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Verfahren zur Behandlung zellulosehaltiger Gewebe.
Vorliegende Erfinduug betrifft ein Verfahren zur Behandlung von zellulosehaltigen Geweben, beispielsweise von Baumwollgeweben u. dgl.
Es ist eines der Ziele der Erfindung, den physikalischen Charakter zellulosehaltiger Gewebe derart zu verändern, dass diese letzteren, auch wenn sie nicht aus Leinen bestehen, Eigenschaften und ein Aussehen annehmen, die sie Leinen sehr ähnlich machen. Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht darin, auf zellulosehaltigem Gewebe durch ein Druck- oder älm- liches Verfahren gewisse neuartige Effekte hervorzurufen, wobei das Aussehen und die Beschaffenheit des Gewebes physikalisch gemäss einem gewünschten Muster oder Zeichnung verändert wird. Ein weiteres Ziel der Erfindung betrifft die Herstellung eines verbesserten, aus Lagen zusammengesetzten Gewebes, bei dem die einzelnen Gewebelagen derart fest aneinanderhaften, dass sich bei der gewöhnlichen Behandlung, wie Waschen, die Lagen voneinander nicht trennen.
Die amerik. Patentschrift Nr. 1,661. 879 betrifft das vorherige Imprägnieren zellulosehaltiger Gewebe mittels einer Alkalilösung und das nachherige Behandeln des das Alkali enthaltenden Gewebes mit einer Kupferoxydammoniaklösung, wodurch das Aussellen und die physikalische Eigenschaft des zellulosehaltigen Gewebes bleibend verändert und ein der Leinwand ähnlicher Effekt hervorgerufen wird.
Eines der Merkmale der vorliegenden Erfindung betrifft eine Verbesserung des Verfahrens nach dem obigen Patent und unterscheidet sich von diesem dadurch, dass das mit dem kaustischen Alkali (Ätznatron oder Ätzkali) imprägnierte zellulosehaltige Gewebe noch vor der Behandlung mit der Kupferoxydammoniaklösung getrocknet wird. Durch das Trocknen des imprägnierten Gewebes wird die Wirkung der Kupferoxydammoniak-
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Höchstwirkung zu erzielen, wird in diesem Falle eine kaustische Lösung von mindestens 18'8-21'4 Bé verwendet, da der getrocknete Stoff viel grössere Mengen der Kupferoxydammoniaklösung aufnimmt und daher eine stärkere kaustische Lösung hiebei erforderlich ist.
Das oben erwähnte Patent bezieht sich auch auf ein Druckverfahren, welches das Prinzip der Behandlung des das Alkali enthaltenden Gewebes mit einer Kupferoxydammoniaklösung betrifft, jedoch wird dieses Merkmal in dem erwähnten Patent nicht beansprucht. Das Druckverfahren gemäss der vorliegenden Erfindung bezieht sich auf das vorherige Imprägnieren des zellulosehaltigen Gewebes mit kaustischem Alkali und dem nachträglichen Behandeln mit einer Kupferoxydammoniaklösung mit oder ohne vorherigem Trocknen des die kaustische Lösung enthaltenden Gewebes. Bei dem Druckverfahren gemäss der Erfindung kann auch eine verdickte Paste aus Kupferoxydammoniaklösung verwendet werden, um das Auftragen der Kupferverbindung auf das mit der kaustischen Lösung behandelte Gewebe während des Druckvorganges zu erleichtern.
Die amerik. Patentschrift NI'. 1, 661.880 betrifft die Herstellung eines aus Lagen bestehenden Gewebes und das Verfahren gemäss diesem Patent bezieht sich auf das Imprägnieren
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oder Ätzkali), die nachherige Behandlung des die kaustische Lösung enthaltenden Gewebes mit Kupferoxydammoniaklösung und die Vereinigung der auf diese Weise haftend gemachten Lagen. Das verbesserte Verfahren der Herstellung von aus Lagen bestehenden Geweben gemäss der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass das die kaustische Lösung enthaltende Gewebe getrocknet wird vor der Behandlung mit der Kupferoxydammoniaklösung, wodurch ein weitaus besseres Aneinanderhaften der Lagen erreicht wird.
Der Vorgang gemäss der vorliegenden Erfindung kann im allgemeinen auf den Prinzipien der beiden oben erwähnten Patente aufgebaut sein und nachstehend werden diejenigen Einzelheiten angeführt, die für die vorliegende Erfindung von besonderer Wichtigkeit sind.
Ein typisches Beispiel des Druckverfahrens ist folgendes :
Das zellulosehaltige Gewebe, beispielsweise Baumwollgewebe, wird zuerst mit einer kaustischen Alkalilösung (insbesondere Ätznatron oder Ätzkali) imprägniert, u. zw. erfolgt dies entweder durch Klotzen oder Bedrucken, worauf das Gewebe vorzugsweise getrocknet wird.
Die Stärke der kaustischen Lösung schwankt zwischen ungefähr). 0 Be und der Merzerisationsdichte und darüber, je nach der gewünschten Wirkung. Wird beispielsweise ein sehr haariger, rauher oder grober Stoff mit kaustischer Lösung unter der Merzerisationsdichte imprägniert. hierauf getrocknet und nun mit einer der später beschriebenen Druckpasten bedruckt, so entstehen kordähnliche Effekte. Besitzt anderseits die kaustische Lösung die Merzerisationsdichte oder darüber, so wird ein mehr lederghnlicher Effekt erzielt. Stark glänzende, dauerhafte Mustereffekte werden erzielt durch Bedrucken eines gewöhnlichen nicht haarigen und nicht groben Gewebes.
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Lösung B.
4-5 kg Kupfervitriol, 11-4 l Wasser.
Man schüttet die Lösung B langsam in die Lösung A. Der Zusatz von Baumwollflocken und kaustischer Lösung bewirkt ein Verdicken der Kupferoxydammoniaklösung, wodurch ein leichteres Bedrucken ermöglicht ist. Die Baumwollflocken werden durch die Wirkung des kaustischen Alkalis und des Kupferoxydammoniaks aufgelöst.
Zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung ist eine neuartige Druckvorrichtung nicht notwendig, jedoch findet gemäss einem vorzugsweisen Ausführungsbeispiel die gebrauch- liche Ausrüstung zum Klotzen Anwendung, um den Stoff mit der kaustischen Lösung zu imprägnieren, worauf dieser einer Trockenvorrichtung und hienach einer gebräuchlichen Druckvorrichtung zugeführt wird, deren Druckwalzen mit der bereits beschriebenen Paste von Kupferoxydammoniak beschickt werden.
Der beschriebene Vorgang soll nur das Prinzip der Imprägnierung des Stoffes und das nachherige Behandeln des imprägnierten Stoffes mit der Kupferoxydammoniaklösung erläutern, wobei mindestens eine der erwähnten Behandlungen auf ausgewählte Stellen des Gewebes beschränkt ist, um eine Zeichnung oder ein Muster herzustellen. Die Zeichnung oder das Muster kann selbstverständlich so gewählt werden, dass der Stoff ein kordähnliches oder anderes gewünschtes Aussehen oder aber ein rein ornamentales Aussehen erhält.
Bei der Herstellung von aus Lagen bestehenden Geweben gemäss der vorliegenden Erfindung, welches im allgemeinen nach dem oben erwähnten amerik. Patent Nr. 1,661. 880 stattfinden kann, wird das zellulosehaltige Gewebe beispielsweise zuerst mit einer kaustischen Alkalilösung (z. B. Ätznatron von 18-8-21-4 Bé) imprägniert und hierauf getrocknet. Nun wird das die getrocknete kaustische Lösung enthaltende Gewebe mit einer Lösung von Kupferoxydammoniak geklotzt, die aus 180 l$g Kupfervitriol, 560 i ! Wasser und 300 l handelsüblichem Ammoniak besteht.
Die Kupferoxydammoniaklösung wirkt sehr rasch auf das die getrocknete kaustische Lösung enthaltende Gewebe ein und das Eintauchen des Gewebes durch einige Sekunden in die Lösung genügt, um die Eigenschaft des Klebens hervorzurufen. Die Lagen sollten hierauf sofort miteinander mittels Druckwalzen od. dgl. vereinigt werden. Hierauf können die miteinander vereinigten Schichten oder Lagen durch die gebräuchliche Spannmaschine geführt und nunmehr der Behandlung im Sauerbade und dem Waschen unterworfen werden, um den Überschuss an Reagenzieu und die niedergeschlagene Kupferverbindung zu entfernen, die bei der. Behandlung mit Kupferoxydammonium entstanden ist.
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Bei der gewöhnlichen Behandlung der Gewebelage, ohne besondere Rücksicht auf die zn erzielenden Druckeffekte, kann beispielsweise so vorgegangen werden, dass das Gewebe solange durch eine kaustische Lösung, z. B. Ätznatron von 18-8-21'4- Bé geführt wird, bis das Material gesättigt ist ; hierauf läuft das Gewebe zwischen Presswalzen, um die überschüssige kaustische Lösung zu entfernen, und dann wird es getrocknet.
Das getrocknete Material kann zusammengerollt und solange als gewünscht aufbewahrt werden oder nach erfolgtem Trocknen kann es ohne Unterbrechung für einige Sekunden der Behandlung in der Lösung von Kupferoxydammoniak unterworfen, hierauf durch Quetschwalzen geführt und einem Spannrahmen zugeführt werden, wo das Ammoniak aus der Kupferoxydammoniaklösung verdunstet und das Gewebe eine blaue Färbung annimmt, infolge des bei der Reaktion im Kupferoxydammoniakbad niedergeschlagenen Kupferoxyds. Während oder nach dem Spannen, vorzugsweise nach letzterem, wird der Stoff in verdünnter Schwefelsäure, beispielsweise von 4-1 Be gesäuert, mit viel Wasser gewaschen, getrocknet, gebügelt oder kalandert.
Dieser Wasch-und Zurichtungsvorgang ist selbstverständlich auch anwendbar bei der Erzeugung von aus Lagen bestehenden Geweben und von Druckeffekten.
Ein geeignetes Kupferoxydammoniakbad besteht aus 18 kg Kupfervitriol und 261/2 1 handelsüblichem starken Ammoniakwasser, welches Bad durch Wasserzusatz auf 95 1 gebracht wird. Beispielsweise 3 bis 5 Sekunden Behandlung bei gewöhnlicher Temperatur im Kupferoxydammoniakbad genügen für irgendeines der angeführten Verfahren.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Behandlung zellulosehaltiger Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe mit einer kaustischen Lösung imprägniert wird, hierauf das derart imprägnierte Gewebe getrocknet und endlich das dies getrocknete kaustische Alkali enthaltende Gewebe der oberflächlichen Wirkung einer Kupferoxydammoniaklösung ausgesetzt wird.
2. Verfahren zum Bedrucken zellulosehaltiger Gewebe, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe mit einer kaustischen Lösung imprägniert und das imprägnierte Gewebe getrocknet wird und hierauf das die kaustische Verbindung enthaltende Gewebe der Einwirkung einer Kupferoxydammoniaklösung unterworfen wird, wobei die Einwirkung von zumindest einer der erwähnten Behandlungen auf ausgewählte Stellen der Gewebeoberfläche beschränkt wird, um ein Muster oder eine Zeichnung hervorzurufen.