AT94812B - Einrichtung zum Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoß. - Google Patents

Einrichtung zum Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoß.

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AT94812B
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boat
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Gotthold Dr Stern
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Gotthold Dr Stern
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Einrichtung     zum   Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoss. 



   Es sind Einrichtungen zum Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoss bekannt, die im Wesen aus zwei mit grösserer Geschwindigkeit als das zu sichernde Schiff angetriebenen, durch Zugseile mit dessen Bug verbundenen Sicherheitsbooten besteht, zwischen welchen ein Schleppseil gespannt ist. 



   Die vorliegende Erfindung zielt darauf ab, die bei   Richtungsänderungen   des Hauptschiffes notwendige Änderung der Fahrtrichtung und der Geschwindigkeit der Sicherheitsboote automatisch und auf   einfache Weise herbeizuführen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst,   dass das die beiden Boote verbindende Seil an einander zugewendeten Punkten der Bughälften der Boote, die Zugseile dagegen an voneinander abgewendeten Punkten der   Heckhälften   der beiden Sicherheitsboote und an voneinander möglichst weit entfernten Punkten des Buges des Hauptschiffes befestigt sind.

   Infolge dieser Verteilung der Angriffspunkte der Seile wird deren Länge und Spannung bei Richtungsänderungen des Hauptschiffes derart geändert, dass die Boote einen der Bahn des Hauptschiffes ähnlichen Bogen beschreiben, wobei die Geschwindigkeit des inneren   Sicl1erheitsbootes   kleiner ist, als die des äusseren. 



   Die Länge und Spannung der Zugseile kann aber auch in Abhängigkeit vom Steuermechanismus des Hauptschiffes gebracht werden, indem der Erfindung gemäss die beiden Zugseile um eine vom Steuermechanismus des Schiffes betätigte Trommel laufen, derart, dass bei Backbordwendung des letzteren das Zugseil des Backbordbootes verkürzt und jenes des Steuerbordbootes verlängert wird und umgekehrt. 



   In Fig. 1 einerseits und Fig. 2 und 3 anderseits ist je eine Ausführungsform der zwei, im Sinne der Erfindung erfolgenden Steuerungsarten der Hilfsboote dargestellt. 



   Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform greift das Schleppseil t an den einander zugewendeten Punkten 10 und 11 der Bughälften der Boote S, B an, während die Zugseile s, b an voneinander abgewendeten Punkten 7 und 9 der   Heckhälften   der beiden Sicherungsboote S, B und an möglichst entfernten Punkten 6, 8 des Buges des Hauptschiffes M befestigt sind. Da die Boote   B und S grössere Gesehwindigkeit   als das Hauptschiff M besitzen, so üben dieselben auf letzteres   Zugwirkungen   aus, welche in den Punkten 7, 9 als zurückhaltende Reaktionskräfte angreifen. 



   Auf jedes der Boote S, B wirken demgemäss vier Kräfte u. zw. : die erwähnte Reaktionskraft an dem heckseitig gelegenen Punkte (7 respektive 9), die Seilspannung im Schleppseile t in dem bugseitig gelegenen Punkte   (10,   respektive   11),   der Propellerdruck und der Wasserwiderstand. Unter dem Einflusse dieser vier Kräfte stellt sich bei gleichbleibender Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung des Hauptschiffes M ein Beharrungszustand ein, in welchem beide Boote   S,   B in der Fahrtrichtung des Hauptschiffes (Pfeil 1) fortschreiten und gegen diese Bewegungsrichtung divergierende Stellungen einnehmen. 



   In diesem Beharrungszustand wirken die in den Seilen s, b auftretenden Reaktionskräfte auf Abschwenkung der Boote S, B voneinander (Richtung der Pfeile 3 und 2), und die im Seile   t   auftretenden Seilspannungen im entgegengesetzten Sinne auf ein Zusammenschwenken der Boote   S,   B. Diese Kräfte vereint mit den übrigen   Kräften   ergeben im Beharrungszustand die in der Richtung des Pfeiles 1 wirkende Bewegungsresultierende.

   Hieraus folgt aber, dass jede Änderung der in den Seilen s, b wirkenden Reaktionskräfte eine Änderung der Richtung der Resultierenden herbeiführen muss, u. zw. in dem Sinne, dass bei Abnahme der bei 7 bzw. 9 angreifenden Reaktionskräfte ein Abschwenken der Resultierenden im Sinne des Pfeiles 2, respektive 3 stattfindet, während die Zunahme dieser Reaktionskräfte entgegengesetzte Wirkung auslöst. 



   Hieraus ergeben sich nunmehr bei Änderung der Bewegungsrichtung des Schiffes M die nachfolgend beschriebenen Vorgänge : Wird das Schiff M im Sinne des beigesetzten Pfeiles 2 backbord gesteuert, so 

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 wird infolge der   veränderten Lage   eine Verkürzung der Distanz 6,7 auf   6', 7 /und damit eine Abnahme   der Zugspannung im Seile s bewirkt ; durch die Abnahme der Seilspannung werden zwei Wirkungen ausgelöst : einerseits nähert sich die Resultierende der Seilspannungen s, t, des Wasserwiderstandes und des   Propellerdruckes der Richtung des im Punkte.

   M   angreifenden Seilzuges, wodurch nach dem früher Gesagten die Bewegungsrichtung des Schiffes S bzw. dieses selbst eine entsprechende Schwenkung in die Richtung des Pfeiles 2 vollziehen wird und anderseits wird das Schiff S infolge Herabminderung des Gegenzuges im Seile e eine grössere Geschwindigkeit annehmen, wozu es durch den ihm von vornherein erteilen   Überschuss   an Antriebskraft befähigt ist, der bei gerader Fahrt nur dazu diente, die Verbindungseile gespannt zu halten. Das Boot   S   wird sohin mit vergrösserter Geschwindigkeit eine Schwenkung nach backbord ausführen. 



   Auf das Boot B hingegen wirkt, da ein Zurückhalten desselben erfolgt, die Spannung des Zugseiles b bei der Wendung -dos Schiffes M in erhöhtem Masse, während die Zugspannung im Schlepp seil t unverändert bleibt. Die Resultierende des auf da3 Boot B wirkenden Kräftepaares (Seile b, t) des Wasserwiderstandes und des   Propellerdruekes   wird sohin gegen die in b wirkende Komponente verschwenkt und demgemäss wiefrüher erörtert das Boot B gleichfalls nach backbord gewendet, u. zw. unter gleichzeitiger Minderung der Geschwindigkeit. 



   Zusammenfassend ergibt sich sohin das Resultat, dass beide Boote Bund S ebenso wie das Hauptschiff   backbord   verschwenkt werden, wobei   aber, dan   Boot B diese Schwenkung mit verminderter, das Boot   S dieselbe mit vergrösserter Geschwindigkeit ausführen   wird. Das Gleichgewicht wird in diesem System erst wieder eintreten, wenn in den beiden Zugseilen b,   s   gleiche Zugspannung herrscht ; hiedurch erscheinen aber alle Bedingungen gegeben, welche erforderlich sind, um die beiden Boote B, S in eine der neuen Bewegungsrichtung entsprechende Beharrungsstellung zu bringen. 



   Die das Umsteuern der Boote   B und S   veranlassende Verlängerung und   Verkürzung   der Zugseile b, s kann auch dadurch herbeigeführt werden, dass letztere direkt mit dem Steuermechanismus des Hauptschiffes M derart in Abhängigkeit gebracht werden, dass bei einer Baekbordsteuerung (Pfeil 2) das Seil s, bei Steuerbordsteuerung (Pfeil 3) das Seil b verlängert wird, was beispielsweise dadurch erzielt werden kann, dass die Seile b, s über eine gemeinsame Windentrommel laufen, welche vom Steuermechanismus betätigt wird. Durch diese Einrichtung erhalten die Boote S, B ebenso wie das Hauptschiff die den Wirkungen der Strömungen und des Wellenschlages aufhebenden ständigen kleinen Steuerimpulse. 



   Bei der in Fig. 3 und 4 gezeigten   Ausführungsform   erfolgt die automatische Ablenkung der Sicherungboote mit Hilfe einer an sich bekannten Einrichtung, nach welcher die Zugseile b, s der beiden Boote an einen im Bug des Schiffes M schwingbar um o angeordneten Hebels a angreifen, dessen Arme mittelbar oder unmittelbar Schaltarme von Widerständen bilden, welche in die Betriebstromkreise der Motoren der Sicherungsboote geschaltet sind, so dass bei Verdrehen des Hebels a in den Betriebsstromkreis des einen Bootes Widerstand eingeschaltet und aus jenen des anderen Bootes Widerstand ausgeschaltet wird,   und   die beiden Boote dementsprechend mit verschiedenen Geschwindigkeiten laufen. 



   Durch diese Veränderung der Geschwindigkeiten der beiden Boote   Bund S und   die hiedurch auf die starren, unter Winkel gestellten Steuerblätter ausgeübte Änderung der Steuerwirkung tiitt eine Umsteuerung der Boote in der Weise ein, dass das System erst dann wieder in den Gleichgewichtszustand gelangt, wenn beideBoote B, S wieder gleiche Geschwindigkeiten besitzen bzw.

   wenn der Hebel a wieder seine Normalstellung zur Achse des Hauptschiffes M eingenommen haben wird und die Boote   S und   B sich wieder in die neue Fahrtrichtung eingestellt haben.'
Um diese Einrichtung noch durch Verstellung der Steuerblätter selbst zu unterstützen, wird der
Steuermechanismus jedes der beiden Boote B,   S   in Abhängigkeit von dem Antriebsmotor des betreffenden
Bootes gebracht, so dass der Steuerausschlag mit der Geschwindigkeit des Bootes in gewisser Weise zuund abnimmt. Dies kann in einfachster Weise dadurch erzielt werden, dass der Antriebsmotor jedes der Schiffe B und   S   mit einem   ZentrifngaIregu1ator   versehen wird, welcher den Steuermechanismus des zugehörigen Bootes beeinflusst. 



   Bei dem in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist angenommen, dass das Steuer jedes Bootes bei gerader Fahrtrichtung und im Beharrungszustande des ganzen Systems gegen die Längs- richtung des Schiffes um einen gewissen Winkel   C (gelegt   ist (siehe Fig. 1). Wird das Hauptschiff backbord gewendet, so wird durch Änderungen der Widerstände die Geschwindigkeit des Bootes B verringert, jene des Bootes S vergrössert und damit nach dem früher Gesagten auch der ursprüngliche Steuerungs- ausschlag a des Bootes B auf   a   vergrössert und jener des Bootes   S   auf   ss   verkleinert oder kann sogar einen negativen Wert y annehmen, bzw. in die entgegengesetzte Steuerichtung ausgeschwungen werden. 



   Durch diese Veränderungen der Lage der Steuerblätter wird die Wirkung der Geschwindigkeits- änderungen unterstützt. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Einrichtung zum Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoss, bei welcher zwei mit grösserer Geschwindigkeit als das zu sichernde Schiff angetriebene und mit diesem durch Zugseile verbundene Sicherheitsboote in Anwendung kommen, zwischen welchen ein Schleppseil gespannt ist, dadurch gekel1n- <Desc/Clms Page number 3> EMI3.1 der beiden Sicherungsboote (S, B) sowie an möglichst entfernten Punkten (6, 8) des Buges des Haupt- schiffes (M) befestigt sind.
    2.-Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Zugseile (8, b) in Abhängigkeit vom Steuermechanismus des Hauptschiffes (M) dadurch gebracht ist, dass die beiden Zugseile um eine vom Steuermechanismus des Schiffes betätigte Trommel laufen, derart, dass bei Backbord- EMI3.2 bootes (S) verlängert wird und ungekehrt.
    3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerausschlag jedes der Boote in Abhängigkeit von der Umlaufzahl seines Antriebsmotors z. B. dadurch gebracht ist, dass der Antriebsmotor ein Regulatorpendel betätigt, dessen Muffe mit der Stellvorrichtung der Steuer in zwangläufiger Verbindung gebracht wird, so zwar, dass bei einer bestimmten Mittelgeschwindigkeit das Steuer eine vorausbestimmte Mittellage einnimmt, wogegen bei Überschreiten oder Unterschreiten der Mittelgeschwindigkeit das Steuer Impulse nach entgegengesetzten Richtungen erhält. EMI3.3
AT94812D 1916-12-20 1916-12-20 Einrichtung zum Schutze von Schiffen gegen Zusammenstoß. AT94812B (de)

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