CH123742A - Verfahren zur Herstellung von Folien, Häutchen, Bändern und andern Gebilden aus Zellulose. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Folien, Häutchen, Bändern und andern Gebilden aus Zellulose.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Folien, Häutchen, Bändern und andern Gebilden aus Zellulose. Zur Herstellung von Folien, Häutchen, Bändern, Hohlkörpern, Kapseln und andern nichtfadenförmigen Gebilden aus Zellulose geht man bekanntlich von Zelluloselösungen wie Viskose, Kupferosydammoniakzellulose usw. aus und benutzt hierfür als Fällbäder bisher nur anorganische wässerige oder saure Salzlösungen. Am geeignetsten für diesen Zweck hat sich bisher .ein Bad erwiesen, das aus einer gesättigten Ammonsalzlösung, wel che etwa 201o freie Säure enthält, besteht.
Es ist nun von grosser technischer und wirt schaftlicher Bedeutung für die Herstellung derartiger Gebilde, welche grössere Quer schnitte wie Kunstseidefäden besitzen, über ein möglichst schnell wirkendes Fä.llbad zu verfügen. Die Vermutung, dass die für die Kunstseideerzeugung verwendeten Fällbäder, die einen hohen Säuregehalt aufweisen, sich auch für die Herstellung von Folien, Bändern.
Häutchen, Kapseln und andern nichtfaden- förmigen Gebilden eignen und dabei eine schnellere Fällung herbeiführen, trifft leider nicht zu, da hier der hei diesen Bädern üb- licht- hohe Säuregehalt bereits eine so starke Zersetzung der Zelluloselösung hervorruft, dass sich innerhalb der entstehenden Gebilde Gasblasen bilden, die diese Produkte un brauchbar machen.
Schon ein Fällbad, wel ches aus einer Lösung von reinem Natrium- bisulfat ohne überschüssige Säure besteht, ist aus diesem Grunde für die Herstellung sol cher Gebilde nicht verwendbar.
In überraschender Weise hat sich nun gezeigt, dass sich zur Herstellung von Folien, Bändern, Kapseln, Häutchen und andern nichtfadenförmigen Gebilden aus hlellulose Fällbäder, die ausser einem die Zelluloselösung koagulierenden Stoff noch organische Flüs sigkeiten enthalten ganz besonders eignen. Es kann hierfür ein Gemisch organischer Flüssigkeiten oder eine Lösung anorganischer Verbindungen in organischen Flüssigkeiten benutzt werden.
Beispielsweise kann das Fällbad aus einem Gemisch eines niedrig siedenden Alkohols mit einer anorganischen Säure oder aus einer Lösung eines anorgani schen Salzes in einem solchen Alkohol oder aus einer Mischung beider bestehen. Beson ders günstig hat sich Methanol als Lösemittel bezw. Mischflüssigkeit erwiesen. Ferner kann man der Fällung auch eine Iioagulierung mit einer organischen Flüssigkeit vorangehen las sen, indem man beispielsweise die Zellulose- lösung zunächst in reinem Methanol oder Äthylalkohol koaguliert und dann mit einem der neuen Fällbäder nachbehandelt.
Wie die Praxis zeigt, können zum Bei spiel folgende Fällbäder angewendet werden: 1. ein Gemisch von Methanol mit Schwefelsäure, ?. eine Lösung von 10% Magnesiumc:hlo- rid und 10% Salzsäure in Methanol, 3. eine Lösung von 10% Magnesiumchlo- rid in Methanol.
Die Salzsäure wird zweckmässig in Gas form in das Fällbad geleitet. Die Bäder nach der Erfindung zeigen vor allem den Vorteil einer äusserst schnellen Fällungswirkung. Man kann auch ohne weiteres mit einer hohen Säurekonzentration zum Beispiel mit ein Ein Fällbad, welches bis zu 40% Schwefel säure enthält, arbeiten, ohne eine zerstörende < < 'irkung befürchten zu müssen.
Diese starke Säurekonzentration erhöht ausserdem -weiter die Fä.llgeschwindigkeit. Ferner ist es mög- lieli, mit den neuen Fällbädern infolge ihrer stark dehydratisierenden Wirkung sowohl im feuchten wie im trocknen Zustande äusserst feste Produkte herzustellen, die überdies nach dem Trocknen eine bedeutend höhere Wasser- festigkeit als die mit Hilfe der üblichen wäs serigen Bäder hergestellten Produkte besitzen. Weiterhin zeichnen sich die erhaltenen Ge bilde durch eine leichte Abwaschbarkeit aus.
Die Fällbätler nach der Erfindung haben ausserdem den Vorteil, dass sie nicht wie die bisher verwendeten Bäder infolge der bei der Fällung entstehenden Nebenprodukte stark getrübt werden, sondern vollkommen klar bleiben. Auch scheiden sich die bei der Fäl lung sich bildenden Salze infolge ihrer Un- löslichkeit in Methanol ab und können leicht aus dem Bad entfernt werden. Beispielsweise entsteht bei einem aus einer Lösung von Mag- nesiumchlorid und Salzsäure in Methanol be stehendem Bad Natriumchlorid, Glas ausfällt und sich am Boden des Gefässes ansammelt.
An Stelle von Methanol oder andern nied rig siedenden Alkoholen lassen sich auch alle übrigen organischen Flüssigkeiten, welche die Fähigkeit besitzen, sich mit anorgani schen Säuren zu mischen oder anorganische Salze aufzulösen, benutzen. Man auch auch Gemische zweier oder mehrere solcher Flüs sigkeiten verwenden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Folien. Häntchen, Bändern, Kapseln, Hohlkörpern und andern nichtfadenförmigen Gebilden aus Zelluloselösungen, dadurch gekennzeichnet, dass man Fällbä.der verwendet, die ausser ei nem die Zelluloselösung koagulierenden Stoff noch organische Flüssigkeiten enthalten.UNTERANSPRüCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Fällbad ein Gemisch organischer Flüssigkeiten be nutzt. ?. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Fällbad eine Lösung anorganischer Verbindungen in organischen Flüssigkeiten verwendet. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Fä.llbad ein Gemisch eines niedrig siedenden Alkohols mit einer anorganischen Säure benutzt.:1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Fällbad eine Lösung eines anorganischen Salzes in ei nem niedrig siedenden Alkohol verwendet. 5. Verfahren nach Patentanspruch und rIn- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man der Fällung eine lioagulierung mit einer organischen Flüssigkeit voran gehen lässt.
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