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Verfahren zum Steifen von Hüten oder Papier und Steifungsmittel hiezu.
Durch Behandlung von Harnstoff, Thio-Harnstoff oder deren Derivaten mit Formaldehyd ergeben sich wasserlösliche, leimartige Substanzen, welche durch weiteres Erhitzen allmählich dickflüssig, plastisch
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Mittel zum Imprägnieren von Geweben für Tragflächen von Flugzeugen.
Es wurde nun gefunden, dass sich die erwähnten Kondensationsprodukte unter geeigneten Vorkehrungen auch auf einem andern technischen Gebiet mit Vorteil verwenden lassen. Es ist seit Jahren ein dringendes Bedürfnis der Technik, über ein Kunstharz zu verfügen, das in gleicher Weise wie Schellack in wässeriger Lösung als Steifungsmittel verwendbar ist. Schellack wird für derartige Verwendungszwecke bekanntlich in Boraxlösung aufgelöst. Die meisten Kondensationsprodukte aus Harnstoff bzw. seinen Abkömmlingen und Formaldehyd sind nun gleichfalls im Wasser löslich und haben ähnlich wie die Boraxlösung des Schellacks die Eigentümlichkeit, eine nicht brüchig, steifende Schicht zurückzulassen, wenn gleichzeitig mit der Verdunstung des Lösungswassers auch der Überschuss an Formaldehyd durch Anwendung höherer Temperaturen ausgetrieben wird.
Auf diese Eigenheit gründet sich die vorliegende Erfindung, welche im wesentlichen darin besteht, dass man die zu behandelnden Stoffe mit der erwähnten flüssigen Substanz tränkt oder überzieht und sodann unter gleichzeitiger Anwendung mechanischen Druckes oder auch ohne diesen erhitzt. Da die verbleibende harzartige Schichte fast farblos ist, wird es hiedluch möglich, Schellack in seiner Verwendung als Steifungsmittel durch ein gleichwertiges, wenn nicht überlegenes Mittel zu ersetzen.
So gelingt es mit den bisher als Schellackersatz empfohlenen Ersatzstoffen, wie Kolophonium. oder Kondensationsprodukten aus Phenolen und Formaldehyd od. dgl. nicht, eine zufriedenstellende Hutsteife zu erzielen. Imprägniert man jedoch die geformten Hüte mit einer wässerigen Lösung eines Kondensationsproduktes aus Harnstoff od. dgl. und Formaldehyd und dämpft oder erhitzt dieselben bis zur Entfernung des überschüssigen Formaldehyds und Wassers, so erhält man die gewünschte Steifung in vorzüglicher Weise.
Zu diesem Zwecke werden die noch weichen Filz-oder Strohhüte, zweckmässig auf Holzformen gespannt, mit einer zeigen Lösung des Kondensationsproduktes imprägniert, sodann durch ungefähr eine Viertelstunde mit trockenem Dampf behandelt, bis der Geruch des Formaldehyds fast ganz verschwunden ist, und sodann heiss gebügelt.
Weiter lässt sich das Verfahren auch zum Steifen von Papier, insbesondere von Schreibpapieren verwenden.
Ebenso ist es möglich, mittels dieser Lösung Photographien mit einem wasserundurchlässigen, matten Überzug zu versehen und ihnen hiedurch Körper zu geben. Zu diesem Zwecke bestreicht man zweckmässig eine weiche Quetschwalze mit einer 8% eigen Lösung des Kondensationsproduktes und befeuchtet unter Abstreifen mit einer Rakel die fertig entwickelte Photographie. Hierauf lässt man das Blatt zwischen zwei erwärmten, zweckmässig dampfgeheizten Kalanderwalzen hindurchgehen, wobei der Überzug unlöslich wird. Das Bild ist nun steifer geworden und kann mit Wasser, Seife und Soda abgewaschen werden, ohne zu leiden. Die so erhaltenen Überzüge sind fast farblos und völlig durchsichtig.
Es gelingt jedoch ohne Schwierigkeiten, dieselben durch Farbstoffe beliebig zu färben.
Die Steifungswirkung erhöht sich in allen Fällen, wenn dem Kondensationsprodukt Borax zugesetzt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Steifen von Hüten, Papier od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die mit einer
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deren Derivaten und Formaldehyd getränkten bzw. überzogenen Materialien erhitzt werden, bis der Überschuss des Wassers und Formaldehyds entfernt ist.
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