AT111243B - Verfahren, aus Zellulosefasern bestehende Gewebe miteinander zu verbinden. - Google Patents
Verfahren, aus Zellulosefasern bestehende Gewebe miteinander zu verbinden.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren, aus Zellulosefasern bestehende Gewebe miteinander zu verbinden. Es sind bereits Versuche gemacht worden, aus mehreren Lagen Stoff oder Tuch bestehende Ware dadurch herzustellen, dass man die einzelnen Lagen mit Hilfe von Klebstoff (Leim, Kitt) oder einem der in flüchtigen Lösungsmitteln löslichen, kolloidalen Zellulosederivate zu einem einheitlichen ganzen Blatt vereinigt. Diesen Verfahren haftet jedoch der Übelstand an, dass das Produkt infolge seines Gehaltes an Bindemittel eine aussergewöhnliche Steifheit aufweist, wodurch seine praktische Anwendbarkeit sehr herabgesetzt ist, überdies ist die Verbindung der Stofflagen wenig dauerhaft, selbst wenn das zelluloseartige Bindemittel in reichlicher Menge angewendet wird. Es wurde nun gefunden, dass wenn zwei oder mehrere Lagen aus Zellulosefasergeweben, wie z. B. Baumwollstofflagen, einzeln und zu gleicher Zeit mit Reagenzien, die die Zellulosefaser in eine kolloide Lösung überzuführen vermögen, imprägniert und, während sie die reagierende Lösung absorbiert enthalten, miteinander in Kontakt gebracht und in dieser Lage gehalten werden, so lange der Auflösungsprozess noch fortschreitet, eine innige und dauernde Vereinigung der Stofflagen mit solchen Mengen von Bindematerial erzielt wird, die die Weichheit und Haltbarkeit des Textilstoffes nicht merklich beeinträchtigen. Das so hergestellte Produkt behält, obwohl es entsprechend der Schichtendicke kräftig istundmehr Körper besitzt, nichtsdestoweniger hinsichtlich Griff und Aussehen die für die Textilmaterialien charakteristischen und für deren normalen Gebrauch nötigen Eigenschaften. Wenn es sich um Baumwollfaser handelt, wird das Material teilweise so umgewandelt, dass es Leinen gleicht, was an und für sich schon ein wertvoller Effekt ist. Der Gegenstand der Erfindung besteht darin, das Zellulosefasernmaterial (Baumwolle, Jute, Leinen, Ramie, Holzfaser oder eine andere Pflanzenfaser), z. B. Baumwollgewebe, zuerst mit einer Lösung EMI1.1 und Auswinden oder auf eine andere Weise, die eine gleichmässige Verteilung der Lösung auf der Oberfläche und in den Kapillarräumen des Stoffes bewirkt. Hiebei kann sowohl eine vorher bestimmte Konzentration des Alkalis als auch ein bestimmter Gehalt an Wasser und Alkali im Verhältnis zum Zellulosevolumen oder zur Grösse der Oberfläche des Textilmaterials sichergestellt werden. Die Kon- zentration der Alkalilauge soll nicht grösser als 20 (Twaddell 1'100 spez. Gew. ) und daher an sich ungenügend sein, um irgendeine wesentliche chemische Einwirkung, z. B. ein Merzerisieren bei normaler Temperatur und während normaler Behandlungsdauer, ausgenommen die Adsorption des Alkalis durch die Zellulosebestandteile, hervorzurufen. Wenn das Material in dieser Weise mit dem alkalischen Reagens behandelt wird, so verhindert die kapillare und adsorptive Bindung zwischen dem Material und dem alkalischen Reagens, dass letzteres sich von der Oberfläche und den Kapillarräumen trennt, wenn das Gewebe nachher in einem die Zellulose lösenden oder umwandelnden Bad behandelt wird. Dies ist wichtig, denn es wird dadurch sichergestellt, dass das für die Aktivierung des Lösungsmittels nötige Alkali nicht durch irgendeine wesentliche Diffusion von dem Textil-oder Zellulosematerial weg in das Lösungsmittelbad eifolgt, in das das Gut nachher eingebracht wird, weil das Alkali das Lösungsmittelbad in seiner Wirkung schwächen würde. Wenn das Faser-oder Textilmaterial in dieser Weise eine bestimmte Menge des aktivierenden Reagens aufgenommen hat, wird es in das Lösungsmittelbad eingebracht, das aus einer Kupferoxydammoniaklösung besteht. Hiebei ergibt sich eine Reaktion zwischen drei Komponenten : dem aktivierenden Reagens (Ätznatron), dem Lösungsmittel (Kupferoxydammoniak) und der Oberfläche der Zellulose bzw. der kolloiden oder gelösten Schicht, die sich daselbst bildet. <Desc/Clms Page number 2> Das Verfahren wird vorzugsweise so durchgeführt, dass das Baumwollgewebe kontinuierlich durch eine Ätznatronlosung von etwa 19 Twaddell (1'095 spez. Gew. ) läuft, dann zwischen Walzen ausge- quetscht wird und schliesslich die so getränkte Ware in und durch eine Kupferoxydammoniaklösung geleitet, ausgequetscht, durch Säure neutralisiert, gewaschen, gestreckt und getrocknet wird. Ein EMI2.1 eine Dauer von drei bis fünf Sekunden haben. Verschiedenheiten im Gewicht und Gefüge des Textilgutes bedingen entsprechende Änderungen in der Konzentration der Reagenzien und in der Behandlungsdauer. Beim erfindungsgemässen Verfahren werden beide Gewebe vorzugsweise zu gleicher Zeit im kaustischen und im darauffolgenden Kupferoxydammoniakbad behandelt und miteinander durch Druck in engen Zusammenschluss gebracht, solange sie noch mit dem Alkali und der Kupferoxydammoniaklösung gesättigt sind und beide Lösungen nebeneinandergelagert enthalten und die Reaktion zwischen dem kaustischen Alkali, dem Kupferoxydammoniak und der Zellulose an der Oberfläche und in den Kapillarräumen noch fortschreitet. Es wurde ferner gefunden, dass, wenn die Oberflächen zweier miteinander zu verbindender Stofflagen aufgerauht werden, bevor die Behandlung mit der kaustischen Lösung Platz greift, die endgültige Verbindung der beiden Teile zu einer Einheit viel inniger und fester ist. Das Verfahren soll so geleitet werden, dass der in den Fasern des Gewebes fortschreitenden Reaktion hinreichend Zeit gelassen wird, die reagierenden Komponenten ganz auszunützen, so dass das beabsichtigte Ausmass kolloider Zelluloselösung gebildet wird, bevor die Reaktion durch das Säuern unterbrochen wird. Die praktische Durchführung des Verfahrens kann z. B. so erfolgen, dass die zu vereinigenden Stoffbahnen jede tür sich durch die Alkalilösung und hierauf durch die Kupferoxydammoniaklösung gezogen werden. Hierauf werden die beiden Gewebe zwischen zwei Walzen unter einem Druck, der nicht stark zu sein braucht, zusammengelegt und werden zu einem Stück vereinigt als Doppelgewebe durch ein Säure- und das Waschbad geleitet, laufen dann zwischen Quetschwalzen durch und werden schliesslich aufgewickelt und nach eventueller nochmaliger Säuerung und Waschung getrocknet. Das gemäss der Erfindung hergestellte Produkt ergibt eine ein festes Ganzes darstellende Ware von leinenähnlichem Aussehen und Griff und einer Beschaffenheit ähnlich leicht gestärkter Baumwolloder Leinenware. Die Ware ist leicht waschbar und nimmt nach dem Trocknen und Bügeln wieder ihre frühere Steifheit an, ohne die Biegsamkeit zu verlieren, weshalb sie für die Herstellung von Krägen und Manschetten sehr geeignet ist. Die Umwandlung der Zellulosefaser macht die Ware gegen Verstaubung und Verschmutzung widerstandsfähiger, so dass bei Verwendung für Kleidungsstücke diese lange Zeit ihr sauberes Aussehen beibehalten. Da das die Bindung und Steifung bewirkende zelluloseähnliehe Material in allen gebräuchlichen Waschflüssigkeiten unlöslich ist, so können, was eine wertvolle Eigenschaft ist, Kleider aus diesem Material nach dem Waschen wieder ihre frühere Griffigkeit erlangen.
Claims (1)
- PATENT ANSPRUCH : Verfahren, aus Zellulosefasern bestehende Gewebe miteinander zu verbinden, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewebe nach eventuell erfolgter Aufrauhung zuerst mit kaustischem Alkali behandelt, dann der Einwirkung einer Kupferoxydammoniaklösung unterworfen und noch bevor die dadurch zwischen dem kaustischen Alkali, der Kupferoxydammoniakverbindung und der Zellulose des Gewebes hervorgerufene Reaktion abgelaufen ist, durch Druck miteinander vereinigt werden.
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| AT111243T | 1927-03-09 |
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| AT111243D AT111243B (de) | 1927-03-09 | 1927-03-09 | Verfahren, aus Zellulosefasern bestehende Gewebe miteinander zu verbinden. |
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