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Farbenkamera
Auch unter Zuhilfenahme objektiver Belichtungsmesser (Photozelle) ist es bei Farbaufnahmen kaum möglich, die jedem Bildvorwurf zukommende und durch die im Augenblick der Aufnahme herrschenden Licht-und Farbenverhältnisse gegebene Belichtungszeit so genau zu ermitteln, dass mit einer einzigen Aufnahme ein optimales Ergebnis erzielt wird. Die Ursache ist hiebei einerseits in einer dem Farbfilm eigentümlichen besonderen Empfindlichkeit gegenüber allen, auch relativ geringen Abweichungen von der absolut richtigen Belichtungszeit, andererseits im Einfluss unbestimmter, aus der näheren und weiteren Umgebung des Motivs herrührender, in ihrer tatsächlichen Wirkung schwer abschätzbarer Farbreflexe zu suchen. Auch spricht der Farbfilm auf die den verschiedenen Farben innewohnenden Lichtwerte etwas anders an als die Photozelle des elektrischen Belichtungsmessers.
Um von einem bestimmten Motiv ein bestmögliches Abbild zu erreichen, müssen mehrere Aufnahmen mit verschiedenen Belichtungszeiten gemacht werden. Im allgemeinen wird dabei das Verfahren der"pendelnden Blende"angewendet, d. h. von einem ermittelten Belichtungswert ausgehend, wird bei gleichbleibender Verschlussgeschwindigkeit die Blende von Aufnahme zu Aufnahme stufenweise vergrössert bzw. verkleinert, wodurch sich eine Bildreihe abgestufter Belichtungsgrössen ergibt. Wenn die Blendenstufen, d. h. die Abstände zwischen den einzelnen Blendenwerten nicht zu gross gewählt wurden, ist unter der so erzielten Serie eine richtig belichtete Aufnahme. Man nennt diese Arbeitsweise auch die richtige Belichtungszeit einkreisen".
Sie lässt sich allerdings nur dort anwenden, wo es sich um Aufnahmen unbewegter Objekte handelt, und erfordert, um zu übereinstimmenden Bildausschnitten zu kommen, die Benutzung des Stativs.
Diesem Verfahren gegenüber, bei dem von einem Motiv mehrere Aufnahmen unterschiedlicher Belichtung nacheinander gemacht werden, bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung, mit der es möglich ist, von einem Motiv mehrere Aufnahmen unterschiedlicher Belichtung gleichzeitig, in einem Arbeitsgang herzustellen, so dass auch von bewegten Szenen mehrere, hinsichtlich der Zeichnung identische, in bezug auf die Grösse der Belichtung verschiedene Aufnahmen erzielt werden können, wobei die vollkommene Unabhängigkeit vom Stativ erhalten bleibt.
Die Kupplung von Blenden mit anderen Regelorganen ist bekannt.
Ferner ist auch eine Anordnung an Farbenkameras bekannt, bei der auf einem beweglichen Träger z. B. einer zum Objektiv exzentrisch angebrachten Drehscheibe, drei Blenden angebracht sind, deren Öffnungen unabhängig voneinander so reguliert werden können, dass sie den Expositionswert der drei nacheinander vor das Objektiv gelangenden Farbfilter zu einem gleichen machen und die Belichtungszeit konstant wird.
Gegenstand der Erfindung ist eine mit drei untereinander gleichen Objektiven ausgerüstete Kamera, deren Blenden durch zwischengeschaltete Kupplungsorgane in ihren Bewegungen in einer solchen Abhängigkeit voneinander stehen, dass sie in jeder Blendenstellung um einen bestimmten Öffnungswert differieren. Diese Differenz ist durch einen konstanten Faktor gegeben, insofeme als das Verhältnis der Quadrate der Blendendurchmesser zueinander konstant bleibt, derart, dass beim Einstellen einer dieser Blenden auf einen beliebigen Blendenwert, auf die beiden anderen Objektivblenden eine solche vergrösserte bzw. verkleinerte Bewegung übertragen wird, dass die eine dieser Blendenöffnungen einenbestimmten Faktor grösser, die andere um den gleichen Faktor kleiner ist als die Öffnung der eingestellten Blende.
Hiedurch werden bei einer für alle drei Objektive gleichen Verschlussgeschwindigkeit und gleichzeitigen Verschlussauslösung in einem einzigen Vorgang von jedem Motiv drei bildmässig gleiche, aber belichtungsmässig abgestufte Aufnahmen gewonnen, so dass die Vorteile des Belichtungsstufenverfahrens auch gegenüber bewegten Motiven und rasch veränderlichen Szenen zur Anwendung kommen können-unter voller Wahrung der eigenen Beweglichkeit und der Unabhängigkeit vom Stativ.
In der angeschlossenen Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt. Hierin zeigt Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt durch die Kamera bei Vorderansicht, Fig. 2 einen horizontalen Querschnitt bei Ansicht von oben.
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Die drei gleichartigen Objektive 1, 2 und 3 sind an einem gemeinsamen Objektivträger 4 montiert, der mittels einer in den Gehäuseboden eingelassenen Verstellschraube 5 zum Zwecke der
Entfemungseinstellung aus-und eingeschoben werden kann, indem von dieser Verstellschraube angetriebene Zahnräder 6 und 7 auf Zahnstangen 8 wirken und hiedurch die Schubbewegungen des
Objektivträgers hervorrufen. Um dessen Gehäuse herum liegt ein ausziehbarer Blechmantel 9, der in vorgezogener Stellung als eine für alle Objektive gemeinsame Sonnenblende dient. Die drei von den Objektiven erzeugten Bildfelder liegen neben- einander auf dem gleichen Filmband 10, wobei wandartige Abschirmungen, welche an den vom Film bestrichenen Stellen mit Rollen 11 versehen sind, eine gegenseitige störende Beeinflussung der Bildräume ausschliessen.
In die verzahnten Blendenringe 12 greifen die Räderwerkkupplungen 13 ein, welche die drei Blenden in eine mechanische Verbindung bringen und mittels Übertragungselementen die Blendenbewegungen in der Weise regulieren, dass sie, ausgehend von der Mittelblende, auf die eine der beiden Seitenblenden eine verkleinerte, auf die andere eine vergrösserte Bewegung übertragen. Wird in dem dargestellten Beispiel die Blende 14 des mittleren Objektivs durch Betätigung des Blendenhebels 15 auf eine beliebige Zahl der Blendenskala oder einen Zwischenwert gestellt, so bewirkt die Blendenkupplung, dass die linke Blendenöffnung 16 um einen gewissen Faktor kleiner, die Öffnung der rechten Blende 17 um den gleichen Faktor grösser ist als die Öffnung der eingestellten Mittelblende 14.
Die Blendenstufe, d. h. die Differenz zwischen den Blendenöffnungen wird etwa in der Grössenordnung eines halben Blendenwertes der quadratischen Skala zu bemessen sein, damit der Abstand weder zu gross noch zu klein ist. Da die Kupplungsorgane die beiden Seitenblenden selbsttätig regulieren, erfordern diese keinerlei Aufmerksamkeit, es wird lediglich die Mittelblende auf einen gemessenen oder errechneten Blendenwert eingestellt und hierauf die Verschlussauslösung betätigt. Die Blendenskala 18 ist am Anfang und am Ende um den Betrag der Blendendifferenz gekürzt, da diese Grenzwerte den Seitenblenden zufallen.
Die in dem gewählten Ausführungsbeispiel dargestellte Blendenstufenkupplung in
Form von Zahnradübertragungen ist für die Aus- legung des Erfindungsgedankens nicht mass- gebend, an ihre Stelle kann jede andere Art einer mechanischen Verbindung treten (Hebel, Kurve usw. ). Entscheidend ist, dass eine solche über- haupt eingesetzt wird, um die Blendenbewegungen untereinander zwangsläufig zu steuern. Wie er- wähnt, ist die Verschlussgeschwindigkeit jeweils für alle drei Objektive gleich.
Entweder läuft ein
Schlitzverschluss über die ganze Breite der drei Bildfelder ab, u. zw. in diesem Falle von oben nach unten bzw. umgekehrt, um einen allzu langen Ablaufweg zu vermeiden, oder die drei Objektive sind mit untereinander verbundenen Zentralverschlüssen ausgerüstet, wobei jede Verschlusseinstellung auf alle drei Verschlüsse ebenso wie eine allenfalls nötige gesonderte Spannbewegung übertragen wird. Die Auslösung erfolgt für alle Verschlüsse gemeinsam durch Betätigung eines einzigen Auslöseknopfes.
Der dem Bekannten gegenüber wesentliche Fortschritt, besonders hinsichtlich der Farbfilm- aufnahmetechnik, liegt darin, dass von einem Motiv mehrere an sich gleiche, jedoch im Belichtungsausmass verschiedene Aufnahmen in einem einzigen Arbeitsvorgang, d. h. mit einem Verschlussablauf, hergestellt werden können, wodurch die Vorteile des Mehrbildverfahrens mit Stufenbelichtung auch auf Aufnahmen bewegter Motive anwendbar sind.