CH129010A - Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden aus Zelluloidabfällen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden aus Zelluloidabfällen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden aus Zelluloidabfällen. Die Abfälle bei der Zelluloid- beziehungs weise Zelluloidwarenfabrikation werden bisher in der Weise nutzbar gemacht, dass man sie in flüchtigen Lösungsmitteln (Alkohol, Benzol, Schwefeläther, Aceton usw.) in geeigneten Misch- und Knetmaschinen auflöst, den Über schuss des Lösungsmittels austreibt und in Kochpressen Blöcke darstellt, von denen dann Platten oder Stäbe herunter geschnitten wer den.
Man hat auch durch Hindurchpressen des gelatinierten Mischguts durch Düsen, Stäbe oder Röhren erzeugt.
Diese Abfallverarbeitung stellt nichts we sentlich anderes als eine Wiederholung der Urauflösung des Nitrozellulosekampfergemi- sches bei der Urfabrikation des Stoffes dar.
Wegen der Unwirtschaftlichkeit dieses Ver fahrens hat man vielfach versucht, die Abfälle unmittelbar umzupressen oder womöglich un mittelbar zu fertigen Gebrauchsgegenständen umzuarbeiten. Beispielsweise hat man ver sucht, trockene Abfallstücke im Dampfbade gleichmässig auf Siedehitze zu bringen und dann in der Presse unmittelbar zu verschweissen. Praktische Erfolge -Taren jedoch auf diegein Wege nicht zu erzielen.
Die Erfindung verlässt den Weg der Auf lösung durch flüchtige Lösungsmittel und löst die Aufgabe durch -Beeinflussung des Schmelz punktes des in den Zelluloidabfällen ent haltenen Kampfers.
Gemäss der Erfindung werden den Abfällen nicht flüchtige Lösungsmittel für Nitrozellulose, die den Schmelzpunkt des Kampfers herab setzen, beigemengt, wonach die Masse warm gepresst wird.
Die Abfälle können mehr oder minder zerkleinert und die Zerkleinerung kann bis zur Pulverung durchgeführt werden.
Im einzelnen verläuft das neue Verfahren wie folgt: Die Zelluloidabfälle werden nach Massgabe der zu erzielenden Wirkungen auf eine mehr oder weniger einheitliche Stückgrösse gebracht. Die Zerkleinerung kann bis zur Verpulverung durchgeführt werden, doch führt auch die Verwendung von "Stücken" zum Ziele.
Dem zerkleinerten Gute wird nunmehr ein nicht flüchtiges Lösungsmittel der Nitrozellulose möglichst gleichmässig beigemischt, wie Tri- phenylphosphat, Palatinol (Phtalsäurediäth- ylester), Acetanilid, Aethylacetanilid, Plastol (ein aethyliertes Paratoluolsulfamid) und der gleichen. Die Menge dieses Zusatzes braucht, wie Versuche ergeben haben, nur gering zu sein.
Beispielsweise erwies sich der Zusatz von 2 kg Acetanilid, Palatinol und dergleichen auf 100 kg Zelluloidabfälle als ausreichend, wobei sich der besondere Vorteil ergab, dass der Härtegrad der hierbei erzeugten Neu masse kaum fühlbar herabgesetzt wird. Ander seits können aber auch unter Zusatz grösserer Mengen des nicht flüchtigen Lösungsmittels günstige Ergebnisse erzielt werden.
Das Gemisch kann zu Tafeln, Stäben oder sonstigen Rohstücken oder auch sofort in ent sprechenden Formen zu gewünschten Fertig stücken gestaltet werden, indem es unter Er wärmung gepresst wird. Dabei beginnen die Zel- luloidabfälle bildsam zu werden, ohne dass je doch, wie angenommen werden könnte, das bei gemischte Mittel eine Art von Auflöseprozess des Zelluloids hervorruft. Es zeigt sich viel mehr, dass sich das Lösungsmittel zu den Kampferpartikeln in den Zelluloidabfällen ge sellt und den Schmelzpunkt des Kampfers herabsetzt.
Auf diese Weise kann bei ver hältnismässig niederen Temperaturen, die keine Brand- oder Zersetzungsgefahr der Nitrozellu lose hervorrufen, neben der Bildsamkeit eine solche Bindung der Zelluloidabfälle erreicht werden, wie sie bei denselben Zelluloidab- fällen unter gleicher Temperatur sonst nicht erzielt werden kann, so dass ein homogenes und einwandfreies Erzeugnis entsteht.
Da die Lösungsmittel im Gegensatz zu den ätherischen Lösungsmitteln, die immer an irgend einer Stelle der Fabrikation ver dampft werden müssen, nichtverloren gehen und da die Verarbeitung der Abfälle selbst sich in einem einzigen heissen Pressdruck voll zieht, liegt die Wirtschaftlichkeit des neuen Ver fahrens auf der Hand. Ein weiterer Vorteil beruht darin, dass das Fertigerzeugnis völlig trocken ist und sofort wie Neustoff weiter verarbeitet werden kann, sich nicht mehr verzieht, bezw. sofort versandfertig ist.
Endlich aber lassen sich auf diesem Wege Farbwirkungen erzielen, die so vielfältig sind, wie sie die Zelluloidfabrikation, die immer auf gewisse Mengeeinheiten angewiesen ist, bisher weder erzeugt hat, noch zu erzeugen vermochte.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden aus Zelluloidabfällen, dadurch ge kennzeichnet, dass den Abfällen nicht flüch tige Lösungsmittel für Nitrozellulose, die den Schmelzpunkt des Kampfers in den Abfällen herabsetzen, beigemengt werden, wonach die Masse warm gepresst wird. UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Abfälle vor Mischung mit den nicht flüchtigen Lösungsmitteln zer kleinert werden.
Applications Claiming Priority (1)
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| DE129010X | 1926-09-18 |
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| CH129010D CH129010A (de) | 1926-09-18 | 1927-07-05 | Verfahren zur Herstellung von geformten Gebilden aus Zelluloidabfällen. |
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