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liamera zur photographischen Festlegnng der Reihenfolge, in welcher Läufer, Pferde oder Fahrzeuge das Ziel einer Rennbahn passieren.
Vorliegende Neuerung dient dem Zweck der Unterstützung der Zielrichter bei Rennen für ihre Entscheidung über den Sieger und die Reihenfolge der nach ihm das Ziel durchlaufenden Rennteilnehmer. Die Schwierigkeiten dieser Entscheidung liegen in der Schnelligkeit der bewegten Objekte und in der
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annehmlichkeiten durch Verwendung photographischer Apparate aus dem Wege zu gehen. Scheinbar bestehen für diese Aufgabe keine Schwierigkeiten, ist es doch bereits in den siebziger Jahren des vorigen
Jahrhunderts gelungen, durch die photographische Kamera bewegte Objekte, wie z. B. Pferde, auf der Platte festzuhalten. Man sollte annehmen, dass ein kinematographischer Apparat, wie er heute gewöhnlich verwandt wird, für diesen Zweck vollkommen ausreicht.
Diese Annahme ist jedoch irrtümlich, da die Schnelligkeit der Aufnahmefolge und die Präzision der Einzelbilder bei Bewegungen in grösster Schnelligkeit für oben genannten Zweck nicht ausreicht. Der kinematographische Apparat, wie er heute meist verw nd t wird, macht seine Einzelaufnahme nacheinander in Zwischenräumen von ungefähr yis-y Sekunden. In der Zeit von V Sekunde legt ein Pferd in der Karriere bei höchster Entwicklung seiner Geschwindigkeit im Endkampf zirka 0'7 m zurück. Motorfahrräder und sonstige Fahrzeuge zeigen noch höhere Geschwindigkeiten.
Es ist also nur im unwahrscheinlichen Ausnahmefall zu erwarten, dass das bewegte Objekt gerade in dem Augenblick aufgenommen wird, in dem es die Ziellinie passiert Abweichungen bis zu 0'35 m sind möglich. Bei der Durcheilung dieses letzten Abschnittes der Rennbahn können jedoch noch Verschiebungen zwischen den Rennbeteiligten stattfinden. Überdies lässt die Schärfe der kinematographischen Einzelaufnahmen sehr zu wünschen übrig, da einerseits der Momentverschluss nicht schnell genug zu arbeiten pflegt und anderseits nur Bilder von relativ kleinem Format aufgenommen werden können.
Sofern es sich ausschliesslich um die Feststellung des Siegers handelt, müsste es scheinbar genügen, eine einzelne Aufnahme zu machen und den Momentverschluss der Kamera in dem Augenblick auszulösen, wo der vorderste Punkt des Körpers des Siegers bzw. seines Fahrzeuges unmittelbar vor der Ziellinie ist. Es ist jedoch bekannt, dass zwischen dem Augenblick des Entschlusses, den Verschluss auszulösen und dem eigentlichen Moment der Aufnahme eine gewisse Zeit verstreicht. Diese Zeitdifferenz ist veränderlich je nach der Auffassungsgabe und Energie des Photographierenden. Sie wechselt also von Person zu Person und wechselt ferner infolge der veränderlichen Verfassung, in der sich der Photographierende selbst befindet. Überdies ist sie abhängig von den Verzögerungen, die in der Mechanik des Apparats selbst bedingt sind.
Von einer Einzelaufnahme ist also das gewünschte Resultat ebenfalls nicht zu erwarten. Um mit grösster Wahrscheinlichkeit den Sieger eines Rennens gerrde in dem Moment festzuhalten, wo er die Ziellinie mit dem vordersten Punkte seines Kölpers oder Fahrzeuges durchschneidet, ist es daher nötig, mehrere Aufnahmen nacheinander zu machen und die Zeitfolge der einzelnen Aufnahmen weiter zu reduzieren als es mit dem Kinematograph möglich ist.
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Nach vorliegender Erfindung geschieht dies durch den Zusammenbau mehrerer selbständiger photographischer Apparate, als Vorbild für eine solche Anordnung könnte der Aufnahmeapparat von Muybridge dienen, der 1877 eine Reihe von 30 Apparaten aufbaute, von jedem Apparat nach einer gegen-
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die Bewegungsvorgänge am Rennpferd selbst zu studieren, war diese Anordnung wohl zweckmässig. für den vorliegenden Zweck ist sie es jedoch nicht, den das Ausspannen der Schnüre ist für die beteiligten Rennpferde nicht ungefährlich und überdies wird durch das Nebeneinanderanordnen der Apparate die Bedingung nicht erfüllt, dass mindestens eine Aufnahme zustande kommt, welche genau beim Passieren einer bestimmten Linie, nämlich der Ziellinie, erfolgt.
Der Apparat nach vorliegender Erfindung (in Nachfolgendem einfach"Zielriehterkamera"genannt) besteht ebenfalls aus mehreren Einzelkammern, dieselben sind jedoch im Gegensatz zu den Muybridgeschen Kammern in der Zielebene, also meist übereinander, angeordnet. Die Betätigung der einzelnen Momentverschlüsse nacheinallder erfolgt auch nicht
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Bewegung nur einmal eingeleitet wird. Ob diese erste Einleitung der Bewegung durch das schnenbewegte Objekt selbst oder durch einen Beobachter eingeleitet wird, ist an sich gleichgültig. Mit dieser Anordnung wird erreicht, dass in gewissen Grenzen der Zeitpunkt, in welchem die Auslösung bewirkt wird, seine ausschlaggebende Bedeutung für das Resultat verliert. Das Abziehen kann sehr wohl einige hundertstel Sekunden zu früh oder zu spät erfolgen.
In jedem Fall wird eine der gekuppelten Kammern das Rennobjekt im richtigen Augenblick photographisch festlegen und da die Kammern in der Zielebene (also meist übereinander, nicht nebeneinander) angeordnet sind, so wird die Visierlinie dieser Kammern auch immer die Ziellinie sein, sowohl zeitlich als örtlich kann auf diese Weise eine der erfolgten Aufnahmen als unangreifbares Zielrichterdokument gelten.
Auf der Zeichnung ist die Ziehichterkamera schematisch dargestellt, u. zw. in einer Ansicht von der Plattenseite her. Es sind beispielsweise fünf Apparate zusammengebaut. Die vornliegenden Objektive 1-5 sind punktiert angedeutet, die dicht vor der Platte liegenden Rollgardinen sind durch die Zahlen 6-10 markiert. Dieselben laufen über Rollenpaare 11-15. Je eine der Rollen ist mit Aufzug- und Sperrvorrichtung 16-20 versehen. Zu dieser Sperrvonichtung gehören Sperrorgan, die in der schematischen Zeichnung als einfache Riegel 21-26 angedeutet sind. Diesen Riegeln gegenÜber liegt eine Nockenwelle 26.
Auf derselben sind Nocken 27-81 angeordnet, u. zw. gegeneinander versetzt, so dass bei einer Drehung der Welle 26 die Nocken 27-31 nacheinander mit den Sperriegeln 21-25 zum Eingriff kommen. Je nach dem Grade der Versetzung dieser Nocken auf den Umfang der Nockenwelle 26 und je nach der Geschwindigkeit, mit welcher die Welle 26 sich dreht, wird der Zeitabstand zwischen der Auslösung der Bewegung der einzelnen Wellen 16-20 bzw. der Rollgardinen 6-10 grösser oder kleiner sein. In der Zeichnung-ist die Nocke 27 bereits in Eingriff mit dem Riegel 21 dargestellt. Der Riegel 21 ist infolgedessen nicht mehr in Eingriff mit dem Sperrad 16, die Gardine 6 ist bereits in Bewegung und befindet sich zur Zeit vor der Mitte der Platte.
Hat diese Gardine 6 ihren Weg zurückgelegt, so wird die Nocke 28 am Riegel 22 angelangt sein und der zweite Verschluss tritt in Tätigkeit usf.
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Aufnahmen so schnell zu machen, dass der letzte Verschluss bereits seine Bewegung begonnen hat, bevor der erste dieselbe vollkommen beendet hat. Die Geschwindigkeit der Folge der einzelnen Verschluss- öffnungen ist also unbegrenzt. Die Welle 26 steht unter dem Einfluss einer im Gehäuse 32 untergebrachten Feder. Ein Sperrad 33 und ein Riegel 34 sind für die Spannung, Feststellung und Auslösung der Welle 26 vorgesehen. Der Riegel 34 kann sowohl durch eine gespannte Schnur und deren Abziehen als auch durch einen Elektromagneten od. dgl. in Tätigkeit gesetzt werden.
Ist die Bewegung der rennenden Objekte besonders schnell und der Augenblick des Passierens durch das Ziel daher besonders schwierig zu erfassen, so tut man gut, die Zeitfolge der einzelnen Momentverschlüsse nicht gar zu schnell zu wählen, und es wird dann nötig, die Drehgeschwindigkeit der Nockenwelle 26 zu bremsen. Zu diesem Zwecke ist beispielsweise ein Windflügel 35 vorgesehen, der durch Zahnradübersetzung 36,37 mit der Nockenwelle 26 gekuppelt ist. Natürlich könnte ebensogut eine Luftpumpe oder eine Ankerhemmung eingebaut werden.
Durch Auswechseln der Räder oder Verwendung verschieden grosser Windflügel 36 kann die Drehgeschwindigkeit der Welle 26 beliebig verändert werden. Ebenso ist es möglich, statt der Welle 26 ein geradlinig verschiebbares Organ, auf dessen Länge die Auslöseorgane entsprechend verteilt sind, anzuwenden, es könnte auch dieses Steuerorgan gänzlich vom Aufnahmeapparat getrennt sein, wenn man beispielsweise am Ort des Auslösers ein solches Steuerorgan anbrächte und nach den einzelnen Spannvonichtungen bzw. Auslösern 16-20 und 21-25 getrennt elektrische Leitungen legte und an jeden einzelnen Verschluss einen elektromagnetischen Auslöser anbrächte. Wesentlich ist nur, dass überhaupt ein Steuerorgan vorhanden ist, welches die Auslösung der Einzelverschlüsse in regelbarer Zeitfolge vornimmt.
Selbstverständlich ist dafür Sorge zu tragen, dass Momentverschlüsse gewählt werden, welche die höchst erreichbare Geschwindigkeit haben und dass Objektive von grösster Lichtstärke verwendet werden. Es ist zu bedenken, dass die Aufnahme rechtwinklig zur Bewegung des Objektes-das in dieser Position seine grösste scheinbare Geschwindigkeit zeigt-
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erfolgt und dass auch bei ungünstiger Beleuchtung noch eine genügend scharfe und kontrastreiche Abbildung erreicht werden muss.
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Der Apparat wird in der Ebene der Ziellinie aufgestellt, so dass seine sämtlichen Objektive in dieser Ebene liegen. Die Welle 26 wird durch Drehung unter Spannung gesetzt und die Einzelversehlüsse werden ebenfalls gespannt und die Sperrorgane 16-20 und 21-25 in Vorbereitungsstellung gebracht.
Die Kassetten werden geöffnet und der Apparat ist zur Aufnahme bereit. Kurz vor dem Ziel in einem
Abstand, welcher erfahrungsgemäss kleiner ist als der Raum, welcher von den rennenden Objekten in
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erfolgt, wird eine Visiermarke angebracht und in entsprechendem Abstand vom Apparat stellt sich der
Auslösende auf, so dass die Visierlinie also um einen bestimmten Abschnitt der Rennbahn vor die Ziellinie gelegt ist. Der Auslösende hat seine Aufmerksamkeit auf den Augenblick zu konzentrieren, in dem die Pierde bzw. Läufer oder Fahrzeuge diese Visierlinie passieren. In diesem Augenblicke setzt er das Sperr- organ 34 ausser Tätigkeit, die Welle 26 läuft um und die Verschlüsse 6-10 rollen ab.
Ist der Abstand der Visierlinie zu dem Apparat richtig abgestimmt, so wird der Verschluss 8 in dem Augenblick abrollen, in dem der Sieger das Ziel durchläuft. Hat der Auslösende einen kleinen Fehler begangen, so wird einer der zeitlich davor oder dahinter ablaufenden Verschlüsse den richtigen Moment erfassen.
Durch an sich bekannte Massnahmen für die schnelle Entwicklung des Bildes kann das Resultat im Bilde so schnell gezeigt werden, dass im Zweifelfalle die Entscheidung des Zielrichters sieh bis dahin aufschieben lässt, ohne dass eine unerwünschte Verzögerung des Rennbetriebes eintiitt. Hat der Ziel- richter in der Annahme, dass seine Beobachtung einwandfrei sei, das Resultat bekanntgegeben und erfolgen Widersprüehe, so wird das Bild der Zielrichterkamera als unangreifbares Beweisobjekt seine
Entscheidung bestätigen bzw. die etwa erforderliche Korrektur ermöglichen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kamera zur photographisehen Festlegung des Bildes von Läufern, Pferden. Fahrzeugen u. dgl. beim Passieren des Zieles einer Rennbahn, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Einzelkammern in der Ebene der Ziellinie angeordnet sind und dass die Momentverschlüsse dieser Kammern durch eine zwangläufige Steuerung nacheinander zur Auslösung gebracht werden.