AT91892B - Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole unter Anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid. - Google Patents

Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole unter Anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid.

Info

Publication number
AT91892B
AT91892B AT91892DA AT91892B AT 91892 B AT91892 B AT 91892B AT 91892D A AT91892D A AT 91892DA AT 91892 B AT91892 B AT 91892B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
colloid
precipitate
hydrosols
organosols
converting
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
E De Haen A G
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by E De Haen A G filed Critical E De Haen A G
Application granted granted Critical
Publication of AT91892B publication Critical patent/AT91892B/de

Links

Landscapes

  • Lubricants (AREA)
  • Colloid Chemistry (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
 EMI1.1 
 



   Während zur Herstellung von Hydrosolen der verschiedensten Substanzen der Technik sehr viele brauchbare Verfahren zur Verfügung stehen, ist die Herstellung von Organosole bisher nur in wenigen
Fällen geglückt. Besondere Schwierigkeiten bereitet die Herstellung kolloidaler Lösungen in   organisehen  
Flüssigkeiten, die sich mit Wasser nicht mischen, wie z. B. Tetrachlorkohlenstoff, die Chloradditions-   produkte des Azetylens,   die flüssigen Bestandteile des Erdöls, die Terpenkohlenwasserstoffe, aromatische
Kohlenwasserstoffe, z. B. die Bestandteile der Teeröle oder Teeröle selbst, pflanzliche und tierische Öle usw. 



   Die gleichen Schwierigkeiten bestanden für kolloidale Lösungen in halbfesten oder festen organischen 
 EMI1.2 
 vermengt, kann nur bei typisch reversiblen Kolloiden, z. B. gewissen hochmolekularen organischen Farbstoffen. zur Bildung von Organosolen führen. Die deutsche Patentschrift Xr. 262155 beschreibt als Variante des Hauptverfahrens ein Verfahren, nach welchem es speziell bei Graphit gelingt, aus einem 
 EMI1.3 
 dass das   wässerige   kolloide System in Form einer Paste, also in sehr   konzentrierter   Form, vorliegt.

   Da die bekannten Herstellungsverfahren von Hydrosolen im allgemeinen zunächst stets zu sehr verdünnten Systemen führen und eine Konzentrierung dieser Systeme, insbesondere bis zur Pasteform, stets nur schwierig, in vielen Fällen aber ohne   Koagulierung überhaupt nicht durchführbar ist, bestand   nun die   teclnisch wichtige Aufgabe, auch solehe verdünnte Hydrosole   in Sole. deren Dispersionsmittel eine mit Wasser nicht mischbare organische Substanz ist, unmittelbar umwandeln zu   können.   



   Es wurde nun gefunden, dass sich die gestellte Aufgabe in einfacher Weise lösen lässt, wenn man   besondere Massnahmen trifft, dass sich   das Kolloid in ganz hervorragend inniger Weise mit geeigneten 
 EMI1.4 
 des Kolloids mit dieser amorphen organischen Verbindung wird erzielt, indem man letztere als Niederschlag in dem Hydrosol ausfallen bzw. entstehen lässt. Dieser Niederschlag muss nun die   Fähigkeit   besitzen, das irreversible Kolloid mitzureissen oder zu absorbieren. Durch die Anwesenheit des Niederschlages gelingt es, das Wasser auch bei höheren Temperaturen ohne Koagulation des irreversiblen Kolloids zu verdampfen, wobei es auch nichts ausmacht, wenn der vorher feste organische Stoff in den flüssigen Zu-   stand übergeht.

   Man kann   annehmen, dass jedes der   ultramikroskopischen Teilchen   des   irreversiblen   Kolloids mit einer Hülle des organischen Niederschlages umgeben ist, welche während der Abdampfung des Wassers auch bei erhöhter Temperatur die Teilchen voneinander trennt und verhindert, dass sie sich zu nicht wiederauflösbaren   AggTegaten   vereinigen. 



   Die Erzeugung des Niederschlages, welcher das irreversible Kolloid mitreisst, kann in den verschiedensten Weisen stattfinden. Man löst z. B. Wachse, Harze, Fette, hochsiedende Alkohole oder andere-   wasserunlösliche Verbindungen   in Äthylalkohol oder Azeton oder in anderen mit Wasser mischbaren organischen Flüssigkeiten auf und fügt diese Lösungen zum Hydrosol vorteilhaft unter   kräftigem     Rühren.   



  Die   wasserunlöslichen   organischen Verbindungen scheiden sieh als feinverteilte Niederschläge aus und reissen je nach ihrer Natur ein entsprechendes Kolloid mit zu Boden. Der zusammengesetzte Niederschlag wird mechanisch abgetrennt, mit Wasser gewaschen und bei   90-100  C   oder darüber getrocknet. Besondere   Vorsichtsmassregeln   während der Abdampfung sind nicht notwendig. Das Wasser kann auch in anderer Weise entfernt werden, indem man z. B. den Niederschlag auf wasseraufsaugende Stoffe, wie Ton, bringt. Man kann Aufsaugung und Verdampfung vereinigen. Das Verdampfen kann auch im luftverdünnten Raum stattfinden.

   Die entwässerte Substanz löst sich nun in kolloidaler Form in jedem organisehen Medium auf, in welchem der zur Mitfällung des Kolloids verwendete Niederschlag   löslich,   quellbar oder feinverteilbar ist. 



   Noch bessere Resultate werden in vielen Fällen erhalten, wenn man den   organischen Xiederschlag   im Hydrosol auf folgende Weise entstehen lässt :   Man vermischt zunächst   eine wässerige Lösung einer   wasserlöslichen   organischen Verbindung mit dem Hydrosol oder löst die Verbindung im Hydrosol auf und führt diese durch Zusatz von Säuren, Basen oder Salzlösungen in eine unlösliche Verbindung über, welche als amorpher Niederschlag ausfällt. Man löst z.

   B.   wasserlösliche   Salze aromatischer Hydroxyl- 
 EMI1.5 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 durch Zusatz   von Mineralsäuren   oder wässerigen Lösungen von Erdalkali- oder Schwermetallsalzen einen   Niedersehlag.   Besonders gut bewähren sich die Salze der Naphtensäuren (Erdölsäuren) und die 
 EMI2.2 
 Lösung durch   Schwermetallsalzlösungen,   wie z. B. durch Kupfer-. Chrom-,   Eisen-, Nickel-und femer   Aluminiumsalze, amorphe Niederschläge gefällt werden, die in   verschiedenen Kohlenwasserstoffen leicht   löslich sind. In diesen Fällen kann man auch den Niederschlag gesondert herstellen und mit dem Hydrosol vermischen. 



   Man kann die Bildung der unlöslichen Verbindungen, welche als   amorphe Niederschlage   ausfallen. in beliebiger Weise durch irgendeine Reaktion bewirken.   Beispielsweise kann man Indigoweiss   oder irgend eine   küpenbildende   Substanz im   Hydrosol lösen   und durch Einblasen von Luft die Bildung des Nieder-   sehlages herbeifülren. Indigo   ist z. B. in Petroleum löslich. Man kann auch   ohne chemische Umsetzung   die Bildung der Niederschläge durch Wärme- oder Elektrolytkoagulation herbeiführen. 



   In vielen Fällen stehen als Hydrosole nur solche mit einem Gehalt an   Schutzkolloiden   zur Verfügung, sei es, dass sich der betreffende Stoff als schutzkolloidfreies Hydrosol nicht gewinnen lässt bzw. in diesem Zustande nur   sehr unbeständig ist.   sei es, dass man von den im Handel verbreiteten Kolloidpräparaten ausgeht, welche fast immer mit einem Schutzkolloid versehen sind.   Die Anwesenheit von   Schutzkolloiden in der wässrigen Lösung des Kolloids macht keine Änderung des Verfahrens nötig, zumal der im vorliegenden Verfahren beschriebene zusammengesetzte Niederschlag vorteilhaft in soleher Weise entstehen gelassen werden kann, dass die Schutzkolloide sich   ihm   nicht beimengen. 



   Das Verfahren kann Anwendung finden zur Herstellung von   Organosolen von Elementen, wie   z. B. 



  Se, Te, Ag, Hg, Bi, C, W, Os usw. oder von anorganischen   Verbindungen, wie   z. B. Al2O3, ZnO, TiO2, 
 EMI2.3 
 Kalziumoxalat, Silbercyanid, Silberrhodanid und   Ferrocyankupfer usw. Dagegen ist eine Anwendung   des Verfahrens auf typischreversible organische Kolloide, wie   Gelatine. Eiweiss und Eiweissspaltungs-   
 EMI2.4 
 



  Hg, Bi, Os, oder von anorganischen Verbindungen, wie z. B.   Kalomel. Quecksilberoxyd u. d'l.,   in pflanzlichen oder tierischen Fetten, Ölen oder in Wachsarten, ferner in Vaseline,   Paraffin. Lanolin usw. sind   für pharmazeutische Zwecke verwendbar. 2. Kolloidale Lösungen von Graphit in Schmieröl, konsistenten Schmierfetten usw. sollen als Schmiermittel   Anwendung finden. 3. Kolloidale Lösungen von Metallen   (z. B. Ni, Pt, Pd   usw.)   oder Metalloxyden (z. B. NiO) sollen als Katalysatoren, z. B. bei Fettllärtungsprozessen, Anwendung finden. 4.

   Kolloidale Lösungen von Chromgelb und anderen Mineralfarben in Leinöl, Firnis usw. sollen als Ölfarben von hervorragender Deckkraft verwendet werden, welche ausserdem vor den durch einfaches Verreiben der trockenen Farbstoffe mit Ölen erhaltenen Farben den Vorzug besitzen, gar nicht oder nur ungemein langsam durch Entmischung den festen Farbstoff abzuscheiden. 



   Ausführungsbeispiel : Will man kolloidales Silber (z. B. solches nach Bredig, Paal, Cledé) 
 EMI2.5 
 10   g   des gelösten Silbers etwa 02-1 g Naphtenat kommen. Hierauf wird das   Naphtenat   mit Lösungen von Kupfer-, Chrom-oder-Eisensalzen vollständig gefällt. Es entsteht ein Niederschlag, welcher das 
 EMI2.6 
 gründlich gewaschen und im Trockenschrank bei etwa   90-100    C rasch getrocknet. Die völlig entwässert e Substanz wird mit Vaseline in einem Mörser gründlich verrieben.   Löst   man etwas von dem silberhaltigen Vaseline in Petroläther auf, so erhält man eine homogene, braune Lösung ; die   Braunfärbung   rührt vom Silber her und ist ein Beweis, dass es sich auch im Vaseline in kolloidalem Zustande befindet.

Claims (1)

  1. "PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole nier anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid, dadurch gekennzeichnet, dass man in die wässerige Lösung des Kolloids, das mit einem Schutzkolloid versehen werden kann, eine in dem gewählten organischen Lösungsmittel lösliche, quellbare oder fein verteilbare organische Verbindung in Form eines amorphen Niederschlages bringt oder darin entstehen lässt, wobei der Niederschlag das Kolloid mitreisst, worauf man schliesslich das ausgefallene Gemenge in bekannter Weise von der Flüssigkeit trennt und das Wasser entfernt.
AT91892D 1914-11-09 1914-11-09 Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole unter Anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid. AT91892B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT91892T 1914-11-09

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT91892B true AT91892B (de) 1923-03-26

Family

ID=3611958

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT91892D AT91892B (de) 1914-11-09 1914-11-09 Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole unter Anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT91892B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1912323A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln
DE1233829B (de) Verfahren zur Herstellung mikroskopischer, im Innern lipophile Stoffe enthaltender Kuegelchen durch einfache Koazervierung
AT91892B (de) Verfahren zur Überführung von Hydrosolen in Organosole unter Anlagerung eines organischen Körpers an das irreversible Kolloid.
DE293848C (de)
DE694150C (de) Verfahren zum Herstellen fein verteilter Metalle
DE355109C (de) Verfahren zur Herstellung haltbarer kolloidaler Loesungen in mit Wasser nicht mischbaren organischen Stoffen
AT18569B (de) Verfahren zur Herstellung von antiseptisch bezw. konservierend wirkenden Metallseifenlösungen.
DE516677C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten aus Phenolen und Aldehyden
DE446162C (de) Verfahren zur Herstellung haltbarer Emulsionen, Suspensionen und Kolloid-Dispersionen
DE489314C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, kolloidalen Loesungen des Silbers oder des Quecksilbers neben Silber in Pflanzen- und tierischen OElen, Fetten oder deren Fettsaeuren
DE430712C (de) Verfahren zur Herstellung von Schaedlingsbekaempfungsmitteln
DE432717C (de) Verfahren zur Herstellung von kolloidalen Loesungen des Silbers in OElen, Fetten, Wachsarten, Lanolin, Vaseline, Paraffinen oder Gemischen dieser Stoffe
AT141658B (de) Schutzmittel zur Verhütung der Selbstentladung von Akkumulatoren und der sie begleitenden Korrodierung der Stromzuführungsklemmen.
DE319199C (de) Anstrichmasse fuer Schiffsboeden u. dgl.
AT152663B (de) Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur Desinfekton, Wundbehandlung u. dgl.
AT85758B (de) Verfahren zur Herstellung besonders haltbarer kolloidaler Lösungen.
DE339009C (de) Verfahren zum Aufloesen wasserunloeslicher Aluminium- und Chromoleate und -sulforizinate
DE1717019C (de) Verfahren zur Herstellung von hochdispersen Schwefel enthaltenden grenzflächenaktiven flüssigen Produkten
DE281305C (de)
AT134613B (de) Verfahren zur Herstellung technisch wertvoller Stoffe aus den Oxydationsprodukten trocknender Öle.
DE839796C (de) Verfahren zur Herstellung von fein verteiltem metallischen Silber
DE577435C (de) Verfahren zur Herstellung von Anstrichmitteln zur Desoxydation von Rost und anderen Metalloxyden mit zugleich rostschuetzender Wirkung
DE546336C (de) Verfahren zur Darstellung von loeslichen organischen Verbindungen, vorzugsweise Saeuren
DE392901C (de) Emulgierungsmittel fuer wasserunloesliche Fluessigkeiten
AT118060B (de) Netzmittel.