AT96823B - Verfahren zur Herstellung lichtempfindlicher Filme für photographische Zwecke. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung lichtempfindlicher Filme für photographische Zwecke.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung lichtempfindlicher Filme für photographische Zwecke. Um wasserdurchlässige Filme, insbesondere gewisse Zellulosefilme, z. B. Filme, die durch Regenerierung der Zellulose aus einer wässerigen Lösung von Zellulosenatriumxanthat hergestellt werden, lichtempfindlich zu machen, verwendet man bekanntlich als erstes Bad eine wässerige Lösung, welche bewirkt, dass der Film aufquillt und in denselben Körper eindringen, welche nachher in Reaktion treten sollen. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, das auf der Behandlung des Films mittels eines ersten aus reinem Wasser oder aus einer wässerigen Lösung eines der für die Behandlung nötigen Salze bestehenden Bades beruht und dadurch gekennzeichnet ist, dass die benutzten Bäder in genau bestimmten Verhältnissen zueinander stehen. Zur besseren Verdeutlichung des Wesens der Erfindung sei beispielsweise die Anwendung des neuen Verfahrens bei der Herstellung lichtempfindlicher Filme mittels Bromsilbers näher erläutert. Zur Erzeugung des Bromsilbers verwendet man zwei Bäder : das eine aus salpetersaurem Silber, das andere aus Bromkalium. Um nun in zufriedenstellender Weise im Innern des Zellulosefilms das empfindliche Bromsilber zu erzeugen, muss die Konzentration des Fällbades molekular gleich oder stärker sein als die Konzentration der den Film imprägnierenden Lösung, wenn dieser das erste Bad verlässt. Verfährt man in dieser Weise und lässt man den von diesem ersten Bade herrührenden Überschuss sorgfältig abtropfen, so entsteht ein Niederschlag, der sich vollständig im Zellulosefilm einlagert und in dem klar bleibenden Fällbade nicht diffundiert. Dabei behält der Film ein glattes und homogenes Aussehen, was nicht eintreten würde, wenn das zweite Bad verdünnter wäre als eben erläutert. Wird beispielsweise trockene Filmasse mit einer Lösung von salpetersaurem Silber imprägniert, welche pro 100 Kubikzentimeter wässerige Lösung 10 Gramm enthält, so muss das zur Erzielung von Bromsilber 10 x 119 zur Anwendung kommende Bromkalibad, pro 100 Kubikzentimeter, mindestens :-= 7 Gramm Bromkalium enthalten, dessen Molekulargewicht 119 beträgt, während das des salpetersauren Silbers 170 ist. Nimmt man umgekehrt als erstes Bad eine wässerige Lösung von Bromkalium, welche 7 Gramm pro 100 Kubikzentimeter enthält, so muss das zweite die Fällung des salpetersauren Silbers bewirkende Bad mindestens 10 Gramm salpetersaures Silber pro 100 Kubikzentimeter enthalten. Natürlich ist das Verfahren ohne Rücksicht auf die Art und Beschaffenheit des zur Erzeugung des lichtempfindlichen Salzes benutzten Bades allgemein anwendbar. Es gestattet die Erzielung von Resultaten, die ähnlich sind denjenigen, welche man mit aus Silbersalzen von feinem Korn hergerichteten Emulsionen erzielt, die auf eine Gelatineunterlage aufgebracht und mittels Hydrochinons entwickelt werden. Es ist ja bekannt, dass ein beispielsweise mit einer Emulsion feinkörniger Chlorsilbergelatine bedecktes Papier oder Platte, durch Veränderung der Expositionsdauer, der Verdünnung des Entwicklers, der Dauer der Entwicklung, sowohl warme Töne wie Olivengrün, Sepia, Blutort, sattes Schwarz usw. als auch kalte Töne, welche dem Blau und dem Violett sich nähern, zu liefern vermag. Verändert man unter den gleichen Bedingungen die eben erwähnten Faktoren (Belichtungsdauer, Verdünnung des Entwicklers, Dauer der Entwicklung usw. ) bei Benutzung eines Zellulosefilms, das mittels halogenisierter, sehr feinkörniger Salze des Silbers (allein oder in Mischung) empfindlich gemacht wurde, so kann man hinsichtlich der warmen und der kalten Töne die gleichen Resultate erzielen, jedoch unter der Voraussetzung, dass der benutzte wasserdurchlässige Film ein sehr feines Korn aufweist, das unausgereift (ohne Maturation) erhalten wurde oder das zustande kam, indem man die Reifung nur bis zu einem gewissen Grade trieb. <Desc/Clms Page number 2> In anderen Fällen reicht die in dieser Weise erhaltene Empfindlichkeit nicht aus. Es empfiehlt sich dann, die bekannten Maturationsverfabren bei den oben erwähnten Erzeugnissen anzuwenden, die mit Rücksicht auf die bestehende Analogie mit den Gelatineverfahren als"Zellulo-Chloride", Zellulo- Bromide","Zellulo-Jodide"bekannt werden mögen. Beispielsweise seien hier einige Mittel zur Vornahme der Reifung, d. h. Mittel zur Erhöhung der Empfindlichkeit der Silbersalze durch Entwicklung angegeben, die man beim Verfahren verwenden kann, bei dem die Zellulose die Rolle eines Sensibilisators spielt. Zuvörderst ist zu bemerken, dass wenn man während nur einiger Sekunden eine mit salpetersaurem Silber imprägnierte Zellulose in eine kalte wässerige, wenig konzentrierte Bromkaliumlösung eintaucht, dass man dann ein Bromsilber von sehr feinem Korn erhält, welches als ein unausgereiftes Salz sich erweist, dessen Empfindlichkeit im allgemeinen zu gering ist, um in der üblichen Weise für photographische Zwecke benutzt werden zu können, ausgenommen jedoch in der auf der Lipmannschen Interferenzmethode beruhenden Farbenphotographie. Hält man hieran fest, so lässt sich die Empfindlichkeit der ZelluloSalze folgendermassen erhöhen : 1. durch Anwendung, bei sonst unveränderten Dauer- und Temperaturverhältnissen, von an Silber-oder Halogensalz oder an beiden konzentrierten Lösungen ; 2. indem man bei gesteigerten Temperaturen arbeitet ; 3. indem man die Einwirkungsdauer des Fällbades (kalt oder warm) verlängert und dabei entweder mit einem grossen Badvolumen oder lediglich mit dem kleinen Volumen, welches die Zellulose durch einfache Imprägnierung zurückbehält, verfährt ; 4. durch Imprägnierung des bereits gebildeten Zellulo-Salzes mit einer geeigneten Lösung, welche unter andern ein Lösungsmittel des Zellulo-Salzes sein kann, wobei man dafür Sorge trägt, dass dieses Lösungsmittel mit dem gleichen Silbersalz gesättigt wird, um so die Auflösung des in der Zellulose gebildeten Salzes zu verhüten ; 5. indem man dem einen oder beiden Bädern geeignete Körper zusetzt. So kann man die Empfind- lichkeit steigern, wenn man z. B. auf jodiertes Silbernitrat einwirkt oder wenn man der Lösung der Halogensalze Ammoniak zusetzt ; 6. indem in zueinander passenden Verhältnissen die Halogensalze so verbindet, dass z. B. Jodbromsilber entsteht. EMI2.1
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