AT95916B - Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels. 



   Es ist bereits bekannt, dass Azetylen narkotisierend wirkt. Trotzdem hat die Chirurgie das Azetylen bis heute noch nicht als Narkotikum praktisch angewendet.   Dieser Umband   findet durch die vielfach verbreitete Ansieht von der Giftigkeit des Azetylens. welche dieses sowohl in technisch reinem, als auch in ungereinigtem Zustande äussert, seine Erklärung. Ausserdem konnte aus dem blossen Bekanntsein der   narkotisierenden Wirkung   des Azetylens noch nicht dei Schluss gezogen werden, dass es sich auch als
Narkotikum im   chirugischen   Sinne verwenden lässt ; denn es gibt eine ganze Reihe von Stoffen, wie z. B. 



   Kohlenoxyd, Kohlensäure,   Stiekoxydul,   Alkohol. Morphium u. a.   m.,   welche im pharmakologischen
Sinne narkotische Wirkungen hervorrufen und trotzdem als Narkotika in der Chirurgie nicht verwendbar sind, weil sie in der für eine tiefe Narkose erforderlichen hohen Dosierung entweder schädliche Nebenwirkungen verursachen oder eine nicht genügend lange oder zu lange Narkose bewirken, oder weil ihre narkotisierende Wirkung nicht leicht und schnell aufgehoben werden kann.

   So ist beispielsweise das reine
Morphium trotz der unbedingten Sicherheit seiner Wirkung auf die Schmerzempfindlichkeit für die
Chirurgie ungeeignet, weil das Höchststadium seiner Wirkung gefährliche Nebenwirkungen hervor- ruft und ausserdem die betäubende Wirkung nicht   willkürlich   unterbrochen werden kann.   Stickoxydul   wäre ein ideales Narkotikum, es kann aber nur für eine Narkose von etwa einer Minute Dauer verwendet werden, weil es nur in   l {X) % iger   Konzentration anwendbar ist. wenn die Wirkung tief genug sein soll. 



   Bei längerer Dauer würde aber der Patient ersticken. 



   Aus der Tatsache, dass so verschiedenartige Verbindungen, wie   Kohlen oxyd, Kohlensäure, Stick-   oxydul, Azetylen usw., als narkotisch wirkende Stoffe an sich bekannt sind, folgt, dass die narkotische
Wirkung nicht von der chemischen Konstitution, sondern von physikalischen Eigenschaften, u. zw. ins- besondere von der Löslichkeit im Blute abhängt. Da sich nun Azetylen ungefähr in der gleichen Stärke im Blut löst, wie Stickoxydul, war in keiner Weise zu erwarten, dass Azetylen auch bei erheblichen Bei- mengungen von Sauerstoff oder Luft eine genügende Tiefe der Narkose erreichen lässt. 



   Es wurde nun entgegen der bisher geltenden Ansicht gefunden, dass das Azetylen, wenn es besonders gereinigt, insbesondere von seinem Phosphor-und Schwefelgehalt völlig befreit ist und in einer geeigneten
Konzentration (mindestens 50%) mit Luft oder Sauerstoff vermischt wird, seine Giftigkeit völlig verliert und dadurch zu einem   überaus   wertvollen Narkotikum gemacht wird, welches den bisher gebräuchlichen
Narkotisierungsmitteln, wie insbesondere Chloroform, Äther od. dgl. in vieler Beziehung überlegen ist. 



   Chloroform, Äther od. dgl. haben bekanntlich den grossen Nachteil, dass sie auf den menschlichen Organis- mus sehr unangenehme Wirkungen, gegebenenfalls mit tötlichem Ausgange, ausüben. Die Narkose tritt meistens verhältnismässig langsam und häufig unter starker Erregung des Patienten ein. Auch dauert es häufig sehr lange, bis derselbe aus der Narkose erwacht. Ausserdem hat die Narkose üble Nachwirkungen, wie Erbrechen od. dgl., zur Folge. Alle diese Nachteile werden vermieden, wenn man gemäss der Erfindung von seinem Phosphor-und Schwefelgehalt völlig befreites Azetylen in der vorstehend angegebenen
Verdünnung als Narkotisierungsmittel verwendet. Dasselbe bewirkt nicht nur einen laschen Eintritt der Narkose bei ausreichender Tiefenwirkung, ohne dass der Patient in starke Erregung versetzt wird, sondern auch ein schnelles Erwachen bei rascher Erholung des Patienten.

   Ausserdem bietet das neue Narkotikum die Möglichkeit, die Narkose beliebig unterbrechen zu können. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die zur   Narkose erforderliche Konzentration de ? Azetylens   ist nicht sehr hoch. Es   genügen beispiels-   weise ungefähr 50% in der   eingeatmeten   Gasmenge. Aber selbst bei einer weit höheren   Konzentration   (etwa 70 bis   80%)   sind keinellei schädliche Einwirkungen auf den menschlichen Organismus festgestellt worden. 



   Es ist von Vorteil, das Azetylen mit anderen Narkotisierungsmitteln, z. B. mit Ätherdampf,
Chloroform,   Stickoxydulgas   od. dgl. zu beladen. Dadurch wird eine über die blosse   Summenwirh.'11llg   hinaus- gehende Wirkung erreicht, die sich darin äussert, dass nur ganz geringe Mengen des zugesetzten Narkoti- sierungsmittels, z. B. etwa nur der zehnte Teil der sonst üblichen Äthermenge zur Herbeiführung einer wirksamen   Betäubung   benötigt werden, so dass die nachteiligen Wirkungen der ausschliesslich mit den   gebräuchlichen Narkotisierungsmitteln,   wie Äther,   Chloroform. Stickoxydul od.   dgl. bewirkten Narkosen nicht mehr eintreten.

   Für die Mischung Azetylen-Äther-Sauerstoff genügen beispielsweise ungefähr
40 bis 50% Azetylen, annähernd 60 bis   50% Sauerstoff und 5   bis 10 Tropfen   Äther.   welche ungefähr   1#5% Ätherdampf entsprechen.   



   Das Azetylen wirkt   naturgemäss nicht   auf alle Personen in gleicher Weise ein. So wurden Fälle beobachtet, wo von seiten des Kranken der Einatmung ein gewisser reflektorischer Widerstand entgegen- gesetzt wird, der die ungestörte Verabreichung des Narkotikums wenigstens in den ersten Augenblicken beträchtlich erschwert. Wie gefunden wurde, lässt sich dieser Nachteil des Azetylens dadurch beseitigen, dass man dem letzteren geeignete Mengen mehr oder weniger stark   riechender   Stoffe zusetzt. Hiedurch wird infolge eines Ablenkungsvorganges der reflektorische Widerstand des Patienten ausgeschaltet, so dass das Narkotikum auch schon bei den ersten Atemzügen ohne Störung   aufgenommen   wird. 
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 wie z. B.

   Geraniol,   Linalool und   deren Ester, Citral oder ein Gemisch dieser Stoffe u. dgl.   m.   Auch die natürlichen, auK, den Blüten gewinnbaren Riechstoffe, welche die genannten Substanzen enthalten, sind mit gleichem Vorteil verwendbar. 



   Man verfährt beispielsweise so, dass man den Riechstoff, am besten mit einem Verdünnungsmittel. wie z. B.   Olivenöl,   vermischt in den Strom des Azetylens oder seines Gemisches mit Luft oder Sauerstoff 
 EMI2.2 
 geeignete Mengen, z. B. 2-5%, des Riechstotfes zusetzt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels. dadurch gekennzeichnet, dass Azetylen völlig von Phosphor-und Schwefelverbindungen befreit und mit Luft oder Sauerstoff in solchem Verhältnis vermischt wird, dass die Mischung mindestens 50% Azetylen enthält.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gemisch des von seinem Phosphorund Sehwefelgehalt völlig befreiten Azetylens mit Luft oder Sauerstoff Ätherdampf zugemiseht wird.
    3. Verfahren nach Ansprüchen l und 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Ga-gemisch noch un- schädliche, flüchtige Riechstoffe beigemischt werden.
    4. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das völlig von Phosphorund Schwefelverbindungen befreite Azetylen unter Zusatz von Ätherdampf mit Luft oder Sauerstoff in solchem Verhältnis vermischt wird, dass die Mischung mindestens 40% Azetylen enthält. EMI2.3 mit anderen Narkotisierungsmitteln, wie Chloroformdampf, Stickoxydulgas od. dgl. beladen wird.
    6. Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet. dass man den oder die flüchtigen Riechstoffe dem völlig gereinigten Azetylen als solchem oder gelöst in den üblichen Lösungsmitteln, z. B. Azeton, vor seiner Mischung mit den übrigen Stoffen zusetzt.
    7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man zunächst die Losungsmittel. z. B. Azeton, mit den Riechstoffen versetzt und dann erst das Azetylen zugibt.
    8. Verfahren nach Ansprüchen 6 und 7. dadurch gekennzeichnet, dass man den oder die Riechstoffe zunächst mit einem Verdünnungsmittel, z. B. Olivenöl, vermischt und dann dieses Gemisch gemäss den Ansprüchen 6 und 7 weiter verwendet.
AT95916D 1921-09-23 1922-02-07 Verfahren zur Herstellung eines Narkotisierungsmittels. AT95916B (de)

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