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Vorrichtung zum Antrieb von Kraftfahrzeugen aller Art.
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung der im Patent Nr. 78674 beschriebenen Vorrichtung zum Antrieb von Kraftfahrzeugen aller Art.
Die Erfindung besteht darin. dass an Stelle des an seinem oberen Ende kurvenförmig erweiterten Führungsschlitzes der bereits bekannte gerade Führungsschlitz beibehalten ist, dass jedoch zwecks grösseren Ausschwenkens des Schreitorgans und Überführung der Kreisbewegung der Schreitorgankurbel in eine horizontale, vollkommen gleichmässige Bewegung des Fussendes des Organs die Rolle, an der sich das Schreitorgan führt, eine Drehbewegung um eine ausserhalb der Rollenachse liegende Achse vollführt, welche Drehbewegung jener der Schreit-
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das Schreitorgan führendem, bewegtem Zapfen erfolgt die Drehbewegung sowohl des letzteren als auch die des Schreitorganexzenters im selben Sinne ;
das Fussende des Schreitorgans vollführt demzufolge eine Kurvenbewegung, deren Unstetigkeit hinsichtlich einer gleichförmigen Geschwindigkeit den Gang des Fahrzeuges holpernd und stossend gestaltet.
Weiters betrifft die Erfindung zwei weitere Ausführungsformen der an den Füssen der Schreitorgane angeordneten Tritteile. Diese sind bezüglich ihres Drehpunktes im Schreitorganfuss symmetrisch ausgebildet ; bei der einen Ausführungsform stehen die Tritteile unter der Wirkung von je zwei Druckfedern, die einerseits nahe den Tritteilenden angreifen und andrerseits im Fuss des Schreitorgans abgestützt sind. bei der zweiten Ausführungsform besitzt jeder Tritteil einen in den Fuss des Schreitorgans hineinragenden Arm, an dessem Ende eine im Fuss befestigte Zugfeder angreift, die das Bestreben hat, den Tritteil im vom Boden abgehobenen Zustande in einer bestimmten Lage zu halten.
Schliesslich betrifft die Erfindung eine besondere Ausgestaltung des Schreitorgans selbst.
Letzteres besteht aus zwei Teilen, die sich bei der Bewegung des Organs gegeneinander verstellen können und sich gegenseitig führen.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform eines Schreitorgans mit gemäss der Erfindung bewegter Führungsrolle veranschaulicht. Fig. i zeigt eine Seitenansicht, Fig. 2
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sitzen.
Um zu erzielen, dass bei unverrückbar gedachter Lage der Welle der Kurbel 3 im Raum jedes Fussende des Schreitorgans- während seines Arbeitsganges eine horizontale gleichförmige Bewegung vollführt, wobei gleich grossen durchlaufenen Strecken des Zapfens der Kurbel 3 gleich grosse durchlaufene Strecken des Fussendes entsprechen, muss während einer halben Umdrehung der Sebreitorgankurbel 5 die Rollenkurbel 56 eine volle Umdrehung ausführen,
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müssen, wie dies die Pfeile y und S in Fig. i zeigen ; ferner muss der Radius der Kurbel 56 ein Drittel des Radius der Schreitorgankurbel 3 betragen.
Die erste Bedingung ist dadurch erfüllt, dass die Schreitorgankurbel- von der Welle 55, wie in Fig. I dargestellt, durch die Zahnräder 57 und 58 mit der Übersetzung i : 2 angetrieben wird. Um die grossen Zahnräder zu vermeiden, kann jedoch auch der Antrieb der Kurbeln 3, wie in Fig. 2 gezeigt, durch die Zahnräder 57', 57", 58" und 0'$'erfolgen. Da sich die Rollenkurbel56 doppelt so schnell bewegt, wie die Antriebskurbeln 3 der Schreitorgane, so können, wie aus Fig. 2 ersichtlich, die zwei Führungsrollen 9 für die
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ruhen beider Füsse 5 und 6 des Schreitorgans 4 auf dem Boden genau lotrecht unter dem Punkt c des Schreitorgans.
Daraus ist ersichtlich, dass durch die bewegte Führungsrolle 9 gemäss der vorliegenden Erfindung dieselben kinematischen Verhältnisse erzielt werden, wie beim Gegen- stand nach Patent Nr. 78674.
Um die Reibung der Führungsrolle 9 an ihrer Führungsbahn im Schreitorgan 4 zu verringern, sind am Umfang der Rolle Kugeln oder Walzen 59 gelagert, die durch einen Kugelkäfig 60 festgehalten sind (Fig. i und 2). Damit jedoch bei schwereren Kraftfahrzeugen die neben der rollenden Reibung auftretende gleitende Reibung der Rolle 9 an den Seitenwänden der Führungs- bahn herabgesetzt wird, können die Kugeln 59 auch so angeordnet sein, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Die Kugeln ragen an drei Seiten über den Kugelkäfig vor, so dass sie sowohl im Grunde als auch an den seitlichen Begrenzungswänden des durch den U-förmigen Schreitorgankörper gebildeten Führungsschlitzes 8 rollen.
Der Kugelkäfig besteht dann aus zwei Teilen 61, 62, die seitliche Öffnungen 63 aufweisen, durch welche die Kugeln hindurchragen ; diese Teile sind mittels Schrauben 64 an der Führungsrolle 9 befestigt.
Ist der den Führungsschlitz enthaltende Teil des Schreitorgankörpers nicht U-förmig ausgebildet, sondern, wie in Fig. 2 links angedeutet, durch ein Blech 4'mit angenieteten Winkel- eisen gebildet, so wird an Stelle der Kugeln bloss eine Nut 9'in der Führungsrolle 9 angeordnet, in die das über die Winkeleisen vorragende Blech 4'eingreift.
Weiters betrifft die Erfindung eine weitere Ausführungsform der an den Enden der Füsse 5 und 6 des Schreitorgans 4 um einen Zapfen oder eine Kugel 65 drehbar gelagerten Tritteile 66 (Fig. i und 2). Letztere sind bezüglich ihres Drehpunktes symmetrisch ausgebildet und stehen unter der Wirkung von in Ansätzen 67 der Füsse 5 und 6 abgestützten Druckfedern 68. Im vom Boden abgehobenen Zustand nimmt der Tritteil die in Fig. i links dargestellte Lage ein. Trifft nun der Tritteil des Fusses 6 mit seinem rechten Ende auf den Boden auf, so wird die rechte Druckfeder 68 solange zusammengedrückt, bis auch das linke Ende des Tritteiles den Boden erreicht hat, wobei die Federn 68 den Stoss aufnehmen und die stossfreie Übernahme der Last durch den Fuss 6 sichern.
Es kann aber auch der Tritteil, wie in Fig. 4 dargestellt, ausgebildet sein. Der bezüglich seines Drehpunktes 65 wieder symmetrisch ausgebildete Tritteil 69 ist starr mit einem in den Fuss 6 (5) hineinragenden Arm 70 verbunden ; dieser Arm und somit auch der Tritteil selbst, steht unter der Wirkung einer im Fuss 6 (5) befestigten Zugfeder 71, die das Bestreben hat, den Tritteil im vom Boden abgehobenen Zustande in einer solchen Lage zu halten, dass die Angriffspunkte der Zugfeder und der Drehpunkt des Tritteiles in einer Geraden liegen (Fig. 4). Trifft nun wieder das rechte Ende des Tritteiles 69 des Fusses 6 zuerst auf den Boden auf, so wird sich der Tritteil um seinen Zapfen 65 drehen, wodurch die Zugfeder 71 aus ihrer Ruhelage gebracht und gespannt wird.
Auch bei dieser Ausführungsform wirkt die Feder auf eine stossfreie Übernahme der Last durch den Fuss hin.
Es ist selbstverständlich, dass an Stelle der beschriebenen zwei Ausführungsformen von Tritteilen auch durch die Führungsrolle 9 gesteuerte Ttritteile zur Anwendung gelangen können.
Wie aus Fig. 5 hervorgeht, können die Schreitorgane auch zweiteilig ausgebildet sein.
Bei den bisher beschriebenen Schreitorganen dient der Führungsschlitz 8 im aufragenden Arm 7 (Fig. I) zur Ermöglichung der Auf-und Abwärtsbewegung des Schreitorgans durch seine Kurbel 3. Eine derartige Ausführungsform hat den Nachteil, dass der aufragende Arm für seine Bewegung besonders im vom Boden abgehobenen Zustand des Schreitorgans ziemlich viel freien Raum am Wagenkörper beansprucht ; desgleichen könnte unter Umständen durch den sich in diesem Raum bewegenden Arm eine Gefährdung der Sicherheit der Personen oder des Ladegutes eintreten. Diese Nachteile sind gemäss Fig. 5 dadurch vermieden, dass das Schreitorgan aus zwei Teilen 72 und 73 besteht, die sich bei der Bewegung der Kurbeln 3 und 56 ineinander verschieben und sich gegenseitig führen.
Der Teil 72 des Schreitorgans, der dem früheren aufragenden Arm 7 entspricht, bedarf keines besonderen Führungsschlitzes ; er sitzt drehbar auf dem Zapfen 54 der von der Welle 5 angetriebenen Kurbel 56. Der die Füsse 5 und 6 enthaltende Teil 73 des Schaltorgans sitzt auf dem Zapfen der Kurbel 3. Aus Fig. 5, die ein an einer Wagenseite angeordnetes Schreitorganpaar veranschaulicht, ist erkennbar, dass sich bei Bewegung der Kurbeln 3 und 56 (diese Kurbeln drehen sich, wie oben geschildert, in einander entgegengesetzten Richtungen mit einem Geschwindigkeitsverhältnis I : 2) die Teile 72 und 73 derart ineinander verschieben, dass das Schreitorgan in vom Boden abgehobenen Zustand die in Fig. 5 rechts dargestellte Lage einnimmt.
Es ist selbstverständlich, dass auch bei dieser Ausführungsform der Schreitorgane dieselben kinematischen Verhältnisse erzielt werden, wie bei allen früheren Anordnungen.
Ist die Vorrichtung nach den Fig. i und 2 oder nach Fig. 5 direkt an der Kardanachse eines Motorfahrzeuges anzuordnen, so muss zwecks Erzielung der Drehrichtung nach Pfeil y in Fig. I oder Fig. 5 die Kardanachse im umgekehrten Sinne laufen, als dies normalerweise der Fall ist. Dies wird dadurch erzielt, dass die Kardanachse im Wagen umgelegt, eingebaut wird,
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d. h. der im normalen Zustand rechts von der Mittelebene des Fahrzeuges (in der Fahrtrichtung gesehen) befindliche Teil der Achse liegt dann links und umgekehrt.
Schliesslich sei noch erwähnt, dass bei Verwendung des Kraftfahrzeuges als Zugwagen für Anhängewagen, auch letzterer an Stelle seiner Hinter-und Vorderräder mit Schreitorganen ausgerüstet sein kann. Desgleichen können die Schreitorgankurbeln 3 an Stelle jener Anordnung, bei welcher diese Kurbeln durch Kettenräder von der Kardanachse aus angetrieben werden, auch direkt an der Kardanachse sitzen, wobei dann die zur Führung der Schreitorgane 4 dienenden Führungsrollen 9 in einem eigenen Konsol, das am Gehäuse der Kardanachse befestigt ist, gelagert sind. Letztere Anordnung empfiehlt sich insbesondere für leichtere Kraftfahrzeuge.
PATENT. ANSPRÜCHB :
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angeordneten, auf Kurbeln gelagerten, einen geraden Führungsschlitz aufweisenden Schreitorganen nach Patent Xr. 78674, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle, an welcher sich das Schreitorgan führt, eine der Drehbewegung der das Schreitorgan tragenden Kurbeln entgegengesetzte und doppelt so schnelle Drehbewegung um eine ausserhalb der Rollenachse liegende Achse vollführt und die Exzentrizität der Rolle dem dritten Teil des Halbmessers der Schreitorgankurbel entspricht, wodurch das grössere Ausschwenken des Schreitorgans und die Überführung der Kreisbewegung der Schreitorgankurbel in eine horizontale, vollkommen gleichmässige Bewegung des Fussendes des Organs erzielt werden.