AT96529B - Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd durch Zersetzung von wasserlöslichem Säureteer. - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd durch Zersetzung von wasserlöslichem Säureteer.Info
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Description
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Verfahren zur Gewinnung von Schwefeldioxyd durch Zersetzung von wasserlöslichem Säureteer.
Bei der Raffination verschiedener Mineralöle mit 20% igem bzw. hochprozentigem Oleum entsteht eine schwarze, bei gewöhnlicher Temperatur äusserst zähflüssige, erst bei ca. 95 bis 1200 C erweichende Abfallsäure, in weiterer Folge Säureteer genannt, welche im Gegensatze zu andern Abfallsäuren der Mineralöl- und Teerölraffination in kaltem und warmem Wasser mit dunkelgrüner Farbe vollkommen löslich ist.
Eine Abscheidung der in diesem Säureteer enthaltenen Schwefelsäure etwa durch Verdünnen mit Wasser und darauffolgendes Einleiten von Wasserdampf oder durch unmittelbares Einleiten von Abdampf, wie dies beispielsweise zur Verwertung der Abfallsäure von der Petroleumraffination, um sie entweder für eine Regeneration vorzubereiten oder für Zwecke der Düngerfabrikation brauchbar zu machen, schon seit langem geschieht, kann nicht erfolgen, da sich aus der dunkelgrünen Lösung selbst bei langem Stehenlassen keine Öle, Harze oder wie immer genannte Polymerisationsprodukte abscheiden. Dieses bereits bekannte, gegenüber andern sauren Raffinationsabfällen abweichende Verhalten ist auf den energischen Einfluss des Oleums auf das zu raffinierende Produkt unter hauptsächlicher Bildung von Sulfosäuren zurückzuführen.
Die Bestrebungen, die in den verschiedenen Abfallsäuren der Mineralöl-und Teerolraffination enthaltene Schwefelsäure von den verschiedensten Gesichtspunkten aus zu verwerten, reichen weit zurück. Die bisher bekannten Methoden und Verfahren, unter andern auch jenes, das im österreichischen Patente Nr. 49930 niedergelegt ist, liessen sich auf den wasserlöslichen Säureteer nicht anwenden. Bei Anwendung dieser Methode tritt Entzündung des ungemein stark aufgeblähten, schaumigen und leicht zerreiblichen Rückstandes ein. Auch die bereits bekannte Zersetzungsmethode durch Erhitzen von Abfallsäuren von der Schmierölraffination bis ca. 800 C, unter anderem ausführlich beschrieben in der Zeitschrift "Petroleum", Bd.
XIV, Jahrg. 1919, S. 842, führt ebenfalls nicht zum Ziele, weil infolge des hohen
Gehaltes des wasserlöslichen Säureteers an organischen Substanzen hauptsächlich sulfosäureartigen Charakters hiebei bedeutende Mengen von flüssigen, ähnlich den beim Krackprozess erhaltenen Zersetzungsprodukten auftraten.
Dagegen kann eine wesentlich sauberer verlaufende Zersetzung des hauptsächlich sulfosäurehaltigen wasserlöslichen Säureteeres durch Erhitzen dieses Materiales bis auf maximal 6000 C, sonach auf eine über dem Siedepunkte der öligen Anteile liegende Temperatur, bei gleichzeitigem Einblasen oder Einsaugen unter Druckverminderung von überhitztem Wasserdampf entweder vom Boden des Zersetzungsapparates oder von den Seiten, der Decke oder vom ruckswärtigen Teile dieses Apparates aus nach vorne oder umgekehrt erreicht werden. Durch die Anwendung des überhitzten Wasserdampfes gelingt es, nicht nur lokale Überhitzungen zum grössten Teile abzuwenden, sondern auch Zersetzungen (Kracken) der öligen Anteile zurückzudrängen, ohne dass die Abspaltung des Schwefeldvoxydes beeinträchtigt wird.
Ausserdem wird die Kondensation der mit übergehenden Dämpfe der öligen Anteile, gleichzeitig mit der Verdichtung des Wasserdampfes bei der Abkühlung, gefördert. Eine Abspaltung des Schwefeldioxyds bei Verhinderung des Überdestillierens grösserer Mengen öliger Anteile lässt sich allerdings bei weitem nicht so vollkommen als bei Verwendung von überhitztem Wasserdampfe erzielen, wenn anstatt überhitzten Wasserdampfes heisse Kiesofen-oder Schwefelofengase von der gleichen Zusammensetzung, wie sie für die Herstellung von Schwefelsäure in Betracht kommen, oder auch mit höherem Schwefeldioxydgehalte, verwendet werden.
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Die den Zersetzungsapparat verlassenden Gase und Dämpfe werden beispielsweise bei Verwendung von überhitztem Wasserdampf in bekannter Weise mittels Kühlvorrichtungen abgekühlt. Das im wässerigen Kondensate gelöste Schwefeldioxyd lässt sich, wie bekannt, durch Erhitzen entfernen. Die Kondensation des Wasserdampfes kann unterbleiben, wenn auf seine Weiterverwendung, z. B. in Bleikammern, Wert gelegt wird. In diesem Falle müssen die aus dem Zersetzungsapparate austretenden Gase und Dämpfe bei Vermeidung der Kondensation des Wasserdampfes durch gut isolierte Ölabselleider und ähnlich wirkende Vorrichtungen bekannter Bauart geführt werden.
Auch bei Verwendung von Kiesofen-oder Schwefelofengasen kann eine Entfernung der öligen Anteile entweder bei den noch warmen oder abgekühlten Gasen in der vorbeschriebenen Weise erfolgen, wobei eine Isolierung der Ölabscheider nicht erforderlich ist.
Der nach Abspaltung des Schwefeldioxydes im Zersetzungsapparate verbleibende aufgeblähte und schaumige heisse Rückstand wird nach bekannten Methoden herausgeschafft und abgekühlt oder abgelöscht. Er lässt sieh entweder als Heizmaterial oder zu andern technischen Zwecken verwenden.
Anlangend die Zersetzung des Säureteers kann diese abgesehen von direkter Erhitzung des Zersetzungsgefässes durch Beheizung mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen oder auf elektrischem Wege, dann auch indirekt durch Abhitze bei den verschiedensten technischen und metallurgischen
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bis 600 C erreichen lässt, erfolgen. Insbesondere ist dies auch durch die Hitze des brennenden Schwefels bzw. durch die heisse Schwefelflamme, durch Einbau des Zersetzungsapparates in einen Schwefelofen unmittelbar über bzw. knapp bei dem zur Verbrennung gelangenden Schwefel möglich.
Auch durch Einbau des Zersetzuugsapparates in die heisseste Zone der Schwefelkiesröstöfen bekannter Bauart kann eine Zersetzung des Säureteers im unmittelbaren Anschluss an Schwefelsäurefabrikationseinrichtungen erfolgen. Auf die gleiche Weise lässt sich auch die Überhitzung des zur Zersetzung des Säureteers erforderlichen Wasserdampfes erzielen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Gewinnung von Sehwefeldioxyd durch Zersetzung von wasserlöslichem Säureteer der Mineralöl-, Stein-und Braunkohlenteerindustrie, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung des wasserlöslichen Säureteers bei gleichzeitigem Einblasen oder Einsaugen von überbitztem Wasserdampf bis auf maximal 6000 C erfolgt.
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- 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung des Säureteers bei gleichzeitigem Einblasen von auf mechanischem Wege komprimierten und sodann überhitzten, vom Rösten EMI2.2
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