Kommen mindestens zwei Stempel, Schwing platten oder dergleichen zur Verwendung, so können die zwischen je zwei solchen Druck flächen vorhandenen Zwischenpfeiler, die als Trennwand und Gleitfläche für die Wellen dienen, zweckmässig auch noch als Wasser rutschbahn oder Springturm, oder zugleich als beides, ausgebildet werden. Ein solcher Zwischenpfeiler, der bei Anlagen mit zwei Druckflächen zweckmässig immer vorgesehen wird, kann auch als Mittelstützpunkt für einen von einem Bassinufer zum andern her überführenden Steg verwendet werden.